Andritz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Andritz
12. Stadtbezirk von Graz
AUT Graz COA.svg
Pfarrkirche St.Veit
Pfarrkirche St.Veit
Lage in Graz
Innere StadtSt. LeonhardGeidorfLendGriesJakominiLiebenauSt. PeterWaltendorfRiesMariatrostAndritzGöstingEggenbergWetzelsdorfStraßgangPuntigamAnklickbare Karte, Andritz ist hervorgehoben
Über dieses Bild
Koordinaten: 47° 6′ N, 15° 25′ OKoordinaten: 47° 6′ N, 15° 25′ O
Basisdaten[1]
Fläche: 18,47 km²
Einwohner: 19.405 (1. Jänner 2021)
Bevölkerungsdichte: 1.051 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 8010, 8043, 8044, 8045, 8046[2]
Bezirksamt: Andritzer Reichsstraße 38
8045 Graz
Politik
Bezirksvorsteher: Johannes Obenaus (ÖVP)[3]
1. Bezirksvorsteher-Stv.: Gerlinde Veronika Maurer (GRÜNE)[3]
2. Bezirksvorsteher-Stv.: Andreas Mautner (FPÖ)[3]
Bezirksrat[4]
(Wahljahr: 2017)
6
2
2
1
1
Insgesamt 12 Sitze
Verkehr
Öffentliche Verkehrsmittel: Straßenbahnlinien: 3, 5
Buslinien: 41/E, 42, 43, 45, 52/E, 53
N5
Das oft noch als Schloss St. Gotthard bezeichnete nunmehrige St. Veiter Schlössl (2008), ehemals Schloss Eckhofen

Andritz ist der 12. und flächenmäßig größte Grazer Stadtbezirk. Er liegt im Norden von Graz und besteht aus den alten Dörfern Oberandritz, Unterandritz und St. Veit sowie der Streusiedlung Neustift.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet des heutigen Bezirks Andritz war schon zur Römerzeit besiedelt. Ein Friedhof aus spätrömischer Zeit lag in Weinzödl. Der Name Andritz wird 1265 erstmals urkundlich als "Endritz" erwähnt. Der Ortsname stammt aus dem Slawischen (jendrica = „schnell fließendes Wasser“). Viele Siedlungs- und Flurnamen sind hier slawischen Ursprungs: Gabriach (von Gabraw) alter Name für St. Veit, Weinitzen (von vinica); Zapuden, Schuritz, Glim und Rannach.[5]

Die alten Bauerndörfer änderten ihre Charakteristik, als 1852 Josef Körösi eine Eisengießerei und eine Maschinenfabrik ansiedelte (Maschinenfabrik Andritz AG, heute Andritz AG). 1913 folgte die Papierfabrik Kranz, die aus einer seit 1790 bestehenden Papiermühle hervorgeht. Diese wurde 1939 von der Industriellenfamilie Arland übernommen und hatte bis 1990 Bestand.

Auch Andritz wurde 1850 eine selbstständige Gemeinde, kam aber gemeinsam mit St. Veit und dem südlichen Teil von Weinitzen 1938 zu Graz. Mit der Eingemeindung wurde auch ein neuer Name eingeführt (Graz Nord). 1946 wurden durch einen Gemeinderatsbeschluss die heutigen Bezirksgrenzen und der heutige Name Andritz festgelegt.[6]

Andritzer Maut (Maut Andritz) bezeichnet heute noch einen Straßenbahnhalt am Nordende von Graben- und Körösistraße wo vor 1938 Pflastermaut für in die Stadt hereinkommende Fahrzeuge und eine Steuer für zahlreiche Waren eingehoben worden sind.[7]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andritz liegt einseitig linksufrig an der Mur, die die Grenze zum Nachbarbezirk Gösting bildet. Die nördliche Bezirksgrenze bzw. die Stadtgrenze verläuft durch den südlichen Teil des Grazer Berglandes. Höchste Erhebung im Bezirk ist der Lineckberg, der zugleich die höchste Erhebung der Stadt am linken Murufer bildet. Weitere bekannte Hügel sind der Admonter Kogel und der Reinerkogel.

Der Andritzbach fließt durch Andritz in die Mur. Er entspringt in der Nachbargemeinde Stattegg. Die dort gelegene Quelle Andritz-Ursprung wird wegen ihres Namens oft fälschlich als dessen Quelle genannt.

Um 1976/1977 wurde der (linke obere) Mühlgang zugeschüttet der sehr lange Zeit ausgeleitet bei einem Wehr oberhalb der alten Weinzödlbrücke durch Andritz und bis zum Schlossberg floss. 1982 ging das neue Murkraftwerk Weinzödl am Nordrand von Graz in Betrieb. Nach Hochwasserschäden im Bezirk wurden um 2015/2018 durch Rückhaltebecken und Bachquerschnittsvergrösserungen Vorsorge für große Hochwasser gebaut.

Der Riel-Teich (auch Rielteich geschrieben) und die angrenzenden Wiesenflächen an der Stattegger Straße sind Naturschutzgebiet. Der Schutz beruht darauf, dass die im Teich vorkommenden Tiere in ihrer Vielfalt einzigartig sind, es sind allein 49 Arten von Libellen gefunden worden. Das Naturschutzgebiet ist 11.734 m² groß.[8]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andritz AG (früher Maschinenfabrik Andritz)
  • zahlreiche kleine Industriebetriebe
  • im Westen eine große Anzahl an Einkaufsmöglichkeiten
  • einige landwirtschaftliche Flächen
  • Pferdezucht und Reitställe
  • Wasserwerk Andritz der Stadt Graz – liefert nur einen Teil des Trinkwassers für Graz; mit Sonnenwärme- und Photovoltaikflächen

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Linien 3 und 5 der Straßenbahn Graz führen nach Andritz. Dort fahren auch die Buslinien 41, 45, 47, 52, und 53.

Die Weinzöttlbrücke ist eine kombinierte Straßen- und Eisenbahnbrücke und führt über die Mur nach Gösting.

Das Wasserschutzgebiet südlich der Weinzödlbrücke verhindert die Nutzung des Murufers als natürliche Radroute oder Fußweg.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Andritz befindet sich das Sportzentrum Graz-Weinzödl, in dem der Traditionsklub GAK seine Heimspiele austrägt. Zudem ist in Andritz der lokale SV Andritz beheimatet. Seit 2006 gibt es auch einen lokalen Basketball-Verein namens Pommes de Terre.

Am linken Ufer unweit des Kraftwerks Weinzödl liegen Ausgangsbasis und Einstieg zum Paddeln auf der Mur und weiter zur Slalomtrainingsstrecke im Mühlgang rechts der Mur.

In Weinzödl befindet sich der Ballpark Graz, welcher aus einem Baseballfeld (Heimteam Graz Dirty Sox) und einem Cricketfeld besteht.

An der Westwand eines südlichen Ausläufers des Kanzelkogels liegt der Klettergarten Andritz-Weinzödl.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musikalisch ist der Musikverein St.Veit – Andritz – Stattegg ein fixer Bestandteil bei Festivitäten und Veranstaltungen, die in Andritz stattfinden.

Um den Schulbeginn Anfang September findet seit 1998 alljährlich (mit Ausnahme 2016)[9] das „Andritzer Flohmarktfest“ rund um den Hauptplatz statt, organisiert vom 1997 gegründeten Verein „Wir Andritzer“, einer Plattform lokaler Unternehmer.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Andritz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahlen + Fakten: Bevölkerung, Bezirke, Wirtschaft, Geografie auf graz.at.
  2. Statistik Austria: Ortschaften (ohne Wien) sortiert nach Gemeindekennziffer mit Postleitzahlen, (CSV ca. 900KB)
  3. a b c Bezirksvertretung Andritz. Abgerufen am 8. Januar 2021.
  4. Bezirksratswahl 2017
  5. Gerhard Michael Dienes: Andritz und seine Geschichte, Graz 1984.
  6. BIG – Bürger-Information Graz, 16. Mai 2002, S. 1.
  7. Mautstellen schotteten Graz ab – bis 1938 styria-mobile.at, 19. Juni 2011, abgerufen 8. März 2020. – Kleine Zeitung, Print, etwa von 18. Juni 2011.
  8. Verordnung des Bürgermeisters vom 17. September 1979 in der Fassung vom 15. September 2011, Zl. 029959/2011/0003. Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark, 209. Jahrgang 2013. 19. Stück, ausgegeben 10. Mai 2013. ZDB-ID 1291268-2 S. 249–251.
  9. Absage Wir Andritzer Flohmarktfest (2016) (Memento vom 16. August 2016 im Internet Archive)
  10. http://www.wirandritzer.at/ Website des Vereins Wir Andritzer, Bericht vom Flohmarktfest am 7. September 2014, abgerufen am 29. Oktober 2014.