Gratkorn

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Gratkorn
Wappen Österreichkarte
Wappen von Gratkorn
Gratkorn (Österreich)
Gratkorn
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Graz-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: GU
Hauptort: Kirchenviertel
Fläche: 34,61 km²
Koordinaten: 47° 8′ N, 15° 20′ OKoordinaten: 47° 8′ 8″ N, 15° 20′ 21″ O
Höhe: 380 m ü. A.
Einwohner: 7.813 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 226 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8101
Vorwahl: 03124, 03127
Gemeindekennziffer: 6 06 13
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dr.-Karl-Renner-Straße 47
8101 Gratkorn
Website: www.gratkorn.com
Politik
Bürgermeister Helmut Weber (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
9
7
5
4
Insgesamt 25 Sitze
Lage der Marktgemeinde Gratkorn im Bezirk Graz-Umgebung
DeutschfeistritzDobl-ZwaringEggersdorf bei GrazFeldkirchen bei GrazFernitz-MellachFrohnleitenGössendorfGratkornGratwein-StraßengelHart bei GrazHaselsdorf-TobelbadHausmannstättenHitzendorfHitzendorfKainbach bei GrazKalsdorf bei GrazKumbergLaßnitzhöheLiebochNestelbach bei GrazPeggauRaaba-GrambachSankt BartholomäSankt Marein bei GrazSankt Oswald bei PlankenwarthSankt Radegund bei GrazSeiersberg-PirkaSemriachStatteggStiwollThalÜbelbachPremstättenVasoldsbergWeinitzenWerndorfWundschuhGrazSteiermarkLage der Gemeinde Gratkorn im Bezirk Graz-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Das Gemeindeamt in Gratkorn
Das Gemeindeamt in Gratkorn
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Gratkorn ist eine Marktgemeinde mit 7813 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) in der Steiermark nördlich von Graz im Bezirk Graz-Umgebung.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2017[1]):

  • Forstviertel (533)
  • Freßnitzviertel (820)
  • Kirchenviertel (5.698)
  • Sankt Veit (251)
  • Unterfriesach (511)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Forstviertel, Freßnitz, Friesach-St. Stefan, Gratkorn-St. Veit ob Graz und Kirchenviertel.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gratkorn liegt an der Mur im Mittleren Murtal gegenüber (östlich) von Gratwein, nördlich von Graz, in der Steiermark. Im Osten der Gemeinde liegt mit der Hohen Rannach deren höchste Erhebung.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gratkorn liegt im Gratkorner Becken, das sich zum Weststeirischen Riedelland hin öffnet und eine Weitung des Murtales bildet.

Ausdehnung des Ortsgebiets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marktgemeinde besitzt kein geschlossenes Ortsgebiet, sondern verfügt über eine großflächige Besiedelung mit mehreren Zentren. Dennoch ist ein Großteil der Fläche unbesiedelt, bewaldet oder in landwirtschaftlicher Verwendung.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschfeistritz Peggau Semriach
Gratwein-Straßengel Nachbargemeinden Stattegg
Graz

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
1869 1.639
1880 2.271
1890 3.436
1900 4.055
1910 4.373
1923 4.437
1934 4.501
1939 4.539
1951 4.970
1961 5.287
1971 6.054
1981 6.112
1991 6.113
2001 6.625
2010 7.406
2011 7.519[2]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größter Arbeitgeber ist die Firma Sappi Austria Produktions-GmbH & Co KG. Weiters zu erwähnen sind Concept Technologie GmbH, Philips Semiconductors (seit 1. Oktober 2006: NXP Semiconductors),Trinkl Transporte Ges.m.b.H.,Christof Group. Weiters befindet sich in Gratkorn eine Teststrecke von AVL List.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Nähe zu Graz ist Gratkorn sehr verkehrsgünstig gelegen. Durch das Gemeindegebiet führt die Pyhrn Autobahn (A 9), die über die Anschlussstellen Gratkorn-Nord (170) und Gratkorn (173) erreicht werden kann. Im Gemeindegebiet befinden sich zwei Tunnel im Verlauf der A 9: der Tunnel Nord mit rund 650 Meter Länge und der Tunnel Süd mit etwa 800 Meter Länge. Die Grazer Straße (B 67) verläuft direkt durch das Gemeindegebiet.

Der Bahnhof von Gratkorn liegt unter dem Namen Gratwein-Gratkorn circa 1 Kilometer entfernt in der Nachbargemeinde Gratwein und bietet Zugang zur Südbahn mit stündlichen S-Bahn-Zügen (S1). Außerdem verkehren Linienbusse nach Graz.

Der Flughafen Graz ist circa 22 km entfernt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marktgemeinde Gratkorn verfügt über einige Einrichtungen für die Einwohner. Bücherei, Jugendzentrum, Kinderfreundebad, mehrere Kindergärten, Musik- und Kunstschule, Nachmittagsbetreuung, Sporthalle, Sportstadion, … Des Weiteren befindet sich dort die Hackher-Kaserne des Österreichischen Bundesheeres. In ihr sind Teile des Versorgungsregiments 1 (VR1), das sich aus der Kirchner-Kaserne in Graz und der Hackher-Kaserne in Gratkorn zusammensetzt, stationiert.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es befinden sich zwei Volksschulen sowie eine Neue Mittelschule in der Gemeinde. Die Polytechnische Schule ist ebenfalls ein Bestandteil der Bildungslandschaft. Weiterführende Schulen sind schnell erreichbar (Graz, Rein).

Gedenkkultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 4. April 1945  mussten ungarische Jüdinnen und Juden, die zuvor bei Stellungsbauten am „Südostwall“  eingesetzt wurden, von Anhaltelagern in Graz in  Richtung Bruck an der Mur marschieren – sie  befanden sich auf einem sogenannten Todesmarsch. Bei Gratkorn konnten einige der Häftlinge entfliehen. Sie bettelten bei der Bevölkerung um Nahrungsmittel, ehe sie von Soldaten der SS-Division „Wiking“, die damals in Gratkorn stationiert war, aufgegriffen,  misshandelt, ermordet und verscharrt wurden. 69 Jahre danach, im November 2014, organisierte der damalige Journalismus-Student Maximilian H. Tonsern eine Gedenkveranstaltung. Gemeinsam mit dem Gratkorner Herwig Brandstetter und dem Menschenrechtspreisträger des Landes Steiermark, Manfred Oswald, gründete er daraufhin ein Aktionskomitee, welches sich als  Impulsgeber für die Errichtung einer Gedenkstätte in Gratkorn verstand. Die Gemeinderatsmitglieder der Marktgemeinde Gratkorn, vertreten durch den Bürgermeister Helmut Weber, stimmten einstimmig für die Errichtung einer Gedenkstätte. So konnte diese feierlich am 4. April 2016 eingeweiht werden. Direkt vor der Gemeinde stehend erinnert nun ein Gedenkstein in vier Sprachen (Hebräisch, Ungarisch,  Englisch und Deutsch) an die Massaker in Gratkorn, eine daneben befindliche Informationstafel gibt Auskunft über den geschichtlichen Hintergrund der Todesmärsche durch die Steiermark.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bürgermeister: Helmut Weber, SPÖ [3]
  • 1. Vizebürgermeister: Günther Bauer, SPÖ [4]
  • 2. Vizebürgermeister: Franz Schlögl, FPÖ [5]
  • Kassier: Stephanie Kabon, Grüne [6]
  • weiteres Vorstandsmitglied: Ing. Mag. Patrick Sartor, ÖVP [7]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 25 Mitgliedern und setzt sich nach der Gemeinderatswahl 2015 aus Mandataren folgender Parteien zusammen:

  • 9 Mandatare der SPÖ,
  • 7 Mandatare der FPÖ,
  • 5 Mandatare der Grüne und
  • 4 Mandatare der ÖVP.

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse:

Partei 2015 2010
Sti.  % M. Sti.  % M.
SPÖ 1292 34 9 2577 67 18
FPÖ 1063 28 7 363 10 2
Die Grünen 0796 21 5 0280 7 01
ÖVP 0699 18 4 601 16 04
Wahlbeteiligung 61 % 64 %

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Gratkorn

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der im Ort ansässige Fußballverein FC Gratkorn spielt zurzeit in der fünfthöchsten österreichischen Spielklasse, der Oberliga Mitte-West.

Weiters findet sich in Gratkorn auch ein Basketballverein, welcher eine Sektion von ATUS Gratkorn ist. Die Herrenmannschaft des ATUS Gratkorn, die G-State Scorpions, spielte in der Saison 2009/2010 in der 2. Basketball Bundesliga (Österreich), wo sie am Ende der Saison den 6. Platz belegten. Die Damenmannschaft, die G-State Scorpion Ladies, spielt derzeit in der österreichischen Frauenbasketballiga (Austrian Women Basketball League, kurz AWBL).

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Ruprecht (1910 – nach 1943), österreichischer Volkskundler, geboren und aufgewachsen in Gratkorn
  • Karl Rinner (1912–1991), österreichischer Geodät, geboren und aufgewachsen in Gratkorn

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ingo Mirsch, Bernhard Samitsch, Georg Pachler: Die Geschichte der Marktgemeinde Gratkorn. Verlag Marktgemeinde Gratkorn 1997. (Nur in der Gemeinde erhältlich).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gratkorn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2017 nach Ortschaften
  2. Info der Gemeinde Gratkorn, Stand 1. August 2011 (PDF; 934 kB)
  3. Helmut Weber auf gratkorn.com
  4. Günther Bauer auf gratkorn.com
  5. Franz Schlögl auf gratkorn.com
  6. Stephanie Kabon auf gratkorn.com
  7. Patrick Sartor auf gratkorn.com