Milchweißer Mannsschild

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Milchweißer Mannsschild
Milch-Mannsschild (Androsace lactea)

Milch-Mannsschild (Androsace lactea)

Systematik
Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Primelgewächse (Primulaceae)
Unterfamilie: Primuloideae
Gattung: Mannsschild (Androsace)
Art: Milchweißer Mannsschild
Wissenschaftlicher Name
Androsace lactea
L.

Der Milchweißer Mannsschild (Androsace lactea), auch als Milch-Mannsschild bezeichnet, ist eine Pflanzenart der Gattung Mannsschild (Androsace) in der Familie der Primelgewächse (Primulaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Milchweißer Mannsschild wächst lockerrasig als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen zwischen 3 und 15 Zentimetern. Die Pflanzenteile sind kahl (nur an den Laubblattspitzen einige Wimpern). Die linealischen Laubblätter sind ganzrandig, 10 bis 25 Millimeter lang und etwa 2 Millimeter breit.

Der lang gestielte Blütenstand ist doldig und besteht aus drei bis fünf Blüten. Die kahlen Blütenstiele sind 4 (6) Zentimeter lang. Die Krone ist weiß mit gelbem Schlund. Die Kronzipfel sind deutlich ausgerandet. Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 76.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kalkstete Pflanze wächst auf Gesteinsfluren und steinigen Rasen. Sie ist in Österreich zerstreut in den Bundesländern Nieder- Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Tirol und Salzburg verbreitet. Sie ist von der subalpinen bis alpinen Höhenstufe verbreitet.

In Deutschland nur im Süden Bayerns und auf der Schwäbischen Alb. Die Art gilt laut der Roten Liste gefährdeter Pflanzen Deutschlands als gefährdet (3).

Standorte und Verbreitung in Mitteleuropa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Milchweiße Mannsschild braucht kalkreichen Untergrund. Er besiedelt Felsspalten und Felsbänder, seltener auch sehr felsige, steile Rasen. Er ist eine Potentilletalia caulescentis-Ordnungscharakterart und kommt vor allem in Gesellschaften des Cystopteridion fragilis- oder des Seslerion albicantis-Verbands vor.[1]

Im Mittleren Schweizer Jura kommt er selten vor, im Schwäbischen Jura vereinzelt, ebenso in den westlichen Ketten der Südlichen und der Nördlichen Kalkalpen; in den Ostketten der Kalkalpen ist er selten, im dortigen östlichen Teil zerstreuet. Er bevorzugt Höhen zwischen etwa 600 bis 2000 m.

Die Fundstellen außerhalb der Alpen sind als Reliktstandorte der Eiszeit anzusehen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  • Aichele/Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas, Franckh-Kosmos-Verlag, 2. überarbeitete Auflage 1994, 2000, Band 3, ISBN 3- 440-08048-X

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 739.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Milchweißer Mannsschild (Androsace lactea) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • Milchweißer Mannsschild. In: FloraWeb.de.
  • Milchweißer Mannsschild. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
  • Androsace lactea L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am 16. Januar 2016.
  • Thomas Meyer: Mannsschild Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)