Angélique Ionatos

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Angélique Ionatos (griechisch Αγγελική Ιονάτου, geb. 1954 in Athen) ist eine Sängerin, Gitarristin und Komponistin der griechischen Diaspora von Paris. Sie vertonte und interpretierte Lyrik von Sappho und zeitgenössischen griechischen Dichtern.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihre Eltern flohen vor der griechischen Militärdiktatur nach Belgien, wohin ihnen Angélique Ionatos 1969 folgte. Mit ihrem Bruder Photis nahm sie 1972 ihr erstes Album unter dem Titel Résurrection mit eigenen Kompositionen politischer Chansons auf, das mit dem Grand Prix du disque der Akademie Charles Cros ausgezeichnet wurde. 1976 trennte sich das Duo und Angélique zog nach Paris,[1] wo sie bis heute lebt.

Seit 1977 schreibt sie Lieder, die auf Gedichten zeitgenössischer griechischer Dichter beruhen, interpretiert sie und begleitet ihren Gesang mit der Konzertgitarre. Sie vertonte auch Verse der antiken Dichterin Sappho in der neugriechischem Übersetzung von Odysseas Elytis, wie die archaisch wirkende Liederkomposition Sappho De Mytilene, die sie zusammen mit Nena Venetsanou einspielte. Im Laufe ihrer über 40-jährigen Karriere hat Angélique Ionatos 19 Alben herausgebracht. Viele ihrer Aufnahmen sind Koproduktionen mit dem Théâtre de la Ville in Paris oder dem Théâtre de Sartrouville.[2] Sie arbeitet mit klassischen wie mit Jazz-Musikern zusammen und seit 2006 mit der griechischen Gitarristin und Sängerin Katerina Fotinaki.

Wenn sie ihre Kompositionen schreibt, überläßt sie sich der Prosodie der Gedichte, der die Musik folgt, die in der griechischen Kultur wurzelt.[3] Mit den ungeraden Rhythmen, die für die traditionelle griechische Musik typisch sind, wirkt sie ungestüm und rau. Jedoch komponiert und arrangiert Ionatos nicht im Sinne von Mikis Theodorakis mit Bouzouki und Rembetiko.[4] Es fließen Elemente von Klassik, Jazz, Chanson, orientalischen und Tango-Traditionen ein. Ihr Gitarrenspiel sei einzigartig, strahle Anmut und Entschlossenheit aus, schrieb ein französischer Jazz-Journalist.[3] Ihre Stimme sei warm, doch nicht schwer, und dramatisch mit der Erhabenheit großer mediterraner Sängerinnen.

Eine besondere künstlerische Beziehung verbindet sie mit Odysseas Elytis. Sein szenisches Gedicht María Neféli (1978), eine Art Gespräch zwischen einer jungen Frau, die die junge Generation nach der Diktatur verkörpert, und einem Mann, der sich ihr als Dichter offenbart, inspirierte sie zu einer dialogischen Kantate mit dem französischen Titel Marie des Brumes. 2015 erschien ihr Album Reste la lumière mit zwölf Liedern, zwei davon nach Gedichten von Elytis, begleitet von Musikern mit Violoncello, Contrabass und Bandoneon. Sie widmete es dem heutigen Griechenland in der Depression mit der Botschaft, dass die Poesie die Kraft habe, die Zukunft zu verändern.[5][4][6]

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1972: Grand Prix du disque der Akademie Charles Cros für Résurrection
  • 1984: Grand Prix Audiovisuel de l’Europe für Marie des Brumes[7]

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1972: Résurrection (mit Photis Ionatos)
  • 1979: I Palami sou (erstes Soloalbum nach Gedichten von Dimitris Mortoyas)
  • 1984: Marie des Brumes (Maria Nepheli, Odysseas Elytis)
  • 1991: Sappho De Mytilene (Gesang mit Nena Venetsanou)
  • 1992: O Erotas (nach Versen von Odysseas Elytis, Kostas Karyotakis, Iakovos Kambanellis, Sappho)
  • 1994: Mia Thalassa (Musik und Text: Mikis Theodorakis)
  • 2000: D’un Bleu très noir (nach Lyrik von Konstantin Kavafis, Christos Chryssopoulos, Dionisis Karatzas, Kostas Varnalis)
  • 2003: Alas Pa’ volar (nach Texten von Frida Kahlo)
  • 2007: Eros y muerte (nach Gedichten von Pablo Neruda)
  • 2009: Comme un jardin la nuit (Duett Gitarre und Gesang mit Katerina Fotinaki)[8]
  • 2015: Reste la lumière (nach Texten von Dyonissis Kapsalis, Dimitris Mortoyas, Odysseas Elytis)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Robert Wangermée: Ionatos, Angélique. In: Dictionnaire de la chanson en Wallonie et à Bruxelles, Editions Mardaga, Brüssel 1995, ISBN 978-2-87009-600-0, S. 196
  2. ANGÉLIQUE IONATOS. La Chartreuse – Centre national des écritures du spectacle, 2013 (Memento des Originals vom 24. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.chartreuse.org
  3. a b Bruno Pfeiffer: Angélique Ionatos, entre cadences et poésie, La Libération, 5. November 2015
  4. a b L’Orient d’Angélique Ionatos, Le Monde, 4. November 2015
  5. Reste la lumière – Angélique Ionatos, Critique de Salon, 11. November 2015
  6. Anne Berthod: Reste la lumière, Télérama, 2. November 2015 (Memento des Originals vom 24. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.telerama.fr
  7. «LE GRAND LIVRE DES PASSAGES. LITTÉRATURES» CONFÉRENCE d'ANGÉLIQUE IONATOS CYCLE, Musée des Civilisations de l'Europe et de la Méditerranée, 2016 (Memento des Originals vom 24. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mucem.org
  8. Musiques du Monde. Comme un jardin la nuit. Angélique Ionatos & Katerina Fotinaki, telerama.fr