Anita Louise

Anita Louise Fremault (* 9. Januar 1915 in New York City; † 25. April 1970 in Los Angeles, Kalifornien) war eine US-amerikanische Schauspielerin.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Anita Louise besuchte die künstlerische Schule Professional Children's School in New York[1] und begann ihre Karriere im Alter von sechs Jahren als Kinderdarstellerin in Theaterstücken wie George du Mauriers Peter Ibbetson. Bereits im Alter von sieben Jahren hatte sie ihren ersten Filmauftritt. In der Folge trat sie regelmäßig als Louise Fremault in Stummfilmen auf, kam jedoch zunächst nicht über kleinere Nebenrollen hinaus. Seit 1929 trat sie offiziell als Anita Louise in Erscheinung, ab etwa dieser Zeit erhielt sie auch häufiger größere Rollen. Der Wechsel hin zu Erwachsenenrollen gelang der Schauspielerin und 1931 wurde sie zu einem der WAMPAS Baby Stars gewählt.
Nachdem Louise zunächst für verschiedene Studios gearbeitet hatte, stand sie seit 1934 vor allem für Warner Brothers vor der Kamera, wo sie einen der damals üblichen Studioverträge hatte. Louise wurde u. a. als „ätherische Schönheit“[2] beschrieben und galt überdies als eine der bestangezogenen Frauen in Hollywood.[3] Wohl auch deshalb setzte Warner sie bevorzugt in damenhaften oder historischen Rollen ein, darunter als Titania in Ein Sommernachtstraum, neben Fredric March in Ein rastloses Leben und an der Seite von Bette Davis in Drei Schwestern aus Montana. Zu den bekanntesten Auftritten ihrer Karriere gehörte ihre Rolle als Prinzessin de Lamballe in Marie-Antoinette von 1938. Insgesamt kam die Schauspielerin im Laufe ihrer Karriere selten über größere Nebenrollen hinaus. Sie gehörte ferner zu den zahlreichen Schauspielerinnen, die Ende der 1930er-Jahre für die Rolle der Scarlett O’Hara in Vom Winde verweht gecastet wurden.[4]
Ein Durchbruch in die erste Riege Hollywoods gelang Louise nie und nach 1939 war sie hauptsächlich in B-Movies zu sehen, zudem drehte sie merklich weniger Filme. Zu ihren wenigen hochkarätigeren Filmen in den 1940ern zählten die Komödie So ein Papa (1944) mit Gary Cooper und das Liebesdrama Liebesbriefe (1945), in denen sie aber jeweils nur Nebenrollen hatte. Bereits 1952 drehte sie mit Feuerschutz für Stoßtrupp Berta ihren letzten Kinofilm. Danach war sie hauptsächlich für das Fernsehen tätig, wo sie in den Jahren 1955 und 1956 als Mutter in der Familienserie Flicka neue Popularität erlangen konnte. Sie absolvierte daneben zahlreiche Gastauftritte, unter anderem in der Loretta Young Show, Mannix und zuletzt in ihrem Todesjahr in Mod Squad. Insgesamt umfasst das filmische Schaffen von Louise über 90 Film- und Fernsehproduktionen.
Mit ihrem ersten Ehemann, dem Produzenten Buddy Adler, den sie 1940 heiratete, hatte sie zwei Kinder. 1962 heiratete sie ihren zweiten Ehemann Henry Berger. Anita Louise engagierte sich in späteren Jahren zunehmend für wohltätige Zwecke und war eine bekannte Philanthropin. Politisch eine überzeugte Republikanerin, nahm Anita Louise unter anderem an der Amtseinführung von Dwight D. Eisenhower teil. Am 25. April 1970 verstarb sie mit 55 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. Ihr Grab befindet sich im Forest Lawn Memorial Park in Glendale, Kalifornien.[5]
Ein Stern auf dem Hollywood Walk of Fame, Höhe 6801 Hollywood Boulevard, erinnert an sie.
Filmografie (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1922: Down to the Sea in Ships
- 1924: The Sixth Commandment
- 1928: Vier Teufel (4 Devils)
- 1928: Eine schamlose Frau (A Woman of Affairs)
- 1929: Wonder of Women
- 1934: Madame Dubarry (Madame Du Barry)
- 1934: Judge Priest
- 1935: Der Liebling der Frauen (Here's to Romance)
- 1935: Ein Sommernachtstraum (A Midsummer Night's Dream)
- 1935: Louis Pasteur (The Story of Louis Pasteur)
- 1936: Ein rastloses Leben (Anthony Adverse)
- 1937: First Lady
- 1937: Das grüne Licht (Green Light)
- 1937: Diese Nacht ist unsere Nacht (Tovarich)
- 1938: Marie-Antoinette
- 1938: Drei Schwestern aus Montana (The Sisters)
- 1938: Going Places
- 1939: Die kleine Prinzessin (The Little Princess)
- 1940: Die Unschuld und der Bösewicht (The Villain Still Pursued Her)
- 1944: So ein Papa (Casanova Brown)
- 1945: Liebesbriefe (Love Letters)
- 1946: Mein Herz gehört dem Rebellen (The Fighting Guardsman)
- 1946: Der Bandit und die Königin (The Bandit of Sherwood Forest)
- 1947: Blondie’s Big Moment
- 1952: Feuerschutz für Stoßtrupp Berta (Retreat, Hell!)
- 1955–1956: Flicka (Fernsehserie, 39 Folgen)
- 1963: The Doctors (Fernsehserie, drei Folgen)
- 1969: Mannix (Fernsehserie, eine Folge)
- 1970: Twen-Police (The Mod Squad) (Fernsehserie, eine Folge)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Anita Louise bei IMDb
- Anita Louise In: Virtual History (englisch)
- Anita Louise in der Deutschen Synchronkartei
- Anita Louise in der Datenbank Find a Grave
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Article clipped from The Boston Globe. In: The Boston Globe. Boston, Massachusetts 23. Mai 1946, S. 20 (newspapers.com [abgerufen am 3. Oktober 2025]).
- ↑ European Film Star Postcards: La Collectionneuse: Anita Louise. In: European Film Star Postcards. 31. Juli 2025, abgerufen am 3. Oktober 2025.
- ↑ Lindsay Barnett: Anita Louise. Abgerufen am 3. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Pauline Bartel: Gone With the Wind: 1939 Day by Day. Simon and Schuster, 2022, ISBN 978-1-4930-6825-8 (google.de [abgerufen am 3. Oktober 2025]).
- ↑ Anita Louise (1915-1970) – Find a Grave. Abgerufen am 3. Oktober 2025.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Louise, Anita |
| ALTERNATIVNAMEN | Louise Fremault, Anita (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanische Schauspielerin |
| GEBURTSDATUM | 9. Januar 1915 |
| GEBURTSORT | New York City, New York |
| STERBEDATUM | 25. April 1970 |
| STERBEORT | Los Angeles, Kalifornien |