Antifaschistischer Schutzwall

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Kampfappell der Kampfgruppen der Arbeiterklasse anlässlich des 25. Jahrestags der Errichtung des antifaschistischen Schutzwalls in der Ost-Berliner Karl-Marx-Allee vor der Staats- und Parteiführung der DDR am 13. August 1986
Im Ost-Berliner Festumzug zur 750-Jahr-Feier Berlins wirkten am 4. Juli 1987 Teilnehmer der „Errichtung des antifaschistischen Schutzwalls“ mit

Antifaschistischer Schutzwall[1] war ein Propagandabegriff der DDR für die Berliner Mauer. Der Begriff „Schutzwall“ hat eine defensive Konnotation und gilt deshalb als Euphemismus.

Den Begriff erfand der damals für Propaganda zuständige SED-Funktionär Horst Sindermann.[2]

Er war der Gegenbegriff für den vom Regierenden Bürgermeister Willy Brandt noch im August 1961 geprägten Begriff „Schandmauer“, der schnell allgemein bekannt und bis etwa Ende der 1960er Jahre in der Bundesrepublik oft verwendet wurde.[3]

Im Jahr 1971 kam es zu einem Postkrieg zwischen der Bundesrepublik und der DDR, nachdem die Deutsche Post am 12. August 1971 zwei Briefmarken 13. August 1961–1971 zum ehrenden Gedenken an die Errichtung der Mauer herausgegeben hatte. Die Deutsche Bundespost schickte derart frankierte Briefe an die Absender in der DDR zurück, zumal die Ersttagsbriefe den Aufdruck 10 Jahre antifaschistischer Schutzwall. 10 Jahre sicherer Schutz des Friedens und des Sozialismus trugen.[4] Als die Deutsche Post am 5. August 1986 eine Briefmarke 25 Jahre antifaschistischer Schutzwall herausgab, verkündete der Bundesminister für Post und Telekommunikation Christian Schwarz-Schilling das „Ende der philatelistischen Grabenkämpfe“. Er entschied, dass lediglich die Ersttagsbriefe zurückgeschickt werden, um nicht dazu beizutragen, dass die Mauer in der Philatelie zu einer „Rarität“ werde.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Walter Ulbricht am 17. Oktober 1961, Erwähnung auf chronik-der-mauer
  2. Spiegel-Interview, 7. Mai 1990.
  3. Den Begriff „Schandmauer“ im Bulletin der Bundesregierung vom 8. September 1961, chronik-der-mauer
  4. Jan Rosenkranz: Salto postale. Der kalte Philateliekrieg nach dem Mauerbau, der Freitag vom 10. August 2001
  5. Constantin Graf von Hoensbroech: Postalische und philatelistische Grabenkämpfe. Die Tabula Rasa vom 24. Januar 2010