Karl-Rudolf Korte

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Karl-Rudolf Korte, 2014 im ZDF Wahlstudio zur Europawahl

Karl-Rudolf Korte (* 15. November 1958 in Hagen) ist ein deutscher Politikwissenschaftler und seit 2002 Professor an der Universität Duisburg-Essen am Campus Duisburg. Er tritt in den Medien regelmäßig als Gast für Wahlanalysen auf.

Leben[Bearbeiten]

Karl-Rudolf Korte studierte Politikwissenschaft, Germanistik und Pädagogik in Mainz und Tübingen. 1983 legte er das Staatsexamen ab und wurde 1988 zum Dr. phil. an der Universität Mainz promoviert. Nach seinem Studium war Korte bis 1995 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Leiter mehrerer Forschungsprojekte an der Universität Mainz tätig. Anschließend beteiligte er sich am Aufbau des Centrums für angewandte Politikforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1997 habilitierte Korte an der Ludwig-Maximilians-Universität München und wurde mit dem Preis für die beste Habilitationsschrift ausgezeichnet.

Nach Vertretungsprofessuren an den Universitäten Trier, Köln, München und Duisburg ist er seit 2002 Professor für Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen am Lehrstuhl „Politisches System der Bundesrepublik Deutschland und moderne Staatstheorien“.

Als Direktor der NRW School of Governance ist er seit 2006 tätig. Seit April 2010 ist er Dekan der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen.

Korte ist seit 2013 Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft. Er ist geschäftsführender Herausgeber der Zeitschrift für Politikwissenschaft und Redaktionsbeirat des Magazins Politik & Kommunikation.

Wahlanalysen und Öffentlichkeit[Bearbeiten]

Öffentlich bekannt wurde Korte durch seine politischen Analysen in Tageszeitungen, Magazinen und Fernsehen. Als Wahlexperte tritt er vor allem in den öffentlich-rechtlichen Sendern ZDF, WDR und Phoenix auf. Dabei liegt ein Schwerpunkt seiner Untersuchungen auf den Zusammenhängen zwischen Parteistrategien, Medien und Wählerverhalten.[1] Korte gilt als einer der Erfinder der Bezeichnung Jamaika-Koalition. Er verwendete den Begriff im ZDF-Morgenmagazin am 12. September 2005, also sechs Tage vor der Wahl zum 16. Deutschen Bundestag.

Das Magazin Unicum Beruf in Kooperation mit dem Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat Korte im November 2006 als Professor des Jahres in der Kategorie Geistes-, Gesellschafts-, und Kulturwissenschaft ausgezeichnet, der als „Wegbereiter für Karrieren“ und der Nachwuchsförderung wirke. Er biete seinen Studierenden ein Netzwerk, das sie in ständigen Kontakt mit Unternehmen bringe, so die Begründung der Initiatoren.[2]

2010 wurden E-Mails von Korte auf einem Internetportal veröffentlicht, die laut FAZ-Autor Jürgen Kaube zumindest „Gschaftlhuberei“ nahelegen. Demnach soll Korte gegen Bezahlung von der Regierung „wohlwollende“ Analysen über die CDU von einem wissenschaftlichen Mitarbeiter geliefert haben.[1] Nach einem deutlichen Stimmenverlust für die CDU bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2010, der einen Regierungswechsel erwarten ließ, äußerte sich Korte hingegen kritisch über die Politik der CDU.[1]

Schriften[Bearbeiten]

  • Karl-Rudolf Korte (Hrsg.): Die Bundestagswahl 2009: Analysen der Wahl-, Parteien-, Kommunikations- und Regierungsforschung Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2010.
  • Karl-Rudolf Korte: Das Bundeskanzleramt in der Organisationsanalyse. Informalität als Erfolgskriterium. In: Heinz-Jürgen Dahme/Norbert Wohlfahrt (Hrsg.): Systemanalyse als politische Reformstrategie Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2010.
  • Karl-Rudolf Korte: Strategie und Regierung: Politikmanagement unter den Bedingungen von Komplexität und Unsicherheit. In: Joachim Raschke/Ralf Tils (Hrsg.): Strategie in der Politikwissenschaft. Konturen eines neuen Forschungsfelds Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2010.
  • Karl-Rudolf Korte, Manuel Fröhlich: Politik und Regieren in Deutschland, Strukturen, Prozesse, Entscheidungen. Paderborn u.a.: Schöningh/UTB 2009 (3. Aufl.).
  • Karl-Rudolf Korte: Darstellungs- und Entscheidungspolitik. In: Sascha Michel/Heiko Girnth (Hrsg.): Polit-Talkshows – Bühnen der Macht. Ein Blick hinter die Kulissen. Bonn: Bouvier 2009.
  • Karl-Rudolf Korte: Wahlen in Nordrhein-Westfalen. Schwalbach/Ts.: Wochenschau-Verlag 2010 (2. Aufl.).
  • Karl-Rudolf Korte: Wahlen in der Bundesrepublik Deutschland. Bonn 2009 (6. Aufl.).
  • Stefanie Delhees, Karl-Rudolf Korte, Florian Schartau, Niko Switek und Kristina Weissenbach: Wohlfahrtsstaatliche Reformkommunikation. Westeuropäische Parteien auf Mehrheitssuche. Baden-Baden: Nomos Verlag 2008.
  • Nico Grasselt, Karl-Rudolf Korte: Führung in Politik und Wirtschaft – Instrumente, Stile und Techniken. Studien der NRW School of Governance. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2007.
  • Karl-Rudolf Korte, Martin Florack, Timo Grunden: Regieren in Nordrhein-Westfalen. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2006.
  • Karl-Rudolf Korte, Gerhard Hirscher: Information und Entscheidung, Kommunikationsmanagement der politischen Führung. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 2003.
  • Karl-Rudolf Korte: „Das Wort hat der Herr Bundeskanzler“, Eine Analyse der Großen Regierungserklärungen von Adenauer bis Schröder. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 2002.
  • Karl-Rudolf Korte, Werner Weidenfeld (Hrsg.): Deutschland-Trendbuch, Fakten und Orientierungen. Opladen: Leske und Budrich 2001.
  • Karl-Rudolf Korte, Gerhard Hirscher: Aufstieg und Fall von Regierungen, Machterwerb und Machterosionen in westlichen Demokratien. München: Olzog Verlag 2001.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karl-Rudolf Korte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c FAZ: Forschen mit der Staatskanzlei, 13. Mai 2010
  2. Wahl Unicum Professor des Jahres 2006