Appelhülsen

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Appelhülsen
Gemeinde Nottuln
Koordinaten: 51° 53′ 53″ N, 7° 25′ 26″ O
Höhe: 105 m ü. NN
Fläche: 2,29 km²
Einwohner: 4723 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 2.062 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 48301
Vorwahl: 02509
Appelhülsen (Nordrhein-Westfalen)

Lage von Appelhülsen in Nordrhein-Westfalen

Luftbild von Appelhülsen

Appelhülsen ist einer der vier Ortsteile der Gemeinde Nottuln im Kreis Coesfeld in Nordrhein-Westfalen. Bis Ende 1974 war Appelhülsen eine eigenständige Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1022 erstmals urkundlich erwähnt entstand das Dorf Appelhülsen um den Haupthof Oppenhulis, der von Wasser, Wall und Graben umgeben war und auf einem festen (befestigten) Platz stand. Später wurde er Hof Schulze Frenking genannt. Heute ist dort das Bürgerzentrum Appelhülsen.

1030 entstand in Appelhülsen eine der ältesten Kirchen Westfalens. Die Witwe des 1016 ermordeten Grafen Wichmann III. und ihre Tochter Vrederuna stiften nach dem Tod Wichmanns sieben Kirchen im Münsterland, darunter auch die erste Kirche in Appelhülsen. Die Witwe hieß Reinmod (Reinmodis, Reginmoud, Richmod, Richtmoet) und gehörte zur Familie der lothringischen Grafen, aus der nach 1017 auch die Cappenberger hervorgegangen sind.

Nachdem der Frenkinghof in den Besitz des Stifts Alter Dom in Münster bei dessen Stiftung im 11. Jahrhundert gekommen war, entstand auf dem Grund dieses Hofes das Dorf.[2]

In Appelhülsen sind drei ehemalige Adelssitze erhalten: Die Burgen Haus Groß-Schonebeck und Haus Klein-Schonebeck waren ursprünglich Sitze des Adelsgeschlechts Schonebeck. Haus Giesking gehörte den Kerckerinck zu Stapel und Droste zu Hülshoff.

Am 1. Januar 1975 wurde Appelhülsen durch das Münster/Hamm-Gesetz nach Nottuln eingemeindet.[3] Letzter Bürgermeister der selbstständigen Gemeinde Appelhülsen war Hugo Eberhardt von der Zentrumspartei.

In Appelhülsen liegt das Zentrum für Zauberkunst, in Form einer Stiftung betrieben durch die Zauberer Uwe Schenk und Michael Sondermeyer. Es beherbergt zahlreiche Zauberobjekte sowie ein Archiv und die Bibliothek des Magischen Zirkels von Deutschland mit 4200 Büchern. Schenk und Sondermeyer verfügen zudem über 10.000 Bücher und 22.000 Zeitschriftenausgaben zum Thema Zaubern.[4]

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof in Appelhülsen. Zu sehen ist das damals noch bestehende Empfangsgebäude

Vom Bahnhof Nottuln-Appelhülsen an der Bahnstrecke Wanne-Eickel–Hamburg verkehrt alle 30 Minuten der Niers-Haard-Express (RE 42) in Richtung Münster oder Essen. Stündlich wird diese Verbindung bis Mönchengladbach geführt. Das von der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft erbaute historische Empfangsgebäude wurde im Januar 2007 durch den Orkan Kyrill schwer beschädigt und daher kurz vor Ostern 2007 abgerissen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulze-Frenkings-Hof
  • Friedenshaus und Gemeindezentrum der ev. Kirchengemeinde Nottuln
  • Kath. Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt
  • Hof Schulze Frenking, heute Bürgerzentrum Appelhülsen
  • Haus Giesking Nottuln, Appelhülsen
  • Haus Groß-Schonebeck
  • Haus Klein-Schonebeck
  • Photovoltaikpark; erster Photovoltaikpark dieser Größe in Nordrhein-Westfalen

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Castelle (1879–1954), völkischer Journalist und Schriftsteller
  • Henry Rohlman (1876–1957), römisch-katholischer Geistlicher, Erzbischof von Dubuque

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Appelhülsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohner in der Gemeinde Nottuln serviceportal.nottuln.de. Abgerufen am 7. Juni 2021.
  2. Peter Ilisch: Grundlagen der Dorfentwicklung am Beispiel Appelhülsens. In: Geschichtsblätter des Kreises Coesfeld. Band 5, 1980,, S. 26–38.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 315.
  4. Sandra Danicke: Das Hemd in der Hose behalten. Das Zentrum für Zauberkunst erforscht die Tricks und bewahrt die Geheimnisse der großen und kleinen Magier. In: FR 7 (Wochenendbeilage der Frankfurter Rundschau vom 20./21. April 2019), S. 3–5.