Appingedam

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Gemeinde Appingedam
Flagge der Gemeinde Appingedam
Flagge
Wappen der Gemeinde Appingedam
Wappen
Provinz Groningen Groningen
Bürgermeister Anno Wietze Hiemstra (CDA)
Sitz der Gemeinde Appingedam
Fläche
 – Land
 – Wasser
24,58 km2
23,78 km2
0,8 km2
CBS-Code 0003
Einwohner 11.841 (31. Aug. 2017[1])
Bevölkerungsdichte 482 Einwohner/km2
Koordinaten 53° 19′ N, 6° 51′ OKoordinaten: 53° 19′ N, 6° 51′ O
Bedeutender Verkehrsweg N33 N360 N362 N989
Vorwahl 0596
Postleitzahlen 9901–9903
Website Homepage von Appingedam
LocatieAppingedam.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte

Appingedam (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) ist eine Gemeinde und eine kleine Stadt in den Niederlanden, Provinz Groningen. Appingedam hat eine Fläche von etwa 25 km² und hatte am 31. August 2017 eine Einwohnerzahl von 11.841.

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt wenige Kilometer südwestlich von Delfzijl an der Bahnstrecke Groningen–Delfzijl, der Bundesstraße N33 zwischen Eemshaven und Hoogezand-Sappemeer sowie der Provinzstraße N360 zwischen der Provinzhauptstadt Groningen und Delfzijl. Weiterhin wird die Gemeinde von den Kanälen Emskanal und Damsterdiep durchquert. Letzterer ähnelt wegen der vielen Kurven eher einem Bach, und ist nur durch kleine Schiffe befahrbar. Appingedam hat viel Kleingewerbe. Die malerische kleine Innenstadt zieht immer mehr Touristen an. Viele Einwohner sind Pendler, die in Delfzijl arbeiten. Das Rathaus befindet sich seit 1995 in einem großen ehemaligen Schulgebäude (die HBS; entsprach früher etwa einer Realschule in Deutschland).

Seit September 1989 ist die ostfriesische Stadt Aurich Partnerstadt Appingedams.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Appingedam ist seit jeher der Hauptort des Gaus Fivelingo, der immer versucht hat, seine Unabhängigkeit gegenüber Groningen zu behaupten. Die Stadt existierte vermutlich schon vor dem Jahr 800, erhielt aber erst 1327 das Stadtrecht. Dieses wurde in einem Dokument festgelegt, das noch erhalten geblieben ist: der sog. „Buurbrief van de Upstalboom“. Das deutet auf starken Einfluss Ostfrieslands hin.

Im 14. Jahrhundert erlitt die Stadt einen wirtschaftlichen Rückschlag: Sturmfluten machten den Bau einer Seeschleuse (zijl, Deutsch: Siel) östlich der Stadt notwendig. Dort entwickelte sich eine neue Hafenstadt: Delfzijl. Auch das Stapelrecht, das Groningen an sich zog, trug zur Niedergang von Appingedam bei. Dazu verstanden sich die Stadtväter auf die seltsame Kunst, in Kriegen und Konflikten immer die falsche (verlierende) Seite zu wählen. Das führte u. a. um 1500 zum gezwungenen Abriss der Stadtmauer.

Erst als im 19. Jahrhundert die Schifffahrt zu größerer Blüte kam und eine Eisenbahn auf der Strecke Groningen–Appingedam–Delfzijl angelegt wurde, verbesserte sich die Lage. Unter anderem eine in den ganzen Niederlanden bekannte Fabrik von Schiffsmotoren (Firma Brons) siedelte sich an.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Ende des Jahres 2017 sprachen die Gemeinderäte von Delfzijl, Appingedam und Loppersum über die Fusion der Gemeinden. Sie arbeiten auf einen Zusammenschluss zum 1. Januar 2021 hin.[2]

Sitzverteilung im Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahlen 2018[3]
 %
50
40
30
20
10
0
40,9
18,8
11,6
10,4
7,7
7,1
3,5
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+4,2
+0,6
-5,1
-1,3
+1,4
+1,0
-0,7

Der Gemeinderat wird seit 2006 folgendermaßen gebildet:

Partei Sitze[4]
2006 2010 2014 2018
Gemeentebelangen Appingedam 3 5 5 6
SP 3 3
CDA 3 2 3 2
PvdA 7 4 2 2
D66 1 2 1 1
ChristenUnie 1 1 1
VVD 1 1 0 0
Gesamt 15 15 15 15

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. April 2017 ist Anno Wietze Hiemstra (CDA) kommissarischer Bürgermeister der Gemeinde.[5] Zu seinem Kollegium zählen die Beigeordneten Annalies Usmany-Dallinga (Gemeentebelangen Appingedam), Lea van der Tuin (CDA) sowie der Gemeindesekretär Arend Castelein.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • die „hängenden Küchen“: Anbauten hinter den alten Häusern, die sich über dem Damsterdiep befinden
  • das Heimatmuseum (Museum Stad Appingedam)
  • die alte Nicolaikirche in der Innenstadt (Nikolaikerk)
  • das als Gesamtensemble unter Denkmalschutz stehende mittelalterliche Stadtzentrum

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Töchter und Söhne der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Appingedam – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand August 2017Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. Fusie Delfzijl, Appingedam en Loppersum in 2021. In: RTV Noord. 12. Januar 2018, abgerufen am 22. Juni 2018 (niederländisch).
  3. Ergebnis der Kommunalwahlen: 2014 2018, abgerufen am 22. Juni 2018 (niederländisch)
  4. Sitzverteilung im Gemeinderat: 2006 2010 2014 2018, abgerufen am 22. Juni 2018 (niederländisch)
  5. Anno Wietze Hiemstra waarnemer in Appingedam. In: Nederlands Genootschap van Burgemeesters. Abgerufen am 22. Juni 2018 (niederländisch).
  6. Collegeleden Gemeente Appingedam, abgerufen am 22. Juni 2018 (niederländisch)