Apulische Platte

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Die Apulische Platte ist eine der kleineren Lithosphärenplatten der Erde. Sie umfasst Teile der Alpen, ganz Italien und den Norden Siziliens, die Adria und die Dinariden. Sie entstand in der ersten Phase der alpinen Gebirgsbildung durch die Vereinigung eines südlichen Teils, der sich im Mesozoikum von der Afrikanischen Platte abtrennte, und eines nördlichen Teiles, der am Südrand von Europa lag.[1] Ihre bis heute anhaltende Bewegung ist die Ursache vieler regionaler Erdbeben. Ihr nördlicher Teil wird oft als Adriatische Platte bezeichnet.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die komplizierten geologischen Verhältnisse ist die Entstehungsgeschichte der Apulischen Platte trotz langer Forschung noch nicht restlos geklärt, und die geologischen Modelle sind vielfältig. Der zeitliche Ablauf des Zerfalls der Ränder der Afrikanischen und Eurasischen Platte und die sich daraus ergebenden Krustenbewegungen sind noch nicht restlos geklärt, in den Grundzügen jedoch verstanden. Die folgende Beschreibung stützt sich im Wesentlichen auf die Ergebnisse der Arbeitsgruppe Tectonics Group der Universität Basel.[1]

Der südliche Teil der Apulischen Platte lag zu Beginn der Trias am Nordrand der Afrikanischen Platte. Der nördliche Teil befand sich, durch den so genannten Meliata-Ozean vom südlichen Teil getrennt, am Südrand des europäischen Kontinents. Ab der Obertrias trennte sich der Südteil der Apulischen Platte von der Afrikanischen Platte, und mit der Öffnung des Piedmont-Ligurischen Ozeans (alpine Tethys) ab dem Jura auch der Nordteil der späteren Apulischen Platte von Europa. Nach der Trennung erfolgte eine in sich differenzierte Rotation der einzelnen Teile: paläomagnetische Messungen legen nahe, dass die Südalpen sich im Gegenuhrzeigersinn drehten, während das Ostalpin im Uhrzeigersinn rotierte und die Grauwackenzone mit den Nördlichen Kalkalpen nordwärts in Richtung Europäische Platte driftete.[2]

In der Oberkreide hatte sich der Meliata-Ozean in der ersten Phase der alpinen Gebirgsbildung vollständig geschlossen, bei der die Decken der Nördlichen Kalkalpen übereinander gestapelt wurden. Erst jetzt existierte eine zusammenhängende Apulische Kontinentalplatte, deren Nordrand den Sporn der Adriatischen Platte bildete. Durch die anhaltende Schließung der Tethys wurde die Apulische Platte im Tertiär zum Teil auf den Rand der Eurasischen Platte überschoben (Alpen), zum Teil unter sie subduziert (Dinariden).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan M. Schmid, Bernhard Fügenschuh, Eduard Kissling, Ralf Schuster: Tectonic map and overtall architecture of the Alpine orogen. In: Eclogae geologicae Helvetiae. Band 97, 2004, ISSN 0012-9402, S. 93–117.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Schmidt et al. 2004, S. 95 ff.
  2. H. J. Mauritsch, W. Frisch: Palaeomagnetic results from the Eastern Alps and their comparison with data from the Southern Alps and the Carpathians. In: Mitteilungen der Österreichischen Geologischen Gesellschaft. Band 73, 1980, ISSN 0251-7493, S. 5–13 (pdf-Version; 550 Kb).