Rottweil

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Rottweil, zum Minentaucher-Einsatzboot siehe Rottweil (M 1061). Siehe auch: Rotweil.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Rottweil
Rottweil
Deutschlandkarte, Position der Stadt Rottweil hervorgehoben
48.1680555555568.6247222222222607Koordinaten: 48° 10′ N, 8° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Rottweil
Höhe: 607 m ü. NHN
Fläche: 71,76 km²
Einwohner: 24.440 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 341 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 78628,
78652 (Unterrotenstein)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 0741, 07427 (Neukirch)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: RW
Gemeindeschlüssel: 08 3 25 049
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 21–23
78628 Rottweil
Webpräsenz: www.rottweil.de
Oberbürgermeister: Ralf Broß (parteilos)
Lage der Stadt Rottweil im Landkreis Rottweil
Donau Landkreis Freudenstadt Landkreis Tuttlingen Ortenaukreis Schwarzwald-Baar-Kreis Zollernalbkreis Aichhalden Bösingen (bei Rottweil) Deißlingen Dietingen Dornhan Dunningen Eschbronn Epfendorf Fluorn-Winzeln Hardt (Schwarzwald) Lauterbach (Schwarzwald) Oberndorf am Neckar Rottweil Rottweil Schenkenzell Schiltach Schramberg Sulz am Neckar Villingendorf Wellendingen Vöhringen (Württemberg) Zimmern ob RottweilKarte
Über dieses Bild

Rottweil, die älteste Stadt Baden-Württembergs, liegt etwa 90 Kilometer südlich von Stuttgart. Sie ist Kreisstadt und größte Stadt des Landkreises Rottweil sowie ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden. Rottweil ist seit dem 1. Juni 1970 Große Kreisstadt. Mit den Gemeinden Deißlingen, Dietingen, Wellendingen und Zimmern ob Rottweil hat Rottweil eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.

Geographie[Bearbeiten]

Blick vom Rottweiler Hochturm. Im Hintergrund die Schwäbische Alb

Die Stadt liegt in Nord- Südrichtung etwa auf halben Weg zwischen der Landeshauptstadt Stuttgart und dem Bodensee. Die Stadt liegt direkt am Neckar und bildet einen Angelpunkt zwischen Schwäbischer Alb und Schwarzwald.

Folgende größere Städte liegen im Umkreis von Rottweil: Oberndorf am Neckar, 20 km nördlich, Balingen, 24 km nordöstlich, Schramberg im Schwarzwald, 27 km nordwestlich, Tuttlingen, 27 km südöstlich, Trossingen, 18 km südlich und Villingen-Schwenningen, 24 km südwestlich.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Rottweil. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Osten genannt:
Zimmern unter der Burg und Schömberg (beide Zollernalbkreis), Wellendingen (Landkreis Rottweil), Frittlingen und Aldingen (beide Landkreis Tuttlingen) sowie Deißlingen, Zimmern ob Rottweil, Dunningen, Bösingen, Villingendorf und Dietingen (alle Landkreis Rottweil).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet besteht aus der Kernstadt, dem bereits 1939 eingegliederten Bühlingen und den im Rahmen der Gebietsreform der 1970er Jahre eingegliederten Gemeinden Feckenhausen, Göllsdorf, Hausen ob Rottweil, Neufra, Neukirch und Zepfenhan.

Die in den 1970er Jahren eingegliederten Stadtteile sind zugleich Ortschaften im Sinne von § 67ff der Gemeindeordnung, das heißt, sie haben jeweils einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl direkt zu wählenden Ortschaftsrat, mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden.

Zu einigen Stadtteilen gehören weitere räumlich getrennte Wohnplätze mit eigenem Namen, die oft sehr wenige Einwohner haben oder Wohngebiete mit eigenem Namen, deren Bezeichnungen sich im Laufe der Bebauung ergeben haben und deren Grenzen dann meist nicht genau festgelegt sind. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Gebiete:

  • zur Kernstadt: so genannte „Altstadt“ (nicht zu verwechseln mit dem mittelalterlichen Stadtkern), Bettlinsbad, Bollershof, Bühlingen, Eckhof, Hardthaus, Hegneberg, Hochwald, Markenhöhe, Neckarburg, Neckartal, Ziegelhütte, Römerhof, Rottenmünster, Saline Wilhelmshall, Charlottenhöhe, Charlottenwäldle und Schafwasen
  • zu Feckenhausen: Jungbrunnen
  • zu Göllsdorf: Haslerhof
  • zu Hausen ob Rottweil: Lehrhof, Oberrotenstein, Unterrotenstein
  • zu Neukirch: Vaihingerhof
  • zu Zepfenhan: Sonthof

Raumplanung[Bearbeiten]

Rottweil bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg, deren Oberzentrum die Stadt Villingen-Schwenningen ist. Zum Mittelbereich Rottweil gehören neben der Stadt Rottweil die Städte und Gemeinden Bösingen, Deißlingen, Dietingen, Dornhan, Epfendorf, Fluorn-Winzeln, Oberndorf am Neckar, Sulz am Neckar, Villingendorf, Vöhringen (Württemberg), Wellendingen und Zimmern ob Rottweil des Landkreises Rottweil.

Geschichte[Bearbeiten]

Antike[Bearbeiten]

Hauptartikel: Arae Flaviae
Römisches Orpheus-Mosaik aus Arae Flaviae

Die römische Siedlung auf dem Stadtgebiet von Rottweil wurde im Jahre 73 n. Chr. von den Römern unter Kaiser Vespasian im Zuge des Baus der römischen Kinzigtalstraße gegründet, Rottweil gilt damit als die älteste Stadt Baden-Württembergs - auch wenn sie nicht seit der Römerzeit ständig als Stadt existiert hat. Der lateinische Name der Stadt war Arae Flaviae („Altäre der Flavier“). Der Name deutet darauf hin, dass hier ein Zentrum des Kaiserkultes entstehen sollte – der Name der damals herrschenden Familie, der Vespasian angehörte, war gens Flavia. Das römische Rottweil war Hauptort einer Civitas und hatte – offenbar als einzige römische Stadt im heutigen Baden-Württemberg – die Rechtsstellung eines Municipiums inne. Mit einer Fläche von rund 18 Hektar war Arae Flaviae in Hinblick auf seine Ausdehnung eine der größten römischen Städte in Südwestdeutschland bzw. im Dekumatland, repräsentative Bauten prägten das Stadtbild. Da es sich aber um eine „politische“ Gründung handelte und der Ort seit dem Vorschieben der Grenze unter Vespasians Sohn Domitian bereits um 90 n. Chr. an wenig attraktiver Stelle im Hinterland lag, scheint sich die Stadt in den folgenden knapp zwei Jahrhunderten nur noch wenig weiter entwickelt zu haben. Das Stadtgebiet war offenbar niemals vollständig bebaut, die Zahl der Einwohner blieb wohl relativ gering.

Erst im Jahre 1950 wurde das antike Arae Flaviae, dessen Name durch die so genannte Peutingertafel (Tabula Peutingeriana) und bei Claudius Ptolemäus überliefert ist, durch einen außergewöhnlichen Inschriftenfund sicher mit Rottweil identifiziert: Auf der hölzernen Tafel eines römischen Militärdiploms aus dem späten 2. Jahrhundert waren die Worte acto municipio Aris – zu Deutsch: „ausgestellt in der Stadt Arae“ – zu lesen.

Nachdem die Römer um 260 n. Chr. die Kontrolle über die Gegend an die Alemannen verloren hatten, ging die römische Stadt unter; offenbar existierte aber eine deutlich reduzierte Siedlung weiter – mit dem Verschwinden der römischen Bewohner verlor sich aber auch der lateinische Namen des Ortes.

Mittelalter[Bearbeiten]

Wegen der guten Verkehrslage entstand hier ein alemannischer Herzogshof, aus dem der Königshof „Rotuvilla“ wurde, der bereits im Jahre 771 n. Chr. erstmals in den Urkunden erscheint. Dieser Königshof erlangte unter den Karolingern große Bedeutung als Gerichtsort und Verwaltungszentrum. Das Hofgericht Rottweil zählte lange danach im Spätmittelalter zu den bedeutendsten Gerichten des deutschen Reiches. Am 19. Januar 1299 wird es erstmals genannt. Bis zum 7. September 1418 lag die Hofgerichtsstätte unter der Pürschgerichtslinde, welche an der Ecke Heerstraße –Lindenstraße steht, und wurde dann in den Tiergarten vor dem Hochbrücktor an die offene Königstraße verlegt. Der Hofgerichtsstuhl erinnert an das Kaiserliche Hofgericht, das an dieser Stelle seit 1418 tagte. An der Königstraße rechts neben dem Landgericht ist eine Kopie. Das Original von 1781 befindet sich im Stadtmuseum. Das Erbhofrichteramt lag bei den Grafen von Sulz.

Das hochmittelalterliche Rottweil wurde in der Stauferzeit auf einem Felssporn oberhalb des Neckars etwa zwei Kilometer westlich der ehemaligen Römerstadt neu angelegt. Die Staufer errichteten die Stadt an ihrem heutigen Standort nach dem Zähringer Muster (Gliederung durch das Straßenkreuz in vier Teile). Aus dieser Zeit stammt der spätmittelalterliche Stadtkern mit seinen erkergeschmückten Bürgerhäusern, den geschmiedeten Stechschildern, die im 16. Jahrhundert vorgeschrieben waren, und den zahlreichen Rottweiler Kirchen.

Vorgänger dieser Siedlung sind die Mittelstadt und die Altstadt, auf Teilen der Fundamente des römischen Rottweils. Es ist wahrscheinlich, dass bedeutende Ruinen des römischen Arae Flaviae bis ins Mittelalter hinein sichtbar blieben, worauf auch Gewann und Hofgut „Hochmauren“ im ehem. Siedlungsgebiet hinweisen.

Der heutige Name der Stadt „Rottweil“ ist zunächst überliefert als Rote Will (rote Villa, im Jahre 771 Rotuvila) und leitet sich nicht aus dem antiken Namen ab. Eine mögliche Erklärung des ersten Namensbestandteils neben der Farbbezeichnung sind die verfallenen römischen Gebäude (vgl. Rottenburg am Neckar oder Kastelruth), darauf deuten auch die Gewannbezeichnungen „Rote Steige“ und der Name des benachbarten Reichsstiftes Kloster Rottenmünster.

Zugewandter Ort der Schweizer Eidgenossenschaft[Bearbeiten]

Hofgerichtssiegel, Rottweil 1661
Rottweil vor 1898

1463 schloss sich Rottweil im Rahmen eines befristeten Bündnisses der Schweizerischen Eidgenossenschaft an. 1476 kämpften die Rottweiler in der Schlacht bei Murten auf deren Seite gegen Karl den Kühnen. Das alte Bündnis erlosch und wurde 1519 im so genannten Ewigen Bund unbefristet verlängert.

Rottweil wurde somit zu einem zugewandten Ort der schweizerischen Eidgenossenschaft. Die Beziehungen zwischen der Eidgenossenschaft und Rottweil kühlten während der Reformation schnell ab. Wenn Rottweil durch Kriege bedrängt wurde, bat es jedoch die Schweizer um Mithilfe.

In den Hexenverfolgungen in Rottweil von 1546 bis 1661 sind 287 Verfahren wegen Hexerei und Zauberei belegt. 266 Menschen wurden in den Hexenprozessen hingerichtet.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Rottweil durch Marschall Guébriant belagert und am 19. November 1643 eingenommen. Guébriant verstarb dabei an den Folgen eines Falkonettschusses. Ebenso entstand dabei aufgrund eines Wunderereignisses im Dominikanerkloster die Wallfahrt zur Madonna von der Augenwende. Noch im selben Monat konnte Rottweil jedoch nach der Schlacht bei Tuttlingen durch die kaiserlichen Truppen unter Franz von Mercy befreit werden.

Am 8. September 1802 erschienen zwei Abgesandte des württembergischen Herzogs vor dem Rat der Reichsstadt Rottweil und erhoben angesichts der bevorstehenden Mediatisierung der Reichsstädte Anspruch auf die Stadt. Sie drohten mit der Einnahme durch tausend bereitstehende Soldaten und verlangten die Übergabe der Stadt, der dazugehörigen Ortschaften und der Klöster an Württemberg. Rottweil ergab sich (bestätigt im Reichsdeputationshauptschluss von 1803) und wurde daraufhin Sitz des württembergischen Oberamts Rottweil, das im Laufe seiner Geschichte mehrmals verändert wurde und 1934 in den Landkreis Rottweil überführt wurde.

Beziehungen zur Schweiz nahm Rottweil 1913 wieder auf, indem es eine Städtepartnerschaft mit Brugg einging.

20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten]

Ehemalige Synagoge von Rottweil 1861–1938

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde am 1. April 1936 in den Räumlichkeiten des katholischen Lehrerseminars Rottweil die Nationalpolitische Erziehungsanstalt Rottweil (Napola Rottweil) im Gau Württemberg eingeweiht.[2] Zu den Jungmannen (= Schüler) zählten unter anderem Wolfram Fischer, Erich Hartmann und Gernot Huber; zu den Erziehern (= Lehrer) zählte unter anderem Karl Doerth. Ein Schwerpunkt der NS-Erziehungsanstalt war das Segelfliegen.

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge in der Cameralamtsgasse 6, die seit 1861 der Jüdischen Gemeinde als Gotteshaus diente, von SA-Männern zerstört, und die noch nicht ausgewanderten jüdischen Familien wurden zur Vernichtung deportiert. Eine Gedenktafel an dem Gebäude erinnert an diese Geschichte. Im Zweiten Weltkrieg bestand am Rand des Stadtteils Zepfenhan eine Abbaufläche für Ölschiefer, auf der Häftlinge des Arbeitslagers Schörzingen Zwangsarbeit verrichten mussten. Ruinenreste von Industrieanlagen südlich von Zepfenhan erinnern an diese Vergangenheit.[3]

2003 fanden in Rottweil die Heimattage Baden-Württemberg statt.

Stadtteile und ehemalige Gemeindewappen[Bearbeiten]

Auch die Rottweiler Stadtteile haben eine lange Geschichte. Sie gehörten meist zum Gebiet der Reichsstadt oder zum Kloster Rottenmünster, kamen 1803 an Württemberg und gehörten dann zum Oberamt Rottweil.

Bühlingen

Bühlingen wurde 1108 als „Bisilingen“ erstmals erwähnt. Über das Kloster St. Georgen kam der Ort 1538 an die Stadt Rottweil. Doch konnte Württemberg 1566 den Ort für sich gewinnen. Die Obrigkeit verblieb jedoch bei Rottweil. Bühlingen gehörte zum Klosteramt St. Georgen.

Feckenhausen

Feckenhausen wurde 902 als „Ueccenhusa“ erstmals erwähnt. Vor allem das Kloster St. Gallen hatte hier Besitzungen. Bis ins 13. Jahrhundert gehörte der Ort zur Grafschaft Hohenberg und wurde 1379 an den Rottweiler Bürger Konrad Beck verkauft. Die Österreicher, die 1381 die Grafschaft Hohenberg erworben hatten, belehnten den Ort 1468 an Balthasar Lutz, der ihn 1514 an das Spital Rottweil verkaufte. Es war das einzige Dorf im Spitaloberpflegamt Rottweil.

Göllsdorf

Göllsdorf wurde 1099 als „Geroldistorf“ erstmals erwähnt. Über die Grafen von Zollern gelangten Besitzungen an das Kloster Alpirsbach. 1280 erwarb das Kloster St. Blasien Besitz von Gütern des Rottweiler Bürgers Hübscher, das seine Anteile jedoch 1466 an die Stadt Rottweil veräußerte. Die zunächst noch als Lehen an Hans Maier vergebenen Anteile des Fronhofes wurden 1471 ebenfalls an Rottweil veräußert. Göllsdorf gehörte dann zum Obervogteiamt Rottweil.

Hausen ob Rottweil

Hausen ob Rottweil wurde 1094 als „Husen“ erstmals erwähnt. Besitzungen besaßen das Kloster St. Georgen, dessen Teil über Rottweil im 16. Jahrhundert an Württemberg gelangte. Die Obrigkeit verblieb jedoch bei Rottweil. Die andere Hälfte des Ortes gehörte der Grafschaft Hohenberg, die 1381 von Österreich erworben wurde. Lehnsnehmer waren die Herren von Rotenstein, die ihren Anteil 1768 an das Kloster Rottenmünster verkauften. Doch auch dieser Teil kam 1803 an Württemberg. Danach gehörte ein Teil des Ortes zum Stabsamt Rottenmünster, der andere zum Klosteramt St. Georgen, ab 1806 dann zum Oberamt Rottweil.

Neufra

Neufra wurde 1309 als „Nuveren“ erstmals erwähnt. Der Ort gehörte ebenfalls zur Grafschaft Hohenberg und kam mit dieser an Österreich. Doch hatte die Stadt Rottweil nach einem Vertrag aus dem 17. Jahrhundert die Obrigkeit über den Ort. Der Ort gehörte zum Pirschvogteiamt Rottweil.

Neukirch

Neukirch wurde 1120 als „Nunchilcha“ bzw. 1278 als „Nunkilch“ erstmals erwähnt. Graf Berthold von Sulz hatte den Ort von den Herzögen von Teck erhalten und gab ihn 1311 als Lehen an die Rottweiler Patrizierfamilie Wirt. Dieser übergab ihn Mitte des 15. Jahrhunderts an das Kloster Rottenmünster.

Zepfenhan

Zepfenhan wurde 1275 als „Epfenhaim“ erstmals erwähnt. Über verschiedene Ritter und Herrschaften kam der Ort an Rottweiler Bürger. Im 14. Jahrhundert gehörte Zepfenhan zur Grafschaft Hohenberg und kam im 16. Jahrhundert an das Kloster Rottenmünster.
siehe auch Burg Suntheim (Sonthof)

Eingemeindungen[Bearbeiten]

In die Stadt Rottweil wurden folgende Gemeinden eingegliedert:

  • 1939: Bühlingen
  • 1. Dezember 1971: Hausen ob Rottweil
  • 1. März 1972: Feckenhausen
  • 1. Oktober 1972: Göllsdorf
  • 1. Januar 1973: Neukirch
  • 1. Januar 1974: Zepfenhan
  • 1. Januar 1975: Neufra

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohnerzahlen
1441 1.330 Steuerpfl.
1666 625 Steuerpfl.
1803 3.128
1849 5.157
1861 4.560
1. Dezember 1871 5.135
1. Dezember 1880 ¹ 6.047
1. Dezember 1900 ¹ 7.968
Jahr Einwohnerzahlen
1. Dezember 1910 ¹ 9.644
16. Juni 1925 ¹ 10.556
16. Juni 1933 ¹ 11.278
17. Mai 1939 ¹ 12.835
13. September 1950 ¹ 15.140
6. Juni 1961 ¹ 17.876
27. Mai 1970 ¹ 20.728
31. Dezember 1975 24.354
Jahr Einwohnerzahlen
31. Dezember 1980 23.673
27. Mai 1987 ¹ 22.787
31. Dezember 1990 24.002
31. Dezember 1995 24.656
31. Dezember 2000 25.346
31. Dezember 2005 25.678
30. September 2010 25.718
30. Dezember 2010 25.659

¹ Volkszählungsergebnis

Religionen[Bearbeiten]

Ausschnitt aus dem Portal des Münsters zum Heiligen Kreuz

Rottweil gehörte zunächst zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat „vor der Wald“ zugeordnet. Als Reichsstadt konnte Rottweil auch die religiösen Angelegenheiten selbst regeln. Die Reformation fand zunächst in den Zunftkreisen Zuspruch, wurde aber vom Magistrat der Stadt nicht eingeführt. Da der Verlust des Hofgerichtes drohte, lenkten Pfarrer Uhl und Bürgermeister/Schultheiß Möck und Mock ein: „Möck, Mock und Uhl retten Rottweil dem Hl. Stuhl“. Bis 1545 wurden die Anhänger der Reformation der Stadt verwiesen. Somit blieben Rottweil und die zugehörigen Orte bis ins 19. Jahrhundert katholisch. Seit 1821 bzw. 1827 gehören die katholischen Gemeinden im heutigen Stadtgebiet zum Bistum Rottenburg. Rottweil wurde Sitz eines Dekanats. Zu ihm gehören alle heutigen katholischen Gemeinden im Stadtgebiet. Sie bilden mehrere Seelsorgeeinheiten, so gehören zur Seelsorgeeinheit IV die Gemeinden Heilig-Kreuz Rottweil, die Gemeinde Auferstehung Christi Rottweil, die Gemeinde St. Maria Hausen und die Gemeinde St. Peter und Paul Neukirch. Die anderen Gemeinden im Stadtgebiet sind St. Pelagius Rottweil, St. Silvester Bühlingen, St. Michael Feckenhausen, St. Franziskus Xaverius Göllsdorf, St. Dionysius Neufra und St. Nikolaus Zepfenhan.

Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Protestanten nach Rottweil. Ab 1802 wurden die württembergischen Militärangehörigen in Rottweil von Flözlingen aus versorgt. Einen eigenen Garnisonsprediger gab es ab 1807. Die erste zivile Pfarrei wurde 1818 eingerichtet. Die evangelische Kirchengemeinde erhielt die ehemalige Dominikanerklosterkirche als Stadtpfarrkirche. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden drei weitere Pfarreien errichtet, 1958 die zweite, 1978 die dritte und 2000 die vierte Pfarrei. Die Stadtkirche ist die einzige evangelische Kirche im Stadtgebiet. Zu ihr gehören auch die Protestanten, die in den Rottweiler Stadtteilen und in einigen anderen Nachbargemeinden wohnen. Die Kirchengemeinde Rottweil gehört zum Dekanat Tuttlingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Rottweil auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter eine Freie evangelische Gemeinde. Auch die Neuapostolische Kirche ist in Rottweil vertreten.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Sitzverteilung
5
2
6
3
3
7
Von 26 Sitzen entfallen auf:

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 brachte folgendes Ergebnis:

CDU 26,2 % (−9,0) 7 Sitze (−3)
FWV 20,5 % (+1,1) 6 Sitze (+1)
SPD 19,9 % (−0,8) 5 Sitze (−1)
FDP/DVP 13,1 % (+4,7) 3 Sitze (+1)
Forum für Rottweil (FFR) 11,2 % (+1,4) 3 Sitze (+1)
Politische Fraueninitiative (PROFI) 9,0 % (+2,6) 2 Sitze (+1)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Das Neue Rathaus in Rottweil

Die Verwaltung Rottweils lag bis 1378 in den Händen verschiedener Geschlechter. Denen gegenüber standen die Zünfte. Beide einigten sich 1379 dahingehend, dass aus jeder Zunft zwei Zunftmeister als Vertreter in den Rat gewählt wurden. Der Rat bestand aus einem Großen Rat und einem Kleinen Rat. Der Große Rat hatte 80, ab 1480 nur noch 52 Mitglieder. Der Kleine Rat hatte 30 Mitglieder. Die obersten Beamten der Stadt waren Schultheiß, Bürgermeister, Obervogt, Pürschvogt, Kastenherr, Bruderschafts- und Spital-Oberpfleger, Oberbaumeister und 18 Zunftmeister, die ihre Ämter mit Ausnahme des Schultheißen und des Bürgermeisters, auf Lebenszeit innehatten. Schultheiß und Bürgermeister wechselten jährlich und wurden im Chor des Heilig-Kreuz-Münsters durch „Bohnenwurf“ gewählt.

Nach dem Übergang an Württemberg 1803 leitete der Stadtoberamtmann mit dem Magistrat die Stadt. 1808 hatte die Stadt einen Bürgermeister, ab 1822 einen Stadtschultheißen und ab 1930 erneut einen Bürgermeister an der Spitze. Daneben gab es den Gemeinderat.

Nachdem die Einwohnerzahl Rottweils 1969 die 20.000-Marke überschritt, wurde die Stadt deshalb auf ihren Antrag zum 1. Juni 1970 zur Großen Kreisstadt erhoben. Seither trägt das Stadtoberhaupt von Rottweil die Amtsbezeichnung „Oberbürgermeister“. Dieser wird heute von den Wahlberechtigten für eine Amtszeit von acht Jahren direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Sein allgemeiner Stellvertreter ist der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung „Bürgermeister“.

Bei der Oberbürgermeisterwahl am 5. April setzte sich Ralf Broß (parteilos) mit 58,6 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 50,9 Prozent gegen seine Mitbewerber, darunter den Amtsinhaber Thomas Engeser, durch.[4]

Wappen[Bearbeiten]

Rottweiler Pfennig, um 1200

Das Wappen von Rottweil zeigt in Gold einen rot bewehrten und rot bezungten schwarzen Adler, die Brust belegt mit einem goldenen Hochkreuz. Die heute verwendeten Stadtfarben schwarz-gelb in der Flagge wurden offiziell nicht festgelegt.

Die ursprünglichen Stadtfarben rot-weiß, sind die Farben der früheren Reichsstädte. Eine Rückbesinnung auf diese vollzieht sich derzeit.

Der Reichsadler symbolisiert die ehemalige Reichsstadt. Der Adler ist schon in den Siegeln von 1280 nachweisbar. Im 16. Jahrhundert tritt neben dem Adler zur Unterscheidung das Hochkreuz auf. Es wird mit dem Heiligkreuzpatrozinium der Pfarrkirche in Verbindung gebracht. Über die Blasonierung gibt es verschiedene Darstellungen. Die heutige Form des Wappens wurde 1955 festgelegt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Rottweil unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kapellenkirche

Der Ort liegt an der Deutschen Uhrenstraße. Sehenswert in diesem Zusammenhang sind

  • Steinerne Sonnenuhr am Heilig-Kreuz-Münster
  • Sonnenuhr auf Wappenscheibe Zit im Saal des alten Rathauses
  • Sonnenuhr am Stadtarchiv in der Engelgasse 13
  • Salinenuhr im Salinenmuseum (Turmuhr aus dem 18. Jahrhundert)
Der Hochturm

Der mittelalterliche Stadtkern von Rottweil wird von den Bewohnern besonders gepflegt. In der Umgebung gibt es in dieser Größenordnung keine weitere Stadt mit einem vergleichbar erhaltenen Stadtbild. Typisch für Rottweil sind die traufständigen Bürgerhäuser mit ihren zahlreichen Erkern. An Sakralbauten prägen das Heilig-Kreuz-Münster, die Kapellenkirche mit dem berühmten Turm, die Predigerkirche und die Lorenzkapelle die Silhouette. Weitere Kapellenbauten schmückten einst zusätzlich das Stadtbild. Von der Stadtbefestigung blieben Teile der Befestigung, der Hochturm, der Pulverturm, Reste des Predigerturms und das innerstädtische Schwarze Tor, ursprünglich das Waldtor, erhalten. Auch die Hochbrücke darf als Teil der Stadtbefestigung gesehen werden. Beim 54 Meter hohen Hochturm handelt es sich um ein staufisches Buckelquaderturm mit spätgotischen Aufbauten. Er diente der Stadt als Gefängnis und wurde ebenso als Wachturm benutzt.[5]

Abgegangen sind dagegen das Hochbrücktor, das Autor am Ende der unteren Hauptstraße, das Flöttlinstor und das Neutor mit Rotem Turm im Waldtorort, dem Viertel oberhalb des Schwarzen Tors. Das Hochbrücktor[6] und das Flöttlinstor[7] wurden im Jahr 1824 abgebrochen. Mehlsack und Johanniterturm gingen bereits im Dreißigjährigen Krieg ab und wurden wie die Au- und Hochbrücktor-Vorstadt in dieser Zeit zerstört und geschleift. Der Johanniterturm war Teil der Johanniterkommende Rottweil. Im Jahre 1643 wurde eben die Kommende schwer beschädigt[8]. Auch diese Vorstädte waren befestigt und mit Toren und Türmen versehen.

Kleindenkmale zieren zusätzlich das Straßenbild. Neben dem Marktbrunnen entstanden im Verlauf der vergangenen Jahrzehnten erneut nach altem Vorbild der Christopherusbrunnen, der Grafenbrunnen, der Salzbrunnen und zahlreiche weitere Kleinbrunnen. Weitere wichtige Brunnen warten noch auf ihre Rekonstruktion, so unter anderem der Rösslebrunnen, der Kapuzinerbrunnen und der ursprüngliche Spitalbrunnen.

Fasnet[Bearbeiten]

Rottweiler Biß
Masken der Rottweiler Fasnet 2007

Über die Region hinaus bekannt ist die alte Freie Reichsstadt für ihre Fasnet, die auf eine jahrhundertealte Geschichte zurückblicken kann und zu den prächtigsten der schwäbisch-alemannischen Fasnet gehört. Jedes Jahr gehen beim Rottweiler Narrensprung am Fasnetsmontag und Fasnetsdienstag 3.000 Narren durch das Schwarze Tor „d’Stadt nab“, und 20.000 Zuschauer verfolgen im mittelalterlichen Stadtkern das bunte Treiben. Gemeinsam mit den Zünften aus Elzach, Oberndorf und Überlingen bildet die Narrenzunft Rottweil den Viererbund. Der Rottweiler Narrenmarsch wurde im Jahre 1882 von Heinrich von Besele komponiert. Später schrieb Otto Wolf den Text zum Narrenmarsch. Neben dem Narrenmarsch hört man während des Umzugs auch immer wieder den „Altjägermarsch“, den „Marsch der Freiwilligen Jäger“ aus den Befreiungskriegen von 1813–1815.

Bauwerke[Bearbeiten]

Profanbauten[Bearbeiten]

Das Schwarze Tor in Rottweil

Das Schwarze Tor, ein Teil der 1230 errichteten staufischen Befestigung, gilt als Wahrzeichen der Stadt.

Weitere bedeutende Bauwerke sind der Hochturm, ein staufischer 54 Meter hoher Buckelquaderturm aus dem 13. Jahrhundert, das Alte Rathaus, ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert, die Hochbrücke über den tiefen Stadtgraben und die ehemalige Pulverfabrik Rottweil (Neckartal). Daneben gibt es zahlreiche alte Wohnhäuser in der Stadt.

Die Burgruine Bernburg, eine mittelalterliche Burgruine, befindet sich am nördlichen Stadtrand von Rottweil.

Das 1975 stillgelegte Gebäude des Kraftwerks Rottweil mit den 75 Meter hohen Schornsteinen am Eingang des Gewerbeparks Neckartal ist ein Industriedenkmal. Davor stand der Bau vom Anfang des 20. Jahrhunderts lange leer. Die Architektur von Paul Bonatz – der auch den Stuttgarter Hauptbahnhof entworfen hat – war dem Zerfall überlassen. Ein neues Konzept brachte um das Jahr 2000 den Wandel, nicht (?) für das Kraftwerk: Eine Mischung aus sanierten Gebäuden, Ruinen und Baustellen prägt das Bild, im Kraftwerk finden seitdem Partys und Kulturveranstaltungen statt.[9]

ThyssenKrupp Elevator plant, im Industriegebiet Berner Feld einen 235 Meter hohen Turm zu errichten, für Test- und Entwicklung von Aufzügen.[10]

Sakralbauten[Bearbeiten]

Die katholische Hauptkirche der Stadt ist das Münster Heilig Kreuz. Es wurde wohl im 12. Jahrhundert errichtet. Die Kapellenkirche (Mariä Himmelfahrt) erhielt ihren Namen nach der Stelle, an der eine Wallfahrtskapelle mit einer schon lange versiegten Heilquelle für Augenleiden stand. Den Hochaltar schuf der Nürnberger Bildhauer Johann Konrad Krausser.

Die Predigerkirche, die ehemalige Dominikaner-Klosterkirche, die im 13. Jahrhundert erbaut und 1753 umgestaltet wurde, ist seit 1818 evangelische Stadtkirche Rottweils.

Weitere Kirchen sind die Ruhe-Christi-Kirche, 1710 bis 1715 als städtische Votivkirche nach dem spanischen Erbfolgekrieg errichtet, und die Pfarrkirche St. Pelagius in der Altstadt, die älteste Pfarrkirche der ganzen Gegend, die bereits im 11. Jahrhundert errichtet wurde. Die ehemalige Friedhofskirche St. Lorenz ist seit Jahrzehnten als Lorenzkapelle Museum. Das ehemalige Zisterzienserinnen-Reichsstift Rottenmünster ist heute ein Krankenhaus. Das ehemalige Spital zum Hl. Geist ist ein Altenheim.

In den Stadtteilen gibt es folgende Kirchen:

  • Katholische Kirche St. Michael in Feckenhausen, erbaut 1871, nachdem die Vorgängerkirche abgebrannt war.
  • Katholische Kirche St. Xaver in Göllsdorf, erbaut 1952 bis 1955. Die alte Kirche war bereits 1726 als Filialkirche von Rottweil-Altstadt erbaut worden.
  • Katholische Kirche Unserer Lieben Frau in Hausen ob Rottweil, erbaut 1857/1858 anstelle einer alten Kapelle.
  • Katholische Pfarrkirche St. Dionysius in Neufra, erbaut 1813, doch gab es wohl früher auch eine Kirche. Eine Kapelle an der Straße nach Aixheim wurde im 19. Jahrhundert abgebrochen.
  • Katholische Kirche St. Peter und Paul in Neukirch, erbaut 1737.
  • Katholische Kirche St. Nikolaus in Zepfenhan, erbaut 1953, doch gab es bereits 1789 eine Kirche, deren Vorgängerbau schon 1684 genannt wird.

Museen[Bearbeiten]

Stadtmuseum Rottweil mit Rottweiler-Denkmal im Vordergrund
  • Dominikanermuseum Rottweil
  • Stadtmuseum Rottweil
  • Puppen- und Spielzeugmuseum
  • Kunstsammlung Lorenzkapelle
  • Salinenmuseum Unteres Bohrhaus
  • Skulpturenpark Erich Hauser

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Ferienzauber
  • Jazzfest
  • Klassikfestival Sommersprossen
  • Saukirbe (alle zwei Jahre im Stadtteil Göllsdorf)
  • Stadtfest (seit 2003 alle zwei Jahre)
  • Weihnachtsmarkt

Verkehr[Bearbeiten]

Eisenbahnverkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Rottweil

Rottweil ist ein wichtiger regionaler Eisenbahnknoten, an dem heute zwei, bis 1971 drei Eisenbahnstrecken aufeinandertrafen. Heute ist Rottweil Intercity-Halt und Umsteigebahnhof. Die wichtigste Bahnstrecke ist für Rottweil dabei die Gäubahn Stuttgart–Singen. Hier verkehrt die IC-Linie von Zürich nach Stuttgart zweistündlich mit Halt in Rottweil. Zusätzlich verkehren stündlich Regionalexpress-Züge auf der Gäubahn Richtung Stuttgart bzw. im Zwei-Stunden-Takt Richtung Singen. In Rottweil trifft außerdem die Bahnstrecke Rottweil–Villingen auf die Gäubahn. Hier verkehren unter anderem Regionalexpress-Züge von Rottweil über Villingen bis Neustadt (Schwarzwald). Die ehemalige Bahnstrecke Balingen–Rottweil ist von Balingen bis Schömberg in Betrieb, aber im Landkreis Rottweil teilweise abgebaut. Seit Einführung des Ringzugs hat sich der Nahverkehrsanschluss von Rottweil Richtung Süden wesentlich verbessert. Es wurden neue Haltepunkte in Rottweil-Neufra, Rottweil-Göllsdorf sowie in Rottweil-Saline geschaffen. Rottweil ist in den Verkehrsverbund Rottweil eingegliedert.

Siehe auch: Bahnhof Rottweil

Busverkehr[Bearbeiten]

In Rottweil verkehren 13 Stadtbuslinien die von der Stadtbus Rottweil GmbH eigenwirtschaftlich betrieben werden. Diese verbinden die Innenstadt mit den Außenbezirken sowie allen Stadtteilen.[11]

Von Rottweil aus verkehren Regionalbuslinien unter anderem nach Balingen, Oberndorf (Neckar) und Schramberg.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Mit dem Auto erreicht man Rottweil über die Bodenseeautobahn 81 Stuttgart–Singen, Ausfahrt Rottweil. Die Stadt liegt an der Bundesstraße 27 zwischen Schaffhausen und Stuttgart, an der B 14, welche von Stockach am Bodensee über Tuttlingen nach Rottweil und weiter über Horb am Neckar nach Stuttgart führt, und an der B 462 von Rottweil durch den Schwarzwald nach Freudenstadt und Rastatt.

Fahrradverkehr[Bearbeiten]

Rottweil liegt am Neckartal-Radweg entlang des Neckars über Horb, Tübingen, Stuttgart, Heilbronn und Heidelberg nach Mannheim.

Luftverkehr[Bearbeiten]

In der benachbarten Ortschaft Zepfenhan (ca. 12 km) befindet sich der kleine Flugplatz Rottweil-Zepfenhan, der von Kleinflugzeugen angeflogen werden kann.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gerichte, Behörden und Einrichtungen[Bearbeiten]

Rottweil ist Sitz des Landkreises Rottweil in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg. Ferner gibt es hier ein Finanzamt, eine Agentur für Arbeit, eine Polizeidirektion samt Polizeirevier und Kriminalpolizei, ein Notariat und ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Rottweil gehört.

Die Stadt ist auch Sitz des Dekanatverbands Rottweil-Oberndorf des Bistums Rottenburg-Stuttgart, dem die beiden Dekanate Rottweil und Oberndorf angehören.

Medien[Bearbeiten]

Über das lokale Geschehen in Rottweil berichten als Tageszeitung der Schwarzwälder Bote, der Stadtanzeiger, online sowie einmal wöchentlich in der Printausgabe die Neue Rottweiler Zeitung und der im Landkreis beheimatete Lokalsender Radio Neckarburg.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Rottweil hat je ein Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung für Grund- und Hauptschule und für Gymnasien. Ferner besteht das Bischöfliche Konvikt mit Studienheim und die Bildungsakademie Rottweil der Handwerkskammer Konstanz.

An allgemeinbildenden Schulen hat die Stadt drei Gymnasien (Albertus-Magnus-Gymnasium, Droste-Hülshoff-Gymnasium, Leibniz-Gymnasium), eine Realschule, eine Förderschule (Achert-Schule), drei Grundschulen (Eichendorff-Grundschule, Grundschule Neufra und Grundschule Neukirch) sowie vier Grund- und Hauptschulen (GHS Göllsdorf, Johanniter-Grund- und Hauptschule, Konrad-Witz-Grund- und Hauptschule und Römer-Grund- und Hauptschule).

Der Landkreis Rottweil ist Schulträger der Gewerbeschule (unter anderem mit Technischem Gymnasium), der Kaufmännischen und Hauswirtschaftlichen Schule (unter anderem mit Wirtschaftsgymnasium und Biotechnologischem Gymnasium), der Gustav-Werner-Schule für entwicklungsbehinderte Kinder und Jugendliche und der Krankenpflegeschule am Kreiskrankenhaus Rottweil.

Die private Maximilian-Kolbe-Grund- und Hauptschule im Ortsteil Hausen, die Fachschule für Sozialpädagogik, die Krankenpflegeschule am Vinzenz-von-Paul-Hospital und der Ökumenische Schulkindergarten für Geistigbehinderte runden das schulische Angebot in Rottweil ab. Darüber hinaus gibt es eine Volkshochschule und eine Musikschule.

Hund Rottweiler[Bearbeiten]

Rottweiler-Denkmal in der Rottweiler Innenstadt

Der Name Rottweil ist Namensgeber der Hunderasse Rottweiler, der in der Region rund um die Stadt als Metzgershund diente. Da in Rottweil jedoch auch ehemals ein großer Viehmarkt war und der „Rottweiler“ auch als Vieh-Hirtenhund Verwendung fand, wird auch vermutet, dass er daher seinen Namen erhielt. Der Name „Rottweiler“ wurde wohl zuerst außerhalb der Stadt verwendet. Dies lag daran, dass diese Hunderasse die typische Begleitung der Viehherden aus Rottweil war.[12]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Die Stadt Rottweil hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

  • Edwin Glückher, Stadtschultheiß
  • Monsignore Karl Ochs, Münsterpfarrer
  • Ulrich Regelmann, Oberbürgermeister
  • Erich Hauser (1930–2004), Bildhauer

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Friedrich von Alberti (1795–1878), Geologe; lebte und wirkte lange Zeit in Rottweil.
  • Erhard Eppler (* 1926), Bundesminister a.D., 1976–1982 Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Rottweil.
  • Erich Hauser (1930–2004), Bildhauer, Lithograph und Radierer; lebte seit 1970 in Rottweil.
  • Bruno Heck (1917–1989), Bundesminister und Generalsekretär der CDU; war Schüler und später Lehrer in Rottweil
  • Kurt Georg Kiesinger (1904–1988), Bundeskanzler 1966–1969; besuchte das Lehrerseminar in Rottweil
  • Dieter Kleinmann (* 1953 in Stuttgart), FDP-Politiker
  • Luan Krasniqi (* 1971), Boxer kosovo-albanischer Herkunft; lebt in Rottweil-Bühlingen
  • Robert Kudielka (* 1945), Kunstwissenschaftler; ging in Rottweil zur Schule
  • Horst Lettenmayer, Schauspieler (Augen und Beine des Tatort-Vorspanns)
  • Egbert-Hans Müller (* 1929 Bunzlau/Schlesien), Schriftsteller (Pseudonym Reinhard Gröper) besuchte 1943-1945 die Oberschule in Rottweil
  • Hans Helmut Prinzler (* 1938), Filmhistoriker; ging in Rottweil zur Schule
  • Klaus-Dieter Sieloff (1942–2011), Fußball-Nationalspieler, 1954–1959 FV 08 Rottweil
  • Werner Spies (* 1937), Kunstkritiker, ehemaliger Direktor des Pariser Centre Beaubourg; ging in Rottweil zur Schule
  • Augustin Steinhäuser (1781–1849), Abgeordneter in den Landständen, Bürgermeister und Oberamtmann in Rottweil
  • Bernd Tauber (* 1950 in Göppingen), Schauspieler (u.a. in Lindenstraße und Das Boot) am Zimmertheater Rottweil.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eintrag zu Rottweil in Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl. 1888–1889, Bd. 13, S. 1005.
  • Württembergisches Städtebuch; Band IV Teilband Baden-Württemberg Band 2 aus Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte – Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1961

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikivoyage: Rottweil – Reiseführer
 Wikisource: Rottweil – Quellen und Volltexte
 Commons: Rottweil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Vgl. Setzen, Sechs! – Schulgeschichten aus Deutschland (1/3). Verlorene Kindheit. Dokumentarfilm von Dora Heinze im Auftrag des SWR. Deutsche Erstausstrahlung am 8. Dezember 2005
  3. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd. I. Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 73
  4. Staatsanzeiger Nr. 13 vom 9. April 2009, Seite 10
  5. Hochturm Rottweil
  6. Rottweiler Bilder – Die Hochbrücke
  7. Rottweiler Bilder – Die Flöttlinstorstraße
  8. Johanniterkommende Rottweil – Geschichte
  9. jak: Andere Industriedenkmäler in der Region. Kraftwerk in Rottweil. In: Südkurier vom 12. November 2010
  10. http://www.aufzugsturm-rottweil.de/
  11. http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.rottweil-im-stadtbus-kuenftig-hauser-am-steuer.c5ea1316-c00f-4b6a-b4dc-ffd4fbb268cc.html
  12. Stadt Rottweil – Der Rottweiler Hund