Argentobelbrücke

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Koordinaten: 47° 38′ 30″ N, 10° 1′ 40″ O

w1f1

Argentobelbrücke
Argentobelbrücke
Argentobelbrücke über Oberer Argen
Überführt

Staatsstraße 1318

Unterführt

Obere Argen

Ort Grünenbach, Maierhöfen
Konstruktion Bogenbrücke
Gesamtlänge 230 m
Breite 14 m
Längste Stützweite 150 m
Höhe 56 m
Baubeginn 1983
Fertigstellung 1986
Planer BUNG, Heidelberg

Die Argentobelbrücke ist ein 230 Meter langes Brückenbauwerk der bayerischen Staatsstraße 1318 zwischen den Gemeinden Grünenbach und Maierhöfen im Landkreis Lindau (Bodensee). Sie überspannt in einer Höhe von maximal 56 Metern mit zwölf Feldern die Obere Argen.

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Bau der Argentobelbrücke wurde erstmals in Deutschland ein einfacheres und schnelleres Verfahren zum Bau von Bogenbrücken[1] eingesetzt: Die Brücke wurde von einer Arbeitsgemeinschaft im sogenannten „Bogenklappverfahren“ mit deutlich weniger aufwendigen Rüstungsarbeiten hergestellt. Die wesentliche Neuerung des neuen Verfahrens: der Bogen wurde in zwei Hälften errichtet, und zwar aufrecht stehend wie ein Brückenpfeiler. Die Brücke wurde mit einer durchgehend aufgeständerten Fahrbahntafel ausgeführt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Argentobelbrücke wurde 1905–1907 als damals höchste Brücke Bayerns durch die MAN als Pendelpfeilerbrücke in Stahlfachwerk-Konstruktion ausgeführt.[2][3] Sie bedeutete eine wesentliche Verbesserung der Verbindung zwischen Grünenbach und Maierhöfen sowie nach dem württembergischen Isny. 1945 planten die Nationalsozialisten die Sprengung der Brücke, um das Vorrücken der amerikanischen Truppen zu verzögern. Die schon angebrachten Sprengsätze wurden von Bürgern der angrenzenden Gemeinden entfernt und somit wurde die Sprengung verhindert. In den folgenden Jahrzehnten war die Brücke, mit rund 5 Metern Fahrbahnbreite, dem stetig steigenden Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen. Nach der Fertigstellung der neuen Brücke im Jahr 1986 wurde die alte abgerissen. Ein Modell der alten Brücke kann beim Infopavillon des Eistobels und des gleichnamigen Naturschutzgebiets besichtigt werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Riccardo Morandi hatte einen Vorläufer dieses Verfahrens bei der Ponte Morandi (1953–1955) in der Toscana eingesetzt und es bei der nachfolgenden Paul Sauer Bridge in Südafrika zu dem inzwischen vor allem in China verbreiteten Verfahren weiterentwickelt (Leonardo Fernández Troyano: Bridge Engineering. A Global Perspective. Colegio de Ingenieros de Caminos, Canales y Puentes, Thomas Telford 2003, ISBN 0-7277-3215-3, S. 339).
  2. Brücke über den Argentobel bei Grünenbach (Bayern). In: Zentralblatt der Bauverwaltung, 27. Jahrgang 1907, Nr. 25 (vom 23. März 1907), S. 178. (Digitalisat; PDF mit 2,4 MB)
  3. Straßenbrücke über den Argentobel bei Grünenbach in Bayern. In: Deutsche Bauzeitung, 41. Jahrgang 1907, Nr. 26 (vom 30. März 1907), S. 179.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]