Isny im Allgäu

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Isny ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zu der Familie Quadt-Wykradt-Isny siehe Quadt und Quadt-Wykradt-Isny.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Isny im Allgäu
Isny im Allgäu
Deutschlandkarte, Position der Stadt Isny im Allgäu hervorgehoben
Koordinaten: 47° 42′ N, 10° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Ravensburg
Höhe: 704 m ü. NHN
Fläche: 85,37 km2
Einwohner: 13.602 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 159 Einwohner je km2
Postleitzahl: 88316
Vorwahl: 07562
Kfz-Kennzeichen: RV
Gemeindeschlüssel: 08 4 36 049
Adresse der
Stadtverwaltung:
Wassertorstraße 3
88316 Isny im Allgäu
Webpräsenz: stadt.isny.de
Bürgermeister: Rainer Magenreuter (parteilos)
Lage der Stadt Isny im Allgäu im Landkreis Ravensburg
Bayern Bodenseekreis Landkreis Biberach Landkreis Sigmaringen Achberg Aichstetten Aitrach Altshausen Amtzell Argenbühl Aulendorf Bad Waldsee Bad Wurzach Baienfurt Baindt Berg (Schussental) Bergatreute Bodnegg Boms Boms Ebenweiler Ebersbach-Musbach Eichstegen Eichstegen Fleischwangen Fronreute Grünkraut Guggenhausen Guggenhausen Guggenhausen Guggenhausen Horgenzell Hoßkirch Isny im Allgäu Kißlegg Königseggwald Königseggwald Leutkirch im Allgäu Ravensburg Riedhausen Schlier (Gemeinde) Unterwaldhausen Vogt (Gemeinde) Waldburg (Württemberg) Wangen im Allgäu Weingarten (Württemberg) Wilhelmsdorf (Württemberg) Wolfegg Wolpertswende BodenseeKarte
Über dieses Bild
Isny im Allgäu von Südwesten mit Adelegg
Isny, 1631, vor dem Brand von 1631

Die Stadt Isny ist ein heilklimatischer Kurort im Landkreis Ravensburg im württembergischen Allgäu. Die ehemalige freie Reichsstadt liegt an der Landesgrenze Baden-Württembergs zu Bayern und an der Hauptroute der Oberschwäbischen Barockstraße.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Osten der Gemeinde liegt die Adelegg, ein waldreicher Mittelgebirgszug, der als Nordausläufer der Allgäuer Alpen weit in das Alpenvorland reicht und mit dem Schwarzen Grat (1118 m) die höchste Erhebung im Regierungsbezirk Tübingen aufweist.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit einem Jahresniederschlag von 1.600 mm zählt Isny zu den niederschlagsreichsten 2 % der Messstellen des Deutschen Wetterdienstes. Die erhöhte Niederschlagsmenge wird durch die besondere geographische Lage verursacht. Der Ort liegt auf 704 m in der westlichen Hauptwetterrichtung, vor der bis auf 1118 m ansteigenden Adelegg. Isny hat daher häufig Stauwetterlagen und kurze, heftige Steigungsregen. Der Ort weist auch ein weitgehend nebelfreies Reizklima auf. Trotz der hohen Niederschlagsmenge gilt Isny mit 320 Sonnentagen pro Jahr als einer der sonnenreichsten Orte Deutschlands.

Der trockenste Monat ist der Oktober, am meisten regnet es im Juni. Im niederschlagreichsten Monat fällt rund 1,7-mal mehr Regen als im trockensten Monat. Isny gehört zu den 6 % der Messstellen mit den stärksten monatlichen Niederschlagsschwankungen.


Monatsmittelwerte für Isny, 1961 bis 1990
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) −2,5 −1,1 2,0 6,1 10,9 14,1 16,1 15,3 12,3 7,6 2,1 −1,6 Ø 6,8
Niederschlag (mm) 114,1 102,3 104,9 132,1 151,6 175,5 169,6 170,1 128,5 100,6 126,4 124,1 Σ 1.599,8
Sonnenstunden (h/d) 2,1 3,0 4,2 4,8 5,9 6,3 7,3 6,6 5,7 4,4 2,4 2,0 Ø 4,6
T
e
m
p
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r
a
t
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r
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
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d
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s
c
h
l
a
g
114,1
102,3
104,9
132,1
151,6
175,5
169,6
170,1
128,5
100,6
126,4
124,1
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: DWD Klimadaten Deutschland[2]

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtgebiet Isny sind (Stand: 1. Mai 2010) das Vogelschutzgebiet Bodenmöser, acht Naturschutzgebiete (u. a. Badsee, Hengelesweiher, Bodenmöser, Taufach- und Fetzachmoos mit Urseen), vier Landschaftsschutzgebiete (u. a. Badsee), ein Schonwald und 27 Naturdenkmale ausgewiesen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leutkirch im Allgäu
Argenbühl Nachbargemeinden Buchenberg
Gestratz Maierhöfen Weitnau

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtgebiet Isnys besteht aus der Kernstadt und den im Rahmen der Gemeindereform 1972 eingegliederten ehemaligen Gemeinden Beuren, Großholzleute, Neutrauchburg und Rohrdorf.

Die eingegliederten Gemeinden sind zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, das heißt, sie haben jeweils einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl neu zu wählenden Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden. In jeder der Ortschaften gibt es eine Ortsverwaltung, deren Leiter der Ortsvorsteher ist.

Zu allen Stadtteilen und zur Kernstadt gehören noch viele räumlich getrennte Wohnplätze mit eigenen Namen, die oft wenige Einwohner haben und Wohngebiete, deren Bezeichnungen sich im Laufe der Bebauung ergeben haben und deren Grenzen meist nicht genau festgelegt sind. Im Einzelnen sind dies:

Teilort Einwohner[3] Wohnplätze
Kernstadt 9.500 (2011) Ortsteile/Weiler: Isny-Vorstadt (bis 1911 selbstständige Gemeinde), Adelegg, Blockwiesen, Eisenbach, Lukasreutehof, Spitalhof;
Wohnplätze: Kapellenbauer, Schneebauer, Spilz, Wegmann, Halder, Krummen, Armenhaus, Tobel, Herrenberg, Bergmann, Gollenhof, Langenhalder, Maushardsberg, Ölberwald;
Beuren 900 (2011) Weiler: Allmisried, Gumpeltshofen, Halden, Hedrazhofen, Hollenmoos, Lengertshofen, Michlebaindt, Oberspießwengen, Sommersbach, Stockach, Unterspießwengen und Winnis;
Wohnplätze: Butscher, Gaisau, Greut, Hesler, Kirchmann, Lettelesmühle, Maxbauer, Mayer, Netzer, Neumössingen, Nußmann, Öhler, Prinzen, Sinzen, Sommersbacher Mühle, Stockacher Hof und Unger;
Großholzleute 1.400 (2011) Weiler: Anger, Anwanden, Argen, Bolsternang, Burkwang, Dürrenbach, Kleinholzleute, Moos, Rain, Rothenbach, Schließlang, Simmerberg, Wehrlang, Wolfbühl;
Wohnplätze: Altweg, Blasenberg, Deschenacker, Endberg, Gaistopf. Grätte, Haidlingshof, THäuflingshof, Hengelesmühle, MühleHofacker, Niederacker, Osterösch, Riedhof, Riedacker, Thoracker, Ueberruh, Weidenhalden;
Neutrauchburg 500 (?) Weiler: Achen, Boden, Dengeltshofen, Dornweid, Gründels, Haubach, Menelzhofen, Neuhaus, Ratzenhofen, Schweinebach, Unterried, Zell;
Wohnplätze: Maler, Au, Fuchsbauer, Bauers, Halden, Wies, Knollenhof, Langen, Menelzhoferberg, Oberweiher, Staig, Unterweiher, Wächters, Burg, Furtenwies, Lochter, Schleifertobel, Waidach, Ziegelstadel;
Rohrdorf 700 (2011) Weiler: Aigeltshofen, Haslach, Rangenhalden, Rengers, Schwenden;
Wohnplätze: Halden, Langenwaid, Leprosenhaus, Lurer, Rangen, Schwarzen;

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Isny um 1918

Auf einem Moränenhügel beim Weiler Burkwang unweit der Argen befand sich in spätrömischer Zeit das Kastell Vemania. Archäologen gehen davon aus, dass es unter Kaiser Probus (276 bis 282) angelegt worden war, um den Donau-Iller-Rhein-Limes und die dazugehörige Römerstraße zwischen Bregenz und Kempten zu sichern. Germanen haben es offenbar mehrfach überfallen, ehe die 200 Reiter starke Truppe um das Jahr 401 nach Italien abgezogen wurde.[4]

Das heutige Isny wurde um das Jahr 1043 vom Grafen von Altshausen-Veringen gegründet. 1096 wurde die Kirche den Mönchen des Klosters Hirsau zur Gründung des Klosters St. Georg übergeben; dieses Datum stellt auch die erste urkundliche Erwähnung dar. Um das Kloster herum entstand eine Siedlung, die bereits Ende des 12. Jahrhunderts das Marktrecht erhielt. 1281 verlieh König Rudolf von Habsburg auf Betreiben seines engen Vertrauten Heinrich von Isny dem Ort das Lindauer Stadtrecht.[5]

1284 fielen Stadt und Kloster einem Brand zum Opfer. 1365 erkauften sich die Isnyer die Rechte einer Freien Reichsstadt von ihrem Vogtherrn, dem Truchsessen von Waldburg. 1376 beteiligte sich die Stadt an der Gründung des Schwäbischen Städtebundes. 1401 brannte es erneut in Isny. 1507 erhielt die Stadt das Münzrecht.

Isny vor und nach dem Großbrand von 1631, Kupferstich von Merian, um 1650

Im Jahr 1631 zerstörte ein Großbrand um die 380 Gebäude, auch die beiden Kirchen und das Kloster. Wie viele andere Städte auch litt Isny unter den Wirren des Dreißigjährigen Kriegs.

1802 wurde die Reichsstadt mediatisiert und kam zunächst an die Reichsgrafen von Quadt, 1806 kam Isny zum Königreich Württemberg, wo es kurzfristig Sitz eines eigenen Oberamtes wurde. Aber bereits 1810 kam die Stadt zum Oberamt Wangen. Die Bevölkerung favorisierte eine Eingliederung zu Österreich oder alternativ nach Bayern. Durch die Angliederung an das Königreich Württemberg und das damit verbundene Abschneiden der traditionellen Wirtschaftsbeziehungen wurde die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt über viele Jahre hinweg gehemmt.

Am 15. August 1874 erhielt Isny mit der Eröffnung der Bahnstrecke Leutkirch–Isny seinen ersten Eisenbahnanschluss.

Am 1. Juli 1972 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Beuren, Großholzleute, Neutrauchburg und Rohrdorf eingemeindet.[6]

Ehemalige Gemeindewappen:

Mit der Auflösung des Landkreises Wangen 1973 fiel Isny an den Landkreis Ravensburg. Den Namensbestandteil im Allgäu führt die Stadt seit dem 31. Oktober 1973.[7]

→ Geschichtsteil des Artikels Liste der Kulturdenkmale in Isny im Allgäu

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Isny war eines der Zentren der Reformation im Allgäu und wurde 1529 protestantisch. Hier arbeiteten die Reformatoren Ambrosius Blarer und Paul Fagius, letzterer gab hier dem jüdischen Dichter und Grammatiker Elijah Levita einige beachtliche Druckwerke in Auftrag. Die Stadt gehörte zu den Vertretern der protestantischen Minderheit (Protestation) am Reichstag zu Speyer. Ihre Bürgerschaft forderte die ungehinderte Ausbreitung des evangelischen Glaubens. Bürgermeister Crispinus Riedlein unterzeichnete 1579 für den Rat der Stadt die lutherische Konkordienformel von 1577.[8]

Erst mit der Zugehörigkeit zum Königreich Württemberg 1803 durften wieder Katholiken in die Stadt ziehen. Ab dem Jahr 1889 war vor allem durch Zuzug aus dem katholisch geprägten Umland die Mehrheit der Stadtbewohner katholisch (1139 evangelisch / 1444 katholisch). Letztendlich kamen in der Mitte des 20. Jahrhunderts die konfessionellen Spannungen zur Ruhe – wenngleich auch die Konfessionsgeschichte der Stadt durchaus noch gegenwärtig ist. Gemäß Zensus 2011 waren 60 % der Einwohner von Isny katholisch, 20,4 % evangelisch und 19,6 gehörten einer anderen oder keiner Religionsgemeinschaft an.[9]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl Isny 2014
 %
40
30
20
10
0
29,4 %
36,4 %
34,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-8,4 %p
+4,6 %p
+3,8 %p
Isny, Rathaus

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Gemeinderat gehören 20 Mitglieder an. Nach dem Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 mit einer Wahlbeteiligung von 47,8 % verteilen sich die Stimmen wie nebenstehend und entsprechend die Sitze wie folgt auf die einzelnen Parteien und Listen:[10]

  • CDU – 6 Sitze
  • SPD – 7 Sitze
  • FW0 – 7 Sitze

Vorsitzender des Gemeinderates ist Bürgermeister Rainer Magenreuter.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(seit 1968)

  • Hubert Benk (1968–1985)
  • Christof Eichert (1985–1992)
  • Manfred Behrning (1992–2008)
  • Rainer Magenreuter (seit 2008)
Wandbild in Street (England) mit den Kirchen von Street, Notre-Dame-de-Gravenchon und Isny

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Isny unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Isny liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Eine Besonderheit dieser ehemaligen Reichsstadt ist, dass die Gesamtanlage der Altstadt unter Denkmalschutz steht und dass sie zwei einzigartige Kulturdenkmale aufweist: Die Predigerbücherei (Prädikantenbibliothek) über der Sakristei der Nikolaikirche und den Fayence-Kachelofen im Ratssaal des Rathauses. Beide sind seit ihrer Erstellung unverändert an Ort und Stelle erhalten geblieben.

Sammlungen und Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prädikantenbibliothek Isny
Prädikantenbibliothek
Im gewölbten Raum über der Sakristei der Nikolaikirche befindet sich eine in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts eingerichtete Predigerbücherei, die in Einrichtung und Bestand fast originalgetreu erhalten ist und als „bibliothekarisches Gesamtdenkmal“ gilt.
Die Prädikantenbibliothek enthält 70 Handschriften, darunter das Isnyer Graduale von ca. 1200, 171 Inkunabeln und etwa 2400 Druckwerke des 16. bis 18. Jahrhunderts, darunter Schriften der Reformatoren Luther und Melanchthon, das Straßburger Gesangbuch (1541) und den Weltatlas des Amsterdamer Kartographen Abraham Ortelius (1640–1650).[11] Die Bibliothek wurde von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg zum Denkmal des Monats Juni 2007“ ernannt.
Museum am Mühlturm
Museum zur Stadtgeschichte mit Spezialausstellungen zum Flachsanbau und zur Weberei sowie zur Münzgeschichte der Stadt. Eine besondere Attraktion ist die Münzwerkstatt, in der Besucher auf Wunsch selbst eine Erinnerungsmünze prägen können.
Wassertormuseum
Ausstellungen zur Feuerwehrgeschichte, zum Wintersport in Isny, komplett eingerichtete historische Schuhmacherwerkstatt und Türmerwohnung.
Städtische Galerie im Schloss
Die Städtische Galerie im Schloss zeigt eine ständige Ausstellung von Werken des Malers Friedrich Hechelmann sowie wechselnde Sonderausstellungen. Außerdem wird eine Sammlung von Nachbildungen hellenistischer Skulpturen gezeigt.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nikolaikirche neben dem Wassertorturm
St. Nikolaus, sogenannte Nikolaikirche
Diese dreischiffige Pfeilerbasilika wurde ursprünglich 1288 erbaut, im 15. Jahrhundert restauriert und nach dem großen Brand 1631 wieder neu ausgebaut. Sie besitzt einen spätgotischen Chor mit Sternrippengewölbe. Eine Besonderheit stellt die original erhaltene Predigerbücherei („Prädikantenbibliothek“) dar, die 1200 Bände einschließlich 70 Handschriften, 171 Wiegendrucke, 104 vorreformatorische Altdrucke und 340 Reformationsdrucke umfasst.[12]
Kirche St. Georg und Jakobus
Ehemalige Klosterkirche im Rokoko- und Barockstil. Ursprünglich erbaut im 11./12. Jahrhundert. Nach dem großen Brand 1631 neu erbaut. Die Innenraumgestaltung war erst im 18. Jahrhundert fertiggestellt. Die Kirche enthält heute wertvolle Deckenfresken und Altäre. Ein Seiteneingang führt in die Marienkapelle.
Blick zum Chor der Marienkapelle
Marienkapelle

Diese Kapelle war bis 1803 den Mönchen des Benediktinerklosters St. Georg vorbehalten. Nach dem Brand von 1631 wurde sie 1645 wiederhergestellt. Der hochgotische Grundriss lässt auf eine Entstehung im 14. Jahrhundert schließen. Die im Altaraufbau sitzende Mutter Gottes entstammt dem 15. Jahrhundert. Sehenswert sind die über dem Chor angebrachten Bildnisse der 48 Äbte des Isnyer Klosters.

Katholische Stadtpfarrkirche St. Maria
Dieses erst rund 110 Jahre alte Gotteshaus ist die Kirche der Ende des 19. Jahrhunderts neu gegründeten katholischen Pfarrei Isny (Kemptener Straße 5). 1888 war die zweite Stadtpfarrei St. Maria auf dem Gebiet der ehemaligen Reichsstadt errichtet worden, da es Spannungen zwischen den alteingesessen Katholiken der ehemaligen Klosterpfarrei und den „Stadtkatholiken“ gab. Die Kirche ist auch ein geschütztes Kulturdenkmal.
Rathaus
Eine Verbindung von drei ehemaligen Patrizierhäusern mit Bausubstanz aus dem 15. Jahrhundert. Von 1682 bis 1687 um- und ausgebaut im frühbarocken Stil. Das Knorpelschnitzwerk auf den Türblättern, die Holzkassettendecken in den Erkersälen und vor allem der Winterthurer Fayence-Kachelofen sind sehenswert.
Diebsturm
Ein in die Stadtmauer integrierter Turm, der 1402 erstmals urkundlich erwähnt wird. Der Name „Diebsturm“ leitet sich aus der Tatsache ab, dass der Turm früher zwei Gefängnisse beinhaltete. Bemerkenswert ist, dass der Diebsturm als einziger der Isnyer Mauertürme aus Kalktuffsteinen erbaut wurde. Der Stadtmauerabschnitt zwischen Diebsturm und dem 1865 abgerissenen Bergtor war durch eine vorgelagerte, schwächere Wehrmauer zusätzlich geschützt, da sich in diesem Bereich der unterirdische Zulauf des Stadtbaches befindet. Diese Wehrmauer ist noch fast vollständig erhalten. Mit dem Abbruchmateriel des Bergtors wurde der davor befindliche und ein Teil des weiter nach Osten verlaufenden Stadtgrabens aufgefüllt.
Appretur
An der Westseite des Diebsturmes schließt die sogenannte Appretur an. Das langstreckte Gebäude wurde früher zur Veredelung der Leinwand benutzt. Es wurde der Stadtmauer vorgebaut. Am obersten Stockwerk befinden sich noch die Holzgerüste, die zum Aufhängen und Trocknen der Leinwandbahnen dienten. Heute dient das Gebäude als Wohnhaus.
Mühlturm
Dieser Turm ist neben dem Museum am Mühlturm gelegen. Er schützte den Auslauf des Stadtbaches zum Stadtgraben.
Blaserturm
Unmittelbar am Marktplatz befindet sich der Blaserturm, welcher baulich mit dem Hallgebäude – dem früheren Tuchhaus – verbunden ist. Der Turm diente zu früheren Zeiten als „Hochwacht“, d. h. oben hielt ein Wächter Tag und Nacht Ausschau nach ausgebrochenem Feuer bzw. herannahenden Feinden. Bei Gefahr blies er ein Signalhorn – daher der Name Blaserturm. Der markante achteckige Turmaufsatz beinhaltet die Glockenstube. Direkt unter der Zwiebelhaube befindet sich die alte Wächterstube.
Espantor
Ein Torturm, der vermutlich im 13. Jahrhundert mit der Stadtummauerung gebaut wurde. Das Gebäude trägt die Jahreszahl 1467. Eine Besonderheit des Turmes ist sein asymmetrischer Grundriss. Dies hat zur Folge, dass von einem bestimmten Standort aus alle vier Ecken des Turmes zu sehen sind. Der Name Espan bezeichnet ein freies, nicht eingezäuntes Stück Weideland, das der Gemeinde gehört. Im Torturm ist die „Städtische Galerie im Turm“ untergebracht, in der Kunst aus der Region ausgestellt wird.
Kapelle St. Josef
Die Kapelle ist ein barocker Rundbau mit vorgesetztem Eingangsturm. Einige Malereien stammen von Franz Anton Dick. Die Kapelle steht in der sogenannten Viehweide, einer bäuerlichen Vorstadt an der östlichen Peripherie der Altstadt.
Abtshaus mit Städtischer Galerie
Pulverturm
Der ehemalige Torturm ist Teil der südöstlichen Stadtbefestigung und eigentlich zum Klosterbezirk gehörig. Der einfache Feldsteinbau wurde im Zuge der ersten Stadtbefestigung im 13. Jahrhundert errichtet und gilt als ältester Wehrturm der Stadt. Er ist als solcher kaum noch zu erkennen, da er teilweise abgetragen wurde und der untere Teil durch Anfüllung des umgebenden Geländes verdeckt wird. Ein Teil des ursprünglichen Torbogens ist aber noch sichtbar.
Schloss, früher Reichsabtei St. Georg
Das Kloster St. Georg war eine im Jahr 1096 gegründete Benediktinerabtei und bestand als Reichsabtei bis zur Säkularisation. 1803 fielen das Kloster St. Georg und die Stadt Isny an Graf Otto Wilhelm von Quadt-Wykradt. Die Klosteranlage diente danach als gräfliches Schloss. Nach dem Verkauf an die Stadt Stuttgart 1942 wurde die Anlage bis 1996 als geriatrische Klinik und Pflegeheim genutzt. Seit 2010 ist im ehemaligen Abtshaus die „Städtische Galerie im Schloss“ untergebracht.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Steuerzahlerbrunnen
Neidhammelbrunnen
Eine Menschenfigur mit Hammelkopf, die immer wieder das Glück der Anderen bespuckt.
Die umstrittenen Brunnenfiguren wurden nach einem Disput vor der Realschule in Isny von den Brüdern Immler errichtet. Die Brüder Karl und Jakob Immler sind in Isny geboren und haben sich als Immobilieninvestoren einen Namen gemacht. Geschaffen wurde diese Gruppe 1999 von Leo Wirth.[13][14]
Steuerzahlerbrunnen
Dieser Brunnen wurde ebenfalls von den Brüdern Immler errichtet. Ausgeführt wurde er 2001 durch Leo Wirth. Wirth schuf schon 1996 eine Figurengruppe Beamter und Ziege, welche dieses Thema aufgreift.[15] Dargestellt ist symbolisch der Steuerzahler durch die Kuh, welche durch den Beamten gemolken wird. Die Milch entläuft jedoch durch die löchrigen Milchkrüge und wird am Boden von einer Katze aufgeleckt. So ist diese sprichwörtlich „für die Katz“, während der Rest „den Bach nab geht“ und in einem kleinen Bachlauf entfließt.[16]
Vemania
Ein ehemaliges spätrömisches Reiterkastell des Donau-Iller-Rhein-Limes im Ortsteil Kleinhaslach.
Hasenbergschanze
Skisprungschanze Hasenbergschanze am Hasenberg.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Stallhex“ der Isnyer Narrenzunft „Lachende Kuh“
  • Fasnet, Februar/März
  • Kinderfest, immer am zweiten Juli-Wochenende
  • Isny Opernfestival, Mitte Juni[17]
  • Theaterfestival Isny, Anfang August
  • Schwarzer Grat-Berglauf, Mitte Juni (ab 2012 am 30. September, da durch die Aufnahme des Mountainbikerennens der Schutz der Brutzeiten geschützter Vogelarten nicht weiter gewährleistet ist.[18])

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Isny sind viele kleine und mittelständische Unternehmen ansässig. So befindet sich hier die Zentrale der Waldburg-Zeil Kliniken. Die zum Hymer-Konzern aus Bad Waldsee gehörende Dethleffs GmbH stellt Wohnwagen und Wohnmobile in Isny her. Das für seine Vorhangsschienen bekannte Unternehmen Gardinia Home Decor hat ebenfalls in Isny seinen Stammsitz.

Die Blaser-Holding besteht aus verschiedenen Unternehmen mit Sitzen in Isny. Jagdwaffen, Büchsen und Flinten stellt das Unternehmen Blaser Jagdwaffen GmbH her. Als Tochtergesellschaft ist der Waffenhersteller J. P. Sauer & Sohn weltweit bekannt, besonders durch die Fertigung der Waffen vom Typ SIG Sauer. Weitere Tochtergesellschaft ist die Mauser Jagdwaffen GmbH.

Das Unternehmen Walcker Offsetdruck GmbH mit Sitz in Isny nimmt eine bedeutende Rolle im Bereich der Drucktechnik, z.B. bei Prospekten ein. Die Früchte Jork GmbH ist ein wachstumsstarkes familiengeführtes Großhandels- und Dienstleistungsunternehmen für Obst, Gemüse und weitere Nahrungsmittel. Die Wittner GmbH & Co. KG ist ebenfalls ein Familienunternehmen und Weltmarktführer für Metronome. Die Motan Colortronic GmbH, deren Muttergesellschaft ihren Sitz in Konstanz hat, ist in der Kunststoffbranche führend im material handling.

Die Brüder Karl und Jakob Immler sind Immobilieninvestoren und verwalten Ihre Immobilien mit Hilfe der Gebrüder Immler Treuhand KG in Isny. Darüber betreiben die Gebrüder Immler in der Stadt u.a. durch die Immler-Großfamilienstiftung Wohnungsbau. Vergleichbar mit der gesamten Region Westallgäu, sind die Preise für Wohneigentum und Mieten in den vergangenen Jahren stark angestiegen.[20]

Die Firma Edelrid ist ein deutscher Hersteller von Kletter- und Bergsportausrüstung (Persönliche Schutzausrüstung) mit Firmensitz in Isny.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist mit einigen Buslinien u. a. mit Leutkirch im Allgäu, Wangen im Allgäu und Kempten (Allgäu) verbunden und gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an. Früher bestanden Eisenbahnverbindungen nach Kempten (Isny-Bähnle) und Leutkirch, von denen die Verbindung nach Kempten – einstmals die Normalspurbahn mit dem höchstgelegenen Punkt in Deutschland – als letzte 1984 stillgelegt wurde.

Isny liegt direkt an der Bundesstraße 12, die Lindau mit Kempten verbindet. Wegen des hohen Durchgangsverkehrs auf dieser Straße erhielt die Stadt eine Ortsumfahrung, die am 23. Juli 2009 eröffnet wurde. Durch den Lückenschluss der A 96 besteht die kürzeste Autobahnanbindung von Isny im 15 km entfernten Dettishofen bei Kißlegg. Zudem sind über die B 12 gen Osten die Bundesautobahnen 980 und 7 bei Kempten zu erreichen.

In Isny beginnt der Allgäu-Radweg.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Isny ist Träger einer Grundschule in der Kernstadt sowie von Grundschulen in Beuren, Neutrauchburg und Rohrdorf. Außerdem gibt es eine Hauptschule mit Werkrealschule, eine Realschule (gegründet 1998) und ein Gymnasium. Die drei weiterführenden Schulen befinden sich in der Kernstadt. Die Eduard-Schlegel-Schule als staatliche Förderschule und eine private Schule für Erziehungshilfe im Evangelischen Kinder- und Jugenddorf Siloah runden das allgemeinbildende Schulangebot ab. Für die jüngsten Einwohner gibt es zudem zwölf Kindergärten, die teils in kirchlicher und teils in kommunaler Trägerschaft stehen. Ein Kindergarten wird vom DRK betrieben.

Eine Außenstelle der Wirtschaftsschule Wangen in Trägerschaft des Landkreises Ravensburg ist baulich im Gymnasium Isny integriert.

Die private Naturwissenschaftlich-Technische Akademie Isny (nta) ist ein Berufskolleg und eine Fachhochschule für die Fachrichtungen Physik, Chemie und Informatik. Diese kam 1950 als „Chemieschule Prof. Dr. Grübler“ nach Isny.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstige Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • August Friedrich Pauly: Beschreibung des Oberamts Wangen. Cotta, Stuttgart/Tübingen 1841, ISBN 3-7644-0015-3, Kapitel B 13 Gemeinde Isny, Stadt (Volltext bei Wikisource).
  • Immanuel Kammerer: Die Reformation in Isny 1531. Stadt- u. Landbote, Isny 1931.
  • Karl Friedrich Eisele: Isny im Allgäu in alten Ansichten. Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1986, ISBN 90-288-3444-3.
  • Karl Friedrich Eisele: Isny im Allgäu. Ein Führer durch die Stadt und ihre Geschichte. Stadt Isny, Isny 1992.
  • Helmut Schmid: Die mittelalterliche Predigerbücherei der Nikolaikirche zu Isny. Kleinode, Band 7. Kreissparkasse Ravensburg, Ravensburg 2000.
  • Sylvia Greiffenhagen, Gesa Ingendahl: Isny im 19. und 20. Jahrhundert. Stadt Isny, Isny 2003, ISBN 3-00-012529-9.
  • Hubert Krins: 800 Jahre Stadt Isny. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 1. Jahrgang 1972, Heft 3, S. 31–36 (PDF).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Isny im Allgäu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Isny im Allgäu – Reiseführer
 Wikisource: Isny im Allgäu – Quellen und Volltexte zur Stadtgeschichte
 Wiktionary: Isny – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. [1] Deutscher Wetterdienst
  3. Stand: Dezember 2011
  4. http://homepages.uni-tuebingen.de/peter.rempis/aalen/sqhm/martin/martinus.htm
  5. Vgl. Hans-Eugen Specker: Die Geschichte der Reichsstädte im Überblick. In: Handbuch der baden-württembergischen Geschichte, Band 2: Die Territorien im Alten Reich, hrsg. von Meinrad Schaab. Klett-Cotta, Stuttgart 1995, S. 649–661, hier S. 651; Karl Friedrich Eisele: Isny, ebenda S. 685–687.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 536.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 547.
  8. Vgl. BSLK, S. 766; vgl. S. 17.
  9. https://ergebnisse.zensus2011.de/#dynTable:statUnit=PERSON;absRel=PROZENT;ags=084360049049;agsAxis=X;yAxis=RELIGION_AUSF
  10. Website Isny, Wahlen 2014, abgerufen am 5. August 2014
  11. isny-evangelisch.de; Abbildungen aus der Sammlung auch bei Wikimedia Commons
  12. Homepage der Kirchengemeinde: Die Prädikantenbibliothek, gesehen 2. Mai 2011.
  13. http://www.myheimat.de/augsburg/kultur/neidhammelbrunnen-in-isny-d13426.html
  14. http://www.bildhauer-leo-wirth.de/neidhammel.html
  15. Zu Leo Wirth und seinem Schaffen http://bildhauer-leo-wirth.de/index1.html
  16. http://www.badische-seiten.de/isny/steuerzahler-brunnen.php
  17. Website des Isny Opernfestivals mit Rückblick auf alle vergangenen Produktionen
  18. http://www.schwaebische.de/region/allgaeu/isny/stadtnachrichten-isny_artikel,-Schwarzer-Grat-Laufist-erst-im-September-_arid,5243224.html
  19. Hauptversammlung in Isny im Allgäu vom 6. bis 8. Juni 1997 in Blätter des Schwäbischen Albvereins Heft 5/1997, S. 137
  20. Immobilienmarkt im Westallgäu 2015