Arnold Diestel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Arnold Diestel, 1905
Stein Arnold Diestel, Friedhof Ohlsdorf

Arnold Friedrich Georg Diestel (* 2. März 1857 in Valparaíso, Chile; † 3. Januar 1924 in Hamburg) war ein Hamburger Senator und Bürgermeister.

Der Vater von Arnold Diestel, Georg Ludwig Friedrich Diestel (1817–1907), war Kaufmann und hannoveranischer Konsul in Chile, seine Mutter war Marie Sophie Stresow (1828–1916) und Ernst Diestel war sein Bruder. Die Familie kehrte 1858 nach Hamburg zurück. Diestel verlebte seine Schulzeit in Hamburg und studierte Rechtswissenschaften in Freiburg und Berlin. Er promovierte nicht, da er ein Richterkarriere anstrebte und wurde am 7. Juli 1879 in Hamburg als Advokat zugelassen.[1] Er wurde noch im selben Jahr wieder ausgeschrieben und trat in des Referendariat ein. Nach Abschluss des Referendariates[1] 1883 wurde Diestel in den Dienst der Hamburger Verwaltung aufgenommen, in der er unter Johannes Versmann arbeitete. Diestel promovierte während dieser Zeit. Versmann protegierte ihn, so dass er 1891 ständiger Hilfsarbeiter des Gesamtsenates und am 5. Juni 1895 Senatssekretär wurde. Am 21. April 1899 wurde Diestel Senatssyndicus, er war vor allem unter Johann Georg Mönckeberg in der Finanzdeputation tätig (→ Hamburger Senat 1861–1919). Nach Mönckebergs Tod am 27. März 1908 wurde Diestel am 6. April 1908 zum Senator gewählt, und er wurde Leiter der Finanzdeputation.

Nach der Wahl der ersten freien und demokratisch gewählten Bürgerschaft am 16. März 1919 wurde Diestel, der den Liberalen um die Deutsche Demokratische Partei nahestand, ohne Parteimitglied zu sein, im neuen Senat unter Werner von Melle und Otto Stolten wiedergewählt (→ Hamburger Senat 1919–1933). Nach dem Rücktritt von Gustav Sthamer am 13. Februar 1920 wurde Diestel am 14. Februar 1920 zum Ersten Bürgermeister gewählt. Diestel widmete sich vor allem Finanz- und Verwaltungsfragen. Jedoch starb Diestel am 3. Januar 1924 in seinem 67. Lebensjahr im Amt.

Nach Arnold Diestel ist die Diestelstraße in Hamburg-Wohldorf-Ohlstedt und der Diestelkai im Hamburger Hafen benannt.

Diestel war seit 1877 Mitglied des Corps Hasso-Borussia Freiburg.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gerrit Schmidt: Die Geschichte der Hamburgischen Anwaltschaft von 1815 bis 1879, Hamburg 1989, ISBN 3-923725-17-5, S. 376
  2. Kösener Corpslisten 1930, 32, 16