Peter Tschentscher

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Peter Tschentscher, 2011

Peter Tschentscher (* 20. Januar 1966 in Bremen) ist ein deutscher Arzt und Politiker (SPD) und seit dem 28. März 2018 Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg. Er folgte Olaf Scholz im Amt nach.

Von März 2011 bis März 2018 war er Finanzsenator der Senate Scholz I und II.[1]

Herkunft, beruflicher Werdegang und Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tschentscher wurde als zweiter von vier Söhnen des Holzkaufmanns Wolfgang Tschentscher und der Schneidermeisterin Helga Tschentscher, geborene Schnitger, in Bremen geboren. 1985 legte er sein Abitur am Gymnasium Eversten in Oldenburg ab und machte anschließend seinen Zivildienst im Rettungsdienst in Wittmund (Ostfriesland). Es folgte ein Studium der Humanmedizin und Aufbaustudium der Molekularbiologie an der Universität Hamburg. 1990 wurde Tschentscher in die Friedrich-Ebert-Stiftung aufgenommen. 1994 schloss er sein Studium mit einem Staatsexamen in Medizin ab, 1995 wurde er mit einer Arbeit zur „Immunchemischen Unterscheidung hochhomologer Proteinstrukturen am Beispiel der Schwangerschaft-spezifischen Glykoproteine“ zum Doktor der Medizin promoviert.

Von 1994 bis 2006 arbeitete er als Assistenzarzt in den Bereichen Laboratoriumsmedizin, Innere Medizin, Transfusionsmedizin und Medizinische Mikrobiologie. 2003 erhielt er die Anerkennung als Klinischer Chemiker und 2006 als Facharzt für Laboratoriumsmedizin. Am 14. November 2008 hielt er seine Antrittsvorlesung zum Privatdozenten am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Peter Tschentscher ist verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partei- und Kommunalpolitiker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tschentscher ist seit 1989 Mitglied der SPD und seit 2007 Vorsitzender des SPD-Kreisverbandes Hamburg-Nord, einer seiner Vorgänger dort war Helmut Schmidt.[2] Von 1991 bis 2008 war er Mitglied der Bezirksversammlung Hamburg-Nord und ab 1999 Vorsitzender der SPD-Fraktion. Dort saß er unter anderem im Haushalts- und Wirtschaftsausschuss sowie im Jugendhilfeausschuss.

Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft (2008 bis 2011)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2008 zog er bei der Bürgerschaftswahl über die Landesliste der SPD in die Hamburgische Bürgerschaft ein. Innerhalb der Bürgerschaft war er Mitglied im Haushaltsausschuss und war Fachsprecher für Haushaltsfragen seiner Fraktion. Zudem war er einer der drei stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden.

Am 12. Mai 2010 wurde Tschentscher als Vorsitzender des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses „Elbphilharmonie“ eingesetzt und gab dazu seine Mitgliedschaft im Untersuchungsausschuss HSH-Nordbank auf.[3]

Finanzsenator (2011 bis 2018)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 23. März 2011 wurde er zum Finanzsenator der Freien und Hansestadt Hamburg ernannt und von der Bürgerschaft bestätigt (Senat Scholz I).[4] Sein Bürgerschaftsmandat ruhte seitdem gemäß Artikel 39 der Verfassung der Freien und Hansestadt Hamburg. Auch im Senat Scholz II blieb er als Senator und Präses der Finanzbehörde im Amt.

Erster Bürgermeister (seit 28. März 2018)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2018 wurde bekannt, dass Tschentscher die Nachfolge des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz antritt, der als Bundesfinanzminister ins Kabinett Merkel IV wechselte.[5] Er wurde am 28. März 2018 mit 71 von 121 Stimmen durch die Hamburgische Bürgerschaft gewählt.[6]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Tschentscher: Immunchemische Unterscheidung hochhomologer Proteinstrukturen am Beispiel der Schwangerschaft-spezifischen Glykoproteine, Dissertation, Hamburg,1994

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Peter Tschentscher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. NDR: Jetzt live: Hamburg hat einen neuen Bürgermeister. Abgerufen am 28. März 2018.
  2. Andreas Dey: Peter Tschentscher: Der Aufklärer. (abendblatt.de [abgerufen am 19. April 2018]).
  3. dpa/lno: Elbphilharmonie-Ausschuss nimmt Arbeit auf. In: Die Welt. 12. Mai 2010, abgerufen am 15. Mai 2010.
  4. Meldung auf NDR 90.3 am 23. März 2011.
  5. Marco Carini und Katja Kutter: Der Einwechselspieler. In: taz nord vom 10. März 2018, S. 44.
  6. Tschentscher zum neuen Bürgermeister gewählt, Artikel auf faz.net vom 28. März 2018, abgerufen am 18. März 2018.