Hans-Ulrich Klose

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Dieser Artikel beschreibt den SPD-Politiker Hans-Ulrich Klose. Für den gleichnamigen nordrhein-westfälischen CDU-Politiker, siehe Hans-Ulrich Klose (CDU).
Hans-Ulrich Klose, 2013

Hans-Ulrich Klose (* 14. Juni 1937 in Breslau) ist ein deutscher Politiker der SPD. Er war von 1974 bis 1981 Erster Bürgermeister (Hamburg).

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klose kam 1947 nach Bielefeld. Während seiner Schulzeit (1954) besuchte er die High School in Clinton (Iowa). Nach dem Abitur 1957 am Ratsgymnasium Bielefeld studierte Klose ab 1959 Rechtswissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Universität Hamburg. Er schloss es 1961 mit dem Ersten Staatsexamen ab und bestand 1965 die Assessorprüfung. Es folgte von 1965 bis 1970 eine Tätigkeit als Jugendstaatsanwalt. Später war er bis 1972 Regierungsdirektor in Hamburg.

Als Angehöriger eines weißen Jahrgangs leistete er freiwillig fünf Monate Wehrdienst bei der Panzergrenadierbrigade 17 in Hamburg. Er wurde zum Leutnant der Reserve befördert. Er hat vier Kinder.

Seit seinem Ausscheiden aus dem Bundestag im Jahr 2013 arbeitet Klose als Senior Advisor der Robert Bosch Stiftung.[1]

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1964 trat Klose in die SPD ein, als deren Bundesschatzmeister er von 1987 bis 1991 fungierte.

Von 1994 bis 1997 war er Bundesvorsitzender der AG60plus.

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans-Ulrich Klose (1978)
Hans-Ulrich Klose auf SPD-Landesparteitag 1981 mit seiner ersten Ehefrau Elke

Bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg 1970 wurde er in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt. 1972/73 war er Fraktionsvorsitzender der SPD. Vom 10. Oktober 1973 bis 25. Mai 1981 ruhte sein Mandat wegen der Zugehörigkeit zum Senat. Mit der Mandatsniederlegung am 11. März 1983 schied Klose aus der Bürgerschaft aus.

Von der Bundestagswahl 1983 bis 2013 war Klose Mitglied des Deutschen Bundestages. Dort wurde er nach dem Rücktritt von Hans-Jochen Vogel am 12. November 1991 zum Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion gewählt. Nach der Bundestagswahl 1994 gab er dieses Amt an den damaligen SPD-Bundesvorsitzenden Rudolf Scharping ab, der 1994 auch Kanzlerkandidat gewesen war. Klose war stattdessen von 1994 bis 1998 Vizepräsident des Deutschen Bundestages.

1998 wurde Klose dann zunächst Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses. Von 2002 bis 2013 war er dessen stellvertretender Vorsitzender und seit Januar 2003 auch Vorsitzender der Deutsch-Amerikanischen Parlamentariergruppe.

Klose ist stets als direkt gewählter Abgeordneter des Bundestagswahlkreises Hamburg-Harburg bzw. seit 2002 des Bundestagswahlkreises Hamburg-Bergedorf – Harburg in den Bundestag eingezogen. Bei der Bundestagswahl 2005 erreichte er hier 51,0 % der Erststimmen. Bei der Bundestagswahl 2009 waren es 39,0 %. Zur Bundestagswahl 2013 trat Klose nicht mehr an.[2]

Öffentliche Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1973 wurde er Hamburger Innensenator unter dem Ersten Bürgermeister Peter Schulz, dem er nur ein Jahr später im Amt nachfolgte. Klose war der jüngste Regierungschef eines Landes der Bundesrepublik Deutschland.

Aufgrund eines Giftmüll-Skandals der Firma Stoltzenberg, Verlusten der öffentlich-kommunalen Hamburger Stadtentwicklungsgesellschaft STEG sowie vor allem infolge des innerparteilichen Konflikts über den Bau des Kernkraftwerks Brokdorf trat Klose am 25. Mai 1981 als Bürgermeister überraschend zurück. Sein Nachfolger wurde Klaus von Dohnanyi. Klose lehnte den Bau des Kernkraftwerks ab, konnte für diese Position auch eine Mehrheit in der Hamburger SPD gewinnen, sie aber dennoch nicht gegen den damaligen SPD-Landesvorsitzenden Werner Staak durchsetzen.

Am 16. März 2010 wurde Klose von Bundesaußenminister Westerwelle zum Koordinator für die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit ernannt.[3] Klose war Nachfolger von Karsten Voigt, der in den Ruhestand ging. Dieses Amt gab er am 31. Januar 2011 aus privaten Gründen auf.[4] Sein Nachfolger wurde Harald Leibrecht.

Klose war Mitglied der Bundeswehr-Strukturkommission.

Gesellschaftliches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klose war von 1986–1989 Vorsitzender des Bundesvereins zur Förderung des Genossenschaftsgedankens e. V.[5] Er ist Mitglied im Exekutivausschuss des Präsidiums der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik,[6] des Beirats der Atlantische Initiative[7] und des Kuratoriums von AFS Interkulturelle Begegnungen e. V., der ältesten deutschen Schüleraustauschorganisation.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland lehnte Klose ab, weil ihm dieses als ehemaligem Hamburger Senator aufgrund eines 1963 zuletzt bekräftigten Beschlusses des Hamburger Senates nicht gestattet war.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Dieter Biallas und Volker Rühe, SPD – CDU – FDP Beiträge zur Grundsatzprogrammatik der politischen Parteien, Verlag Lütcke & Wulff, Landeszentrale für politische Bildung, Hamburg 1974, DNB 740867040; 4. Auflage 1977.
  • Charade (Lyrik), Bouvier, Bonn, 1997
  • Charade zwei (Lyrik), Bouvier, Bonn, 2001
  • Zeit schreiben. Gedichte 1995 bis 2007 (Lyrik), Bouvier, Bonn 2007, ISBN 978-3-416-03202-5.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hans-Ulrich Klose – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Portrait von Hans-Ulrich Klose. Jewish Voice From Germany. 21. Dezember 2014. Abgerufen am 24. März 2015.
  2. Vom Glück, in der Politik zu scheitern. Welt Online. 14. August 2012. Abgerufen am 30. August 2012.
  3. Westerwelle holt Klose ins Auswärtige Amt. politikszene. 23. März 2010. Abgerufen am 30. März 2012.
  4. Deutschlands Amerika-Beauftragter tritt zurück. Spiegel Online. 25. Januar 2011. Abgerufen am 30. März 2012.
  5. 20 Jahre Engagement für eine demokratische Wirtschaftsform (PDF; 2,7 MB) Bundesverein zur Förderung des Genossenschaftsgedankens e.V.. November 2007. Abgerufen am 21. Juli 2012.
  6. Die Gremien der DGAP. Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V.. Abgerufen am 24. August 2012.
  7. Mitglieder & Beirat. Atlantische Initiative. Abgerufen am 24. August 2012.