Arnulf Rating

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Arnulf Rating beim 13. Politischen Aschermittwoch in der Arena-Treptow Berlin am 13. März 2017 (Foto: Ben Kriemann/POP-EYE)
Arnulf Rating beim 13. Politischen Aschermittwoch in der Arena-Treptow Berlin am 1. März 2017 (Foto: Ben Kriemann/POP-EYE)

Arnulf Rating (* 10. Oktober 1951 in Mülheim an der Ruhr, Nordrhein-Westfalen) ist ein deutscher Kabarettist. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 3 Tornados bei einer Hausbesetzung in Wuppertal 1979 (Foto: Walter Hagenow)

Arnulf Rating wuchs in Wuppertal auf und studierte in Münster und Berlin Mathematik und Physik.[1] In Berlin gründete er 1977 zusammen mit Günter Thews Die 3 Tornados, denen er bis zur Auflösung 1990 angehörte.

1990 trat Rating zusammen mit Matthias Beltz, Achim Konejung, Heinrich Pachl und Horst Schroth im Reichspolterabend auf. 1992 folgte in gleicher Besetzung der Reichspolterabend II und 1994 der Reichspolterabend III (Radio- und TV-Aufzeichnungen). Zusammen mit Pachl brachte er 1992 das Programm Wo andere beten heraus.

Seit 1993 ist Arnulf Rating mit Soloprogrammen auf Tournee. Auch wenn er sich gelegentlich für einzelne Nummern verkleidet, ist seine Bühnenpräsenz normalerweise geprägt durch den Auftritt im Anzug mit Aktenkoffer. Dem Koffer entnimmt er während des Programms einen Stapel Zeitungen, meistens die Bild-Zeitung, und kommentiert anhand von besonders markanten Schlagzeilen das aktuelle Zeitgeschehen.

Neben seiner Tätigkeit als Kabarettist ist Arnulf Rating als Organisator zahlreicher Veranstaltungen aktiv.

1980 wirkte er bei der Gründung des Veranstaltungszeltes Tempodrom in Berlin mit, dem er den Namen gab. Das Tempodrom war als Gastspiel- und Versammlungsstätte und als Ort für Revuen einer neuen Crossover-Kultur geplant, einer Verbindung von E- und U-Kultur. Seit 1995 setzte er sich in der „Stiftung Neues Tempodrom“ für ein festes Haus in der Stadtmitte anstelle des vom Regierungsumzug bedrohten Zeltbaus ein. Nach Fertigstellung und Eröffnung des Tempodrom-Festbaus am Anhalter Bahnhof veranstaltete er das Maulhelden Festival in den Jahren 2002, 2003 und 2004 als internationale Festivals der Wortkunst. Seit dieser Zeit werden alle Veranstaltungsaktivitäten vom Arnulf Ratings Maulhelden Büro betreut.

1990 eröffnete das „Quartier Latin Berlin“ an der Potsdamer Straße als erstes Großvarieté nach dem 2. Weltkrieg in Berlin. 1990 startete Rating dort die Reihe „Der Blaue Montag“ als „lebende Stadtrevue“. Ab 2003 fortgeführt im Tempodrom, ab 2005 im Tipi am Kanzleramt und seit 2014 im hierfür speziell umgebauten Kabarett-Theater Die Wühlmäuse. Am 17. Juni 2019 fand dort der 200. Blaue Montag statt. Gäste des Blauen Montag waren u. a. Wiglaf Droste, Georg Schramm, Kay Ray, Cindy aus Marzahn, Dieter Nuhr, Funny van Dannen, Fil, Horst Evers, Pigor & Eichhorn, Rebecca Carrington, H. W. Olm und das GlasBlasSingQuintett.

2004 exportierte er das Prinzip nach Frankfurt/Oder. Hart an der Grenze gibt "Der Blaue Mittwoch" seitdem mehrfach im Jahr im KleistForum mit wachsendem Erfolg einen Einblick in das, was auf Berlin-Brandenburger Bühnen tobt oder im Verborgenen blüht. Die wechselnden Künstler und Musiker lässt Moderator Arnulf Rating für die Show per Bus von Berlin an die Oder fahren.

Seit 2005 organisiert und seit 2009 moderiert Arnulf Rating den Politischen Aschermittwoch Berlin, zu dem er Kabarettkollegen einlädt. Stets hochkarätig besetzt, wirkten in den vergangenen Jahren u. a. Dieter Hildebrandt, Simone Solga, Rainald Grebe, Lisa Fitz, Marc-Uwe Kling, Alfons, Max Uthoff, Urban Priol, Florian Schröder, Anny Hartmann, Serdar Somuncu, Wilfried Schmickler und Georg Schramm mit. 2007 trat er mit Volker Pispers, Matthias Deutschmann, Hagen Rether und Martina Schwarzmann im Kabarett Sampler: 3. Politischer Aschermittwoch Live in der Arena Berlin auf, die gleichnamige CD erschien im selben Jahr. Der Politische Aschermittwoch wird von mehreren ARD-Radiostationen ausgestrahlt, u. a. wird eine kommentierte, fast einstündige Zusammenfassung alljährlich in der Deutschlandfunk-Sendung Querköpfe gesendet.[2]

Arnulf Rating erhielt die wichtigsten deutschen Kabarettpreise und ist regelmäßig in vielen Kabarettsendungen im Deutschen Fernsehen zu sehen.

Er ist seit 2017, der Gründung des Autorenblogs Rubikon, Autor und im Beirat des Mediums.[3]

Soloprogramme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arnulf Rating nach seinem Auftritt im Buchcafé in Bad Hersfeld (September 2010)
  • Perlen der Heimat (1993)
  • Sprechstunde (1995)
  • Out of Bonn (1997)
  • BerlinExpress (1999)
  • Schwester Hedwigs Schwerste Fälle (2000)
  • Knapp daneben (2001)
  • Alles Prima (2003)
  • Reich ins Heim (2005)
  • Schwester Hedwigs allerschwerste Fälle (2007)
  • Aufwärts! (2009)
  • Stresstest Deutschland (2011)
  • Ganz im Glück (2013)
  • Rating akut (2015)
  • Tornado (2017)
  • Jahrespresseschau (2019)
  • ZIRKUS (2020)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 3 Tornados / Grafik von Gerhard Haderer
Die 3 Tornados / Grafik von Gerhard Haderer

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerischer Rundfunk: Arnulf Rating, Kabarettist - Eins zu Eins. Der Talk. Abgerufen am 13. Januar 2020.
  2. Querköpfe. Der 16. Politische Aschermittwoch in Berlin. Aufzeichnung vom 26. Februar 2020 aus dem Theater des Westens. Online auf www.deutschlandfunk.de vom 4. März 2020.
  3. Rubikon: Der Beirat.