Ataa Oko

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Ataa Oko und seine dritte Ehefrau mit einem Sarg in der Form eines Schiffs, um 1960

Ataa Oko Addo (* um 1919; † 9. Dezember 2012 in La, Greater Accra, Ghana) war ein ghanaischer Sarg- und Sänftenbauer und seit 2004 auch ein Künstler des Art Brut.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ataa Oko durfte nie eine Schule besuchen, sondern seine Eltern schickten ihn schon mit 13 Jahren als Fischer aufs Meer, später auf die Kakaoplantagen im Asante-Gebiet. 1936 begann er seine Lehre als Schreiner bei Sowah Obu in Accra. Nach der Ausbildung machte sich Ataa Oko selbständig. Bereits um 1945 begann er seine ersten figürlichen Särge herzustellen. Angeregt hatten ihn dafür die figürlichen Sänften, die bereits um 1930 von den Oberhäuptern der Ga in Accra benutzt wurden. Heute gilt Ataa Oko als einer der Pioniere der ghanaischen Sargkunst. 1951 eröffnete der Meister seine erste Schreinerwerkstatt in La, wo er noch bis im 2006 figürliche Särge herstellte. Danach widmete er sich in Zusammenarbeit und mit der Unterstützung von Regula Tschumi dem Zeichnen. Im Auftrag der Ethnologin malte er zunächst seine einstigen figürlichen Särge und Sänften, später religiöse Rituale, und schließlich seine Träume und Geister, die der Künstler zu sehen glaubte. Ataa Oko malte bis zu seinem Tod im Dezember 2012. Ein Teil seiner wichtigsten Werke befindet sich heute in der Collection de l'Art Brut in Lausanne.

Ataa Oko und Kudjoe Affutu mit Okos rotem Hahnsarg 2009. Foto: Regula Tschumi

Einzel- und Gruppenausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2017/18. Collection de l'Art Brut, Lausanne: 3ème Biennale de l'art brut: Corps.
  • 2017. Galerie ANO in Accra: Accra. Portraits of A City. Eine Ausstellung von Nana Oforiatta Ayim.
  • 2014. MUT Museum der Universität Tübingen: Diesseits-Jenseits-Abseits.
  • 2012/13. MEN Musée d’ethnographie de Neuchâtel: Hors-Champs.
  • 2011/12. Miracles of Africa, Hämeenlinna Art Museum, Hämeenlinna und Oulu Museum of Art, Oma, Finnland.[1]
  • 2011. Sainsbury Centre for Visual Arts, University of East Anglia, Norwich: Ghanaian 'fantasy coffin, Griff Rhys Jones.[2]
  • 2010/11. Collection de l’Art Brut, Lausanne: Ataa Oko et les Esprits, Einzelausstellung.[3]
  • 2006 und 2007/2008. Kunstmuseum Bern und Deutsches Hygienemuseum, Dresden: Six Feet Under: Autopsie unseres Umgangs mit Toten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lucienne Peiry: The Flute of Ataa Oko. In: Outsider Art. Band 3, Shanghai University Press, 2017, S. 22–33, ISBN 978-7-5671-2640-4 (englisch, chinesisch.).
  • Regula Tschumi: Ataa Oko. A glimpse inside the amazing world of Ghanaian funerals and how the carpenter Ataa Oko became an artist. 2017, online magazine Interwoven: the fabric of things.
  • Regula Tschumi: Verborgene Kunst. Die figürlichen Sänften und Särge in Ghana. Edition Till Schaap, Bern 2014, ISBN 978-3-03828-098-9, S. 152–159.
  • Regula Tschumi: The Figurative Palanquins of the Ga. History and Significance. In: African Arts. 46, Nr. 4, 2013, S. 60–73.
  • Musée d’ethnographie de Neuchâtel MEN (Hrsg.): Hors-champs. Ausstellungskatalog. Atelier PréTexte, Neuchâtel 2013 (französisch).
  • Lucienne Peiry (Hrsg.): Collection de l’Art Brut, Lausanne. Skira Flammarion 2012, S. 26–27, 164.
  • Collection de l’Art Brut (Hrsg.): Ataa Oko. Ausstellungskatalog. Infolio, Gollion 2010 (französisch).
  • Regula Tschumi: Die letzte Ehre kommt zuerst. Ghanaische Bestattungsrituale und figürliche Särge. In: Kunstmuseum Bern (Hrsg.): Six Feet Under. Autopsie unseres Umgangs mit Toten. Ausst.-Katalog. Kerber, Bielefeld / Leipzig 2006, S. 114–125.
  • Regula Tschumi: Die vergrabenen Schätze der Ga. Sarg-Kunst aus Ghana. Benteli 2006, S. 126–161. (englisch: 2014 The buried treasures of the Ga: Coffin art in Ghana. Edition Till Schaap, Bern, ISBN 978-3-03828-016-3, S. 130–167).

Film, Videopräsentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2010. Ataa Oko et les esprits. Philippe Lespinasse, Regula Tschumi, Andress Alvarez. Lausanne/Le Tourne, Parti de l’Art Brut/ LoKomotiv Films, 20 Minuten, (französisch, englische Untertitel).
  • 2009. Sépulture sur mesure, Philippe Lespinasse, Grand Angle Production. Foto and video archives Regula Tschumi (französisch).
  • 2006–07. Videopräsentationen: Der Altmeister Ataa Oko bei der Herstellung des Hennensarges und Die vergrabenen Schätze der Ga. Filmische Impressionen in der Ausstellung „Six Feet Under“ im Kunstmuseum Bern und im Deutschen Hygienemuseum Dresden sowie im Forum Théâtre-Meyrin bei Genf.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ataa Oko – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. @1@2Vorlage:Toter Link/www.mycelium-fr.com(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: Miracles of Africa) mycelium-fr.com.
  2. An Audience with Griff Rhys Jones and his Ghanaian ‘fantasy coffin’ at the Sainsbury Centre for Visual Arts icenipost.com.
  3. Ataa Oko artbrut.ch.