Auricuprid

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Auricuprid
Auricupride-133536.jpg
Auricuprid aus Zolotaya Gora, Karabasch, Russland
Allgemeines und Klassifikation
Andere Namen
Chemische Formel Cu3Au (auch AuCu3[1])
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Elemente – Metalle und intermetallische Verbindungen
System-Nr. nach Strunz
und nach Dana
1.AA.10a (8. Auflage: I/A.01)
01.01.02.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse; Symbol kubisch-hexakisoktaedrisch; 4/m 3 2/m
Raumgruppe Pm3m (Nr. 221)Vorlage:Raumgruppe/221
Gitterparameter a = 3,75 Å[2]
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 3 bis 3,5[3]
Dichte (g/cm3) gemessen: 11,5; berechnet: [13,77][4]
Spaltbarkeit fehlt[3]
Farbe bronzegelb, kupferrot[3]
Strichfarbe kupferrot[3]
Transparenz opak
Glanz starker Metallglanz

Auricuprid, auch Goldcuprid oder Cuproaurit, ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Elemente (einschließlich natürliche Legierungen, intermetallische Verbindungen, Carbide, Nitride, Phosphide und Silicide)“ mit der chemischen Zusammensetzung Cu3Au und ist damit chemisch gesehen eine natürliche Legierung aus Kupfer und Gold mit dem Stoffmengenverhältnis von 3 : 1.

Auricuprid kristallisiert im kubischen Kristallsystem und bildet massive, am Rand sehr dünne, flache Aggregate bis etwa 100 μm Größe von bronzegelber bis kupferroter Farbe. Im Auflichtmikroskopie erscheint das Mineral rosaviolett.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals entdeckt wurde Auricuprid in der Gold-Lagerstätte Zlatoya Gora bei Karabasch in der russischen Oblast Tscheljabinsk im südlichen Ural und beschrieben 1950 durch Paul Ramdohr.

Benannt ist das Mineral nach den lateinischen Bezeichnungen für die beteiligten Elemente aurum für Gold und cuprum für Kupfer.

Klassifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in der veralteten, aber noch gebräuchlichen 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Auricuprid zur Mineralklasse der „Elemente“ und dort zur Abteilung der „Metalle und intermetallischen Legierungen (ohne Halbmetalle)“, wo er zusammen mit Anyuiit, Bogdanovit, Gold, Hunchunit, Kupfer, Novodneprit, Silber, Tetra-Auricuprid und Yuanjiangit die „Kupfer-Reihe“ mit der System-Nr. I/A.01 bildete.

Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) verwendete 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Auricuprid ebenfalls in die Abteilung der „Metalle und intermetallischen Verbindungen“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach den in der Verbindung vorherrschenden Metallen, die entsprechend ihrer verwandten Eigenschaften in Metallfamilien eingeteilt wurden. Auricuprid ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Kupfer-Cupalit-Familie“ zu finden ist, wo es als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 1.AA.10a bildet.

Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Auricuprid in die Klasse und dort in die gleichnamige Abteilung der „Elemente“ ein. Hier ist er zusammen mit Tetra-Auricuprid und Yuanjiangit in der „Auricupridgruppe“ mit der System-Nr. 01.01.02 innerhalb der Unterabteilung „Elemente: Metallische Elemente außer der Platingruppe“ zu finden.

Kristallstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aurocuprid kristallisiert im kubischen Kristallsystem mit der Raumgruppe Pm3m (Raumgruppen-Nr. 221)Vorlage:Raumgruppe/221. Der Wert des Gitterparameters a beträgt 3,75 Å.

Modifikationen und Varietäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auricuprid bildet zwei Varietäten, den Argentocuproaurid und den Rozhkovit. Argentocuproaurid enthält zusätzlich zu Gold und Kupfer noch Silber.[5] Die platinhaltige Varietät Rozhkovit galt bis zu ihrer Diskreditierung durch die IMA im Jahr 2006 als eigenständiges Mineral.[6]

Bildung und Fundorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auricuprid bildet sich bei niedrigen Temperaturen durch Ordnung und Entmischung von Kupfer-Gold-Legierungen in Serpentiniten, wo er unter anderem in Paragenese mit Gold, Kupfer und anderen Gold-Kupfer-Legierungen auftritt.

Als seltene Mineralbildung konnte Auricuprid nur an wenigen Fundorten nachgewiesen werden, wobei weltweit bisher (Stand 2018) rund 20 Fundorte[7] dokumentiert sind.

Neben seiner Typlokalität Zlatoya Gora im Ural konnte Auricuprid in Russland noch im Kondjor-Massiv in der Region Chabarowsk und im Aldanhochland in der Republik Sacha sowie bei Pawlowsk nahe dem Chankasee in der Region Primorje im Föderationskreis Ferner Osten, in der Kupfer-Nickel-Lagerstätte Talnach nahe Norilsk in der Region Ostsibirien und auf der Insel Alexandraland in Nordwestrussland.

Der bisher einzige bekannte Fundort in der Schweiz ist Weierfeld im Bezirk Rheinfelden (Kanton Aargau).[8]

Weitere bisher bekannte Fundorte sind Cajoncillo nahe Alemanía in der argentinischen Provinz Salta, am Wilson River auf der australischen Insel Tasmanien, die Kupfer- und Edelmetall-Lagerstätte El Indio in der Provinz Elqui (Región de Coquimbo) in Chile, das Gebiet um Korydallos im Pindosgebirge in der griechischen Region Epirus, Novodneprovsk auf dem Gebiet Aqmola in Kasachstan, Jidoştiţa im Kreis Mehedinți und Valea lui Stan im Kreis Vâlcea in Rumänien, Borovec bei Štěpánov nad Svratkou in der tschechischen Region Mähren, der Tagebau Sandsloot in der Provinz Limpopo und die Platin-Eisen-Magnesium-Lagerstätte Mooihoek (Mooihoek Farm) in der Provinz Mpumalanga in Südafrika sowie Pefkos im Bezirk Limassol und Laksia im Bezirk Nikosia auf Zypern.[8]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Fleischer, Louis J. Cabri, Ernest H. Nickel, Adolf Pabst: New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band 62, 1977, S. 593–600 (minsocam.org [PDF; 890 kB; abgerufen am 19. Februar 2018] Rozhkovite = palladian cuproauride).
  • Aurocupride. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy.org [PDF; 59 kB; abgerufen am 19. Februar 2018]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Auricupride – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Paul Ramdohr: Die Erzmineralien und ihre Verwachsungen. 4., bearbeitete und erweiterte Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1975, S. 363–365.
  2. Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 35.
  3. a b c d Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. 6. vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2014, ISBN 978-3-921656-80-8.
  4. Aurocupride. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy.org [PDF; 59 kB; abgerufen am 19. Februar 2018]).
  5. Mindat – Argentocuproaurid
  6. Mindat – Rozhkovit
  7. Mindat – Anzahl der Fundorte für Auricuprid
  8. a b Fundortliste für Auricuprid beim Mineralienatlas und bei Mindat