Axel Köhler (Sänger)

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Axel Köhler (* 1960 in Schwarzenberg/Erzgeb.) ist ein deutscher Regisseur und Opernsänger (Countertenor). Seit 2019 Rektor der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Axel Köhler studierte an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden Violinpädagogik und Gesang. Ab 1984 gehörte er dem Ensemble des Opernhauses in Halle (Saale) an – zunächst als Spielbariton, vor allem als Altus, später auch als Regisseur und Intendant.

1987 debütierte er als Eustazio in der Halleschen Rinaldo-Inszenierung von Peter Konwitschny. Anspruchsvolle Countertenor-Partien folgten, vor allem in etlichen Händel-Opern, die in dessen Geburtsstadt zu den Händelfestspielen aufgeführt wurden. Axel Köhler gastierte bei internationalen Festivals und wurde weltweit zu Konzerten, CD-, Radio- und Opernproduktionen eingeladen. 1995 sang Axel Köhler am Royal Opera House in London in der Uraufführung von Arianna von Alexander Goehr. 1998 übernahm er die Titelpartie in der von den Dresdener Musikfestspielen an der Sächsischen Staatsoper Dresden inszenierten Uraufführung der Oper Farinelli von Siegfried Matthus und gab 2001 den Teufel in Detlev Glanerts komischer Oper Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung bei deren Uraufführung in Halle. 2003 sang er bei den Salzburger Festspielen die Partie des Adschib in der Uraufführung der Oper L’Upupa von Hans Werner Henze, 2005 an der Semperoper Dresden die Partie des Poro in Johann Adolf Hasses Oper Cleofide, 2006 die Titelpartie in Cantor – Die Vermessung des Unendlichen von Ingomar Grünauer, einer Uraufführung am Opernhaus Halle, in der er auch als Bariton und Violinspieler auftrat. Die Bayerische Staatsoper engagierte den Altus für L’incoronazione di Poppea und Rinaldo, die Hamburgische Staatsoper für L’incoronazione di Poppea. Am Opernhaus Halle sang er in Monteverdis L’Orfeo die Partie der La Speranza und den Polinesso in Händels Ariodante, dort trat er 2011 auch als Schwan in Carl Orffs Carmina Burana auf. Als Artemis in Hans Werner Henzes Phaedra war er 2007 bis 2010 in Berlin, Brüssel, Wien, Frankfurt und in London zu erleben.

Als Konzertsänger arbeitete der Countertenor mit renommierten Ensembles der Alten Musik wie Concerto Köln, Musica Antiqua Köln, Lautten Compagney sowie mit Dirigenten wie René Jacobs, Marcus Creed und Howard Arman. Seine Altus-Programme „Falsetto grazioso“ und „Falsetto amoroso“ weisen ihn als Liedinterpreten aus. Seit 2005 singt und spielt er auch in Cabaret-Programmen.

Immer wieder war Köhler als Countertenor in Operetten zu erleben. Allein den Orlofski in Die Fledermaus verkörperte er an der Komischen Oper Berlin, der Staatsoper Hamburg, dem Staatstheater Karlsruhe und an der Oper Halle. 1998 wurde er in dieser Rolle mit dem Ensemble der Staatsoper Wien an die Accademia die Santa Cecilia eingeladen. Die Titelpartie in Orpheus in der Unterwelt gestaltete er singend und geigend an der Komischen Oper Berlin und an der Oper Halle.

Seit 2000 ist Axel Köhler auch als Regisseur tätig. Sein Debüt gab er mit Monteverdis L’Incoronazione di Poppea, 2001 folgte Händels Rodrigo. 2003 wurde Köhlers Inszenierung der Händel-Oper Teseo in Deutschland, der Schweiz und England aufgeführt. Seitdem inszenierte er in München, Schwerin, Augsburg, Bayreuth, Leipzig, Innsbruck, Dresden, Palermo und Graz. Internationale Aufmerksamkeit erregte er mit Schwanda, der Dudelsackpfeifer von Jaromír Weinberger an der Semperoper Dresden – die Zeitschrift Opernwelt wählte die Inszenierung zur Wiederentdeckung des Jahres 2011/2012, 2014 wurde sie ans Teatro Massimo Palermo übertragen und wurde letztmals 2017 in den Dresden aufgeführt. Viel Zuspruch gab es 2013 für Georges Bizets Carmen sowie für seine Inszenierungen der Intermezzo-Reihe an der Semperoper. An der Oper Halle zeigte er 2012 eine moderne und auf die Stadt Halle zugeschnittene Inszenierung der Operette Die Fledermaus von Johann Strauss und 2014 mit der halbszenischen Einrichtung von Richard StraussArabella. Köhlers Inszenierung von Carl M. von Webers Der Freischütz an der Semperoper Dresden 2015 wurde mit dem Bachtrack Award 2015 als „Beste Inszenierung“ ausgezeichnet, die DVD vom japanischen Record Geijutsu Magazine mit seinem Rekord-Oscar 2016 geehrt. 2017 inszenierte Axel Köhler mit Dr. Jekyll & Mr. Hyde an den Landesbühnen Sachsen sein erstes Schauspiel, gefolgt von Mozarts Die Hochzeit des Figaro an der Staatsoperette Dresden und Carl Zellers Der Vogelhändler bei den Seefestspielen Mörbisch. In 2018 brachte Axel Köhler Richard Heubergers Der Opernball an der Volksoper Wien auf die Bühne, Gioachino Rossinis La Cenerentola am Oldenburgischen Staatstheater, Emmerich Kálmáns Die Csárdásfürstin, den Doppelabend Die schöne Galathée / Gianni Schicchi an der Staatsoperette Dresden und Johann Strauss’ Die Fledermaus an der Deutschen Oper am Rhein. 2019 startete der Regisseur mit Paul Burkhards Das Feuerwerk an der Musikalischen Komödie Leipzig und beendete das Jahr und vorerst auch seine Regietätigkeit mit der Uraufführung des Musicals Der Name der Rose von Gisle Kverndokk/Øystein Wiik bei den diesjährigen Erfurter DomStufen-Festspielen.

Von 2009 bis 2016 war Axel Köhler Künstlerischer Direktor/Intendant der Oper Halle. Ab der Spielzeit 2016/17 bis Ende der Saison 2018/19 gehörte er als Sänger und Regisseur zum Ensemble der Staatsoperette Dresden. Mit Beginn des Studienjahres 2019/20 ist Axel Köhler Rektor der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden: Interview MDR Klassik Gespräch vom 3. September 2019