Bahnhof Schorndorf

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Bahnhof Schorndorf
Schorndorfer Bahnhof.JPG
Bahnhofsgebäude
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 6
Abkürzung TSF
IBNR 8005424
Kategorie 3
Eröffnung 23. Juni 1861
Lage
Stadt/Gemeinde Schorndorf
Land Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Koordinaten 48° 48′ 25″ N, 9° 31′ 35″ OKoordinaten: 48° 48′ 25″ N, 9° 31′ 35″ O
Eisenbahnstrecken

Remsbahn, Wieslauftalbahn

Bahnhöfe in Baden-Württemberg
i16i16i18

Der Bahnhof Schorndorf liegt an der 1861 eröffneten Remsbahn Stuttgart–Aalen (Streckenkilometer 26,4). Er wird im Betriebsstellenverzeichnis unter der Bezeichnung TSF geführt und wird heute von circa 10.000 Reisenden täglich genutzt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof befindet sich unmittelbar am nördlichen Rand der historischen Altstadt der Stadt Schorndorf. Damit liegt er direkt im Zentrum. Östlich neben dem Bahnhof liegt der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB), weiter westlich folgt der ehemalige Güterbahnhof. Direkt auf der anderen Seite der Unterführung, das heißt nördlich des Bahnhofes, befindet sich das Berufsschulzentrum; ebenfalls nördlich liegt die Vorstadt.

Aufbau des Bahnhofes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf die Gleise in Richtung Aalen

Der Bahnhof besteht aus einem 1863 im Stil der Neo-Renaissance errichten Empfangsgebäude und einigen An- bzw. Neubauten.

Er besitzt sechs Gleise, nämlich die Gleise 1–5 sowie im Westen des Bahnhofes Gleis 14. Die Gleise 1–3 und Gleis 5 werden rege genutzt, vom Gleis 14 verkehren nur teilweise S-Bahnen. Ansonsten wird dieses Gleis meist als Abstellgleis für S-Bahn-Züge genutzt. Kommt es beispielsweise wegen Bauarbeiten zu Ausfällen des ersten Gleises, so wird Gleis 14 auch als Ersatzgleis herangezogen.

Gleis 5 dient ausschließlich dem Verkehr der Wieslauftalbahn. Es ist – nach Demontage der östlichen Weichen – nur noch auf der westlichen Bahnhofsseite über eine Weiche mit der Remsbahn verbunden.

Vom vierten Gleis fahren mittags Regionalbahnen nach Schwäbisch Gmünd ab; es wird ebenfalls als Abstellgleis für S-Bahnen beansprucht.

Alle Bahnsteige sind über Rampen bzw. Aufzüge barrierefrei zugänglich.

Im Zuge der Konjunkturprogramme des Bundes wurde das Empfangsgebäude in den Jahren 2009 bis 2010 energetisch saniert. Weiter wurde es unter denkmalschutzrechtlichen Gesichtspunkten äußerlich wieder an den Ursprungszustand angepasst. Zusätzlich wurde auch das Bahnsteigdach am verlängerten Hausbahnsteig saniert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliger Güterbahnhof

Nachdem im Jahr 1850 die Filstalbahn eröffnet wurde, begann im Jahr 1858 der Bau zur Remsbahn. Für den Bereich Schorndorf wurde 1845 ursprünglich geplant, die Trasse südlich der Stadt zu bauen. Der Gemeinderat und der Bürgerausschuss entschieden 1858 allerdings gegen diese Lösung. Anfang des Jahres 1860 erreichte der Bahnbauabschnitt Schorndorf.

Der Eisenbahnbau in Zeiten großes Elends bewahrte auch in Schorndorf viele Menschen vor Hunger oder Auswanderung. Der Bahnhof wurde zwischen dem damaligen Stadtkern, der heutigen Altstadt, und der Vorstadt gebaut. Abnahmefahrten des Remsbahn-Abschnittes von Cannstatt bis Schorndorf mit Feierlichkeiten am Bahnhof fanden am 23. Juni 1861 statt.[1] Am 18. Juli 1861 wurde der Bahnhof eröffnet. Eine Woche später, am 25. Juli 1861, ging die Strecke von Bad Cannstatt bis Wasseralfingen in Betrieb und der fahrplanmäßige Betrieb wurde aufgenommen.

Am 3. Oktober 1863 wurde die Strecke von Wasseralfingen nach Nördlingen eröffnet.

In den Jahren 1873 und 1874 gab es zudem Pläne für eine Verbindung von Schorndorf nach Plochingen, dieses Projekt wurde aber wieder verworfen. Andere Pläne sahen eine Strecke von Schorndorf nach Ludwigsburg vor, doch auch diese Idee wurde nicht realisiert.

1908 eröffnete die Wieslauftalbahn und der Schorndorfer Bahnhof wurde zu einem Knotenpunkt.

Das Stellwerk des Bahnhofs Schorndorf Sf (Schorndorf, Fahrdienstleiter) vom Typ Sp Dr S59 (Spurplandrucktastenstellwerk von Siemens, Bauart 59) wurde 1962 in Betrieb genommen. Am 1. Juli 2001 erfolgte die Außerbetriebnahme; seither wird der Bahnhof Schorndorf von Waiblingen aus ferngesteuert.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof ist der Bahnhofskategorie 3 der Deutschen Bahn zugeordnet.

Fernverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am frühen Morgen und späten Abend halten einige Intercity-Züge der Linie 61 KarlsruheNürnberg in Schorndorf.

Regionalverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schorndorf ist Zwischenstation der im Stundentakt von Stuttgart nach Aalen verkehrenden Regional-Express-Züge (Linie R2). Der Bahnhof Schorndorf ist Endhaltestelle der Linie S2 (Schorndorf–Stuttgart–FlughafenFilderstadt) der S-Bahn Stuttgart.

Östlich des Bahnhofs zweigt in nördlicher Richtung die von der WEG betriebene Wieslauftalbahn nach Rudersberg ab (Linie R21).

Linie Linienverlauf Taktfrequenz
RE StuttgartSchorndorfSchwäbisch GmündAalen Stundentakt,
in den Hauptverkehrszeiten 30-Minuten-Takt
WEG Schorndorf – Schlechtbach - Miedelsbach-Steinenberg - Rudersberg - Rudersberg Oberndorf 30-Minuten-Takt
S 2 SchorndorfEndersbachFellbachWaiblingenNürnberger StraßeBad CannstattHauptbahnhofStadtmitteSchwabstraßeVaihingenRohrFlughafen/MesseFilderstadt 30-Minuten-Takt,
in den Hauptverkehrszeiten 15-Minuten-Takt

Der Verband Region Stuttgart beabsichtigt, durch den Kauf zusätzlicher S-Bahn-Fahrzeuge zukünftig überschlagene Wenden (und damit größere Wendezeitreserven) in Schorndorf zu ermöglichen.[2] Diese überschlagene Wende wird ab 10. April 2017 umgesetzt.[3]

Güterverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westlich des Bahnhofs liegt der Gleisanschluss des Logistik-Zentrums des zum Whirlpool-Konzern gehörenden Hausgeräteherstellers Bauknecht. Er erhält 20 % seines Wareneingangs über die Schiene.[4]

Früher gab es in Schorndorf ein weitverzweigtes Industriegleisnetz, das sich über das Industriegebiet Hammerschlag, die Vorstadtstraße und einen Teil der Remsstraße erstreckt hat. Auch das Produktionswerk von Bauknecht war bis um 2000 an den Schienenverkehr angebunden.[4]

Service im Bahnhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof verfügt im Empfangsgebäude über ein Reisezentrum, eine Bäckerei und einen Kiosk. Im benachbarten früheren Expressgutgebäude befinden sich heute eine Buch- und Zeitschriftenhandlung sowie ein Internetcafé.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geschichte der Stadt Schorndorf. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-8062-1598-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kurt Seidel: Die Remsbahn: Schienenwege in Ostwürttemberg. Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0483-7, S. 44.
  2. Verband Region Stuttgart (Hrsg.): Betriebssimulation S-Bahn. Antrag der CDU-Fraktion vom 22.10.2014. Sitzungsvorlage Nr. 079/2015. 16. September 2015 (PDF-Datei).
  3. Langwende in Schorndorf steigert Qualität und Pünktlichkeit auf der S-Bahnlinie S2. In: deutschebahn.com. 7. April 2017, abgerufen am 8. April 2017.
  4. a b Ein Teil der weißen Ware rollt in Waggons zu Bauknecht. In: Stuttgarter Zeitung. 12. Februar 2009.