Bahnstrecke Cham–Waldmünchen

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Cham–Waldmünchen
Strecke der Bahnstrecke Cham–Waldmünchen
Streckennummer (DB): 5810
Kursbuchstrecke (DB): 876
Streckenlänge: 22,1 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Betriebsstellen und Strecken[1]
   
22,1 Waldmünchen (bis 2002)
   
21,8 Waldmünchen (seit 2002) 493 m
Haltepunkt, Haltestelle
18,3 Grub (Oberpfalz) 537 m
Haltepunkt, Haltestelle
16,7 Zillendorf 525 m
Haltepunkt, Haltestelle
14,0 Geigant (ehem. Bhf)[2] 504 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
Katzbach (98 m)
Haltepunkt, Haltestelle
10,0 Balbersdorf 442 m
Haltepunkt, Haltestelle
6,5 Waffenbrunn 391 m
Haltepunkt, Haltestelle
4,5 Willmering 374 m
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
3,8 Cham Müll (Anst)
Straßenbrücke
B 22
   
2,0 Katzbach (bis 1922)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Strecke von Schwandorf
Bahnhof, Station
0,0 Cham (Oberpf) 374 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Strecke nach Lam
Strecke – geradeaus
Strecke nach Furth im Wald

Die Bahnstrecke Cham–Waldmünchen ist eine 22 Kilometer lange Nebenbahn in der östlichen Oberpfalz. Sie führt von Cham aus nach Norden durch den Landkreis Cham und endet in Waldmünchen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Bahnhof ohne Gleise“ in Nemanice an der ehemals geplanten Strecke in Tschechien

Um die Glashütten in Waldmünchen und Herzogau an die Bahn anzuschließen und mit im Gegensatz zu Holz billiger Kohle zu beliefern, wurde am 14. Mai 1890 mit der Projektierung einer Bahnstrecke von Cham aus nach Waldmünchen begonnen. Nachdem sich bei der Trassenwahl die „Geiganter Linie“ gegen die „Grafenkirchener Linie“ durchgesetzt hatte, begann die Bayerische Staatseisenbahn mit den Bauarbeiten, eröffnet wurde die Strecke schließlich am 1. August 1895.

Nach dem Anschluss des Sudetenlandes begannen die Arbeiten zur Verlängerung der Strecke bis Ronsperg. In Folge der sich umkehrenden Kriegslage während des Zweiten Weltkrieges wurde der Bau eingestellt und nie wieder fortgesetzt.

Bedienung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 31. Mai 1992 wickelt die Regentalbahn den Zugverkehr auf der Strecke im Auftrag der Deutschen Bundesbahn (DB), später der Deutschen Bahn AG (DB), ab und setzt dabei Dieseltriebwagen ein. Seit 2001 befahren Fahrzeuge vom Typ Regio-Shuttle RS1 die Strecke unter dem Namen Oberpfalzbahn.

Auch mit der Durchführung des Güterverkehrs zum Endpunkt Waldmünchen beauftragte die DB ab 23. Mai 1993 die Regentalbahn, bis die Leistungen mit der Streichung des Tarifpunkts Waldmünchen zum 30. Juni 1994 und der Abholung des letzten Wagens am 10. August 1994 eingestellt wurden.[3] Es verblieben lediglich die von der DB (heute: DB Cargo Deutschland) selbst abgewickelten Hausmülltransporte vom Gleisanschluss Cham Müll nach Schwandorf.

Bahnhof Waldmünchen: neuer Endhaltepunkt und altes Empfangs­gebäude (rot) im Hintergrund

2002 wurde die Strecke um ungefähr 300 Meter verkürzt und ein neuer Endhaltepunkt in entsprechend vergrößerter Entfernung vom Stadtzentrum gebaut. Vom ehemaligen Bahnhof Waldmünchen blieb nur das Empfangsgebäude, das heute privat genutzt wird. Die Gleisanlagen, der Lokschuppen und die Lagerhalle wurden abgerissen,[4] auf dem früheren Bahnhofsgelände entstanden Parkplätze und mehrere Einkaufsmöglichkeiten.

Im gleichen Jahr wurde die Strecke in die Verkehrsgemeinschaft Landkreis Cham (VLC) aufgenommen. Seitdem gilt auf dieser Strecke der VLC-Tarif.

Die Zugleistungen der Bahnstrecke sind Teil der als „Regionalzügenetz Ostbayern“ bezeichneten Ausschreibung durch die Bayerische Eisenbahngesellschaft. Der Gewinner dieser Vergabe soll im Dezember 2014 den Betrieb der Regionalbahnverkehre zwischen Cham und Waldmünchen aufnehmen.

Vom Fahrplanwechsel im Dezember 2015 bis zu dem im Dezember 2016 wurde der Haltepunkt Grub wegen fehlender vorgeschriebener Beleuchtung nicht bedient, nach Ausrüstung mit dieser wurde er wieder in Betrieb genommen.[5][6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  2. Amtliches Bahnhofsverzeichnis 1938
  3. Andreas Fried, Klaus-Peter Quill: Regentalbahn. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1999, ISBN 978-3-922138-72-3, S. 92.
  4. Foto des früheren Bahnhofsgeländes Waldmünchen vom 29. März 2008
  5. Die Bahn lässt Grub links liegen, Mittelbayerische Zeitung, 14. Dezember 2015, abgerufen am 11. Januar 2017
  6. Fahrplanwechsel im Bahnland Bayern, Bayerische Eisenbahngesellschaft, 9. Dezember 2016, abgerufen am 11. Januar 2017