Bahnstrecke Hude–Blexen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Bahnstrecke Hude–Nordenham)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hude–Nordenham-Blexen
Streckennummer:1503[1]
Kursbuchstrecke (DB):391
Streckenlänge:50,2 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:15 kV, 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit:90[1] km/h
Zweigleisigkeit:Golzwarden–Rodenkirchen
Strecke – geradeaus
Strecke von Bremen
   
0,0 Hude
   
Strecke nach Oldenburg
Brücke (mittel)
Vielstedter Straße (K 226)
Brücke (mittel)
Kirchstraße (L 868)
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Huder Bach
Bahnhof ohne Personenverkehr
4,3 Neuenkoop
S-Bahnhof
8,6 Berne
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Untere Ollen
Brücke über Wasserlauf (groß)
Hunte
S-Bahnhof
14,7 Elsfleth
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Elsflether Sieltief
Bahnhof ohne Personenverkehr
19,8 Hammelwarden Ortsteil von Elsfleth
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Moorriemer Kanal und Käseburger Sieltief
S-Bahnhalt…
22,8 Kirchhammelwarden Ortsteil von Brake
   
Strecke nach Oldenburg
S-Bahnhof
25,5 Brake (Unterweser)
A/D: Überleitstelle, CH: Spurwechsel
27,9 Golzwarden
   
28,5 Golzwarden
   
31,5 Sürwürden
S-Bahnhof
33,9 Rodenkirchen (Oldb)
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Strohauser Sieltief
   
ehem. Strecke nach Varel
Brücke (mittel)
B 437
S-Bahnhof
38,8 Kleinensiel
   
Butjadinger Bahn
S-Bahnhof
43,6 Nordenham
   
44,5 Kabelstraße
   
46,2 Nordenham-Friedr.-August-Hütte
   
47,4 Werftstraße
   
48,7 Einswarden (ehem. Bf)
   
50,2 Nordenham-Blexen
Bahnhof Nordenham kurz vor dem Ersten Weltkrieg
Drehbrücke bei Elsfleth-Ohrt über die Hunte mit einem ET440 der NordWestBahn aus Elsfleth kommend
Bahnstrecke Hude–Blexen (im Hintergrund) bei Brake

Die Bahnstrecke Hude–Nordenham-Blexen ist eine 50 km lange, überwiegend eingleisige, elektrifizierte Hauptbahn[1] am westlichen Ufer der Unterweser. Sie bindet die Hafenstädte Nordenham und Brake in Hude an die Bahnstrecke Bremen–Oldenburg und damit an das deutsche Eisenbahnnetz an. Die Trasse führt überwiegend durch Marsch- und einige Moorgebiete im Landkreis Wesermarsch. Sie dient dem Güter- und dem Personennahverkehr. Die Verlängerung nach Blexen wird im Güterverkehr bis Nordenham Friedrich-August-Hütte täglich von einem Zugpaar befahren. Im weiteren Verlauf ist die Strecke stillgelegt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bahnstrecke wurde 1873 von Hude bis Brake, am 15. Oktober 1875 bis Nordenham eröffnet. Der Hafenumschlag sorgte für ein hohes Frachtaufkommen. Von 1890 bis 1897 fuhren in Nordenham auch die Transatlantikdampfer des Norddeutschen Lloyd ab, bevor diese endgültig nach Bremerhaven wechselten.

1904 wurde die Verbindung um sieben Kilometer nach Blexen verlängert. Dort bestand Anschluss an die Weserfähre Nordenham-Bremerhaven. Dieser Abschnitt wird seit 1980 nur noch als Hafenzufahrt und Industriegleis genutzt, der Personenverkehr wurde eingestellt.

Seit 1980 ist die Strecke elektrifiziert.

Der im Mai 1988 geschlossene Haltepunkt Kirchhammelwarden wurde am 22. Dezember 2014 wieder in Betrieb genommen.[2]

Anfang 2017 kaufte die Hanseatische Infrastrukturgesellschaft die Strecke zwischen Friedrich-August-Hütte und Blexen.[3] Dieser Abschnitt soll für Güterverkehr ertüchtigt werden.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stedingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die größtenteils eingleisige Strecke zweigt in Hude von der Bahnstrecke Bremen–Oldenburg ab. Sie verläuft daraufhin auf gesamter Länge durch die flache Wesermarsch. Nach 4,3 km wird der ehemalige Haltepunkt Neuenkoop erreicht. An dieser Stelle ist ein Kreuzungsgleis vorhanden, welches bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010 fahrplanmäßig zur Kreuzung der verkehrenden Regional-Express-Züge genutzt wurde. Seit dem Fahrplanwechsel wird das Kreuzungsgleis in Neuenkoop gerne auch für Zugkreuzungen mit dem Güterverkehr genutzt. Der erste Bahnhof ist Berne und wird nach 8,6 km erreicht. In Berne stehen dem Zugverkehr drei Gleise zur Verfügung. Die Gleise 1 und 2, die mit Bahnsteigen ausgestattet sind, werden hauptsächlich vom Personenverkehr bedient. Da in Berne keine Unterführung vorhanden ist und somit die Gleise zum Bahnsteig 2 überquert werden müssen, dürfen durch Gleis 1 keine Güterzüge fahren. Die Güterzüge fahren zumeist über Gleis 3 und kreuzen oft mit dem planmäßig verkehrenden Personenverkehr der NordWestBahn. Im weiteren Verlauf ist die Strecke bis Elsfleth eingleisig.

Huntebrücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Elsfleth befindet sich die Überquerung über die Hunte mittels einer Drehbrücke. In Fahrtrichtung Nordenham muss bei der Brückenüberfahrt der Stromabnehmer der Lokomotive gesenkt werden.

Stadland und Butjadingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bahnhof Elsfleth besteht ebenso eine Kreuzungsmöglichkeit. Da das Kreuzungsgleis aber oftmals für die teilweisen langen Güterzüge nicht ausreicht, finden in Elsfleth nicht so viele Zugkreuzungen statt. Nach 19,8 km wird der ehemalige Bahnhof Oberhammelwarden erreicht. Hier befindet sich ebenso ein Kreuzungsgleis, welches auch genutzt wird. Bis nach Brake verläuft die Strecke weiter eingleisig, bis nach 22,8 km der Haltepunkt Kirchhammelwarden erreicht wird. Nach 25,5 km wird dann der Bahnhof Brake (Unterweser) erreicht, der Bahnhof besteht aus zwei Bahnsteigen und drei Bahnsteigkanten. Das alte Bahnhofsgebäude steht momentan leer. Es wird aber an einer neuen Nutzungsmöglichkeit gearbeitet. In Brake befinden sich zahlreiche Gleise, die für den Güterverkehr genutzt werden. Neben einem Ablaufberg, wurden zum Neuen Hafen auch neue Gleiseinrichtungen gebaut, die für den Güterverkehr genutzt werden. Im weiteren Verlauf nach Nordenham ist die Strecke zwischen Golzwarden und Rodenkirchen zweigleisig. Dieses zweigleisige Stück ist für die Kreuzungen im Personenverkehr von hoher Bedeutung. In Rodenkirchen, wo von 1913 bis 1958 die Bahnstrecke Varel–Rodenkirchen abzweigte,[4] wurde vor einigen Jahren Gleis 3 entfernt, so dass heute nur zwei Durchfahrtsgleise zur Verfügung stehen. Bis nach Nordenham verläuft die Strecke eingleisig. Nach 38,8 km wird dann noch vor Nordenham der Bahnhof Kleinensiel erreicht, wo ebenfalls ein Kreuzungsgleis vorhanden ist, auf dem wegen eines Bahnübergangs und dem nur an Gleis 1 vorhandenen Bahnsteig nur kürzere Güterzüge kreuzen können. Ebenso gibt es dort eine Anschlussstelle zum Kernkraftwerk Unterweser. Nach 43,6 km ist dann die momentane Endstation der KBS 391 erreicht – der Bahnhof Nordenham. In Nordenham stehen zahlreiche Gütergleise zur Verfügung, ebenso wie ein Anschluss an den Hafen der Midgard. Im weiteren Verlauf bis Blexen, ist die Strecke nur noch bis Nordenham-Friedrich-August-Hütte benutzbar. Dieser Streckenabschnitt ist größtenteils eingleisig, nicht elektrifiziert und wird täglich durch ein Güterzugpaar bedient. Die weitere Strecke bis Blexen ist stillgelegt und wird nicht mehr genutzt. Die Hanseatische Infrastrukturgesellschaft hat die Bahnstrecke zwischen Friedrich-August-Hütte und Blexen gekauft. Güterzüge nach Blexen werden wieder eingesetzt.[5]

Zustand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Strecke gab es in der Vergangenheit Probleme wegen der Untergrundverhältnisse. Aufgrund von Moorlinsen und dem schweren Güterverkehr mussten Langsamfahrstellen eingerichtet werden. Durch eine Modernisierung der DB Netz AG zwischen Hude und Nordenham kann größtenteils die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h gefahren werden.

Bedienungsangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der Elektrifizierung 1980 kamen im Personenverkehr Triebwagen der Baureihe 624 zum Einsatz, anschließend bis 2004 Elektrolokomotiven der Baureihe 141 mit n-Wagen. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2004 kamen auf der Strecke Triebzüge der Baureihe 425 zum Einsatz, die als RE nach Bremen fuhren. Zwischen Hude und Bremen wurde nur in Delmenhorst gehalten.[6] Die Züge fuhren im Zweistundentakt mit Verdichtungen zum Stundentakt in der Hauptverkehrszeit. In der Ausschreibung der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen erhielt die NordWestBahn den Zuschlag, sodass die eingesetzten Triebzüge nach Hannover umbeheimatet wurden und dort als Regional-Express auf der Relation zwischen Hannover Hbf und Wolfsburg verkehren.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010 nahm die NordwestBahn den Betrieb der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen auf. Seitdem verkehrt die Linie unter der Linienbezeichnung RS 4 und das Angebot wurde an allen Wochentagen zum Stundentakt verdichtet. Zum Einsatz kommen Triebzüge vom Typ Coradia Continental von Alstom. Innerhalb der Woche werden fünfteilige Züge eingesetzt und an Wochenenden und Feiertagen dreiteilige Züge. Trotz der neuen Bezeichnung Regio-S-Bahn bedient die Linie weiterhin nur den Halt Delmenhorst zwischen Bremen und Hude. In Hude besteht ein kurzer Anschluss zur Linie RS 3 nach Oldenburg.

Der Güterverkehr wird von verschiedenen Eisenbahnverkehrsunternehmen auf der Strecke durchgeführt. Viele Güterzüge enden bereits in Brake (Unterweser) (Anschluss Braker Hafen), einige fahren aber auch weiter nach Nordenham, wo Anschluss an den Nordenhamer Hafen besteht. Aus Nordenham verkehren regelmäßig viele Kohlezüge Richtung Binnenland. Ein Stammgast für Brake (Unterweser) ist der aus Großenkneten kommende Schwefelzug, zu dem noch einige andere hinzukommen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Hude–Blexen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr: Zustand und Zukunft des Bahnverkehrs in Niedersachsen. Niedersächsischer Landtag, 2. September 2008, S. 19; abgerufen am 25. September 2008 (PDF).
  2. In Brakes Süden halten wieder Züge. NWZ vom 23. Dezember 2014, abgerufen am 23. Dezember 2014
  3. Nordwest-Zeitung: Verkehr: Neues Leben auf alter Bahnstrecke. In: NWZonline. (nwzonline.de [abgerufen am 13. März 2017]).
  4. Bahnstrecke Varel–Rodenkirchen auf laenderbahn.info.
  5. Nordwest Zeitung vom 1. März 2017.
  6. LNVG Pressemitteilung, Mit ET 425 komfortabler aus der Wesermarsch nach Bremen