Bahnstrecke Jaroměř–Lubawka

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Jaroměř–Lubawka
Kursbuchstrecke (SŽDC):032, 043
Streckenlänge:64,72 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit:100 km/h
Strecke – geradeaus
von Pardubice (vorm. SNDVB)
Bahnhof, Station
0,487 Jaroměř früher Josefstadt 260 m
   
nach Liberec (vorm. SNDVB)
Haltepunkt, Haltestelle
4,606 Rychnovek früher Reichenhof 280 m
Haltepunkt, Haltestelle
~9,3 Velká Jesenice früher Groß Jesenitz 295 m
Bahnhof, Station
12,179 Česká Skalice früher Böhmisch Skalitz 295 m
   
von Václavice (vorm. StEG)
Bahnhof, Station
18,370 Starkoč früher Strakotsch 350 m
Haltepunkt, Haltestelle
21,327 Řešetova Lhota früher Lhota bei Studnitz 365 m
Haltepunkt, Haltestelle
24,965 Olešnice früher Wolschnitz 405 m
Bahnhof, Station
28,159 Červený Kostelec früher Rott Kostelz 425 m
Haltepunkt, Haltestelle
Rtyně v Podkrkonoší zastávka 435 m
Haltepunkt, Haltestelle
30,714 Rtyně v Podkrkonoší früher Hertin 420 m
   
Anschluss důl Zd. Nejedlý (Steinkohlebergwerk)
Bahnhof, Station
35,448 Malé Svatoňovice früher Schwadowitz 410 m
Haltepunkt, Haltestelle
38,065 Velké Svatoňovice 405 m
Haltepunkt, Haltestelle
39,660 Suchovršice 405 m
   
Protektoratsgrenze 1938–1945
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Tunnel Bohuslavický (187 m)
Haltepunkt, Haltestelle
43,153 Bohuslavice nad Úpou früher Bausnitz 405 m
Planfreie Kreuzung – oben
Teplice nad Metují–Trutnov
Bahnhof, Station
47,047 Trutnov-Poříčí früher Parschnitz 405 m
   
nach Trutnov–Velký Osek (vorm. ÖNWB)
Haltepunkt, Haltestelle
49,359 Libeč früher Gabersdorf 425 m
Haltepunkt, Haltestelle
54,454 Křenov 470 m
Haltepunkt, Haltestelle
57,028 Bernartice u Trutnova früher Berndorf (b Trautenau) 495 m
   
von Žacléř (vorm. ÖLEG)
Bahnhof, Station
60,329 Královec früher Königshan 525 m
Grenze
62,089
12,794
Staatsgrenze TschechienPolen
Bahnhof, Station
10,15 Lubawka früher Liebau
Strecke – geradeaus
nach Sędzisław

Die Bahnstrecke Jaroměř–Lubawka ist eine eingleisige Eisenbahnstrecke in Tschechien, welche ursprünglich von der Süd-Norddeutschen Verbindungsbahn SNDV errichtet und betrieben wurde. Sie beginnt in Jaroměř und führt über Trutnov (Trautenau) grenzüberschreitend nach Lubawka (Liebau) in Polen. Der Abschnitt Jaromĕř–Trutnov-Poříčí ist noch als Hauptbahn („celostátní dráha“) klassifiziert, der restliche Abschnitt wurde zur Nebenbahn („regionální dráha“) herabgestuft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Abschnitt der Strecke wurde bereits 1859 in Betrieb genommen, um die Steinkohlebergwerke bei Schwadowitz (heute: Malé Svatoňovice) an die Eisenbahn anzubinden.

Da von Seiten des österreichischen Staates die Fortführung der Strecke bis zur Landesgrenze bei Königshan erwünscht war, wurde der Süd-Norddeutschen Verbindungsbahn am 10. August 1865 per Gesetz ein garantiertes jährliches Reinerträgnis um den Betrag von 252.000 fl. gewährt.[1] Am 22. August 1865 erhielt die SNDV schließlich die Konzession zum Bau der Strecke. In der Konzession war die Verpflichtung enthalten, die Strecke binnen drei Jahren dem Verkehr zu übergeben.[2]

Nach dem Deutschen Krieg wurde zwischen Preußen und Österreich eine weitreichende Vereinbarung zum Ausbau der Eisenbahnverbindungen zwischen beiden Staaten getroffen. Neben anderen Strecken war in diesem Vertragswerk vom 27. August 1866 auch die Einrichtung einer Eisenbahnverbindung zwischen Schwadowitz und Landeshut vorgesehen.[3] Am 29. Dezember 1867 wurde der Bau der grenzüberschreitenden Strecke mit einem Staatsvertrag vereinbart.[4]

Der Bau der Strecke bis Königshan konnte trotz des Krieges wie vorgesehen bis August 1868 fertiggestellt werden. Die Fortführung über die Landesgrenze bis Landeshut wurde im Dezember 1869 in Betrieb genommen.

Eröffnungsdaten:

  • Josefstadt–Schwadowitz: 1. Mai 1859
  • Schwadowitz–Königshan: 1. August 1868
  • Königshan–Liebau: 29. Dezember 1869

Nach der Verstaatlichung der SNDV ging die Strecke am 1. Januar 1908 an die k.k. österreichischen Staatsbahnen kkStB über. Nach dem Ersten Weltkrieg traten an deren Stelle die neu gegründeten Tschechoslowakischen Staatsbahnen ČSD.

Nach der Angliederung des Sudetenlandes an Deutschland im Herbst 1938 kam der Abschnitt von Bausnitz bis Liebau zur Deutschen Reichsbahn, Reichsbahndirektion Breslau. Als Grenzbahnhof wurde der Haltepunkt Bausnitz bestimmt. Im Reichskursbuch war die Verbindung unter der Kursbuchstrecke KBS 155f Ruhbank und Merzdorf (Rsgb)–Landeshut–Königshan(–Schatzlar)–Trautenau(–Freiheit-Johannisbad)–Pelsdorf(–Märzdorf [Böhmen])–Hohenelbe enthalten.

Das devastierte Empfangsgebäude des Grenzbahnhofes Lubawka (2009)

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam die Strecke wieder vollständig zur ČSD. Die Bedeutung der Strecke für den grenzüberschreitenden Verkehr verringerte sich nunmehr drastisch. Am 1. Januar 1950 wurde der grenzüberschreitende Personenverkehr mangels Bedarfs eingestellt. Der grenzüberschreitende Güterverkehr wurde allerdings noch bis zum 9. Juni 2001 aufrechterhalten.

Nach der Samtenen Revolution wurde 1991 auch der Steinkohlebergbau in Malé Svatoňovice wegen Unrentabilität eingestellt, der bis dahin ein wichtiger Güterkunde gewesen war. Heute liegt die Bedeutung der Strecke eher im Reisezugverkehr, der Güterverkehr spielt nurmehr eine untergeordnete Rolle.

Neue Perspektiven erhielt die grenzüberschreitende Verbindung mit dem EU-Beitritt Polens und Tschechiens am 1. Mai 2004. Am 7. Juni 2007 wurde der Güterverkehr über die Staatsgrenze offiziell wieder aufgenommen. Am 14. Dezember 2008 wurde auch der planmäßige Reisezugverkehr nach Polen durch die tschechische Eisenbahngesellschaft Viamont, heute GW Train Regio, in der Relation Trutnov–Jelenia Góra wieder aufgenommen. Vorerst verkehren Züge allerdings nur an den Wochenenden im Sommer.

Zugverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute wird die Strecke von einer im Zweistundentakt verkehrenden Schnell- bzw. Eilzugverbindung Hradec Králové–Trutnov bedient. Einige der Züge werden von und nach Prag durchgebunden. Nahverkehrszüge verkehren auf den Relationen Jaroměř–Trutnov und Trutnov–Jelenia Gora. Zwischen Trutnov-Poříčí und dem polnischen Lubawka findet nur noch am Wochenende Reiseverkehr statt.

In den Fahrplänen ist die einst durchgängige Verbindung Jaroměř–Lubawka heute in zwei verschiedenen Kursbuchtabellen zu finden:

  • KBS 032: Jaroměř–Trutnov
  • KBS 043: Trutnov–Žacléř

Auch im Jahr 2018 findet ein Saisonverkehr von und nach Polen statt. Ab 29. April 2018 soll der Reisezugverkehr zwischen Sędzisław und dem tschechischen Trutnov wieder aufgenommen werden. Es verkehren vier Zugpaare an Wochenenden und Feiertagen, die insbesondere dem touristischen Verkehr dienen sollen. Die Züge verkehren auf polnischem Abschnitt als D26. Auf tschechischem Abschnitt übernimmt das Unternehmen GW Train Regio.

Fahrzeugeinsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eilzüge von Hradec Králové nach Trutnov werden heute vor allem mit den modernisierten Triebwagen der ČD-Baureihe 854 gefahren. Vor den lokomotivbespannten Schnellzügen Prag–Trutnov kommen die leistungsstarken Diesellokomotiven der ČD-Baureihen 750 und 754 zum Einsatz.

Im grenzüberschreitenden Verkehr kamen bis 2017 Triebwagen der Baureihe SA 134 der Przewozy Regionalne zum Einsatz.

Laut den Wagenreihungen für 2018 werden alle grenzübergreifenden Leistungen von Triebwagen der Baureihe 810 des Unternehmens GW Train Regio übernommen.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://alex.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=rgb&datum=18650004&seite=00000279
  2. http://alex.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=rgb&datum=18650004&seite=00000293
  3. http://alex.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=rgb&datum=18660004&seite=00000254
  4. http://alex.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=rgb&datum=18670004&seite=00000351
  5. https://www.vagonweb.cz/razeni/razeni.php?rok=2018&relace=CZ-043&lang=cs

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Jaroměř–Lubawka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien