Barbara Lochbihler

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Barbara Lochbihler (2014)

Barbara Elisabeth Lochbihler (* 20. Mai 1959 in Obergünzburg) war von August 1999 bis Juni 2009 Generalsekretärin der deutschen Sektion von Amnesty International. Bei der Europawahl 2009 wurde sie für Bündnis 90/Die Grünen ins Europäische Parlament gewählt. Von 2011 bis 2014 war sie Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses des Europäischen Parlaments. Im Mai 2014 wurde sie wieder gewählt, seit Juli 2014 ist sie außen- und menschenrechtspolitische Sprecherin der Grünen/EFA-Fraktion.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren in Obergünzburg, aufgewachsen in Ronsberg, absolvierte Barbara Lochbihler nach dem Abitur ein Studium der Sozialpädagogik an der Katholischen Stiftungsfachhochschule in München sowie ein zweites Studium der Politikwissenschaft, Volkswirtschaft und internationales Recht. Sie war als Lehrbeauftragte an der Fachhochschule München beschäftigt. Ab 1984 übernahm sie die Leitung eines städtischen evangelischen Alten- und Servicezentrums im Münchner Stadtteil Haidhausen.

Von 1987 bis 1991 war sie, ohne selbst Parteimitglied gewesen zu sein, jedoch als Mitglied der Fraktion, Parlamentsreferentin der bayerischen Grünen-Landtagsabgeordneten Eleonore Romberg. Sie verfasste in dieser Zeit kritische Arbeiten über den ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß und Rüstungsgeschäfte. 1992 wurde Barbara Lochbihler Generalsekretärin der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (deutsche Sektion der Women’s International League for Peace and Freedom) in Genf, die bei den Vereinten Nationen Beraterstatus hat, und strukturierte diese Nichtregierungsorganisation um. Von August 1999 bis April 2009 war sie, als Nachfolgerin von Volkmar Deile und Vorgängerin von Monika Lüke, Generalsekretärin der deutschen Sektion von Amnesty International.

Im Sommer 2008 gab sie bekannt, ihre Position bei Amnesty International zugunsten einer Kandidatur bei der Europawahl 2009 für Bündnis 90/Die Grünen aufgeben zu wollen. Sie trat der Partei im Kreisverband Ostallgäu bei und wurde von der schwäbischen Bezirksversammlung einstimmig nominiert.[1][2] Im Juni 2009 wurde Barbara Lochbihler in das Europäische Parlament gewählt. Sie gehört der Fraktion Grüne/EFA an. Von Oktober 2011 bis Juni 2014 war sie Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses im EP. Seit Juli 2014 ist sie außen- und menschenrechtspolitische Sprecherin der Grünen/EFA-Fraktion im EP. Im Menschenrechtsausschuss ist sie als Vizepräsidentin tätig, zudem ist sie die Koordinatorin des Auswärtigen Ausschusses für die Fraktion.

Außerdem war sie Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung Menschenrechte – Förderstiftung amnesty international. Sie ist Mitglied im Koordinierungskreis des Forums Menschenrechte, im Kuratorium des Deutschen Instituts für Menschenrechte, im Beirat des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR), der Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit (seit 1985), der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) sowie Fördermitglied im Deutschen Komitee für UNICEF e.V.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zutritt für Flüchtlinge verboten. Menschenrechtsverletzungen an den Außengrenzen der EU. Broschüre von Barbara Lochbihler, 2014.Download
  • Abwarten ist keine Option. Klimawandel und Menschenrechte. Broschüre von Barbara Lochbihler. Juni 2011, Download
  • Frau Macht Veränderung. 15 Jahre Pekinger Weltfrauenkonferenz. Irmgard Heilberger (IFFF) und Barbara Lochbihler (Hg), Oktober 2010, online lesen
  • Brücken nach Europa. Herausforderungen für eine europäische Migrations- und Flüchtlingspolitik. In: Robertson-von Trotha, Caroline Y. (Hrsg.): Herausforderung Demokratie. Demokratisch, parlamentarisch, gut? (= Kulturwissenschaft interdisziplinär/Interdisciplinary Studies on Culture and Society, Bd. 6), Baden-Baden 2011, ISBN 978-3-8329-5816-9.
  • Menschenrechte und Terrorismusbekämpfung sind kein Nullsummenspiel. In: Robertson-von Trotha, Caroline Y. (Hrsg.): Kultur und Gerechtigkeit. (= Kulturwissenschaft interdisziplinär/Interdisciplinary Studies on Culture and Society, Bd. 2), Baden-Baden 2007, ISBN 978-3-8329-2604-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Von «amnesty» ins Europaparlament, Allgäuer Zeitung, Ausg. Marktoberdorf, 7. Juli 2008, abgerufen 23. Juli 2008
  2. Einstimmiges Votum auf Bezirksversammlung für Barbara Lochbihler, Augsburger Allgemeine, abgerufen 23. Juli 2008

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Barbara Lochbihler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien