Baselstab

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Als Baselstab oder Baslerstab wird der Hirtenstab bzw. Bischofsstab im Wappen von Dörfern und Städten in der Region Basel bezeichnet.

So ist der Bischofsstab des Fürstbischofs zu Basel im Wappen der Stadt Basel und der Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Jura zu finden. Dabei ist der Baselstab von Basel-Stadt schwarz und derjenige von Basel-Landschaft und Jura rot.

Auch die Amtsinhaber Kurt Koch (emeritiert) und Felix Gmür verwenden entsprechende Bischofswappen.

Der Stab ist eine historische Kuriosität: Bis zur Reformation war der Sitz des Bischofs von Basel tatsächlich in Basel (Bistum Basel), dann einige Zeit in Pruntrut und seit dem 19. Jahrhundert ist der offizielle Sitz des Bischofs von Basel in Solothurn. Das Bistum heisst aber immer noch Bistum Basel und die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft haben, trotz ihres reformierten Bekenntnisses, den Bischofsstab im Wappen behalten.

Herkunft und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Baselstab stellt den Krummstab des Bischofs von Basel dar. Auf Basler Münzen erscheint der Stab zuerst auf einem Dünnpfennig, welcher um und nach 1100 über längere Zeit geprägt worden ist.[1] Dass das Hoheitszeichen des Bischofs rot war, bezeugt zuerst das bischöfliche Banner in der Wappenrolle von Zürich (um 1330–1345). Auf Münzen und Siegeln lässt sich die Entwicklung vom dünnen Stab zu der heraldischen, unten in drei Zipfel auslaufenden Form verfolgen, welche in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts erreicht war. Als sich die Stadt Basel von der Herrschaft des Bischofs zu befreien begann, behielt sie in ihrem eigenen Wappen die Figur bei. Die schwarze Farbe des städtischen Stabes ist von der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts an belegt, mag aber älter sein. Die Ausrichtung der Krümme nach links oder rechts war noch lange Zeit nicht geregelt.

Nachdem die Eidgenossen auf Seiten des Papstes in der Lombardei gekämpft und 1512 die Stadt Pavia erobert hatten, verlieh ihnen Julius II. die prächtigen «Juliusbanner» und weitere Ehrenzeichen. Die Basler durften fortan den Baselstab in Gold führen. Einige solche Wappen sind erhalten, doch nach der Reformation kehrte man zur schwarzen Farbe zurück.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In vielen Wappen in der näheren und weiteren Umgebung von Basel ist der Baslerstab zu finden:

Frühere und religiöse Wappen mit Baslerstab[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kantonswappen mit Baslerstab[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindewappen mit Baslerstab (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Baselstab – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andreas Staehelin, Ulrich Barth: Der Baselstab. In: Basler Stadtbuch 1975, S. 149–151.