Basiswert

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Basiswert (selten Bezugswert; englisch Underlying) ist im Finanzwesen das einem Kassa- und Termingeschäft zugrundeliegende Handelsobjekt, das für die Erfüllung und Bewertung des Vertrags als Grundlage dient.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff wird zwar im Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) häufig benutzt, aber nicht legaldefiniert. Es begnügt sich mit einer - nicht abschließenden – Aufzählung von Finanzprodukten, die zu den Termingeschäften gehören. Der Gesetzgeber hat die Form der nicht abschließenden Aufzahlung gewählt, damit vom Gesetz bisher nicht erfasste neue Basiswerte einbezogen werden können. Auch bei Kassageschäften gibt es einen Basiswert, da ihnen wie bei Termingeschäften ein Handelsobjekt (Vertragsgegenstand) zugrunde liegt, das beim Settlement vom Verkäufer zu liefern und vom Käufer abzunehmen ist.

Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Basiswerte kommen Finanzprodukte, Waren und Rohstoffe („Commodities“) vor.

Basiswerte beziehen sich demnach auch auf „Commodities“.[3]

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicht immer ist der Basiswert physisch konkret vorhanden und bestimmbar wie etwa bei Edelmetallen. Bei einer Finanzinnovation wie den Wetterderivaten ist das Gut physisch nicht greifbar und abstrakt, bei Messwerten lediglich ablesbar. Physisch vorhanden ist bei einem DAX-Future der Aktienkorb („Stock basket“), einer auf der Grundlage eines Aktienindex gebildeten Zusammenstellung von Aktien. Beim Bund-Future liegt zwar eine gedachte Bundesanleihe zugrunde, die jedoch in Form einer physisch vorhandenen geliefert werden kann. Bei Kreditderivaten wie dem Credit Default Swap hat sich anstatt Basiswert der Ausdruck „Referenzaktivum“ oder „Referenzschuldner“ eingebürgert.

Standardisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basiswerte müssen standardisierbar sein, also homogene Typen, Maße oder Qualität besitzen. Grund ist die größere Verkehrsfähigkeit, so dass die Marktteilnehmer nicht die individuellen Eigenschaften eines Basiswerts hinterfragen müssen. Dadurch brauchen die Basiswerte nicht mehr am Ort des Verkäufers präsent zu sein, so dass ihr Handel an der Börse möglich ist. Fremdwährungen sind die standardisierte Form bei Devisen, Barren bei Edelmetallen, Brent Crude Oil bei Rohöl. Finanzinstrumente besitzen den höchsten Standardisierungsgrad, denn international werden ihnen üblicherweise die Vertragsstandards der International Swaps and Derivatives Association (ISDA) zugrunde gelegt, die den Basiswert genau definieren.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die umsatzstärksten Finanzprodukte in Deutschland verwenden als Basiswert den US-Dollar, Bundesanleihen oder den DAX.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BGH WM 1998, 545, 546
  2. BGH WM 1994, 2231, 2232
  3. Wilhelm Schmeisser (Hrsg.), Corporate Finance und Risk Management, 2010, S. 142