Swap (Wirtschaft)

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Ein Swap (engl. (Aus-)Tausch) stellt im wirtschaftlichen Sinne einen Sammelbegriff für derivative Finanzinstrumente dar, deren Gemeinsamkeit ein Austausch von zukünftigen Zahlungsströmen (Cash Flows) ist. Swaps gehören zu den OTC-Geschäften.[1] Die Vereinbarung definiert dabei, wie die Zahlungen berechnet und wann sie fällig werden.

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Swaps können Zahlungsströme fast beliebiger Natur getauscht werden. Dadurch können gezielt finanzielle Risiken in der Finanzierung, in der Bilanzstruktur oder in der Absicherung eines Portfolios optimiert werden. Swaps können leichter handelbar sein und ihre Märkte liquider sein als die Märkte ihrer Basiswerte. Außerdem erlauben Swaps wie andere Derivate, Risiken einzeln und getrennt von den zugehörigen Basiswerten zu handeln.

Zu den am häufigsten vorgenommenen Swaps zählen

Darüber hinaus gibt es weitere Swaps, etwa Derivate auf Wettergeschehen oder Rohstoffswaps.

Auch bei jedem herkömmlichen Termingeschäft wird getauscht. Der Unterschied zum Swap liegt darin, dass es beim Termingeschäft in der Regel nur einen einzigen Austauschtermin gibt. Zudem kommt es bei einem Swap in keinem Fall zu einer physischen Erfüllung.

Swappolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Swappolitik ist ein außenwirtschaftlicher Ansatz der Geldpolitik, um mit Swaps Geldmenge und Zins in einer Volkswirtschaft beeinflussen zu können. Geldimporte und Geldexporte können über die Veränderung der offiziellen Swap-Sätze der Nationalbanken mehr oder weniger attraktiv gestaltet werden. So können unerwünschte Devisengeschäfte behindert und erwünschte Geschäfte gefördert werden. Zudem wird der Devisenkurs und damit auch die Geldmenge des Landes beeinflusst. Die Geldmenge eines Landes wird zudem durch Liquiditätsbeschaffung oder Liquiditätsabschöpfung reguliert[2].

Im Zuge der Finanzkrise ab 2007 waren zwischen den Zentralbanken Ende 2007 zunächst befristet Devisen-Swap-Abkommen abgeschlossen worden. Die Europäische Zentralbank (EZB), die US-amerikanische Federal Reserve, die Bank von Japan, die Bank von England, die Bank von Kanada und die Schweizerische Nationalbank haben im Oktober 2013 angekündigt, diese Swap-Abkommen auf Dauer einzurichten.[3]

Besondere Vorschriften für Kreditinstitute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreditinstitute schließen untereinander und mit Nichtbanken die meisten Swapgeschäfte ab. Ihre Geschäftspartner werden dabei Gegenpartei genannt, deren Kreditwürdigkeit nach Art. 286 Abs. 2a Capital Requirement Regulation (CRR) einer Kreditwürdigkeitsprüfung zu unterziehen ist. Dabei müssen Kreditentscheidungen zur Einräumung bankinterner Kreditlinien für Gegenparteien führen, um das Geschäftsvolumen für jede einzelne Gegenpartei zu limitieren. Das besondere Risiko liegt für Banken in der Laufzeit der Swapgeschäfte, weil sich während dieser Laufzeit der Marktwert des Swapgeschäfts verändern kann. Eine Ausfallgefährdung der Gegenpartei liegt vor, wenn das Swapgeschäft einen positiven Wiederbeschaffungswert aufweist und aus Sicht der Bank durch die Marktentwicklung eine Forderung gegen die Gegenpartei entsteht.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Grundlagen der Finanzierung von Geyer/Hanke, 3. Auflage, Seite 271 ff.
  2. Einführung in die Swappolitik
  3. Philip Plickert, Patrick Welter und Jürgen Dunsch in faz.net vom 31. Oktober 2013: „Zentralbanken leihen sich dauerhaft Devisen“.
  4. Burkhard Vamholt, Kreditrisiko-Management, 1997, S. 141