Baum-Hasel

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Baum-Hasel
Baum-Hasel am Wildstandort in den subadriatischen Südostdinariden

Baum-Hasel am Wildstandort in den subadriatischen Südostdinariden

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Buchenartige (Fagales)
Familie: Birkengewächse (Betulaceae)
Unterfamilie: Haselnussgewächse (Coryloideae)
Gattung: Hasel (Corylus)
Art: Baum-Hasel
Wissenschaftlicher Name
Corylus colurna
L.

Die Baum-Hasel (Corylus colurna), auch Türkische Hasel, Türkische Haselnuss oder Byzantinische Hasel[1] genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Hasel (Corylus) innerhalb der Familie Birkengewächse (Betulaceae). Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht von Südosteuropa und Kleinasien über den Transkaukasus und den Kaukasus bis in den Himalaya. Sie zeichnet sich durch eine außerordentliche Toleranz gegenüber Dürre aus, so dass sie als Baumart im Klimawandel prädestiniert ist. Sie hat ein wertvolles Holz, weswegen sie auf dem Balkan stark dezimiert wurde.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stamm und Borke eines alten Exemplares
Reifer, bereits vom Baum gefallener, Fruchtstand
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Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Baum-Hasel wächst als sommergrüner Baum und erreicht Wuchshöhen von bis zu 35 Metern. Sie bildet einen Stamm und eine schlanke kegelförmige Baumkrone aus.

Die wechselständig und zweizeilig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfache Blattspreite ist herzförmig, spitz und gelappt bis doppelt gesägt.[2]

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Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hasel-Arten sind einhäusig getrenntgeschlechtig (Monözie|monözisch). Die männlichen Blütenstände (Kätzchen) stehen an den Zweigen von Kurztriebe in vielen traubenartigen Gruppen.

Die Früchte stehen gedrängt und sind von einer vielfach geschlitzten, aber nur wenig längeren Hülle umgeben. Sie bildet im Banat ganze Bestände, aber ihre Nüsse sind kleiner und härter als die der anderen Arten. Die im Vergleich zur Gemeinen Hasel (Corylus avellana) etwas kleineren Nüsse reifen in aus fünf bis acht Nüssen bestehenden Fruchtständen, von harzigen Stacheln umgeben, mit krausen Hüllblättern.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.[3]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Baum-Hasel kommt von Südosteuropa bis zum nördlichen Iran vor.[4] Sie gedeiht in Gesellschaften der Ordnung der wärmegebundenen Flaumeichenwälder (Quercetalia pubescentis-petraeae).[3]

Das nördlichste autochthone Vorkommen befindet sich bei Oravita (Rumänien), nicht weit vom Eisernen Tor der Donau entfernt. Die westlichsten Vorkommen sind in Bosnien-Herzegowina.

Nedyalkov (1978) erwähnt natürliche Vorkommen im Norden des Iran in den Bergen der Hyrkanischen und Turanischen Region. Alexandrov (2014) veröffentlichte eine Verbreitungskarte mit Vorkommen im Iran und Afghanistan. Zu überprüfen wären die Literaturangaben über Vorkommen im Iran sowie in Afghanistan, weil Forstwissenschaftler des Iran (Sagheb-Talebi) keine aktuellen Vorkommen bestätigen konnten.

Am Wildstandort im „montanen Mischwald mit Weißtanne“ im Orjen, Montenegro

Waldgesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Baum-Hasel kommt überwiegend einzeln eingemischt in Buchen-Edellaubwäldern vor. Sie ist offensichtlich konkurrenzschwach (ähnlich wie unsere Elsbeere) und hat ihr ökologisches Optimum da, wo andere Baumarten ihr auf trockenen Standorten nicht mehr gefährlich werden können. In rumänischen Karstgebieten bildet sie kleine Reinbestände, wo wegen Wassermangels andere Baumarten wie Rotbuche, Spitzahorn, Esche, Elsbeere, Orienthainbuche, Silberlinde oder Birne nicht mehr gedeihen können (eigene Untersuchung 2013; Bachelorarbeit Neumann 2015). In Montenegro kommt sie zusammen mit Tanne und Buche vor (Cikovac 2002). In der Türkei wächst sie in Mischbeständen mit anderen Edellaubbäumen und Buche.

Baum-Hasel als Alleebaum

Standortansprüche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Baum-Hasel zeichnet sich aus durch frostresistent bis −38 Grad, sehr geringer Wasserbedarf Raschwüchsigkeit. Sie ist im Ursprungsgebiet wegen überstarker Holznutzung weitgehend verschwunden.

Höhenverbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kaukasus kommt sie bis in Höhenlagen bis zu 1750 Metern vor (Sokolov 1977), in der Türkei bis zu 2000 Metern (Genc 1998), in Rumänien bis 1200 Metern (Haralamb 1967), in Montenegro bis 1435 Metern (Cikovav 2002), in Serbien bis 1450 Metern (Beus 1970).

Niederschläge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Türkei gedeiht sie in Bereichen mit 480 mm Jahresniederschlag, die Verdunstung ist allerdings aufgrund der hohen Temperaturen wesentlich höher als in Mitteleuropa (Temel 2017). Auf dem Balkan liegt der Niederschlag teilweise über 1500 mm.

Baumhasel wächst auf extrem trockenem, felsigem Standort (Karst; Oravita/ Rumänien)

Wasserbedarf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baum-Hasel benötigt sehr wenig Wasser, wie ihr Vorkommen im rumänischen Karst beweist. Sie kann auch auf trockenen Standorten angebaut werden, hat hier natürlich wie alle Baumarten nur geringe Zuwächse. Sie gedeiht hier allerdings besser als fast alle anderen Baumarten. Auf gut wasserversorgten Standorten zeigt sie ein rasches Wachstum. Wechselfeuchte Böden sind für sie ungeeignet.

Temperaturen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jahresdurchschnittstemperatur in den Verbreitungsgebieten der Türkei liegt bei maximal 10,7 Grad (Temel 2017) bzw. bei 10,9 Grad (Bolu), in Bosnien (Konjic) bei 12,7 Grad und in Serbien (Kursumlija) bei 11,8 Grad (Seho 2018). Die maximale Minustemperatur liegt bei minus 38 Grad, die Hitzetoleranz bei plus 40 Grad (Palashev und Nickolov 1979).

Lichtbedarf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Junge Baum-Haseln wachsen immer direkt senkrecht nach oben, notfalls auch durch die Äste eines Holunders hindurch. Sie wächst nie schräg zum Licht, wie Nussbäume es tun, wenn Nachbarbäume sie beschatten. In Bulgarien wächst sie unter alten Rotbuchen (G. Huber, ASP Bayern). Wie hoch der Lichtbedarf ist und wie gut sie im Halbschatten wächst, wäre noch zu klären.

Nährstoffbedarf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ursprungsareal besiedelt sie nährstoffreiche, kalkhaltige Böden, kommt aber auch auf Standorten mit geringer Nährstoffversorgung vor. Sie besiedelt Karststandorte und ist somit kalktolerant.

Aspekte der Kulturbegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Blüte/ Fruktifizierung / Gewinnung von Nüssen

Sie kann schon als sehr junger Baum fruktifizieren. Der Blühzeitpunkt ist sehr unterschiedlich – manche Bäume blühen bereits im Januar, wenn es mild ist, andere erst im März, ähnlich wie der Haselbusch.

Daraus resultiert die unterschiedliche Fruchtreife, die bei Straßenbäumen auffällig ist. Von August bis Oktober sind Nüsse zu finden. In milden Wintern blüht sie bereits im Januar, kann dann aber von einem Wintereinbruch überrascht werden.

Nüsse

Alte Baumhasel tragen fast jedes Jahr reichlich Früchte, so dass man fast alljährlich Nüsse sammeln kann. Bei manchen Bäumen lassen sich die Nüsse nur sehr schwer aus den Fruchtbechern lösen. Auf diese Nüsse verzichtet man besser bei einer Sammelaktion. Die Nüsse werden von vielen Tierarten genutzt, die auch die Früchte des Haselbuschs verspeisen, wie Eichhörnchen, Wildschwein, Eichelhäher, Kleiber, Spechte.

Saat

Bislang liegen kaum Erfahrungen mit Saat vor. Die Saat sollte so erfolgen, dass keine Nüsse in größerem Umfang durch Tiere (Vögel, Mäuse, Schwarzwild) aufgenommen werden können. Daher ist Saat im Frühjahr vorzuziehen. Bei der Überwinterung des Saatguts ist zu beachten, dass die Nüsse 8 Wochen lang feucht gehalten werden, um die Stratifizierung (Aufhebung der Keimhemmung) durchzuführen.

Die Nüsse können im Sand in einer mäusesicheren Kiste gelagert werden. Wenn die Nüsse austrocknen, überliegen sie einen Sommer und keimen erst im darauf folgenden Frühjahr. Saat eignet sich insbesondere auf steinigen Kuppenlagen, wo Pflanzung nur schwer möglich ist.

Wirtschaftsdaten In der Türkei werden Jungpflanzen der Baum-Hasel in großem Stil produziert, um sie als Veredelungsunterlage für den Haselbusch Corylus avellana zu verwenden.

An der türkischen Schwarzmeerküste gibt in dem optimalen warmen Klima mit regelmäßigen Niederschlägen auf riesigen Flächen Haselnussplantagen (700.000 ha), wo Nüsse u. a. für die Nutellaproduktion gewonnen werden. Zum Vergleich: die hessische Waldfläche beträgt 870.000 ha. 76 % der weltweiten Haselnussproduktion erfolgt in der Türkei. Der jährliche Umsatz beträgt 1,9 Milliarden EURO, rund 8 Millionen! Menschen sind dort in der Nussernte und der Weiterverarbeitung beschäftigt.

Welche Flächen eignen sich für den Anbau?

Sowohl nährstoffreiche (eutrophe) als auch mittelmäßig nährstoffversorgte (mesotrophe) Flächen sind als Kulturflächen geeignet. Beim Wasserhaushalt sind frische bis trockene Standorte geeignet. Auf feuchten, nassen und wechselfeuchten Standorten kann Baumhasel nicht angebaut werden. Bei vergrasten Flächen muss man die Mäusegefahr bedenken, genauso wie beim Anbau von Buche, Kirsche oder Ahorn.

Biotische und abiotische Gefahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mäuse stellen eine erhebliche Gefahr dar. Der Stammansatz von Baumhasel wird genauso gern von Mäusen geschält wie Buche oder Kirsche. Selbst Baumhasel, die am Wurzelhals 10 cm dick waren, wurden durch Mäusefraß zum Absterben gebracht (Lich/ Hessen, 2014). Gegen Mäuse helfen Wuchshüllen, glatte Fegeschutzmanschetten oder Rodentizide.

Verbiss oder Fegen durch Rehwild wird durch Zaunbau oder Wuchshüllen verhindert.

Stadtbäume sterben vereinzelt ab wegen Verticillium dahliae, der Verticillium-Welke, einer Pilzinfektion, die über beschädigte Wurzeln (Baggerarbeiten bei Stadtbäumen) eindringt. Eine weitere Ursachen für das Absterben von Stadtbäumen ist noch nicht geklärt. Verdächtigt werden pflanzenpathogene Bakterien der Gattungen Pseudomonas und Xanthomonas (Kehr, 2014). Sie werden eventuell bei Astschneidearbeiten mit infizierten Astscheren übertragen.

Frost ist gefährlich, wenn er um den 1. April auftritt, wenn die zarten Blättchen sprießen. Bäumchen innerhalb der Wuchshüllen überstanden Frost ohne Schäden, während ungeschützte Bäumchen zurückfroren. Sie machen dann einen Johannistrieb aus dem Wurzelhals heraus, der bis zu 50 cm lang sein kann. Spätfröste im Mai oder Juni können dem Baumhasel nichts anhaben, weil die Blätter dann schon gefestigt sind.

Straßenbäume können absterben bei zu hohen Einträgen von Streusalz, größeren Eingriffen ins Wurzelsystem (Baggerarbeiten) und durch Bodenverdichtung

Wachstum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alter bzw. Altersschätzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Literatur findet sich als maximales Alter 200 Jahre (Alexandrov 1995, s, S. 217) bzw. 200 Jahre (bei Schmidt 2003). In Oravita (Rumänien) wurden Bäume gebohrt und das Alter auf 330 Jahre geschätzt.

Bei Afyon-Derecine (Türkei) steht ein Baum, dessen Alter auf 340 Jahre geschätzt wird, ein weiterer wird auf 620 Jahre geschätzt (Genc 1998). Bei Rogatica (Bosnien) wird ein Baum mit dem BHD 240 cm auf 460 Jahre geschätzt.

Das Problem bei alten Bäumen besteht darin, dass der Baumstamm hohl ist bzw. man mit dem Zuwachsbohrer nur die äußeren 30 cm des Stamms beproben kann. Das Alter muss anhand der außen gebohrten Jahrringe geschätzt werden. Man weiß leider nicht, wie breit die Jahrringe im Inneren des Stamms waren. Alte Bäume können in den letzten Jahrzehnten sehr enge Jahrringe bilden. Wenn man unterstellt, dass sie auch in der Jugend ähnlich enge Jahrringe gebildet haben, wird das Alter ganz erheblich überschätzt.

Wuchseigenschaften

Die Wurzel wird als Pfahlwurzel ausgebildet, die bis zu 4 Meter tief wächst (Alexandrov 1995). Die Krone ist in der Jugend oft pyramidenförmig oder spitz ausgeformt, im Alter generell breiter und gerundet.

ausgesprochen geradschaftige Stämme, 11-jährig, Verband 3x1m (Versuchsfläche Glaswein/ Waldviertel Österreich)

Die natürliche Astreinigung ist sehr gut. Ein eindrucksvolles Beispiel ist der Bismarckwald bei Würzburg, wo Stämme mit 15 m astfreiem Stamm zu sehen sind. Baumhasel ist somit kein Totasterhalter wie die Kirsche.

wipfelschäftiger Straßenbaum (Dorheim/ Hessen)

Geradschaftigkeit – der Anteil der geraden Stämme ist bei Baumhasel ausgesprochen hoch

Wipfelschäftigkeit – ein besonderes Charakteristikum der Baumhasel ist der ausgeprägt wipfelschäftige Wuchs, ähnlich wie bei Pappel oder Erle. Die Stämme wachsen meist bis in den Wipfel ohne Zwieselbildung. Daher müssen nicht so viele Pflanzen bei der Kultur gepflanzt werden, wie z. B. bei Buche oder Eiche.

zahlreiche Stockausschläge an einem Altbaum in Oravita, Rumänien

Bei Wurzelbrut schlagen Schösslinge in größerem Abstand vom Stamm aus der Wurzel aus. Dies ist bei Baumhasel bislang nicht bekannt geworden.

Stockausschlag ist in dem urwaldartigen Bestand bei Oravita (Rumänien) an zahlreichen Bäumen (direkt am Stamm des Altbaums) zu sehen. Bei jungen Bäumen sind es manchmal zahlreiche wenige Zentimeter dicke Stockausschläge, an Altbäumen wachsen teilweise sehr starke Stockausschläge. Stirbt ein junges Bäumchen ab, werden Johannistriebe ausgebildet.

Höhenwachstum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wuchsvergleich mit anderen Baumarten: es ist sehr standortabhängig, wie sich das Höhenwachstum der Baumhasel im Vergleich zu anderen Baumarten darstellt. Auf gut wasserversorgten, eutrophen (nährstoffreichen) Böden in Lich (Hessen) sind im Dickungsstadium gleichaltrige Berg- und Spitzahorne und Kirschen der Baumhasel im Wuchs deutlich überlegen, während Rotbuche und Traubeneiche langsamer wachsen. Auf einer süddeutschen Versuchsfläche (Heilbronn) wurde die Höhenentwicklung von 16-jährigen Baumhaseln gemessen (Schölch, in Seho 2017). Sie wuchsen auf sehr gutem Standort (Weinbaugebiet, Feinlehm) teilweise schneller als Kirschen.

Auf mesotrophen oder trockenen Standorten kann man davon ausgehen, dass Baumhasel im Höhenwuchs mit den ansonsten sehr schnellwüchsigen Bergahornen und Kirschen mithalten kann. Maximal erreicht sie Höhen von 35 m

Dickenwachstum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tiefzwiesel sind oft dicker als wipfelschäftige Bäume und können beachtliche Dimensionen erreichen. Solitärbäume mit ihren großen Kronen sind naturgemäß dicker als Bäume im Waldbestand, die weniger Platz für die Ausbildung ihrer Krone haben. Im Wald gibt es bei uns nur Baumhasel, die jünger als 60 Jahre sind, so dass noch keine starken Waldbäume vorkommen. In unseren Städten sind gelegentlich Stadtbäume mit Dimensionen von über 100 cm Brusthöhendurchmesser (BHD) zu finden.

Auf gleichen Standorten holt die Buche die Baum-Hasel in Bezug auf den Durchmesser erst im Alter von über 100 Jahren ein (Ghimsey 1980 in Alteheld 1996). Als maximaler Jahrring wurden 13 mm gemessen in der Altersperiode 5–10 Jahre, der durchschnittliche Jahrring lag hier bei 8,3 mm (Sauen/ Brandenburg; Wich 2015).

Die Breite des Jahrrings ist abhängig vom Baumalter, Nährstoff-, Wasser- und Wärmeangebot sowie Standraum (Kronendurchmesser). Im Extremfall wie in Oravita (rumänischer Karst), wo 300-jährige Bäume am Rande der Existenzfähigkeit stehen, kann er über lange Perioden lediglich 0,5 mm betragen.

Bestandesvorrat In Oravita (Rumänien) ermittelte Neumann (2015) im Naturwald auf 6 Probekreisen Grundflächen von 34–38 m² und Vorräte von maximal 214 Vfm/ ha Baum-Hasel, wobei der Gesamtvorrat des Probekreises bei 406 Vfm/ ha lag ; die anderen beteiligten Baumarten waren Silberlinde, Hainbuche und Esche.

Anbau in Mitteleuropa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die ersten Baum-Hasel wurden 1582 aus Constantinopel (Istanbul) nach Merkenstein (Niederösterreich) gebracht (Beck von Mannagetta 1890): Beck von Mannagetta schreibt in der 1890 erschienenen Flora von Niederösterreich über Corylus colurna: „ Im Jahre 1582 aus Constantinopel nach Niederösterreich gekommen und hier in den Gärten cultiviert; auch manchmal verwildert, wie in den Wäldern bei Merkenstein. [20 km sdl von Wien.] Türkische Haselnuss“.

Der Chronist der Pfarren des Stiftes Melk [70 km westl. von Wien], Ignaz Franz Keiblinger, berichtet „von den ehrwürdigen zwei türkischen Haselnussbäumen (Corylus arborea), welche zur Zeit des Kaisers Leopold I. zwischen 1690–1693 durch den gewesenen kaiserlichen Gesandten in der Türkei, Hofrath Franz Anton Edlen von Quarient und Raal, gepflanzt worden sein sollen, wovon aber der eine im Jahr 1854 ausstarb.“

Auszug aus dem „Waldwirt“ (1996): „1582 und 1586 erhielt der österreichische Kriegsrat Baron von Ungnad aus Konstantinopel erstmals Saatgut von Baumhasel. Clusius aus Frankfurt säte von diesen Nüssen aus und im Jahr 1593 war ein daraus erwachsene Baum schon über mannshoch.“ Es muss aber schon früher eine Baumhasel nach Frankfurt gekommen sein, denn 1657 wird im Garten des Kaufmanns Dufay eine beschrieben, die an Höhe und Breite fast den größten Eichbaum übertraf. Fast 30 m hoch mit 1/3 davon Schaft, war sie so stark wie „vier Männer im Leibe“. Dieselbe Baumhasel wird 1736 als so hoch und dick beschrieben, dass sie „kein Lindenbaum übertreffen dürfte“.

Im forstlichen Standardwerk von Carl Alwin Schenck 1939 (Fremdländische Baumarten), in dem sämtliche Baumarten der Nordhemisphäre aufgeführt wurden, fehlt die Baumhasel. Vermutlich wurde sie vergessen, weil sie in der Natur nach Übernutzung der Bestände weitgehend verschwunden und oft nur noch kleinwüchsige Bäumchen auf ungünstigen Standorten übriggeblieben waren. Weil sie in dem o. g. Buch fehlt könnte der Grund dafür sein, dass sie bei den vielen forstlichen Anbauversuchen von fremdländischen Baumarten nie berücksichtigt wurde.

Vermutlich kann man in allen deutschen Städten Baumhasel als Straßenbaum finden. Seit über hundert Jahren wird sie gepflanzt, zahlreiche ältere Bäume sind in den Städten zu finden. Zunächst wurde sie wohl überwiegend im süddeutschen Raum gepflanzt. Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass sie im benachbarten Österreich schon länger als Straßenbaum Verwendung fand.

Seit etwa 1990 wird sie in Städten vermehrt gepflanzt. Wegen ihrer Dürreresistenz gilt sie als gut geeignet für den Straßenraum, wo wegen Versiegelung wenig Wasser zur Verfügung steht. Sie ist aber nicht sehr salztolerant. An Landstraßen wird Baumhasel entsprechend den Vorgaben der Straßenbauverwaltung nicht gepflanzt, da sie mit ihren Nüssen Tiere an die Straße locken würde, die überfahren werden könnten.

Im Wald dagegen wurden vor dem Jahr 2010 in Mitteleuropa erstaunlicherweise nur sehr vereinzelt Baumhasel gepflanzt, obwohl man in vielen Städten sehr gutwüchsige Exemplare findet. Nur eine winzige Waldfläche von ca. 13 ha wurde mit Baumhasel bepflanzt. Im Jahr 2010 wurde mit einem verstärkten Anbau begonnen.

Baumhasel und Klimawandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kriterien für neue Gastbaumarten (laut Kölling 2008):

  • „höhere Massen- oder Wertleistung als einheimische Baumarten auf demselben Standort“
  • „Baumhasel wächst schneller als Eiche“
  • „Erzeugung wertvollen Holzes“
  • „Baumhasel produziert Wertholz mit hohen Preisen“
Anpassung an unser Klima
  • Baumhasel hat geringen Wasserbedarf, mit ausgeprägten Dürre- und Frostperioden kommt sie klar. Als europäische Baumart kennt sie unsere Großwetterlagen.
  • „keine gravierenden Probleme mit biotischen oder abiotischen Schädigungen“
  • mit Pilzen, Insekten, Frost, Schneebruch, Sturm sind keine Probleme bekannt
  • „keine Verschlechterung des Bodenzustands“
  • „ihre „Streu“ ist gut abbaubar, der Boden versauert nicht und wird nicht ausgezehrt“
  • keine invasive Art
  • „ihre Verjüngung ist mit Eiche vergleichbar, ihre Früchte werden wie beim Haselbusch gern von Tieren aufgenommen“

Beispiele für größere Bestände der Baum-Hasel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der größte deutsche Altbestand: Bismarckturm bei Würzburg

Am nördlichen Stadtrand von Würzburg, 150 m westlich des Bismarckturms befindet sich ein etwa 0,6 ha großer Bestand, der 1950 bei der Anlage des Stadtrandwaldgürtels gepflanzt wurde. Rund 70 herrschende Bäume mit maximalen Höhen von 22 m und BHD bis 29 cm sind hier zu finden. Die Kronen sind klein, viele Baumhasel weisen nur kleine Pinselkronen auf, da der Bestand nie durchforstet wurde und nur aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht Bäume entnommen wurden. Entsprechend gering ist die Durchmesserentwicklung. Der Bestand bietet die einmalige Chance, die Regeneration und Dynamik von spät freigestellten Baumhaselkronen zu dokumentieren. Beeindruckend ist die hervorragende Astreinigung, viele Stämme sind auf 15 m astfrei. Im Bestand beigemischt sind Spitzahorn und Esche, diese haben wesentlich größere Kronen als der Baumhasel, sind aber nur geringfügig höher.


Ein großer, urwaldartiger Reinbestand in den rumänischen Karpaten: Oravita (gesprochen "Oraviza")

Im Nationalpark Cheile Nerei-Beusnita, 100 km SSO von Timisoara (Temeschburg) bzw. 13 km SSO von Oravita bzw. 6 km ONO von Sasca Romana, befindet sich ein sehr naturnaher Baumhaselbestand mit einer Größe von 17 ha. Der Bestand liegt in einer Höhenlage von 570 – 800 m ü. NN, wo im Winter ein Meter Schnee liegen kann, während die Sommer oft nur wenig Niederschläge bringen. Das Ausgangsgestein ist Karst (Kalkstein), der Bestand ist großflächig blocküberlagert mit sehr hohem Skelettanteil und sehr geringem Feinbodenanteil. Oft steht der blanke Fels an und man ist erstaunt, dass hier so starke Bäume wachsen können, die allerdings nur eine geringe Oberhöhe von 20 m erreichen. Auf sehr trockenen Flächen fallen andere Baumarten aus und Baumhasel bildet dann Reinbestände. In Arealen mit besserem Boden stehen 30 m hohe Baumhasel und der Anteil der anderen Edellaubbbaumarten Berg- und Spitzahorn, Kirsche, Elsbeere, Silberlinde, Hainbuche und Rotbuche nimmt zu. Auffällig ist der hohe Anteil der wipfel- und geradschäftigen Bäume. Bemerkenswert ist, dass an vielen Stämmen Stockausschlag zu sehen ist, teilweise sind es Dutzende dünner Ruten, manchmal auch nur vereinzelte. Gelegentlich stehen Altbäume sehr eng beieinander, offensichtlich sind sie aus Stockausschlägen hervorgegangen. Naturverjüngung findet man im gesamten Bestand praktisch gar nicht, so dass vermutlich die Vermehrung über Stockausschläge eine große Bedeutung hatte.

Der stärkste Stamm, ein Triesel (nicht Zwiesel), hatte einen BHD von 115 cm BHD, Zwiesel mit BHD 97 cm bzw. 107 cm wurden gemessen und der stärkste wipfelschäftige Baum hatte einen BHD von 101 cm. Auf 3 Probekreisen (Richter 2013) mit besonders hohem Baumhaselanteil wurden Vorräte für alle Baumarten von 264 Vfm / ha ermittelt, der Anteil der Baumhasel betrug bei den starken Bäumen (> 50 cm BHD) 57 bis 71 %. Mehrere Bäume wurden gebohrt und die Jahrringstärken ermittelt, sie lagen über längere Perioden bei 0,4 bis 2,2 mm, ausnahmsweise bei 4 mm. Zu berücksichtigen ist, dass es sich um einen trockenen Standort mit geringen Zuwächsen handelt und dass keine Durchforstungen stattfanden. Die Kronendurchmesser sind entsprechend gering. Das Alter der ältesten Bäume wurde anhand der Bohrkerne auf 300 Jahre geschätzt. Da nicht bis zum Stammzentrum gebohrt werden konnte, wurde anhand der Jahrringstärken eine Schätzung vorgenommen.

Auf 6 repräsentativ ausgewählten Probekreisen (Neumann 2015) betrug der Baumhaselanteil durchschnittlich 33 % (20–50 %), die Bestandesgrundfläche 34 – 38 m²/ha, der Vorrat aller Baumarten 383 – 428 Vfm / ha . Die Baumhöhen lagen zwischen 22 und 30 m, der Kronendurchmesser bei den stärksten Bäumen betrug 7 m (bei Baumhaseln in der Stadt liegt er oft bei 15 m.)

Die Schaftformen sind überwiegend gerade und wipfelschäftig, meist mit 10 bis 15 m Stamm, dann kommt der Kronenansatz. Auffällig sind die vielen Bäume mit Stockausschlägen.

Dieser Bestand ist eine Ausnahmeerscheinung, weil er so großflächig ist und weil er auch Bereiche beinhaltet, wo Baumhasel auf Bereichen mit hohem Feinerdeanteil zu großen Bäumen heranwachsen kann. Meist findet man Baumhasel auf dem Balkan nur auf kargen, trockenen Böden, weil die konkurrenzkräftigen Baumarten wie Buche, Ahorn, Esche, Kirsche ihn auf den besseren Standorten nicht zum Zuge kommen lassen. Daher sind meist nur geringwüchsige Baumhasel zu sehen.

Baum-Hasel als Straßenbaum

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Nüsse sind essbar und werden gerne zum Backen (Nusskuchen) verwendet. Sie haben einen angenehm milden Geschmack und sind lange haltbar.

Das Holz ist lichtbraun und zur Herstellung von Möbeln und Schnitzereien geeignet.

Aufgrund ihrer Robustheit und ihres schlanken Wuchses wird die Baum-Hasel in Mitteleuropa gerne als Straßenbaum gepflanzt.

Holz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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"In früheren Zeiten" wurden Baum-Hasel in Naturwäldern stark genutzt, was einen deutlichen Hinweis auf ihr wertvolles und beliebtes Holz gibt. Seit langer Zeit sind kaum mehr nutzbare Stämme in verkehrsgünstiger Lage vorhanden, nur in unerreichbaren, abgelegenen Wäldern stehen noch vereinzelt starke Baumhasel. Daher ist sie als Holzart auch unter Forstleuten weitgehend unbekannt.

Nutzungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum letzten Türkenkrieg kamen große Mengen des „türkischen Haselnussholzes“ die Donau hinauf nach Wien in Klötzen von 42x42 bzw. 65x65cm Durchmesser:

„Noch bis zum letzten Türkenkriege (1788) wurde eine sehr große Menge Holz auf der Donau nach Österreich unter der Benennung „türkisches Haselnussholz“ in sehr großen, mehrere Quadratfuß (65x65 cm) im Durchmesser haltenden Klötzen gebracht, in dem es vormals nebst dem Eibenholz eines der beliebtesten, kostbaren Tischlerhölzer zu Möbeln war, wovon sich viele in Wien finden“.

„Diese wertvolle Eigenschaft der Baumhasel, als Nutzholz in der Möbeltischlerei verwendet zu werden, scheint bei den Forstleuten der Jetztzeit gänzlich in Vergessenheit geraten zu sein. Es verdient daher der Anbau der türkischen oder Baumhasel im Großen als Waldbaum von Neuem angeregt zu werden. Dass der Baum in unserem deutschen Klima gut gedeiht und sich kräftig, wenn auch langsam entwickelt, ist durch zahlreiche, vereinzelte Exemplare erwiesen. Es dürfte daher einer Einstellung dieser Holzgattung in unsere Forstkulturen kaum einer nennenswerten Schwierigkeit begegnen.“ (Goeschke 1887; in Hilfreich, Heinrich 1996).

Extreme Übernutzung der Bestände erfolgte bis zum Mittelalter, in der Natur ist sie weitgehend ausgerottet (vergleichbar mit der Eibe), verschiedene ehemalige Bestände sind heute Karst (unbewachsene Steinflächen), daher ist die Baumhasel heute selbst in den Ursprungsländern weitgehend unbekannt. Eine Angabe zur Nutzung findet sich bei (Alteheld 1996): „Von der örtlichen Bevölkerung im Kaukasus wird das Holz als Baumaterial und gut zu bearbeitendes Material hoch geschätzt“.

„Vielerorts [im Kaukasus] war auch das wertvolle Holz Anlass zu einer Übernutzung, so dass verschiedene Populationen fast ausgerottet wurden“ (Schmidt 2003).

Holzeigenschaften, Holzverwendung, Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holzeigenschaften

Das Holz wird als mäßig hart, mittelschwer und leicht bearbeitbar beschrieben.

Es hat ein exzellentes Stehvermögen, ändert also seine Form auch bei Änderung der Feuchtigkeit nicht mehr, wenn es einmal getrocknet war. Die Dimensionsstabilität (bei Holz auch: das Stehvermögen) bezeichnet die Eigenschaft von Stoffen, unter wechselnden Umgebungsbedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit etc.) maßhaltig zu bleiben.

Holzstück mit überwalltem Ast

Holzverwendung

Das Holz war in Wien vor 1850 neben der Eibe das beliebteste und kostbarste Möbelholz. Nachdem die Naturwälder für Wien kein Baumhaselholz mehr liefern konnten, wurden Tropenhölzer wie Meranti als Ersatz eingesetzt. Es wird außer als massives Möbelholz für Furnierherstellung genutzt sowie als Drechslerholz. Als Brennholz hat es einen hohen Brennwert.

Preise

In ihrem Ursprungsareal wird Baum-Hasel kaum gehandelt, da nur noch sehr wenige nutzbare Bestände bzw. Einzelbäume vorhanden sind. Nur ausnahmsweise werden in Mitteleuropa Einzelstämme vermarktet. Straßenbäume mit astreinen Stammabschnitten würden ein begrenztes Potential darstellen. Allerdings fehlt den Grünämtern der Städte meist das Bewusstsein für den Wert der Stämme , die Kenntnis über Vermarktungsmöglichkeiten fehlt bzw. der hohe Aufwand einer Submission von Einzelstämmen wird gescheut. Daher werden gefällte Straßenbäume zu Brennholz verarbeitet oder gehäckselt.

Straßenbäume haben Potential

Straßenbäume bieten ein gewisses Potential, um Stammholz zu liefern. Die unteren Meter der Stämme sind oft astrein, so dass sie wertvolles Holz beinhalten. I.d.R. sind sich die Mitarbeiter der Grünämter bzw. Bauhöfe nicht bewusst, welchen Wert ein Stamm der Baumhasel haben kann. Außerdem kennen Sie sich meist nicht mit dem Verfahren der Submission aus oder wollen den Aufwand nicht betrieben, einen einzelnen Stamm auf diese Weise zu vermarkten. Daher werden die Stämme wohl überwiegend "zu Kleinholz gemacht", indem sie meterweise zerschnitten werden und als Brennholz enden.

Erforschung der Baumhasel

Herkunftsversuche

In Deutschland wurden in den vergangenen Jahren an vielen Stellen Baumhasel im Wald gepflanzt. Die Nüsse für die Pflanzenproduktion wurden hierfür von deutschen Baumschulen vermutlich überwiegend in Städten an Alleebäumen gesammelt, die phänotypisch (vom äußeren Erscheinungsbild her) positiv sind:gerader Stamm, wipfelschäftig, wüchsig. Die Alleebäume haben über Jahrzehnte bewiesen, dass sie mit den Standortsbedingungen bei uns gut zurechtkommen.

Es kann allerdings durchaus sein, dass es andere als die bisher verwendeten Herkünfte gibt, die bei uns deutlich besser wachsen. Es ist daher dringend notwendig, dass Herkunftsversuche durchgeführt werden.

Hierfür werden Nüsse aus den unterschiedlichen Herkunftsgebieten gesammelt, in der Baumschule zu Pflanzen herangezogen und bei uns unter gleichen Bedingungen ausgebracht: das Pflanzjahr muss identisch sein, damit alle Herkünfte bei gleichen Wuchsbedingungen (trockenes Frühjahr, Fröste etc.) aufwachsen und sie müssen auf demselben Standort aufwachsen, also auf derselben Kulturfläche mit ihrem entsprechenden Boden (Wasser- und Nährstoffversorgung, Bodentyp etc.).

In den Folgejahren werden die Herkünfte verglichen hinsichtlich Ausfallrate und Wuchseigenschaften (Schaftqualität, Höhenwachstum, Krankheiten, Reaktion auf Klima etc. etc.).

Schweiz - WSL (Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft)

In der Schweiz werden sehr aufwändige, umfangreiche und langfristige Testreihen bzw. Versuche mit Anbauten von Baumarten im Klimawandel durchgeführt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Axel Albrecht, Angela Luciana de Avila: Baumartensteckbrief Baumhasel; FVA Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg 2017.
  • A. Alexandrov: Corylus colurna. In: P. Schütt (Hrsg.): Enzyklopädie der Holzgewächse. 2. Erg. Lfg. Ecomed-Verlag, Stuttgart 1995, S. 215–222.
  • R. Alteheld: Die Baumhasel (Corylus colurna L.): Monographie einer Baumart. In: Werner Koch (Hrsg.): Baumkunde. Band 1, IHW-Verlag, Eching 1996, ISBN 3-930167-15-8.
  • Mustafa Arslan: Studying Turkish hazelnut (C. colurna) populations in the western black sea region from ecological and silvicultural aspects. Abant İzzet Baysal Üniversitesi. Department of Forest Engineering. Master of Science. Bolu. ; Supervisor Prof. Emrah Cicek auf türkisch: M. ARSLAN: Batı Karadeniz Bölgesinde Türk Fındığı (Corylus colurna L.) Populasyonlarının Ekolojik ve Silvikültürel Yönden İncelenmesi. Abant İzzet Baysal Üniversitesi. Fen Bilimleri Enstitüsü. Orman Mühendisliği Silvikültür Anabilim Dalı. Yüksek Lisans Tezi. Bolu 2005.
  • V. Beus: Beitrag zum Kennenlernen der Fundorte der Baumhasel (Corylus colurna L.) in Bosnien und Herzegowina. In: Narodni Sumar. Sarajevo, XXIV; No. 9–10, 1970, S. 425–436. (serbisch)
  • V. Beus: Ein neues Vorkommen der Baumhasel im Gebiet von Praca (Novo nalazište medveđe lijeske (Corylus colurna L ) u području Prače). Sarajevo 1982, S. 55–58. (serbisch)
  • G. Fekete: Der Walnuss-Baumhasel-Felsenwald der Berge von Oltenien. In: Annales Historico-Naturales Musei Nationalis Hungarici Pars Botanica Budapest. Band 59, 1967, S. 163–173.
  • N. Frischbier et al.: Bericht zum Prüfauftrag „Machbarkeitsstudie Fremdländeranbau“. Forstl. Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha, 2015, S. 1–21.
  • P. Fukarek: Medvjeda lijeska (Corylus colurna L.) i njena nalazista u Bosni i Hercegovini. In: Godisnj. Biol. Inst. u Sarajevu. 9, 1956, S. 153–176.
  • M. Genç, Ş. T. Güner, S. Gülcü, H. Fakir: Coppice of Corylus colurna L. in Afyon-Derecine. In: Bükü Orman ve Av. 74 (6) 1998, S. 13–19. (Afyon-Dereçine Türk Fındığı (Corylus colurna L.) Bükü. Orman ve Av, 74 (6) 13–19)
  • L. Ghimessy: Corylus colurna as valuable reserve tree species in Hungary. In: Erdö. 29, 1980, S. 365–369.
  • Wolfgang Grade: Die Baumhasel. In: Die Grünen Seiten. 1–3, Mitteilung der Forstverwaltung Thüringen, 2017.
  • C. Griesche: Eine Türkin namens Baumhasel. In: Unser Wald. (Schutzgemeinschaft Deutscher Wald) 2004, S. 32–33.
  • At. Haralamb: Alunul turcesc. [Türkennuss]. In: Cultura speciilor forestiere. 3. Auflage. Editura Agro-silvică, București 1967, S. 289–296. (Baumhasel in Rumänien)
  • Wolfgang Hertel: Möglichkeiten des Nussanbaus in den neuen Ländern am Beispiel Thüringens. In: Der Wald. 5/1997, S. 243.
  • Heinrich Hilfreich (alias Th. Scheeder): Die Baumhasel – eine Alternative für trockene Standorte. In: Der Waldwirt. 4/5, 1996, S. 76–79.
  • Heinrich Hilfreich: Weitere Gedanken zum Waldbau: 24 Aufsätze. IHW – Verlag, Eching bei München 1997, ISBN 3-930167-24-7.
  • Milos Mirkovic: Analiza morfometrijskih svojstava stabala Mecje lijeske (Corylus colurna L.) u cilju izdvajanja sjemenskih objekata. [Analysis of morphological characteristics of Turkish hazel (Corylus colurna L.) trees as the base for designation of seed object]; PhD-Arbeit, Banja Luca 2011.
  • S. Nedyalkov: Ecological areas of the forest tree and bush vegetation in Afghanistan. In: Forest Science, Sofia. No. 2, 1978, S. 71–89.
  • Jelena Ninic-Todorovic u. a.: Turkish hazel trees in Novi Sad urban area. Acta horticalturae et regiotecturae, Nitra, 2010, S. 42–47.
  • T. Pauls: Die Baumhasel (Corylus colurna L.) - mehr als ein Alleebaum. In: Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft. 91, 2006, S. 191–199, ISSN 0070-3958.
  • E. Richter: Baumhasel – ein Baum für den Klimawandel?! In: AFZ (Allgemeine Forstzeitschrift) – Der Wald. Heft 8/ 2012, S. 8–9.
  • E. Richter: Baumhasel – anbauwürdig in Mitteleuropa? In: AFZ (Allgemeine Forstzeitschrift) – Der Wald. Heft 5/ 2013, S. 7–9.
  • E. Richter: Baumhasel – Bestandesstruktur und Wachstum. Oravita – ein außergewöhnlicher Wald in Rumänien. In: AFZ (Allgemeine Forstzeitschrift) – Der Wald. Heft 5/ 2014, S. 13–16.
  • E. Richter: Baumhasel: Schnelles Wachstum in trockenwarmem Klima - Erste Erfahrungen mit dem Anbau der Baumhasel im Stadtwald Lich. In: AFZ (Allgemeine Forstzeitschrift) – Der Wald. Heft 8/2014, S. 11–13.
  • E. Richter: Ein Stadtbaum für den Wald? Baumhasel statt Roteiche. In: Schweizer Forstzeitschrift Wald und Holz. Nr. 6/09, S. 4–6.
  • E. Richter: Der Baumhaselwald bei Oravita. In: Revista Padurilor. (rumänische Forstzeitschrift) Band 131, Nr. 3–4, Mai–Aug 2016, S. 19–26.
  • A. Roloff: Bäume in der Stadt. Ulmer Verlag, 2013, S. 77–80.
  • W. Ruhm: Die Baumhasel – eine Baumart für Kärnten. In: Kärntner Forstverein, FVF Info. 59, 2009, S. 15–16.
  • W. Ruhm: Die Baumhasel – trockenresistent und wertvoll. In: Zeitschrift „Die Landwirtschaft“. 2013, S. 22–23.
  • H. Sabeti: Forest, trees and shrubs of Iran. Yazd. (auf persisch; C. colurna in Iran 1994, S. 361, übersetzt ins Deutsche von Axel Kargoscha und E. Richter; Jan. 2014)
  • P. A. Schmidt: Bäume und Sträucher Kaukasiens., Teil 2. (= Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft. 88). Berlin 2003, ISBN 3-8001-8323-4, S. 77–100. [hier S. 89.]
  • Manfred Schölch: Baumhasel und Ahornblättrige Platane – erste Erfahrungen im forstlichen Anbau. In: Forstarchiv. 82, 2011, S. 155–156.
  • Muhidin Šeho, Gerhard Huber, Nico Frischbier, Manfred Schölch: Kurzportrait Baumhasel (Corylus colurna L.). 2017. www.waldwissen.net
  • Muhidin Seho u. a.: Baumhasel – Saatgut und Vermehrung im Fokus.; In: Deutsche Baumschule. 08/2016, S. 42–45.
  • Muhidin Šeho, Gerhard Huber: Baumhasel – Bewertung möglicher Saatguterntebestände.; In: AFZ-Der Wald. 4/2018.
  • Fatih Temel: Status of natural Turkish hazel populations in Turkey. In: Journal of Forestry Faculty. Artvin Coruh University, 2017.
  • Luboš Úradníček, Štěpánka Řehořková: Líska turecká. In: Lesnická práce journal. 4/2013; (s.: www.silvarium.cz). (Ústav lesnické botaniky. dendrologie a geobiocenologie Lesnické a dřevařské fakulty Mendelovy univerzity v Brně Pátek, Duben)
  • Mita Veličković,: Nalazišta mečje leske (Corylus colurna L.) na području Šumskog gazdinstva Vranje. In: Forestry. (Belgrade). Nr. 11–12, 1959. (serbisch, in kyrillischer Schrift)
  • unbekannter Autor: Vom Domogled. Verlag des Österreichischen Reichsforstvereines, Wien 1871, S. 550–560. (Österreichische Monatsschrift für Forstwesen. 1871; 21)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Baum-Hasel (Corylus colurna) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 115 (Textarchiv – Internet Archive).
  2. Edward Gilman, Dennis Watson: Corylus colurna - Turkish Filbert - Datenblatt. (PDF) University of Florida, 1993, abgerufen am 7. April 2014.
  3. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 312.
  4. Rafaël Govaerts (Hrsg.): Corylus colurna. In: World Checklist of Selected Plant Families (WCSP) – The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Abgerufen am 27. August 2019.