bayernhafen Nürnberg

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Bayernhafen Nürnberg
Daten
UN/LOCODE DE NUE
Betreiber Hafen Nürnberg-Roth GmbH
Hafentyp Binnenhafen
Umschlagsmenge 0,53 Mio. t (2013)
Website www.gvz-hafen.de
Geografische Informationen
Ort Nürnberg
Land Bayern
Staat Deutschland
Aktuelles Luftbild des GVZ bayernhafen Nürnberg 337 ha Gesamtfläche, 260 ansässige Unternehmen, 5.500 Arbeitsplätze
Aktuelles Luftbild des GVZ bayernhafen Nürnberg 337 ha Gesamtfläche, 260 ansässige Unternehmen, 5.500 Arbeitsplätze
Koordinaten 49° 23′ 32″ N, 11° 3′ 43″ O49.39222222222211.0619444444440Koordinaten: 49° 23′ 32″ N, 11° 3′ 43″ O
Bayernhafen Nürnberg (Bayern)
Bayernhafen Nürnberg
Lage Bayernhafen Nürnberg

Die Hafen Nürnberg-Roth GmbH ist die Management- und Betreibergesellschaft des Güterverkehrszentrums (GVZ) bayernhafen Nürnberg. Mit einer jährlichen Umschlagleistung von ca. 15 Mio. t ist das GVZ das größte und bedeutendste multifunktionale Güterverkehrs- und Logistikzentrum in Süddeutschland. Bei einer Erhebung der Deutschen GVZ Gesellschaft (DGG) die die europaweit besten Güterverkehrszentren ermitteln soll, belegt das GVZ Nürnberg den dritten Platz.[1] Das trimodale GVZ ist direkt an die Verkehrsträger Straße, Schiene und Wasserstraße angebunden und verknüpft diese Infrastrukturen in idealer Weise für multimodale Transportketten. Die Wasserfläche im Hafengebiet beträgt hierbei 23,4 Hektar, sie verteilt sich auf den Kanalabschnitt sowie zwei Hafenbecken mit insgesamt 5500 m Kaianlagen.

Auf einer Fläche von 337 Hektar (das entspricht 471 Fußballfeldern) sind im GVZ bayernhafen Nürnberg 260 Unternehmen aus den Bereichen Spedition / Transport / Umschlag / Lagerung / Verpackung / Recycling / Industrie / Handel und logistische Dienstleistungen angesiedelt, welche über 5.500 Arbeitsplätze bieten. Außerdem induziert der Hafen rund 8.300 Arbeitsplätze in der Region Nürnberg.

An der Hafen Nürnberg-Roth GmbH sind mit 80 %, der Freistaat Bayern über die Bayernhafen GmbH & Co. KG, die Stadt Nürnberg mit 19 % und die Stadt Roth mit 1 % beteiligt.

Im Jahr 2013 hatte der Hafen Nürnberg mit 529.382 t Schiffsgüterverkehr einen Anteil von 6,84 % des Schiffsgüterverkehrs in Bayern, der 2013 bei insgesamt 7.742.816 t lag.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits im Jahre 1926 wurde in einem Generalbebauungsplan ein Hafengelände im heutigen Bereich ausgewiesen. 1940 waren die Pläne schon nahe der Realisierung fortgeschritten, der Zweite Weltkrieg verhinderte jedoch weiteres. Mit Beginn der Arbeiten zum heutigen Main-Donau-Kanal 1960 wurden auch die Planungen zum Hafen Nürnberg neu aufgenommen und ein Vorentwurf 1962 erarbeitet. Für die Realisierung wurde ab 1965 der Nürnberger Stadtteil Hinterhof eingeebnet, die Bewohner finanziell entschädigt. Die Eröffnung des Hafens am 23. September 1972 markierte zugleich die Vollendung des nördlichen Teilstücks des Main-Donau-Kanals zwischen Bamberg und Nürnberg.

Statistik[Bearbeiten]

Der Umschlag auf Schiene, Straße und Wasser hat sich wie folgt entwickelt:

2000: 9,2 Mio. Tonnen
2001: 9,0 Mio. Tonnen
2003: 9,2 Mio. Tonnen
2004: 9,8 Mio. Tonnen
2005: 10,2 Mio. Tonnen
2006: 11,3 Mio. Tonnen
2007: 13,3 Mio. Tonnen
2008: 14,1 Mio. Tonnen
2009: 12,6 Mio. Tonnen
2010: 15,0 Mio. Tonnen
2011: 15,5 Mio. Tonnen

Im Vergleich zu 2009 ist der Verkehrsumschlag der HNR 2010 um 16,2 Prozent auf 15 Millionen Tonnen gestiegen. Den größten Anteil daran hat mit 9,9 Mio. Tonnen der LKW, gefolgt von der Schiene mit 4,5 Mio. Tonnen.

Entwicklung des Schiffsgüterumschlags im Hafen Nürnberg [2][Bearbeiten]

2002: 0,553[3] Mio. Tonnen
2003: 0,447 Mio. Tonnen
2004: 0,523 Mio. Tonnen
2005: 0,579 Mio. Tonnen
2006: 0,527 Mio. Tonnen
2007: 0,454 Mio. Tonnen
2008: 0,517 Mio. Tonnen
2009: 0,441 Mio. Tonnen
2010: 0,481 Mio. Tonnen
2011: 0,448 Mio. Tonnen
2012: 0,464 Mio. Tonnen
2013: 0,529 Mio. Tonnen

Erweiterungen[Bearbeiten]

Im Oktober 2004 wurde mit dem Bau einer trimodalen Anlage für den „Kombinierten Verkehr“ begonnen. Nach einer Plan- und Investitionserweiterung auf insgesamt 31 Millionen Euro nahm Anfang Juni 2006 das erste Modul der trimodalen Umschlaganlage für den Kombinierten Ladungsverkehr (KV) auf 85.000 m² Grundstücksfläche den Betrieb auf. Das Terminal verfügt unter anderem über vier Ladegleise à 700 Meter und zwei Portalkräne zum Umschlag von Containern und LKW-Aufbauten mit einer Jahreskapazität von 155.000 Ladeeinheiten.

Wasserseitig wurde die Anlage über den Teilausbau des dritten Hafenbeckens angeschlossen. Dieses neue 116 Meter lange und 25 Meter breite Stichbecken im GVZ wurde am 13. Juni 2005 geflutet.

Darüber hinaus hat die DB Netz AG ihren verkehrsungünstig gelegenen, innerstädtischen Containerbahnhof in der Austraße durch einen zeitgemäßen Neubau (zusätzliches Investitionsvolumen von 32,2 Mio. Euro) im GVZ ersetzt. Diese bimodale Umschlaganlage (Schiene/ Straße) ergänzt seit Dezember 2009 die bestehende trimodale Anlage. Das GVZ verfügt dadurch über eine der größten Containerumschlagkapazitäten im europäischen Binnenland, außerhalb der Seehäfen.

Am 20. März 2006 ist das Zollamt vom Kohlenhof in den Hafen umgezogen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Linek, Klaus: Nürnberger Hafen boomt im europaweiten Güterbahnverkehr. Bahnumschlag im Jahr 2007 um 65 Prozent gestiegen. In: Güterbahnen, Heft 4/2008, S. 21–27, Alba Fachverlag Düsseldorf, ISSN 1610-5273

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. GVZ bayernhafen Nürnberg auf Platz drei beim europäischen GVZ-Ranking. schiffahrtsverein.de. Abgerufen am 28. Oktober 2011.
  2. Binnenschifffahrt in Bayern im Dezember 2013. H21003 201312. In: Statistische Berichte. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, 14. März 2014, S. 15-17, abgerufen am 14. März 2014 (pdf; 527kB, deutsch).
  3. Binnenschifffahrt in Bayern im Dezember und im Jahr 2012. H21003 201212. In: Statistische Berichte. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, März 2013, S. 6, abgerufen am 9. März 2014 (pdf; 1,2MB, deutsch).


Weblinks[Bearbeiten]