Belarus (Traktor)

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Belarus (Traktor)
Rechtsform Open Joint Stock Company (OJSC)
Gründung 1946
Sitz Minsk, Republik Belarus
Leitung Vladimir Volchok
Mitarbeiter ca. 30.000
Branche Fahrzeugbau
Website www.belarus-tractor.com
Belarus-1522-2

Belarus («Беларусь») ist eine weißrussische Traktorenmarke.

Traktoren der Marke wurden nach Firmenangaben (2005) des Herstellers Minski Traktorny Sawod in mehr als 60 Länder exportiert und haben damit 8-10 % Anteil am Weltmarkt. Seit der Gründung wurden über 3.000.000 Traktoren gefertigt, über 70.000 davon wurden in die Deutsche Demokratische Republik exportiert.[1] Die bekanntesten und verbreitetsten Modelle sind der MTЗ-50 und der MTЗ-80.

Geschichte[Bearbeiten]

  • 1946 Am 29. Mai erfolgte die Gründung der Produktionsvereinigung Minsker Traktorenwerke.
  • 1947 wurde vom Konstrukteur Konstantin Dmitrievitsch Fomitschev der Pflug vom Typ 2LF-55 entwickelt. Die Produktion des Anwurfsmotors vom Typ LD-10 begann.
  • 1948 Im Mai begann die Entwicklung eines Mehrzweckradtraktors mit einem 37-PS-Dieselmotor.
  • 1949 Am 18. Juli rollte der erste weißrussische Radtraktor aus der Versuchswerkhalle. Das Versuchsmuster wurde die Grundlage beim Bau der serienmäßigen Maschinen vom Typ MTZ-2.
  • 1950 Am 4. November begann die Produktion des Kettentraktors Kirowez KD-35 mit einem Vierzylinderdieselmotor mit 37 PS.
  • 1951 Im August endete die Produktion des Kettentraktors KD-35 (406 Stück).
  • 1953 wurde die Produktion mit den Typen MTZ-1 und MTZ-2 gestartet. Dr Traktor MTZ-2 hatte anfänglich den Dieselmotor D-36 mit 37 PS, seit 1957 den D-40k mit 40 PS.
  • 1954 begann die Entwicklung des Kettentraktors Typ TDT-40.
  • 1956 begann die Produktion des Traktors MTZ-5 und des Kettentraktors Typ TDT-40. Vier Versuchsmuster des Kettentraktors vom Typ TDT-54 (54 PS) und TDT-60 (60 PS) wurden entwickelt und gebaut.
  • 1957 erschienen die Traktoren Typen MTZ-5M, MTZ-5L. Produktionsende der Kettentraktoren Typ TDT-40 (12.977 Stück). TDT-60 wird im Altajsker Traktorenwerk in Serie produziert.
  • 1958 wurde der Typ MTZ-7 in Produktion genommen, der vier angetriebene Räder hatte.
  • 1959 gingen die Typen MTZ-5MS, MTZ-5LS, MTZ-7M, MTZ-7MS und MTZ-7LS in Serie.
  • 1961 Produktionsende der Typen MTZ-7 und MTZ-7LS (279 Stück). Produktion des Übergangmodells vom Typ MTZ-50PL auf Fahrgestell vom MTZ-50 mit serienmäßigen Motor D-48PL wurde auf 50 PS frisiert.
  • Seit 1962 wurde der MTZ-50 mit dem Dieselmotor D-50 hergestellt. Dieser Traktor wurde in Massenproduktion bis 1985 gefertigt. Es gab die Modifikation MTZ-60 mit dem Motor SMD-12, welche hauptsächlich für den Export vorgesehen war. Der erste serienmäßig hergestellte Traktor vom Typ MTZ-50PL verließ das Fließband.
  • 1964 Produktionsbeginn des Traktors MTZ-52.
  • 1967 Produktionsbeginn der Gleiskettentraktoren der Typs T-54W in den Ausführungen T-54W-C1 und T-54W-S2 für die Bearbeitung von Weinbergen.
  • 1968 Produktionsbeginn des Traktors T-54L. Prototypenbau des Traktors vom Typ MTZ-82K.
  • 1969 Produktionsstart des Baumwolltraktors vom Typ MTZ-50Ch.
  • 1974 begann die Massenproduktion des Traktortyps MTZ-80 und seiner Modifikation MTZ-82 mit dem Motor D-240 (75-80 PS). Anfänglich war eine maximale Kompatibilität mit dem MTZ-50 vorgesehen, die sich jedoch mit der weiteren Verbesserung des MTZ-80 immer mehr verringerte.
  • 1976 Produktionsstart des Typs MTZ-82 sowie des Traktors MTZ-80Ch für die Baumwollfelder.
  • 1977 Produktionsende Typ MTЗ-50X.
  • 1979 Produktionsbeginn des Typs MTZ-82N für die Berglandwirtschaft mit tiefem Schwerpunkt.
  • 1984 begann die Serienfertigung des Traktors MTZ-100 und seiner Modifikation MTZ-102 mit einem Motor der Baureihe D-245 (100—110 PS), sowie die Produktion der Typen MTZ-82R für den Reisanbau, MTZ-82K für die Bearbeitung von Steilhängen, MTZ-80V/MTZ-82V mit einer reversiblen Steuerung, MTZ-80Ch2 für den Baumwollanbau mit 60-cm-Reihen, MTZ-82T für den Melonenanbau, T-70S für den Zuckerrübenanbau und des Traktors T-70V für den Weinbau.
  • 1985 Die ersten Prototypen des Traktors MTZ-142 mit einer Leistung von 150 PS wurden produziert.
  • 1994 Die Produktion des Traktors vom Typ Belarus 1221 mit 130 PS lief an.
  • 2003 Im Minsker Traktorenwerk wurden zwei Prototypen des Traktors Belarus MTZ-2822 (Serie 2000), die mit 280 PS leistungsfähigsten Maschinen hergestellt.
  • 2005 Im Minsker Traktorenwerk wurde ein Prototyp Belarus (Serie 3000) mit 360 PS gebaut. Der Traktor MTZ-2022 mit 210 PS wurde mit dem Goldenen Qualitätszeichen ausgezeichnet.
  • 2006 Das Minsker Traktorenwerk feierte sein sechzigjähriges Jubiläum. Aus diesem Anlaß wurde der Höchstleistungstraktor Belarus MTZ-4522 (Serie 4000) mit 450 PS hergestellt.
  • 2007 Der erste Prototyp des Modells Belarus 2822DTs (Serie 2000) mit 280 PS und einem Motor der Deutz AG, welcher den Umweltschutzbestimmungen Tier 2A entspricht, wurde montiert.
  • 2014 Rechtsformwechsel in Open Joint Stock Company „Minsk Tractor Works“ (OJSC „MTW“) am 29. Januar 2014.

Standorte und Tochtergesellschaften[Bearbeiten]

aktueller Belarus 3022
  • Aggregatewerk in der Stadt Smorgon
  • Werk für Traktorenersatzteile und Aggregate in der Stadt Bobrujsk
  • Traktorenersatzteilwerk in der Stadt Vitebsk
  • Werk für Spezialwerkzeug und technologische Ausstattung in der Stadt Minsk
  • Zahnräderwerk in der Stadt Minsk
  • Elektromechanisches Werk in der Stadt Lepal
  • Lepal Repair and Engineering Works
  • Wasseranlagenwerk in der Stadt Hojniki
  • Belimpex
  • MTZMedservice
    • Poliklinik
    • 20 Gesundheitsstellen auf dem Gelände des Unternehmens
    • Prophylaktisches Zentrum
    • Apotheken
    • Ferienheim „Rudnja“ im Bezirk Logojsk, mit 250 Betten
    • Erholungsheim „Vjacha“, mit 140 Betten
  • MTZTorgservice
    • 18 Kantinen mit 2065 Sitzplätzen
    • 13 Schnellbüfetts mit 364 Plätzen
    • 2 Gaststätten
    • 2 Konditoreien
    • 3 Verkaufsstellen für halbfertige Gerichte
    • 2 Lebensmittelgeschäfte
    • Spezialgeschäft „Levscha“
  • MTZKultservice
    • Kulturpalast, Fassungsvermögen 750 Personen

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikibooks: Traktorenlexikon: Belarus – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. DDR Import-Traktoren