Bernardino de Conti

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Portrait einer Frau
Portrait eines Mannes

Bernardino dei Conti, Nicolo de Conti, italienisch Bernardino de Conti oder Niccolò de Conti (* um 1470 in Castelseprio; † nach 1522) war ein italienischer Maler der Renaissance-Ära. Er gehörte zur Mailänder Schule, bekannt durch Profilansichten in der Porträtmalerei.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt nur wenige Informationen über das Leben des Malers, der zur Familie der Grafen von Castelseprio gehörte, wie von der Unterschrift auf dem Porträt eines Mannes in Rom bezeugt.[1]

Seine künstlerische Ausbildung absolvierte er in Pavia, dann wechselte er an den Hof nach Mailand und war dort zeitgleich mit anderen Malern der Lombardei aktiv, zu nennen sei hierbei auch Leonardo da Vinci. Weitere Zeitgenossen die als Lombarden geführt wurden waren Buttinone von Treviglio, Giovanni Donato da Montorfano, Bartolommeo Suardi aus Mailand, später unter Bramante ausgebildet und daher Bramantino genannt, Ambrogio da Fossano, Borgognone genannt, Giovanni Ambrogio Bevilacqua, Vincenzo Civerchio aus Cremam, Macrino aus Alba, u. a. m.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

De Contis Werke zeugen von einer großen Vorliebe für Porträts von wichtigen Persönlichkeiten im politischen Leben der Lombardei und in geringerem Maße von einem Interesse an kirchlichen Bildern, wie zum Beispiel eine Reihe Madonna mit Kind und Die Engel und Seelen im Fegefeuer. Auch merkwürdig sind die Verkündigung für den Rusca-Altar in der Wallfahrtskirche Madonna del Sasso oberhalb von Locarno (ca. 1502) und die Madonna mit dem Kind und dem Johannesknäblein, ausgeführt in Mailand (heute bewahrt in der Accademia di Belle Arti di Brera).

In der Kunstkritik seiner Zeit wird De Conti vor allem für seine Profilansichten gelobt und ist ein Markenzeichen mit dem er sich von den Malern im Leonardo da Vinci Stil abhob. Die Profilansicht war eigentlich eine der Flachrelief Portraitplastik vorbehaltene Darstellungsart, wie für Münzen und Portraitplaketten. Diese Hinwendung zur Plastik rührte aus dem Zeitgeist des ausgehenden 15. Jahrhunderts in Mailand. "Die großen Bauten des Mailänder Domes und der Certosa di Pavia haben in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts vornehmlich der Skulptur einen großen Aufschwung gegeben und die Malerei dabei etwas in den Hintergrund gedrängt, weil unter der Regierung des Filippo Maria Visconti (1405–1447) nur noch wenige namhafte Maler gefördert worden."[2] Münz schreibt in den Betrachtungen über Zeitgenossen da Vincis de Contis Stil als: trocken-präzise, eher dem Stichel als dem Pinsel entsprungen.[3] Zu den bekanntesten Porträts De Conti gehört das Porträt von Ambrogio da Fossano (1501); der Porträt des Catellano Trivulzio (1505); der Porträt von Charles d’Amboise enthalten in der Pinacoteca di Varallo seit 1500.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maria Teresa Fiorio: Bernardino de’ Conti. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 1. April 2004.
  • Maria Teresa Fiorio: Per il ritratto lombardo: Bernardino De Conti. In: Arte Lombarda, 1983.
  • Gottardo Garollo (1907), Ulrico Hoepli, ed. Dizionario biografico universale. Editore Libraio della Real Casa, Mailand. Seite 571.
  • Die Werke italienischer Meister in den Galerien von München, Dresden und Berlin. Ein kritischer Versuch von Ivan Lermolieff. Leipzig 1880 E.A. Seemann.
  • Eugène Müntz: Leonardo da Vinci. Band 1 Parkstone International, New York 2008 Seite 137.
  • Marco Tanzi: Bernardino De Conti. Annuncio della salvazione alle anime del Purgatorio. In: Giovanni Agosti, Jacopo Stoppa, Marco Tanzi, «Il Rinascimento nelle terre ticinesi. Da Bramantino a Bernardino Luini», Officina Libraria, Milano 2010.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "The Muse" de Agostini, Novara 1965 Vol.IV, Seite 111
  2. Die Werke italienischer Meister in den Galerien von München, Dresden und Berlin. In: de.wikisource.org. 2. Februar 2014, abgerufen am 9. Januar 2015.
  3. Eugène Müntz: Leonardo da Vinci. Parkstone International, 2012, ISBN 978-1-780-42329-6, S. 137. eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche