Berner-Oberland-Bahn

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Berner-Oberland-Bahn
Zug in Interlaken
Zug in Interlaken
Fahrplanfeld:311, 312
Streckenlänge:23.69 km
Spurweite:1000 mm (Meterspur)
Stromsystem:1500 V =
Maximale Neigung:Adhäsion 27 
Zahnstange 120 
Zahnstangensystem:Riggenbach/Von Roll
Interlaken–Lauterbrunnen/Grindelwald
Kopfbahnhof – Streckenanfang
−0.18 Interlaken Ost 567 m ü. M.
Strecke – geradeaus
Anschluss zur BLS; Rollschemelanlage
   
Verbindungsgleis zur ZB-Brünig
Bahnhof, Station
3.24 Wilderswil 584 m ü. M.
Strecke – geradeaus
Anschluss zur SPB
Brücke (mittel)
Buechi Umler 107 m
Bahnhof ohne Personenverkehr
5.51 Umler 633 m ü. M.
Brücke (mittel)
Lehne Auenwald 111 m
Kilometer-Wechsel
Fehlerprofil -0,02
Bahnhof, Station
8.20 Zweilütschinen 652 m ü. M.
BSicon BS2+l.svgBSicon BS2+r.svg
Depot und Werkstätte
BSicon DST.svgBSicon STR.svg
10.42 Sandweid 725 m ü. M.
BSicon KBHFe.svgBSicon STR.svg
12.30 Lauterbrunnen 795 m ü. M.
BSicon STR+l.svgBSicon xABZgr.svg
Anschluss zur WAB und BLM
BSicon tSTRa.svgBSicon exTUNNEL2.svg
Buechi (708 m / 60 m)
BSicon tSTRe.svgBSicon exTUNNEL2.svg
Buechiwanggalerie (108 m)
BSicon BS2l.svgBSicon exBS2r.svg
Bahnhof, Station
12.31 Lütschental 714 m ü. M.
Bahnhof, Station
14.45 Burglauenen 896 m ü. M.
Kilometer-Wechsel
Fehlerprofil +0,08
Bahnhof, Station
16.76 Schwendi bei Grindelwald 920 m ü. M.
   
Rothenegg (geplant) Seilbahn
Kopfbahnhof – Streckenende
19.35 Grindelwald 1034 m ü. M.
   
Anschluss zur WAB

Die Berner-Oberland-Bahn (abgekürzt: BOB, Eigenschreibweise durch das Unternehmen: Berner Oberland-Bahn[1]) ist eine Schmalspurbahn im Berner Oberland in der Schweiz. Diese Meterspurbahn wurde am 1. Juli 1890 eröffnet und am 17. März 1914 elektrifiziert. Sie führt von Interlaken Ost über Zweilütschinen nach Lauterbrunnen und Grindelwald.

Die Bahn gehört zusammen mit der Schynigen Platte-Bahn zur Berner Oberland-Bahnen AG, einer Aktiengesellschaft. Die amtlichen Initialen BOB gelten für das Unternehmen, also auch für die SPB.

Strecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Burglauenen

Der Streckenverlauf entspricht einem Ypsilon und beginnt am Bahnhof Interlaken Ost, wo Anschlüsse zur normalspurigen BLS und zur meterspurigen Brünigstrecke der Zentralbahn bestehen. Zwar bestehen in Interlaken Ost Gleisverbindungen zur Brünigbahn, wegen der unterschiedlichen Fahrdrahtspannungen benutzt aber jede Gesellschaft separate Gleise. Die Strecke führt zunächst über Wilderswil nach Zweilütschinen. In Wilderswil beginnt im Bahnhof die Schynige Platte-Bahn (SPB), in Zweilütschinen teilt sich die Strecke nach Grindelwald und Lauterbrunnen. Auf der Strecke nach Lauterbrunnen befinden sich zwei Zahnstangenabschnitte, die Maximalsteigung beträgt hier 96 ‰.

vereinfachtes Höhenprofil der Strecken

In Richtung Grindelwald liegt der erste Zahnstangenabschnitt auf ganzer Länge zwischen den Bahnhöfen Lütschental und Burglauenen mit einer Maximalsteigung von 120 ‰. Der zweite befindet sich auf den letzten 1,5 km vor dem Bahnhof Grindelwald. In Grindelwald und Lauterbrunnen besteht eine Umsteigemöglichkeit zur Wengernalpbahn (WAB) nach Wengen und auf die Kleine Scheidegg. In Lauterbrunnen liegt neben dem Bahnhof die Talstation der Bergbahn Lauterbrunnen–Mürren (BLM).

2015 wurde eine Neutrassierung zwischen Zweilütschinen und Lüschental mit dem 708 m langen Buechi-Tunnel in Betrieb genommen. Unterhalb Grindelwald wurde 2018 mit dem Bau einer neuen Station Rotheegg begonnen, hier soll ab Ende 2019 der Umstieg zur neuen V-Bahn der Gondelbahn Grindelwald–Männlichen zur Station Eigergletscher der Jungfraubahn möglich sein.[2]

Der inzwischen eingestellte Güterverkehr mit Rollschemeln der Brünigbahn war nur auf den Adhäsionsstrecken, d. h. zwischen Interlaken Ost und Lütschental, zulässig. Für den Gütertransport nach Grindelwald und Lauterbrunnen waren neben den üblichen gedeckten und offenen Güterwagen auch Behältertragwagen und Kesselwagen vorhanden.

Ein Förderer der BOB war der Grindelwalder „Gletscherpfarrer“ Gottfried Strasser.

Technische Normen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Planung der Strecke richtete man sich nach der bei der Brünigbahn und später auch der Luzern-Stans-Engelberg-Bahn verwendeten Spurweite von 1000 mm und dem Zahnstangensystem Riggenbach, so dass es möglich ist, Rollmaterial auszutauschen. Wegen der unterschiedlichen Fahrdrahtspannungen, die Zentralbahn verwendet wie die SBB das Einphasenwechselstromsystem mit 15 kV und 16,7 Hz, gilt das nur noch für die Wagen und die thermischen Triebfahrzeuge. Bei der Elektrifizierung der Brünigbahn übernahmen die SBB die Heizspannung von der BOB. Sie beträgt 1500 statt 1000 Volt wie bei den Normalspurwagen der SBB. Zudem wurde darauf geachtet, dass die Vielfachsteuerleitung der Wagen mit den fremden Triebfahrzeugen funktioniert. Im Regelbetrieb verkehren keine durchgehenden Wagen oder Züge mehr.

Beim Ersatz von verschlissenen Riggenbach-Zahnstangen kommt das kompatible System Von Roll zum Einsatz.[3] Seit Ende 2017 wird ganzjährig ein Halbstundentakt angeboten.

Unfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 30. Juni 1928 wurde nach einem Gewitter eine kleine Eisenbahnbrücke zwischen Wilderswil und Zweilütschinen weggerissen. Ein Zug stürzte teilweise in den Wildbach; eine Person starb, 13 wurden verletzt.[4]

Am 7. August 2003 stiessen zwei Personenzüge zwischen Wilderswil und Zweilütschinen zusammen. Ein Passagier wurde schwer verletzt und starb danach im Spital, 63 wurden leicht verletzt. Der Triebfahrzeugführer des nach Interlaken fahrenden Zuges hatte beim Übergang vom Doppelspur- auf den Einspurabschnitt das Halt zeigende Signal übersehen. Als der Triebfahrzeugführer dies bemerkte, hielt er den Zug sofort an. Inzwischen war jedoch der von Wilderswil kommende Gegenzug in den Einspurabschnitt gefahren. Die Strecke war noch nicht mit einer Zugsicherung ausgerüstet, der Einbau von ZSI-127 war jedoch zum Zeitpunkt des Unfalls bereits im Gang.[5]

Fahrzeugpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

HG 3/3 Nr. 2 von 1890, dem Eröffnungsjahr der Berner-Oberland-Bahn.
ABeh 4/4 I 307 im Jahr 2010.
ABeh 4/4 II 311 in Grindelwald.
Steuerwagen BDt 402 1993 in Interlaken Ost.
Niederflur-Gelenksteuerwagen ABt 422 in Wilderswil.
Triebzug ABDeh 8/8 324 in Lauterbrunnen.
Niederflur-Gelenksteuerwagen 2. Generation (2017) in Zweilütschinen.

Aktuelle und ehemalige Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lokomotiven

Triebwagen

Triebwagen
Bezeichnung Inbetrieb-nahme Bild des Fahrzeugs Wappen Status
ABDeh 4/4 301 1949 - Abbruch 1996
ABDeh 4/4 302 1949 - ex Dienstfahrzeug, Noch erhalten in Zweilütschinen
ABDeh 4/4 303 1949 - Abbruch
ABeh 4/4 I 304 1965 Bern[9] neues Dienstfahrzeug
ABeh 4/4 I 305 1965 Gündlischwand August 2003 Kollision Umler[10], Abbruch
ABeh 4/4 I 306 1965 Lütschental Abbruch
ABeh 4/4 I 307 1965 Berner Oberland-Bahn 307 pic1.JPG Wilderswil Abbruch
ABeh 4/4 I 308 1965 Gsteigwiler Abbruch
ABeh 4/4 I 309 1979 Bayerische Zugspitzbahn Beh 4-4 309.jpg - 1999 an BZB verkauft
ABeh 4/4 I 310 1979 BOB locomotive 310 Matten.jpg Matten b. Interlaken[11] noch erhalten
ABeh 4/4 II 311 1986 2008-07-20 Berner Oberland Bahn train.jpg Grindelwald Umgebaut, Ersatz für Triebzüge
ABeh 4/4 II 312 1986 Interlaken Am umbauen, In Betrieb
ABeh 4/4 II 313 1986 BOB ABeh 4 4 II 313.jpg Lauterbrunnen Kollision Umler August 2003, Am umbauen, In Betrieb

Triebzüge

Triebzüge
Bezeichnung Inbetrieb-nahme Bild des Fahrzeugs Status
ABDeh 8/8 321 2017 In Betrieb
ABDeh 8/8 322 2017 In Betrieb
ABDeh 8/8 323 2017 In Betrieb
ABDeh 8/8 324 2017 ABDeh 4 4 324.jpg In Betrieb
ABDeh 8/8 325 2017 BOB ABDeh 8 8 325.jpg In Betrieb
ABDeh 8/8 326 2017 In Betrieb

Steuerwagen

Steuerwagen
Bezeichnung Inbetrieb-nahme Bild des Fahrzeugs Status
BDt 401 1987 Abbruch
BDt 402 1987 2019 an Museumsbahn in Frankreich verkauft[13]
BDt 403 1987 2019 an Museumsbahn in Frankreich verkauft
ABt 411 1982 ex RBS, Abbruch
ABt 412 1981 ex RBS, noch erhalten
ABt 413 1981 2008-07-20 Berner Oberland Bahn train - 4.jpg ex RBS, noch erhalten
ABt 414 1981 ex RBS, Ersatz für GSW
ABt 415 1981 ex RBS, Ersatz für GSW
ABt 421 2004 In Betrieb
ABt 422 2004 5880 - Wilderswil - BOB Cab Car.JPG In Betrieb
ABt 423 2004 BOBGrindlewald.JPG In Betrieb
ABt 424 2004 In Betrieb
ABt 425 2004 In Betrieb
ABt 431 2017 In Betrieb
ABt 432 2017 In Betrieb
ABt 433 2017 Neuer Gelenksteuerwagen 433.jpg In Betrieb

Ersatzzüge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenn mal ein ABDeh 8/8 z.B. wegen eines Defekts ausfällt, wird dafür ein Triebwagen ABeh 4/4 II zusammen mit dem GSW dafür eingesetzt.

Wenn mal ein GSW ausfallen sollte wird der ABt 414 oder 415 zusammen mit einem oder sogar zwei B hinter dem Triebzug oder dem ersten GSW angehängt.[1]

Historische Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Fahrzeuge der Berner-Oberland-Bahn siehe Kapitel Aktuelle und ehemalige Fahrzeuge.

Weitere historische Fahrzeuge befinden sich bei folgenden Organisationen:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Häsler: Die Berner-Oberland-Bahnen. Minirex AG, Luzern, ISBN 3-907014-04-9.
  • Berner Oberland-Bahn (Hrsg.): Die einstigen Dampflokomotiven der Berner Oberland-Bahn. Ohne Verlag, Interlaken
  • Theo Stolz: Die Triebfahrzeuge der Bahnen der Jungfrauregion. Eigenverlag 1986, ISBN 3-907976-04-5
  • Wolfgang Finke: Die Fahrzeuge der Jungfraubahnen 1. Ein Buch auf DVD, Verlag tram-tv, Köln 2010, ISBN 978-3-9813669-2-1.
  • E. Strub: Berner Oberland-Bahnen mit besonderer Berücksichtigung der schweiz. Zahnradbahnen mit Reibungsstrecken. In: Schweizerische Bauzeitung (SBZ). (archiviert in E-Periodica der ETH-Bibliothek):
    Teil I.. In: SBZ, Band 25 (1895), Heft 8 (PDF, 1,8 MB)
    Teil II.. In: SBZ, Band 25 (1895), Heft 9 (PDF, 3,7 MB)
    Teil III.. In: SBZ, Band 25 (1895), Heft 11 (PDF, 1,5 MB)
    Teil IV.. In: SBZ, Band 25 (1895), Heft 12 (PDF, 3,3 MB)
    Teil V.. In: SBZ, Band 25 (1895), Heft 13 (PDF, 2,4 MB)
    Teil VI.. In: SBZ, Band 25 (1895), Heft 14 (PDF, 3,1 MB)
    Teil VII.. In: SBZ, Band 25 (1895), Heft 16 (PDF, 1,8 MB)
    Teil VIII. (Schluss). In: SBZ, Band 25 (1895), Heft 17 (PDF, 3,8 MB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Berner-Oberland-Bahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Berner Oberland-Bahn (BOB). Auf: www.jungfrau.ch, abgerufen am 7. Oktober 2018
  2. Umbruch im Berner Oberland. In: eisenbahn-magazin. Nr. 10, 2018, ISSN 0342-1902, S. 30.
  3. Fritz Balmer: Aus Unfalltief zu Frequenzhoch. Generalversammlung der Berner Oberland-Bahnen AG. In: Jungfrau Zeitung, 17. Juni 2004
  4. Eisenbahnunglück im Berner Oberland. (PDF; 370 kB) In: Liechtensteiner Volksblatt. 3. Juli 1928, S. 3, abgerufen am 20. Oktober 2013.
  5. Frontalkollision zweier BOB-Züge in Gsteigwiler. In: Schweizer Eisenbahn-Revue. Nr. 10/2003. Minirex, ISSN 1022-7113, S. 470–471.
  6. siehe it:Locomotiva FCL 250
  7. siehe it:Locomotiva FCL 260
  8. Bahnmuseum-Kerzers-Kalnach, unsere Loks, BOB 26 (Memento vom 4. Januar 2014 im Internet Archive), Abgerufen am 17. Februar 2014
  9. Jungfrau Zeitung: 304er bleibt ein echter Oberländer. Abgerufen am 11. September 2019.
  10. Swissinfo.ch: Frontalkollision zweier Züge. Abgerufen am 11. September 2019.
  11. Jungfrau Zeitung: Taufe für einen Triebwagen. Abgerufen am 11. September 2019.
  12. Berner Zeitung: So sehen die neuen Züge der Berner-Oberland-Bahnen aus. Abgerufen am 11. September 2019.
  13. BOB verkauft Steuerwagen BDt 402 und 403 an Museumsbahn in Frankreich. In: bahnonline.ch. 22. Mai 2019, abgerufen am 4. Juni 2019.