Biemenhorst

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Bocholt-Biemenhorst
Stadt Bocholt
Koordinaten: 51° 48′ 35″ N, 6° 35′ 0″ O
Höhe: 25 m ü. NN
Fläche: 7,81 km²
Einwohner: 5400 (1. Jan. 2009)
Bevölkerungsdichte: 691 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 46395
Vorwahl: 02871

Bocholt-Biemenhorst ist nach der Einwohnerzahl der größte Stadtteil in Bocholt im Kreis Borken.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Wappen des Amtes Liedern-Werth

Von der Kernstadt aus gesehen bilden Biemenhorst, Lankern und Mussum die südlichen Bocholter Stadtteile. Die Dingdener Straße trennt dabei Biemenhorst vom westlicher gelegenen Mussum. Im Norden wird Biemenhorst ebenfalls durch eine Straße, die B 67, von den innerstädtischen Bereichen Rosenberg und Fildeken begrenzt. Im Osten liegt die Rheder Bauerschaft Büngern und im Süden der Stadtteil Lankern sowie das Dorf Dingden, welches zur Stadt Hamminkeln zählt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon früh hat es eine Besiedlung der Biemenhorster Gegend gegeben, worauf die Funde von Gräberfeldern aus dem 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. hindeuten. Die erste Erwähnung Biemenhorsts gab es unter dem Namen „Bimolt“, was so viel bedeutet wie „bi dem holte“. Vor 1858 wurde die Gemeinde Biemenhorst durch Ausgliederung aus dem Kirchspiel Bocholt neu gebildet.[1] Sie war die kleinste selbständige Gemeinde im Amt Liedern-Werth. Am 1. Januar 1975 wurde sie zu einem Stadtteil Bocholts[2], womit ein großer Wandel im Ortsbild einherging. Aufgrund der geringen Entfernung zum Stadtzentrum wurde viel Wohnraum geschaffen, sodass eine klare naturräumliche Trennung zwischen Biemenhorst und Bocholt nicht mehr vorhanden ist.

Bebauung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie am gesamten unteren Niederrhein und im westlichen Münsterland ist auch in Biemenhorst die Bebauung geprägt von Einfamilien- und Doppelhäusern. Aufgrund der Nähe zum Stadtzentrum und der verhältnismäßig günstigen Baulandpreise ist seit der Gebietsreform von 1975 die Einwohnerzahl enorm gestiegen, sodass Biemenhorst heute der einwohnerreichste Stadtteil Bocholts ist. Junge Familien prägen das Ortsbild, während der Anteil der älteren Bevölkerung relativ gering ist. Im Zuge der Weiterentwicklung des Stadtteils wurde ein neues Ortszentrum an der Birkenallee errichtet. Es stellt mit Banken, Supermärkten, Arztpraxen und diversen Läden für alltägliche Besorgungen die Nahversorgung sowohl für Biemenhorst als auch die benachbarten Stadtteile Mussum und Lankern sicher. Ausgeprägte Gewerbezonen sind im Vergleich zum Wohnraum nur wenig vorhanden. Entlang der Dingdener Straße, am Waldschlößchen sowie in dem zurzeit neu entstehenden Gebiet zwischen Bürgerzentrum und B 67 befinden sich die einzigen Bereiche, in denen produzierendes Gewerbe vorzufinden ist.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nördlich vom Stadtteil gelegene B 67 ist über zwei Auffahrten zu erreichen und ermöglicht den Bewohnern so eine schnelle Verbindung ins Münsterland oder an den Niederrhein. Vier Straßen (Dingdener Straße, Biemenhorster Weg, Schulstraße und Franzstraße) unterlaufen die als Hochstraße errichtete Verkehrsader, wodurch die Kernstadt Bocholts direkt erreichbar ist. Als Hauptverkehrsachse innerhalb Biemenhorsts zählt die Birkenallee, an der mit Sportverein, Schulen, Kindergärten sowie Stadtteilzentrum alle wichtigen Institutionen des Ortsteils liegen.

Der öffentliche Nahverkehr wird durch die Stadtbus Bocholt GmbH sichergestellt, weist allerdings aufgrund der umfangreichen Neubebauung einige Lücken auf. So bedient die Linie C4 nur den östlichen Bereich im halbstündigen Takt mit dem Stadtzentrum, während die westlichen Bereiche inklusive des häufig frequentierten Stadtteilzentrums auf eine Bedarfs-Taxibuslinie angewiesen sind.

Biemenhorst verfügte bis 1960 über einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Wesel–Bocholt. Die Station war nur wenige Jahre in Betrieb gewesen und befand sich bei Kilometer 18,2.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 215.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 310.
  3. Beschreibung der Betriebsstelle Biemenhorst