Bienen (Rees)

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Bienen
Stadt Rees
Koordinaten: 51° 48′ 2″ N, 6° 22′ 8″ O
Höhe: 18 m ü. NN
Fläche: 8,71 km²
Einwohner: 884 (13. Jul. 2009)
Bevölkerungsdichte: 101 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 46459
Vorwahl: 02851
Wappen von Bienen

Bienen ist ein Stadtteil der Stadt Rees (NRW) am unteren rechten Niederrhein. Der Ort hat nach Auskunft der Stadt Rees per 13. Juli 2009 884 Einwohner.

Gemeindegebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Bienen in der Rheinaue hinter dem Banndeich ist landwirtschaftlich geprägt. Vom Bienener Banndeich aus haben die Besucher einen großartigen Blick auf den im 16. Jahrhundert entstandenen Bienener Altrhein (Naturschutzgebiet). Bei guter Sicht hat man die Möglichkeit bis zum Eltener Berg, Millingen, Grieth, Rees zu sehen.

Siegel von Bienen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Nordeingang der Kirche zu Bienen trägt eine lateinische Inschrift. In der heißt es, dass die Kirche im Jahre 900 am Fest des Lambertus (17. September) geweiht wurde. Einst wurden in „beenhorst“ die Gebeine Erschlagener begraben. Die Bedeutung für „beenhorst“ war eine Höhle schlimmer Räuber. Mit der Zeit wurde aus den Gebeinen der Name „Beenen“ (Bienen). Die Inschrift in der Kirche ist erst um 1500 geschaffen worden. Es ist nirgends niedergelegt, ob es die Wahrheit besagt. Eine andere Namensdeutung erfolgt aus der Lagebezeichnung "Binnen im Sumpfland".

1122 war Bienen Sitz einer Gutswirtschaft des Stiftes Xanten mit einem ausgedehnten Hofgericht. Im 16. Jahrhundert wurde Bienen durch niederländische und im Anschluss spanische Truppen geplündert und vieles stark zerstört. Schutz fanden die Bewohner im Schloss Hueth, welches im 14. Jh. erbaut wurde. Der Erbauer, ein Rutger von Hekderen, übertrug dem Erzbischof Engelbert III. von Köln im Jahre 1364 als Lehen und Offenhaus. In einer Rheinkarte (16. Jh.) wird Bienen mit schematischer Darstellung der Kirche inmitten mehrerer Häuser sowie dem Banndeich gezeigt. Das Urkataster von 1820 zeigt die Kirche als Ortsmitte, wobei an den Kirchplatz unmittelbar mehrere Gebäude angrenzen. Zwischen 1820 und 1869 entstand die neue Trassierung als Reichsstraße 8 (heutige B 8) nach Emmerich. Vor 1820 verlief die Verbindung nach Praest und Emmerich über den Banndeich. Heute lässt sich der historische Grundriss des Ortes mit seiner typischen Streuhofbebauung ablesen, da der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg sich großteils an den gleichen Standorten orientierte. Im Zweiten Weltkrieg am 23. März 1945 wurde Bienen zu 95 % zerstört. Zwei Tage später wurden zahlreiche ausländische Zwangsarbeiter befreit aus dem Arbeitslager Groin. Bienen gehörte bis 1969 zum Amt Vrasselt und wurde am 1. Juli 1969 im Zuge des ersten kommunalen Neugliederungsprogramms in die Stadt Rees eingegliedert.[1]

Älteste Beurkundung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Älteste von Bienen bekannte ist ein Richtersiegel von 1435. Dieses Siegel zeigt die heutigen Schutzpatrone Cosmas und Damian mit Schwertern und in der Mitte ein Salbentöpfchen in Wappenform.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem heutigen Gemeindegebiet findet man folgende sehenswerte Bauwerke:

Hagelkreuz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hagelkreuz im Westerfeld

Nach mündlichen Überlieferungen wurde bereits im 17. Jahrhundert nach einer schweren Hagel- und Unwetterkatastrophe das Hagelkreuz von den Bürgern „zum Schutze vor Hagel“ aufgestellt. In diesem Zusammenhang spielt der Hagel-kreuzbaum, der direkt hinter dem Hagelkreuz steht, eine wichtige Rolle. Ein Auszug aus der Sitzung des Bienener Gemeinderates vom, 18. Juni 1891 zeigt: „Punkt 5: Erneuerung des jetzt gänzlich abgestorbenen Kreuzbaumes im Westerfeld. Der Baum ist eine Marke für das längs vorbeiführende Feld und ist bisher gebräuchlich gewesen, bei dem jährlichen Prozessionsgang der Gemeinde unter demselben einen Altar zu errichten.“

Naturschutzzentrum im Kreis Kleve[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturschutzzentrum im Kreis Kleve wurde 1993 gegründet. Grund war das Konzept des Landes, in jedem Kreis eine Biologische Station einzurichten. Zentrale Überzeugung ist, Naturschutz kann nur mit den Menschen in der Region praktiziert werden. Das denkmalgeschützte Haus Weegh ist Sitz des Naturschutzzentrums. Das direkt am Naturschutzgebiet Bienener Altrhein gelegene Gebäude bietet den idealen Standort für die Naturschutzarbeit im Kreis Kleve.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nächstgelegenen Haltepunkte an der zweigleisigen, elektrifizierten Hollandstrecke sind

Kleinbahn Wesel-Rees-Emmerich über Bienen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kleinbahn Wesel–Rees–Emmerich ist eine historische Eisenbahn im Kreis Rees, die die Kreisstadt Wesel mit den Städten Rees und Emmerich verband. Sie verkehrte vom 6. November 1914 bis zum 31. Dezember 1966 auf überwiegend eigenem Bahnkörper. Die Strecke verlief in Wesel zunächst 2 km neben der heutigen B 8 auf einem separaten Bahnkörper, um dann entlang der Dämme des Rheins von Ort zu Ort zu führen, um vor Emmerich wieder auf die B 8 zu stoßen. In Bienen selber sind noch einige Strommasten der Kleinbahn zu sehen. Auf dem Fahrradweg von Bienen in Richtung Praest (Ortsteil von Emmerich) entlang der B8 einige Betonsockel zu entdecken. Die Züge verkehrten montags bis samstags zwischen 6.00 Uhr und 21.00 Uhr im Stundentakt, an Sonntagen alle halbe Stunde. Für die gesamte Strecke benötigten sie rund 1 Stunde 50 Minuten. In Rees bestand seit dem 28. Februar 1915 Anschluss an die Kleinbahn Rees-Empel.

Straßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 8 schließt Bienen an das Fernstraßennetz an. Die Bundesstraße 8 wurde von Emmerich bis Wesel damit auch im Bereich Bienen zur Landstraße 7 herunter gestuft. Mit der Anschlussstelle Rees/Isselburg gibt es eine Autobahnzufahrt zur A 3.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatfreunde Bienen-Grietherbusch-Grietherort
  • Willy Schlaghecken V. (Hg.): Sankt Cosmas und Damian Bienen 900 bis 2000, Bienen 1999.
  • Stadt Rees

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 103.