Mehr (Rees)

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Mehr
Stadt Rees
Koordinaten: 51° 43′ 49″ N, 6° 28′ 23″ O
Höhe: 21 m ü. NN
Fläche: 11,9 km²
Einwohner: 2319 (1. Jan. 2009)
Bevölkerungsdichte: 195 Einwohner/km²
Postleitzahl: 46459
Vorwahl: 02857
Das Ortswappen
Mehr, Kirche

Mehr ist ein Stadtteil von Rees im Kreis Kleve, Nordrhein-Westfalen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Mehr zählen die Bauerschaften Lohrwardt, Overkamp-Ree und Moshövel.

Das Gemeindegebiet ist größtenteils sehr landwirtschaftlich strukturiert. Der westliche Teil des Gemeindegebietes wird durch den Rhein begrenzt. Größere Waldflächen befinden sich östlich des Dorfes. Zudem entstanden durch jahrelangen Kiesabbau um das Gemeindegebiet herum große Wasserflächen. An der Langen Renne siedelten sich seit den 1950er Jahren mehrere Campingplätze an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urkundlich im Jahr 947 wurde der Oberhof von Mehr – curtis in Mere – wohl aus merowingischen Krongut stammend, von Liutgard († 953), der Tochter Otto dem Großen, dem St.-Viktor-Stift in Xanten geschenkt, gemäß dem Kalendarium necrologicum Xantense. Dieser Hof, das heutige Gasthaus "Zur Rose", befand sich auf einer stets hochwasserfreien Lage im Rheinvorland und gilt als der Namensgeber des Dorfes Mehr. In der Kirche St. Vincentius sind zwei Memoriensteine verbaut, die vermutlich aus dem 9. Jahrhundert stammen. Die beiden Inschriften beziehen sich auf Wolfrad und Reginlind, wahrscheinlich die Mitglieder der herrschaftlichen Familie des Oberhofes in Mehr. Sie enthalten nicht das Todesjahr, sondern sie sollen an die Memorie, das Jahrgedächtnis, erinnern, das der Priester der Eigenkapelle alljährlich am Sterbetag für die Genannte zu halten hatte.

Die Kirche in Mehr steht im Lagerbuch des St.-Viktor-Stiftes unter den Pfarrkirchen des Dekanates Xanten, die fast alle schon zu Zeiten Karls des Großen – also um 800 – bestanden haben.

Im Siebenjährigen Krieg besiegte am 5. August 1758 in der Schlacht bei Mehr (franz. Affaire de Meer) auf dem Gebiet des heutigen Mehrhoog der braunschweigische Generalleutnant von Imhoff die französischen Truppen unter General Chevert.

Die Gemeinde Haffen-Mehr wurde am 1. Januar 1975 anlässlich der nordrhein-westfälischen Gemeinde- und Kreisgebietsreform aufgeteilt. Während eine Fläche von 8,32 km2 mit 2516 Einwohnern (Mehrhoog) nach Hamminkeln umgegliedert wurde, erhielt die Stadt Rees den Hauptanteil mit 22,55 km2 und 2678 Einwohnern.[1]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehr wird durch die Bundesstraße 8 an das Fernstraßennetz angebunden. Mehr ist an ein weitverzweigtes Radwegenetz angeschlossen.

Bauwerke, Monumente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische St.-Vincentius-Kirche[2]
  • Evangelische Kirche in Mehr, 1777 (Ev. Kirchengemeinde Haffen-Mehr-Mehrhoog)[3]
  • Schloss Bellinghoven

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 297.
  2. Seite der katholischen Pfarrgemeinde St. Irmgardis Rees, zu der die Kirche in Mehr gehört
  3. Zur Geschichte der evangelischen Kirche in Mehr

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]