Biosphärengebiet Schwarzwald

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Biosphärengebiet „Schwarzwald“
Blick vom Belchen auf das Biosphärengebiet Schwarzwald

Blick vom Belchen auf das Biosphärengebiet Schwarzwald

Lage Baden-Württemberg, Deutschland
Fläche 632,357 km²
Kennung 2
Geographische Lage 47° 47′ N, 7° 57′ OKoordinaten: 47° 47′ 21″ N, 7° 57′ 27″ O
Markierung
Karte Biosphärengebiet Schwarzwald.png
Meereshöhe von 310 m bis 1420 m
Einrichtungsdatum 2016
f6

Das Biosphärengebiet Schwarzwald liegt im Südschwarzwald und wurde 2016 eingerichtet. Die Geschäftsstelle hat ihren Sitz in der Stadt Schönau im Schwarzwald. Es ist nach dem 2008 eingerichteten Biosphärengebiet Schwäbische Alb das zweite Biosphärenreservat in Baden-Württemberg. Mitte Juni 2017 wurde es von der UNESCO als „UNESCO-Biosphere reserve“ anerkannt.[1]

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee der Biosphärenreservate in Baden-Württemberg stammt aus dem Jahr 1991 von Michael Succow und Markus Rösler. 1992–1996 entwickelte Rösler in seiner Dissertation die Grundlagen für die Entwicklung eines Biosphärenreservates Schwäbische Alb. Dazu gehörte auch eine Liste potenzieller weiterer Biosphärengebiete in ganz Deutschland, zu denen bereits damals der Südschwarzwald zählte. 2005 gab es die politische Entscheidung, in Baden-Württemberg ein erstes Gebiet auf der Alb einzurichten, was 2008 zur Ausweisung als Biosphärengebiet (so die Bezeichnung laut Landesrecht) Schwäbische Alb in der Umgebung des ehemaligen Truppenübungsplatzes Münsingen auf 85.300 ha Fläche führte. Parallel zur Einrichtung des Nationalparks Schwarzwald 2014 im Nordschwarzwald wurde innerhalb des bestehenden Naturparks Südschwarzwald ein Teilgebiet zwischen Schauinsland, Feldberg und Belchen, Schluchsee und Wiesental zur Ausweisung als zweites Biosphärengebiet vorbereitet. Am 4. Januar 2016 wurde die Verordnung zum neuen Biosphärengebiet Schwarzwald auf ca. 63.000 ha Fläche durch Naturschutzminister Alexander Bonde (Grüne) in Bernau unterzeichnet. Nach der Veröffentlichung der Verordnung im Gesetzblatt Baden-Württembergs wurde das Biosphärengebiet zum 1. Februar 2016 eingerichtet. Im Juni 2016 wurde der Forstwirt Walter Kemkes, bisher Leiter des Biosphärenreservats Bliesgau, erster Geschäftsführer des Biosphärengebiets Schwarzwald.

Anerkennung durch die UNESCO[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Antrag auf Anerkennung durch die UNESCO als „Biosphere reserve“ für das Biosphärengebiet Schwarzwald wurde Anfang August 2016 fertiggestellt. Im Juni 2017 gab die UNESCO bekannt, den Südschwarzwald als UNESCO-Biosphärenreservat anzuerkennen.[1]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Biosphärengebiet Schwarzwald sind 29 Gemeinden beteiligt, die ganz oder mit Teilflächen (*) eine Gebietskulisse von 63.236 Hektar bilden:[2]

  • Landkreis Lörrach: Aitern, Böllen, Fröhnd, Hausen im Wiesental, Häg-Ehrsberg, Kleines Wiesental, Schönau im Schwarzwald, Schönenberg, Schopfheim*, Todtnau, Tunau, Utzenfeld, Wembach, Wieden, Zell im Wiesental

Auch Teilgebiete der Gemarkung von Weilheim (Landkreis Waldshut) gehören zum Biosphärengebiet.

Die ursprünglich vorgesehenen Gemeinden Feldberg mit dem Feldberg selbst, Steinen und Todtmoos entschieden sich gegen die Teilnahme.[3]

Mensch und Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Kooperation von Naturpark Südschwarzwald, den Städten und Gemeinden im Biosphärengebiet, regionalen Partnern, Tourist-Informationen und der Schwarzwald Tourismus GmbH wird ein vielfältiges Freizeit-, Natur- und Tourismusangebot organisiert. Das Biosphärengebiet ist mit Bus und Bahnen verkehrstechnisch gut angebunden.

Das Biosphärengebiet Schwarzwald organisiert jährlich die Kulinarischen Hinterwälder Wochen, die zur Erhaltung des im Schwarzwald typischen Hinterwälder-Rinds beitragen. Mehr als zwanzig Gastronomen aus der Region beteiligen sich daran.

Im Biosphärengebiet Schwarzwald besteht die Möglichkeit, sich während eines einjährigen Freiwilligendienstes, dem FÖJ, für den Umwelt- und Naturschutz einzusetzen. Studenten haben die Möglichkeit, dort ihr Pflichtpraktikum zu leisten und dabei in sämtliche Fachbereiche und Arbeitsfelder der Biosphärengebietsverwaltung Einblick zu nehmen. Kinder und Jugendliche können als Junior-Ranger die Natur erkunden.

Die Geschäftsstelle des Biosphärengebiets Schwarzwald versteht sich als „Entwicklungsagentur für das Biosphärengebiet“. Sie informiert, koordiniert und fördert verschiedene Aktivitäten und Projekte im Biosphärengebiet. Dabei orientiert sie sich am Leitbild eines UNESCO-Biosphärenreservates.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Biosphärengebiet Schwarzwald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Konold: Das Biosphärengebiet Schwarzwald: Mensch und Natur im Einklang. Silberburg-Verlag, Tübingen 2018, ISBN 978-3-8425-2068-4.
  • Markus Rösler: Arbeitsplätze durch Naturschutz am Beispiel der Biosphärenreservate und der Modellregion Mittlere Schwäbische Alb. Hrsg. IG Bauen-Agrar-Umwelt, NABU Baden-Württemberg, Touristikgemeinschaft Schwäbische Alb, ISBN 3-923755-79-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Unesco erkennt Schwarzwald-Gebiet als Biosphärenreservat an. In: Spiegel Online. 14. Juni 2017, abgerufen am selben Tage.
  2. Verordnung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz über das Biosphärengebiet Schwarzwald (BSG-VO Schwarzwald) vom 4. Januar 2016, abgerufen am 23. November 2018.
  3. Schönau: Biosphäre reicht nicht bis Feldberg. In: Die Oberbadische. Markgräfler Tagblatt. 3. Dezember 2015, abgerufen am 4. September 2016.
  4. Biosphärengebiet Schwarzwald - offizielle Website. Abgerufen am 27. November 2020.