Black Mirror (Fernsehserie)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Seriendaten
Deutscher Titel Black Mirror
Originaltitel Black Mirror
Black Mirror Logo.png
Produktionsland Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Jahr(e) seit 2011
Produktions-
unternehmen
Zeppotron (Endemol)
Länge 42–89 Minuten
Episoden 13 in 3+ Staffeln (Liste)
Genre Thriller, Drama, Horror, Science-Fiction, Satire
Produktion Charlie Brooker, Annabel Jones, Emma Pike, Barney Reisz
Idee Charlie Brooker
Erstausstrahlung 4. Dezember 2011 (UK) auf Channel 4
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
11. Dezember 2013 auf RTL Crime

Black Mirror ist eine britische Science-Fiction-Serie von Charlie Brooker, die verschiedenartige Auswirkungen der Verwendung von Technik auf die Gesellschaft thematisiert. Die erste Staffel wurde ab dem 4. Dezember 2011 vom britischen Sender Channel 4 ausgestrahlt. Am 27. Februar 2012 wurde die erste Staffel in Großbritannien auf DVD veröffentlicht.[1]

Am 12. Juli 2012 wurde die zweite Staffel angekündigt, die vom 11. bis zum 25. Februar 2013 ausgestrahlt wurde.[2] Wie auch die erste Staffel besteht die zweite Staffel aus drei Folgen. Im Februar 2013 wurde bekannt, dass Robert Downey junior sich die Filmrechte der Episode The Entire History of You sicherte. Der Film soll von Warner Bros. und Robert Downey Jrs eigener Produktionsfirma Team Downey produziert werden.[3]

Ende September 2015 gab der US-Streamingdienst Netflix bekannt, dass er eine dritte Staffel von Black Mirror mit insgesamt 12 Episoden bestellt hat und produziert; Charlie Brooker und Annabel Jones sind erneut als Showrunner an Bord.[4] Am 21. Oktober 2016 wurde die dritte Staffel auf Netflix veröffentlicht, die nun 6 Episoden umfasst, wovon die letzte Spielfilmlänge (90 Minuten) besitzt.[5] Die zunächst als 12-teilig geplante dritte Staffel wurde während der Produktion in Staffel 3 und 4 aufgeteilt.

Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinsichtlich des Inhaltes und der Struktur der Serie bemerkte Produzent Charlie Brooker, dass „jede Episode eine unterschiedliche Besetzung, einen unterschiedlichen Schauplatz, gar eine unterschiedliche Realität“ besitze. Sie handelten aber alle von „der Art, wie wir alle leben und wir innerhalb von 10 Minuten leben könnten, wenn wir ungeschickt wären“.[6]

In einer Endemol-Pressemitteilung wurde die Serie als „Hybrid von Twilight Zone und Die unglaublichen Geschichten von Roald Dahl“ beschrieben.[7] Der Sender Channel 4 selbst beschreibt die erste Episode als eine „verdrehte Parabel auf das Twitter-Zeitalter“[8]

Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charlie Brooker erklärte der Zeitung The Guardian den Titel folgendermaßen: „Wenn Technik eine Droge ist – und es fühlt sich wie eine Droge an – was genau sind dann die Nebenwirkungen? Dieser Bereich – zwischen Vergnügen und Unbehagen – ist der Schauplatz meiner neuen Dramaserie Black Mirror. Der schwarze Spiegel im Titel ist der, den man an jeder Wand, auf jedem Tisch, in jeder Handfläche findet: der kalte, glänzende Bildschirm eines Fernsehers, eines Computers, eines Smartphones.“[6]

Episodenliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charlie Brooker (2011)

Die Serie wurde größtenteils sehr positiv aufgenommen. In einem Artikel zur ersten Folge für The Guardian kritisierte John Grace zwar die Glaubhaftigkeit der Situation, gab aber an, dass „nichts davon wirklich zählt, da gute Satire eher in dem Spaß liegt, den man währenddessen hat, als in der Absurdität des Aufbaus.“ Dieser Spaß würde durch den Aufbau als geradliniges Drama erzielt, wobei er auch eine spezifische Szene als „brillant“ bezeichnet.[9] Ein Review zu der Folge im The Telegraph bewertete diese mit viereinhalb von fünf Sternen und bezeichnete sie als „mutige, schwarzhumorige Studie über die modernen Medien.“ Die Idee der Folge sei „irrsinnig brillant“[10] Auch Neela Debnath bewertete The National Anthem für The Independent positiv. So schrieb sie: „Dieses sorgfältig ausgearbeitete und kompakte Drama ist fesselnd.“[11]

Sam Wollaston bezeichnete die zweite Folge 15 Millionen Merits in einem Review als „deutlich besser als die erste [Folge]“. Die Folge sei „hinterlistiger“ und „schön, in einer erstickenden, einengenden Art“. Zudem lobte er die Schauspielleistung von Daniel Kaluuya, der den Hauptcharakter Bing spielt. Wollaston bezeichnete weitergehend alle schauspielerischen Leistungen als gut.[12] The Telegraph bemerkte, dass die Motive der Folge allgemein bekannt gewesen seien, diese jedoch mit „Stil, Intelligenz und Geißelung durch herben Humor“ erforscht wurden. Zudem erkannte Sam Richards eine gewisse Selbstkritik Brookers, da sich Bing am Ende von einem „reizbaren Fernsehkritiker“ in einen Fernsehmoderator wandelt. Insgesamt wurde die Folge mit vier von fünf Sternen bewertet.[13] The Independent nannte die Folge eine „großartige Fabel mit zynischem Fazit“. Der Ton sei im Vergleich zur vorherigen Folge „sehr unterschiedlich“ gewesen, wobei eine „stärkere emotionale Verbindung zu den Charakteren“ bestand. Die Zeitung lobte die Ästhetik der Episode, die Qualität dieser sei „fantastisch“ und wirke „plausibel“.[14]

Die letzte Folge der Miniserie, The Entire History of You, wurde am kritischsten aufgenommen. Sam Richards gab in einem Review für The Telegraph lediglich drei von fünf Sternen, im Gegensatz zu viereinhalb und vier Sternen für die erste beziehungsweise zweite Episode. Dieses Familiendrama biete viele „sozial unbeholfene Momente“, jedoch fehle der „satirische Biss der vorherigen zwei Episoden“. Richards bezeichnete die Folge als die mit der „geringsten Wirkung“, da „das technische Element nicht so entscheidend für den Ausgang der Geschichte“ sei. Trotzdem halte The Entire History of You dem Zuschauer erfolgreich den Spiegel vor.[15] Auch Neela Debnath bezeichnete in einem Review für The Independent die Folge die „schwächste“ der drei. Sie entfalte sich wie eine Episode der Serie EastEnders mit „dauerhaftem Geschrei, Streitereien und Auseinandersetzungen um unerlaubte Affären“. Anstatt mutig zu sein, wäre die Folge „einfach unangenehm“ anzusehen. Debnath erkannte in der Sexszene zwischen den Hauptcharakteren Liam und Ffion das „übergreifende Thema der menschlichen Trennung durch Technologie“, gab jedoch an, die „Botschaft wurde in all der Melodramatik verloren.“[16] Entertainment Weekly wählte die Folge auf Platz 8 ihrer Top 10 der besten Serienfolgen des Jahres 2013.[17]

Einschaltquoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Folge der Miniserie The National Anthem war, laut Guardian, einer der erfolgreichsten Starts des Jahres für eine Dramaserie auf Channel 4. Die Einschaltquote betrug 1,86 Millionen Zuschauer. Dabei stand es in Konkurrenz zur Dokumentation Inside Facebook, die zeitgleich auf BBC 2 gesendet wurde und ähnliche Einschaltquoten erhielt.[18] Die Organisation Broadcasters’ Audience Research Board, die für die Einschaltquotenberechnung in Großbritannien verantwortlich ist, gab eine insgesamte Zuschaueranzahl von 2,07 Millionen an und listete die erste Folge damit auf Platz neun innerhalb der dreißig erfolgreichsten Programme des Fernsehsenders in der Woche vom 28. November 2011 bis zum 4. Dezember 2011.[19]

Die zweite Folge 15 Million Merits erreichte dagegen mit 1,1 Millionen Zuschauern eine deutlich niedrigere Einschaltquote.[20] Das Broadcasters’ Audience Research Board meldete insgesamt 1,52 Millionen Zuschauer, womit Black Mirror Platz 30 der dreißig meistgesehenen Programme des Senders in der Woche vom 5. Dezember bis zum 11. Dezember erreichte.[19]

Die letzte Episode The Entire History of You wurde nach ersten Angaben von 870.000 Zuschauern verfolgt, was einen weiteren deutlichen Abfall der Zuschauerzahlen über den Verlauf der Staffel markiert.[21]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2012 erhielt die Folge The National Anthem den International Emmy in der Kategorie TV Movie/Mini-Series (Fernsehfilm/Miniserie).[22]

Die Episode der dritten Staffel San Junipero gewann am 6. Januar 2016 den IGN Award in der Kategorie Best TV Episode (Beste TV-Serien-Folge).[23] Ferner erhielt sie im April 2017 den GLAAD Media Awards in der Kategorie Outstanding Individual Episode (in a series without a regular LGBT character) (Außergewöhnliche Folge einer Serie ohne reguläre LGBT-Charaktere).[24] Im September 2017 gewann San Junipero außerdem zwei Awards bei der Primetime-Emmy-Verleihung 2017 in den Kategorien Bester Fernsehfilm und Bestes Drehbuch.[25]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. tuppencemagazine.co.uk: Black Mirror DVD (abgerufen am 30. Januar 2011)
  2. BBC News: Black Mirror gets second series (vom 12. Juli 2012, abgerufen am 12. Februar 2013)
  3. Ben Child: Robert Downey Jr to turn episode of Charlie Brooker's Black Mirror into film, The Guardian, vom 12. Februar 2013, abgerufen am 13. Februar 2013
  4. Debra Birnbaum: Netflix Picks Up ‘Black Mirror’ for 12 New Episodes, Variety, vom 25. September 2015, abgerufen am 31. Oktober 2016
  5. Henning Harder: Play By Day: Premiere der 3. Staffel Black Mirror bei Netflix, serienjunkies.de, (vom 21. Oktober 2016, abgerufen am 21. Oktober 2016)
  6. a b Brooker, Charlie: Charlie Brooker: the dark side of our gadget addiction (vom 1. Dezember 2011, abgerufen am 18. Dezember 2011)
  7. Endemol UK: Charlie Brooker: the dark side of our gadget addiction (vom 11. Mai 2011, abgerufen am 18. Dezember 2011)
  8. Channel 4: Programme Information: Black Mirror (vom 7. November 2011, abgerufen am 18. Dezember 2011)
  9. Crace, John: TV review: Black Mirror; Mark Zuckerberg: Inside Facebook; and The Party's Over: How the West Went Bust (vom 4. Dezember 2011, abgerufen am 18. Dezember 2011)
  10. Hogan, Michael: Black Mirror, Channel 4, review (vom 4. Dezember 2011, abgerufen am 18. Dezember 2011)
  11. Debnath, Neela: Review of Black Mirror – ‘The National Anthem’ (vom 4. Dezember 2011, abgerufen am 18. Dezember 2011)
  12. Wollaston, Sam: TV review: Black Mirror; Piers Morgan's Life Stories: Peter Andre; This is Justin Bieber (vom 11. Dezember 2011, abgerufen am 18. Dezember 2011)
  13. Richards, Sam: Black Mirror: 15 Million Merits, Channel 4, review (vom 11. Dezember 2011, abgerufen am 18. Dezember 2011)
  14. Debnath, Neela: Review of Black Mirror – ‘The Entire History of You’ (vom 19. Dezember 2011, abgerufen am 26. Dezember)
  15. Richards, Sam: Black Mirror: The Entire History of You, Channel 4, review (vom 18. Dezember 2011, abgerufen am 26. Dezember 2011)
  16. Debnath, Neela: Review of Black Mirror – ‘The Entire History of You’ (vom 11. Dezember 2011, abgerufen am 18. Dezember)
  17. 10 Best TV Episodes of 2013. EW.com, 24. Dezember 2013, abgerufen am 27. Dezember 2013 (englisch).
  18. Plunkett, John: Charlie Brooker's Black Mirror launches with almost 1.9m viewers (vom 5. Dezember 2011, abgerufen am 18. Dezember 2011)
  19. a b Broadcasters’ Audience Research Board: Weekly Top 30 Programmes (vom 4. Dezember 2011, abgerufen am 18. Dezember 2011)
  20. Lee, Ben: Black Mirror 15 million Merits gets 1.1 million viewers (vom 12. Dezember 2011, abgerufen am 18. Dezember)
  21. Fletcher, Alex: Charlie Brooker's third 'Black Mirror' draws 870k (vom 19. Dezember 2011, abgerufen am 26. Dezember 2011)
  22. The International Emmy Award: Previous Winners (abgerufen am 12. Februar 2013)
  23. Best TV Episode. In: ign.com. Abgerufen am 17. Mai 2017.
  24. The Best 'Black Mirror' Episode Ever Won a GLAAD Media Award. In: inverse.com. 2. April 2017, abgerufen am 17. Mai 2017.
  25. Andrew R. Chow: Emmys 2017 Winners List. In: The New York Times. 17. September 2017, abgerufen am 21. September 2017 (englisch).