Blattloser Steinbrech

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Blattloser Steinbrech
Blattloser Steinbrech (Saxifraga aphylla) in Oberösterreich

Blattloser Steinbrech (Saxifraga aphylla) in Oberösterreich

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Steinbrechgewächse (Saxifragaceae)
Gattung: Steinbrech (Saxifraga)
Art: Blattloser Steinbrech
Wissenschaftlicher Name
Saxifraga aphylla
Crantz

Der Blattlose Steinbrech (Saxifraga aphylla) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Steinbrech (Saxifraga) in der Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae). Er wird auch als Stängelblattloser Steinbrech oder Schmalkronblättriger Steinbrech bezeichnet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Blattlose Steinbrech wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen zwischen 2 und 4 Zentimetern. Sie wächst in lockeren Polstern mit beblätterten Trieben und blattlosen Blütenstängeln. Die spatelförmigen Rosettenblätter besitzen vorne drei bis fünf Zähne. Auf den Laubblättern befinden sich Drüsenhaare.

Die Blüten stehen meist einzeln am Stielende. Die zugespitzten Kronblätter sind blassgelb und werden etwa 2,5 mm lang. Sie sind damit etwa ein- bis eineinhalbmal so lang wie die kürzeren Kelchblätter.

Die Blütezeit reicht von Juli bis August.

Die Art hat die Chromosomenzahlen 2n = 60[1] oder 64.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet des Blattlosen Steinbrech umfasst die Ostalpen (Kalkketten), er ist hier endemisch. In Österreich ist diese Art zerstreut in der alpinen Höhenstufe verbreitet, sie fehlt in Wien, Burgenland und Kärnten.

Diese kalkstete Art bevorzugt Felsschutt mit langer Schneebedeckung. Sie ist eine Charakterart der Rundtäschelkrautgesellschaft (Thlaspietum rotundifolii) im Verband des Thlaspion rotundifolii[1] und kommt auch in feuchten Felsspalten vor. Sie gedeiht in Höhenlagen zwischen 1500 und 3200 Metern. In den Allgäuer Alpen steigt sie von 1650 Metern Meereshöhe auf einem Schotterfeld südwestlich der Gehrenspitze (Tannheimer Berge) bis zu 2645 Metern Meereshöhe am höchsten Punkt der Mädelegabel auf.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Xaver Finkenzeller: Alpenblumen, München 2003, ISBN 3-576-11482-3
  • Fischer, M. A., Adler, W. & Oswald K.: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Linz, 2005, ISBN 3-85474-140-5
  • Klaus Kaplan in Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage Band IV, Teil 2 A, Seite 218-219. Blackwell-Wissenschaftsverlag Berlin 1995. ISBN 3-8263-3016-1

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 490.
  2. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, Seite 654. IHW-Verlag, Eching bei München, 2001. ISBN 3-930167-50-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Blattloser Steinbrech – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien