Blaue Karte

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Dieser Artikel behandelt eine Disziplinarkarte in diversen Sportarten. Für den EU-Aufenthaltstitel siehe Blaue Karte EU.
Graphische Darstellung einer Blauen Karte

Die Blaue Karte ist eine Disziplinarkarte in diversen Sportarten mit sehr unterschiedlichen Bedeutungen.

Bandy[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blaue Karte wird im Bandy zur Anzeige einer Zeitstrafe benutzt. Der Spieler, der die blaue Karte erhält, muss für 10 Minuten das Spielfeld verlassen. Er muss sich während der Zeitstrafe bei der Strafbank, die in der Nähe der Mittellinie ist, aufhalten und auf den Ablauf seiner Strafzeit warten.

Handball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die blaue Karte wurde durch die IHF mit der Regeländerung auf den 1. Juli 2016 eingeführt [1]. Sie signalisiert eine Disqualifikation mit Bericht, eine Strafe für besonders schwere Fouls (z. B. Tätlichkeiten) und besonders grobunsportliche Vergehen (z. B. Beleidigungen). Vor der Einführung der Blauen Karte wurde diese Strafe wie die gewöhnliche Disqualifikation mit der Roten Karte angezeigt. Eine mündliche Information an die Mannschaftsverantwortlichen war notwendig: Dies führte insbesondere im Publikum oft zu Unklarheiten. Die rote Karte wird allerdings weiter dem fehlbaren Spieler gezeigt. Die blaue Karte wird anschließend dem Kampfgericht angezeigt um alle über den zusätzlichen Bericht zu informieren. Eine Blaue Karte leitet im Gegensatz zur Roten Karte ein Disziplinarverfahren ein.

Jugendfußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die blaue Karte wird besonders im österreichischen Jugendfußball als Anzeige einer Zeitstrafe verwendet. Sie wird anstelle der Gelben Karte verwendet, da im österreichischen Jugendfußball die Verwarnung mündlich ausgesprochen wird. Die Blaue Karte wird durch den Schiedsrichter aufgrund eines Verstoßes gegen die Spielregel und bei unsportlichem Verhalten angezeigt. Dabei muss der Spieler je nach Altersstufe fünf oder zehn Minuten das Spielfeld verlassen.

Jeder Spieler kann nur einmal mit einer Zeitstrafe belegt werden, eine zweite blaue Karte wird in Verbindung mit einer roten Karte (Blau-Rote Karte) gezeigt und führt zum dauerhaften Spielausschluss. Eine weitere Strafe, die sich beispielsweise auf ein kommendes Spiel auswirkt, gibt es dabei nicht.

Die Blaue Karte findet auch beim Fußball in der Vatikanstadt, Freundschaftsturnieren und besonders im Freizeitsportbereich Anwendung.

Rollhockey[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Blaue Karte bedeutet im Rollhockey eine Zeitstrafe. Sie wird bei schwerwiegenden Fouls des Torwarts, Spieler oder dem Haupttrainer seitens der Hauptschiedsrichter gezeigt. Dabei handelt es sich um eine persönliche Strafe. Erhält der Torwart oder Spieler eine Blaue Karte, muss er sich auf einen der aufgestellte Stühle, welche sich zwischen seiner Mannschaftsbank und dem Zeitnehmertisches befinden, hinsetzen und seine Zeitstrafe vollständig abzusitzen. Gleichzeitig muss die Mannschaft mit ein Mann weniger spielen („Power-play“). Erhält der gleiche Spieler eine weitere Blaue Karte, muss er neben seiner Zeitstrafe ab dem Zeitpunkt noch weitere zwei Minuten vollständig absitzen. Danach darf er zurück auf die Reservebank und von dort dann wieder ins Spiel eingesetzt werden, außer es war seine dritte Blaue Karte. Wird gegen die Mannschaft, die mit einem Power-play bestraft wurde, ein Tor erzielt, darf die Mannschaft sich mit einem anderen Spieler auf dem Spielfeld ergänzen. Erhält der Trainer eine Blaue Karte, muss seine Mannschaft einen Spieler runternehmen und für zwei Minuten in Unterzahl spielen. Da der Trainer aber nicht zeitlich ausgeschlossen wird und es keine Strafe gegenüber dem Spieler ist, darf dieser auf die Reservebank und muss nicht beim Zeitnehmertisch Platz nehmen. Außerdem darf er jederzeit mit einem anderen Spieler wechseln. Fällt ein Tor gegen die Mannschaft, ist die Unterzahl beendet. Eine Mannschaft muss drei Spieler auf dem Feld haben. Ist eine Zeitstrafe verhängt worden und sind nur noch zwei Spieler auf den Feld, muss die Mannschaft einen Spieler von der Reservebank auf das Spielfeld bringen. Ist kein Spieler mehr vorhanden, wird das Spiel von den Schiedsrichtern vorzeitig abgebrochen.

Wenn der Torwart, Spieler oder Haupttrainer drei Mal die Blaue Karte erhält, wird die betreffende Person für den Rest des Spiels ausgeschlossen. Dazu zeigen die Hauptschiedsrichter der betreffenden Person zusätzlich die Rote Karte. Die Person muss Spielfeld und Umgebung verlassen. [2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Information Schweizerischer Handballverband: „Die neuen Handball-Regeln ab dem 1. Juli 2016“ Veröffentlicht am 8. März 2016, abgerufen am 9. März 2016
  2. Spielregeln für Rollhockey. In: 01. Januar 2013. FIRS - FÉDÉRATION INTERNATIONALE DE ROLLER-SPORTS, abgerufen am 1. Februar 2017.