Verwarnung (Fußball)

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Der österreichische Bundesliga-Schiedsrichter Robert Schörgenhofer zeigt gelb nach einem Foul
Schiedsrichter Dietmar Drabek verwarnt einen Spieler mit der gelben Karte

Unter einer Verwarnung versteht man im Fußball eine Disziplinarmaßnahme. Jede Disziplinarmaßnahme darf nur in einer Spielunterbrechung und einzig durch den Fußballschiedsrichter ausgesprochen werden.

Es gibt mehrere Variationen der Verwarnung:

  1. Die Gelbe Karte zieht keine direkten Folgen für den Spieler nach sich, der Verwarnte muss jedoch in weiterer Folge vorsichtiger handeln, um einer zweiten Verwarnung zu entgehen, die einen Ausschluss nach sich zöge (Gelb-Rote Karte). Außerdem werden Spieler in den meisten Wettbewerben für ein Spiel gesperrt, wenn sie eine bestimmte Zahl von Gelben Karten bekommen haben (Gelbsperre).
  2. Die Blaue Karte in der Halle oder in manchen Ländern auch im Nachwuchs bewirkt einen Zeitausschluss. Auch hier bedeutet die zweite Verwarnung in demselben Spiel einen Ausschluss.

Am 20. November 1982 hatte der DFB erstmals auch einen Feldverweis auf Zeit (10 Minuten) mit Beginn der Fußball-Bundesligasaison 1983/84 beschlossen, später aber wieder verworfen.

Eine Verwarnung kann nur gegen einen Spieler, Ersatzspieler oder ausgewechselten Spieler ausgesprochen werden, wenn dieser z. B.

  1. sich unsportlich verhält (z. B. foult, sofern das Foul schwerwiegend genug oder ein taktisches Foul ist und nicht sofort ein Platzverweis zu verhängen ist),
  2. durch Worte oder Handlungen seine Ablehnung zu Erkennen gibt,
  3. wiederholt gegen die Spielregeln verstößt (wie viele Wiederholungen notwendig sind, liegt im Ermessen des Schiedsrichters),
  4. die Wiederaufnahme des Spiels verzögert (dazu gehört auch Ballwegschießen nach einer Spielunterbrechung),
  5. beim Eckstoß oder Freistoß den vorgeschriebenen Abstand nicht einhält,
  6. ohne Genehmigung des Schiedsrichters das Spielfeld verlässt oder wieder betritt,
  7. einen übertriebenen Torjubel (z. B. Trikot ausziehen, auf den Zaun klettern) begeht.

Die Beurteilung über einen möglichen verwarnungswürdigen Regelverstoß, vor allem über die Unsportlichkeit, hat jeder Schiedsrichter selbst zu treffen. Daher ist es auch nicht möglich, genau abzugrenzen, was verwarnungswürdig ist und was nicht.

Die Regel für den übertriebenen Torjubel, die 1984 erstmals installiert und in den letzten Jahren mehrmals geändert wurde, ist sehr umstritten.

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Verwarnungen während einer Weltmeisterschaft gab es bei der WM 2002 im Spiel Deutschland gegen Kamerun und während der WM 2006 im Spiel Portugal gegen die Niederlande. Im ersten Fall verteilte der spanische Schiedsrichter Antonio López Nieto 14 Gelbe und zwei Gelb-Rote Karten, im zweiten Fall verteilte der russische Schiedsrichter Walentin Iwanow zwölf Gelbe und vier Gelb-Rote Karten.