Bodysuit (Kleidungsstück)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rollkragenbody aus Schlauchware mit Stringrückenteil, eine Variante eines schlichten Shirtbodys

Ein Bodysuit (englisch für „Körperanzug“) oder kurz Body (englisch für „Körper“) ist ein hautenges einteiliges Kleidungsstück aus Oberteil und angeschnittenem Slip.[1] Ein schlichter Body ähnelt optisch dem Leotard, unterscheidet sich jedoch durch den Verschluss im Schritt. Dies ermöglicht einen leichteren Toilettengang[2] oder auch das Anziehen über den Kopf. Varianten für Männer sind meist an Ringertrikots angelehnt und verfügen nur über einen Hosenschlitz oder frontseitige Knopfleiste. Das Unterteil[1] oder auch der ganze Body, vor allem in Dessousform, wird als Unterwäsche getragen.[3] Auch als Kinderbekleidung sind Bodys vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern verbreitet.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bodysuit kam, propagiert durch Claire McCardell, in den USA nach 1950 in Mode. Gegen Bluse bzw. T-Shirt setzte er sich in den späten 1980ern durch und wurde von Donna Karan lanciert. Die in den 1990er vorgeschlagenen Varianten für Männer setzten sich als Mode nicht durch.[1] Nach der Funktion als formende Unterwäsche oder Dessous kam er zum Ende der 2000er vermehrt als Blusenbody und klassischer Rollkragenbody wie auch Abendbody zum Einsatz.[3]

Shirtbodys
Candice-Swanepoel 2010-03-31 VictoriasSecretStoreChicago photo-by-Adam Bielawski.jpg
Shirtbody, wie er mit einem Rock im Alltag anzutreffen ist ...
D6B 1671 - Bianca Breeze (12127783105).jpg
... während dieser Shirtbody auf einer Erotikmesse als Reizwäsche präsentiert wird.
Spitzenbody als Shirtbody mit Abendhandschuhen
Wäschebodys
Body suit.jpg
Wäschebody mit Miederverstärkung im Bauchbereich
Juno in blue bodysuit 2.jpg
Body als Dessous mit transparenter Vorderseite
Wäschebody als Teil einer Kollektion mit Abendhandschuhen und Strumpfhose

Aufbau des Bodysuits[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberteil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Oberteil eines Shirt- oder Blusenbodys kann die Form eines jeden Kleidungsstücks haben, dessen unterer Saum auch in Hosen, Röcken oder Kleidern eingesteckt getragen wird. Es gibt auch Oberteile, die ohne das versteckte Höschenteil kaum möglich wären, etwa rückenfreie Neckholder oder Corsagen.

Höschenteil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meist geht das Oberteil aus denselben Stoffbahnen ohne Unterteilung in das Höschen über. Bei Blusenbodys mit weniger eng anliegendem Oberteil kann das Höschen jedoch abgesetzt und enger geschnitten sein. Bei Wäschebodys mit BH-Körbchen wird das Höschen wie auch mögliche Patten bis unter die Brust verlängert. So reichen die Beinlängen vom hohen Beinausschnitt mit String im Rückteil bis zu geraden Beineausschnitt. In Ausnahmefällen können Modelle mit zwei Schnüren durch den Schritt Ouvert sein, angeschnittene Beine haben oder bis zu den Fußfesseln reichen.

Schrittverschluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Body wird oft zwischen Schamspalte und Anus oder auch vor der Schamspalte verschlossen. Verschlüsse bestehen vom Einfachsten bis zum Hochwertigsten aus folgenden Lösungen:

  • Klettverschluss
  • Kleine Druckköpfe aus Plastik
  • Häkchen aus Metall, die zum Verstellen auch mehrere Reihen, in der Regel drei, umfassen können
  • Druckknöpfe aus lackiertem Metall mit Stoffleiste als Versteifung

Zur Jahrtausendwende wurden auch Modelle mit horizontalem Reißverschluss oberhalb des Venushügels angeboten. Der Hersteller versprach damit bessere Hygiene. Das Angebot wurde jedoch nicht fortgeführt. In manchen Fällen kann das Höschen trotz richtiger Größe im Schritt zu eng sein. In diesem Fall gibt es die Möglichkeit, ein Zwischenstück zu verwenden, welches an beiden Enden das jeweils passende Gegenstück zum Verschluss des Bodys aufweist.

Material[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wird dehnbares, meist gewirktes Material verwendet. Oft handelt es sich dabei um Jersey oder Lycra.[1]

Arten von Bodysuits[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben gängigen Bezeichnungen wie z. B. Kurzarmbody sind z. B. folgende Oberkategorien zu finden:

  • Shirtbody, der wie z. B. das Muscle Shirt eng anliegt und die Figur hervorhebt. Dessen Oberteile reichen vom hochgeschlossenen Rollkragenbody bis zum groß ausgeschnittenen Trägerbody. Hier findet sich auch als Abendbody der Sweetheartbody, dessen namengebender Herzchenausschnitt manchmal von sichtbar eingearbeiteten BH-Körbchen gebildet und meist mit transparentem Stoff aus Tüll oder Spitze bedeckt wird.
  • Wäschebody, der im Aussehen einem Hosenkorselett gleichen, aber auch aus transparentem Stoff gearbeitet sein kann. Diese meist nur von Schulterträgern gehaltene Art ist auch wie andere Unterwäsche vollständig unter der Oberbekleidung verborgen. Hier gibt es auch Modelle mit langen Ärmeln und Stehkragen als Thermounterwäsche.
  • Blusenbody, dessen Oberteil das Aussehen einer Bluse hat und so auch meist vom elastischen Höschenteil abgesetzt ist. Auch Oberteile in Wickeloptik zählen hierzu.
  • Spitzenbody, dessen Variante als transparenter Shirtbody mit einem schlichten BH darunter oder auch mit Kleidung darüber getragen werden, Ausschnitt, Ärmel oder auch Bauch hervorschauen lassen kann. Darüber getragen werden z. B. Blazer, ärmellose Weste, Träger-Hemdchen oder Kleider. Als Wäschebody mit eingearbeitetem BH ist das Vorderteil zur Zierde meist in unterschiedliche Sektionen aufgeteilt.
  • Der formgebende Corsagenbody mit teils sichtbar eingearbeiteten BH-Körbchen kann mit Schmucksteinen verziert zu den Abendbodys zählen oder mit tiefem Rückenausschnitt unter einem Brautkleid getragen werden.

Tragegewohnheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tragegewohnheiten werden neben persönlichem Komfort und Art des Bodys auch vom pragmatischen Zweck und der aktuellen Mode mitbestimmt. Es ist nicht ungewöhnlich, andere Unterwäsche wie Büstenhalter, Strumpfhosen[3] oder einen zusätzlichen Slip darunter zu tragen.

Neben dem Hauptzweck, das Oberteil nicht verrutschen zu lassen,[2][3] resultieren aus dem Konzept des Bodysuits auch weitere Vor- und Nachteile. Da es prinzipiell keine Lücke zwischen Ober- und Höschen-Teil gibt, sind Bodys dazu geeignet, vor Kälte in der Lendengegend zu schützen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Ingrid Loschek: Reclams Mode- und Kostümlexikon. 6. Auflage. Philipp Reclam jun. Stuttgart, 2011, ISBN 978-3-15-010818-5, S.130.
  2. a b Was ist ein Bodysuit (englisch). Conjecture Corporation, archiviert vom Original am 16. März 2016, abgerufen am 18. September 2016.
  3. a b c d Figurschmeichelnder Einteiler: Der Body ist zurück. dpa/tmn via Südkurier, archiviert vom Original am 14. Oktober 2014, abgerufen am 14. Oktober 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bodysuits – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien