Bot

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Dieser Artikel erläutert das Computerprogramm Bot; zu anderen Bedeutungen siehe BOT.
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Unter einem Bot (von englisch robotRoboter‘) versteht man ein Computerprogramm, das weitgehend automatisch sich wiederholende Aufgaben abarbeitet, ohne dabei auf eine Interaktion mit einem menschlichen Benutzer angewiesen zu sein.

Beispiele für Bots sind die Webcrawler von Internet-Suchmaschinen, die selbsttätig Webseiten besuchen, wobei sie den vorhandenen Links folgen und dabei ggf. den Inhalt der Seiten auswerten. „Gutartige“ Bots halten sich dabei an die Robot Exclusion Standards, mit denen Serverbetreiber das Verhalten eines Bots in Grenzen beeinflussen können. „Bösartige“ Bots werden beispielsweise zum Sammeln von E-Mail-Adressen für Werbezwecke sowie für das massenhafte unautorisierte Kopieren von Webinhalten bis hin zum systematischen Ausspionieren von Softwarelücken von Servern mit dem Ziel des Einbruchs in Server eingesetzt. Maßnahmen gegen das unerwünschte Auslesen von Websites durch Bots („spidern“) bestehen unter anderem darin, das Verhalten der Bots in einer Falle („Honeypot“) zu analysieren und beispielsweise mit einer Sperre der IP-Adresse des Bots zu reagieren.

Kommunizieren Bots untereinander, so spricht man von einem Bot-Netz oder Botnet.

Funktion in Computerspielen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Computerspielen werden computergesteuerte Akteure, die im Mehrspielermodus die Rollen von eigentlich menschlichen Spielern übernehmen, ebenfalls als Bots bezeichnet. Bei Rollenspielen spricht man dabei auch von Nicht-Spieler-Charakteren. Als Aimbot wird in Actionspielen kein automatisierter Spieler, sondern eine durch ein externes Programm bewerkstelligte Zielhilfe bezeichnet (siehe Cheat).

Internet Relay Chat

Im IRC werden Bots zur Kontrolle, Unterhaltung und zum Offenhalten von Channels genutzt.

Onlinepoker

Onlinepoker-Anbieter betreiben einen erheblichen Aufwand, um selbstspielende Pokerbots zur Abwendung finanzieller Schäden zu erkennen.

Bots als Cheat

Neben der Verwendung in Computerspielen als künstlicher Gegner werden Bots auch oft als eine Art Cheat verwendet. Mit der Entwicklung des Online-Spiel-Marktes zum Free-to-play-Modell fordern viele Spiele, viel Zeit in ein Spiel zu investieren. Die Reaktion des Marktes ist das Angebot von Software, die das „Farmen“ automatisiert und dem Spieler Zeit und Geld spart. Jedoch ist die Verwendung solcher Software gegen die AGB der meisten Spiele und kann in einer Kündigung des Kontos resultieren. Ebenso greifen die Betreiber von Computerspielen zunehmend erfolgreich die Hersteller von Bots an, indem sie ihnen gerichtlich verbieten lassen, die Client-Software für das Programmieren der Bots zu verwenden[1] oder die programmierten Bots zu vertreiben.[2]

Social Bots: Funktion in sozialen Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In sozialen Medien werden soziale Bots eingesetzt, um automatische Antworten zu setzen. Bei Twitter werden Social Bots eingesetzt, die auf spezifische Hashtags reagieren und dann vorher programmierte Informationen absetzen. Dazu werden realistisch wirkende Accounts mit Profilbild, Posts und Followern geschaffen, die selbst auch anderen Nutzern folgen. Sie werden eingesetzt, um Werbung zu verbreiten.

Social Bots werden zunehmend auch zum Astroturfing eingesetzt. So berichtete 2016 das NDR-Magazin Zapp darüber, dass Social Bots eingesetzt werden, um politische Propaganda im Sinne ihrer Programmierer zu verbreiten.[3] Auch im Wahlkampf um den Brexit wurden zahlreiche Social Bots eingesetzt, ebenso im Wahlkampf um die US-Präsidentschaft zwischen Clinton und Trump. Dort war einer Untersuchung der Universität Oxford zufolge nach dem ersten TV-Duell mehr als jeder dritte Tweet (37,2 %) für Trump computergesteuert, bei den Tweets für Hillary Clinton lag der Anteil bei 22,3 %.[4] Für normale Benutzer scheint es nicht mehr erkennbar zu sein, ob ein Beitrag in sozialen Medien wie Twitter von einer natürlichen Person stammt oder einer Maschine. Teilweise werden solche Social Bots daher als Gefährdung für den Meinungsbildungsprozess in einer Demokratie angesehen, allerdings widersprechen Experten dieser Sichtweise.[5][6] In Deutschland haben sich CDU, SPD, Grüne, Linkspartei und FDP gegen die Verwendung von Bots beim nächsten Bundeswahlkampf ausgesprochen, nach zunächst anderslautenden Äußerungen dann auch die AfD.[7]

Da sich an der Zahl der Accounts und den damit zusammenhängenden persönlichen Nutzerdaten auch der Unternehmenswert von Twitter und anderen Kurznachrichtendiensten bemisst, haben die Unternehmen laut Beobachtern ein geringes Interesse daran, offenzulegen, wie viele Accounts tatsächlich Fakes sind.

Noch einen Schritt weiter geht Facebook, das für seinen Messenger explizit sogenannte Chatbots erlaubt und diese direkt mit den Nutzern interagieren lässt. Hierbei steht auf der einen Seite der direkte Dienst für den Nutzer im Fokus, sicher aber auch das Ziel, die Verweildauer des Nutzers im jeweiligen Netzwerk und damit den Marketingwert zu erhöhen.[8] Letzteres wird in jüngsten Veröffentlichungen speziell für Facebook indirekt belegt, da jetzt auch eine Analysefunktion der Bot-Aktivitäten für Unternehmenskunden angeboten wird.[9]

Bei allen Risiken und Herausforderungen dürfen die vielfältigen Potenziale und Anwendungsmöglichkeiten der zu Grunde liegenden Technologie nicht unberücksichtigt bleiben. In der Medien- und Verlagsbranche erlauben Bots das automatisierte Verfassen von Beiträgen und die Übernahme von Routineaufgaben. Automatisierte Kommunikation durch Bots kann auch zur Information und Aufklärung der Öffentlichkeit genutzt werden. Durch die Integration der Technologien in smarte Assistenten und neue Interfaces werden Bots zudem zum täglichen Helfer und Begleiter.[10]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Bot – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Sebastian Telle auf Telemedicus zum Urteil des OLG Dresden vom 20. Januar 2015, Az.: 14 U 1127/14 http://tlmd.in/a/2905.
  2. Sebastian Telle auf Telemedicus zum Urteil des OLG Hamburg vom 6. November 2014, Az.: 3 U 86/13 http://tlmd.in/a/2889
  3. Netzangriff: Bots feuern gegen Themen. In: ndr.de. NDR, abgerufen am 22. April 2016.
  4. Wahlkampf: Nur die AfD will Social Bots einsetzen. In: tagesschau.de. ARD, abgerufen am 22. Oktober 2016.
  5. Gefährden Meinungsroboter die Demokratie? In: spektrum.de. Abgerufen am 16. Oktober 2016.
  6. Fachgespräch im Bundestag: Experten halten Einfluss von Social Bots für überschätzt. In: netzpolitik.org. Abgerufen am 6. März 2017.
  7. AfD lehnt Einsatz von sogenannten social bots ab. In: alternativefuer.de. Abgerufen am 16. Januar 2017.
  8. Andreas Weck: Chatbots im Facebook-Messenger. In: t3n.de. 14. April 2016, abgerufen am 15. November 2016.
  9. Amy Stapleton: Facebook startet Analysefunktion für Bot-Aktivitäten. In: opusresearch.net. OpusResearch, 15. November 2016, abgerufen am 16. November 2016 (englisch).
  10. Jan Dennis Gumz, Resa Mohabbat Kar: Social Bots. Kompetenzzentrum Öffentliche IT, April 2017, abgerufen am 6. April 2017.