Boxcryptor

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Boxcryptor
Entwickler Secomba GmbH
Aktuelle Version 2.14.564 (Windows)
Mai 2017[1]

2.12.843 (macOS)
Juni 2017[1]

2.59.575 (Android)
12. April 2017[2]

2.8.696 (iOS)
15. Mai 2017[3]

1.0.59 (Blackberry)
3. Mai 2017[4]

Betriebssystem Windows, Windows RT, macOS, Linux, Android, iOS, Blackberry, Windows Phone, Windows 10 Mobile
Kategorie Verschlüsselung,
Synchronisation
Lizenz proprietär
deutschsprachig ja
boxcryptor.com

Boxcryptor ist eine Software zur Dateiverschlüsselung, insbesondere zur Synchronisation mit einer Vielzahl von Cloud-Speichern.

Anwendungszweck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sichern von Dateien ist nicht trivial, wenn es sowohl vor Plattenausfall und Fehlbedienung schützen soll als auch vor Virenbefall, Diebstahl, Vandalismus oder Feuer. Daher bieten Firmen Speicher auf ihren Servern an, auch „Cloud-Speicher“ genannt. Dort können Dateien – wahlweise in verschiedenen Bearbeitungsständen – ohne manuellen Eingriff archiviert werden. Ohne gesonderte Verschlüsselung können die Dateiinhalte von Fremden beim Serverbetreiber gelesen oder gar verändert werden. Um dies zu vermeiden, entstanden Programme, die Dateien vor und nach der Übertragung im Internet ver- und entschlüsseln – wie Boxcryptor. Dieses wurde am 5. August 2011 erstmals im Dropbox-Forum veröffentlicht.[5] Nachdem dieser Prototyp innerhalb einer Woche über 1.000-mal heruntergeladen worden war, entstand daraus die Idee für ein Start-up.[6]

Insbesondere seit Edward Snowden Details zu Überwachungsbestrebungen gegenüber dem Anbieter Dropbox an die Öffentlichkeit brachte, stieg die Zahl der Boxcryptor-Anwender im August 2013 um 40 % gegenüber dem Vormonat an, die Zahl verkaufter Firmenpakete sogar um 60 %.

Geschäftsmodell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschäftsmodell basiert auf dem Verkauf proprietärer Softwarelizenzen auf Basis eines Freemium-Modells. Die unentgeltlich verfügbare Version ist nichtkommerziell anwendbar. Erweiterte Leistungsmerkmale wie auch die kommerzielle Nutzung erfordern einmalig oder jährlich anfallende Gebühren.

Versionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprüngliche Boxcryptor-Version wird derzeit als boxcyptor Classic angeboten. Boxcryptor 2 speichert anders als die Classic-Variante den Inhalt des verschlüsselten Ordners nicht im Wurzelverzeichnis des virtuellen Laufwerks, sondern in einem Ordner darin. Falls man mehrere Ordner verschlüsselt, bindet Boxcryptor 2 nicht mehr für jeden ein separates virtuelles Laufwerk ein. Diese tauchen als weitere Ordner im Wurzelverzeichnis des nun einzigen virtuellen Laufwerks auf. Die Verschlüsselung muss per Kontextmenü manuell aktiviert werden. Wird sie für einen Ordner aktiviert, wird der gesamte Inhalt verschlüsselt. Daher kann das virtuelle Laufwerk verschlüsselte und unverschlüsselte Dateien enthalten. Für Boxcryptor 2 lässt sich ein Onlinekonto erstellen, und mehrere Personen lassen sich zu Gruppen zusammenfassen. Dafür wird ein Schlüssel im Boxcryptor-Client erzeugt, der mit dem Nutzerpasswort verschlüsselt zum Schlüssel-Server („key server“) der Secomba GmbH gesendet wird.[7]

Einsatzbedingungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boxcryptor läuft unter Windows, Windows RT, macOS, Android, iOS, Blackberry, Windows Phone, Windows 10 Mobile[8] sowie mit Google Chrome (als Plug-in). Die Android-App unterstützt SD-Karten als Speicher.

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Datensicherung und zur Datei-Synchronisierung zwischen mehreren Geräten bieten verschiedene Anbieter Online-Datenspeicher an. Der Datenaustausch von und zu diesen Cloud-Speichern erfolgt unverschlüsselt. Um unberechtigtes Mitlesen oder Manipulationen an diesen Dateien zu vermeiden, bietet die Firma Secomba GmbH verschiedene Versionen ihrer boxcryptor-Software an.

Boxcryptor erstellt ein virtuelles Laufwerk im lokalen Computer. Jede Datei, die hier in einem verschlüsselten Ordner gespeichert wird, wird automatisch im Hintergrund verschlüsselt und in einem wählbaren Zielordner abgelegt. Dabei verschlüsselt Boxcryptor die Dateien einzeln und erstellt, im Gegensatz zu TrueCrypt, keine Container. Die Dateinamen bleiben im Klartext lesbar. Das verwendete Dateisystem ist zu EncFS kompatibel.

Unterstützte Cloudspeicher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da eine Vielzahl von Unternehmen das Dropbox-Geschäftsmodell inzwischen übernahmen, bedient die Boxcryptor-Software die Schnittstellen der Cloud-Speicher von Dropbox, Google Drive, Microsoft OneDrive, Box, SugarSync, Telekom Cloud, TrendMicro SafeSync, Strato HiDrive, GMX MediaCenter, Web.de Smartdrive, CloudMe, Cubby, Livedrive, Yandex Disk, CloudSafe, Filespots und SpiderOak. Außerdem werden alle Cloud-Speicher unterstützt, die das WebDAV-Protokoll anbieten.

Portabler Client[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boxcryptor bietet auch einen portablen Client für Windows. Das Programm braucht dann nicht installiert zu werden, sondern kann unmittelbar von etwa einem USB-Stick gestartet werden.

Whisply-Integration[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Dezember veröffentlichte die Secomba GmbH neben Boxcryptor ein weiteres Produkt.[9] Mit Whisply wird eine Webanwendung für verschlüsselten Datentransfer angeboten. Seit dem 7. Juli 2016 ist Whisply in Boxcryptor integriert.[10]

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boxcryptor nutzt die Verschlüsselungsalgorithmen AES-256 und RSA-4096.[11]

Alternative[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Programm Cryptomator[12] bietet ähnliche Funktionen. Es ist ebenfalls für mehrere Betriebssysteme erhältlich, auch für Mobilgeräte. Im Gegensatz zu Boxcryptor ist es quelloffen.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Aktuelle Versionen für Windows und macOS bei boxcryptor.com, abgerufen am 6. Juni 2017.
  2. Installationsseite für Android bei Google Play, abgerufen am 4. Mai 2017.
  3. Vorschauseite für iOS im App Store (iOS), abgerufen am 16. Mai 2017.
  4. Installationsseite für Blackberry in der Blackberry World, abgerufen am 4. Mai 2017.
  5. Jens Tönnesmann: Gründertagebuch. Bericht von Secomba-Gründerin Andrea Pfundmeier in drei Teilen. In: wiwo.de. Verlagsgruppe Handelsblatt, 8. November 2013, abgerufen am 14. Februar 2016.
  6. Torsten Paßmann: Neun Fragen an Andrea Wittek von BoxCryptor. In: vc-magazin.de. 7. März 2013, abgerufen am 30. April 2017.
  7. Axel Vahldiek: Boxcryptor 2 mit Gruppenfunktionen und neuem Lizenzmodell. In: Heise online. 6. Juni 2013, abgerufen am 14. Februar 2016.
  8. Installationsseite für Windows 10 Mobile und Windows Phone 8 bei microsoft.com, abgerufen am 30. Juli 2016.
  9. Whisply-Internetpräsenz. Abgerufen am 20. Juli 2016.
  10. Whisply-Integration. Whisply Release und Boxcryptor Update – Boxcryptor bekommt Verstärkung. 7. Juli 2016, abgerufen am 20. Juli 2016.
  11. Die wichtigsten technischen Fragen zu Boxcryptor. In: boxcryptor.com. Abgerufen am 14. Februar 2016.
  12. Web-Präsenz von Cryptomator. Abgerufen am 10. Mai 2017 (englisch).
  13. Ben Schwan: Cryptomator: Konkurrent für Boxcryptor. In: Heise Online. 14. März 2016, abgerufen am 16. Mai 2017.