Brauerei Clemens Härle

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Brauerei Clemens Härle KG

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Rechtsform KG
Gründung 1897
Sitz Leutkirch im Allgäu
Leitung Gottfried Härle
Mitarbeiterzahl 35 (2020)
Umsatz 7,2 Mio. Euro (2017)[1]
Branche Brauerei
Website www.haerle.de

Die Brauerei Clemens Härle KG ist eine 1897 gegründete Privatbrauerei in Leutkirch im Allgäu im Landkreis Ravensburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Clemens Härle entstammte einer Bauernfamilie aus Kirchdorf an der Iller. Er hatte noch 13 weitere Geschwister. Vier seiner Brüder erlernten das Brauer- und Mälzerhandwerk in Oberdischingen bei Ulm. Sein Bruder Reinhart Härle betrieb die Waldschloss-Brauerei in Waldshut, sein Bruder Fridolin die Königsegger WalderBräu in Königseggwald.

Zunächst pachtete Clemens Härle die Schlossbrauerei in Bad Wurzach. Diese brannte ab. Im Jahre 1895 erwarb er in Leutkirch im Allgäu die Mohren Brauerei. Das Betriebsgelände befindet sich in der Wangener Straße, direkt an der Eschach. Zu der Brauerei gehörten eine Landwirtschaft, ein Brauereigasthof und weitere Liegenschaften. Gleich nach dem Kauf im Jahr 1896 errichtete Clemens Härle ein neues Brauereigebäude. In nur acht Monaten Bauzeit wurde es fertiggestellt und am 16. Februar 1897 der erste Sud gekocht. In diesem dreistöckigen Ziegelgebäude wird auch heute noch Bier gebraut. Die Brüder Carl, Otto und Hugo übernahmen die Brauerei. Danach standen Karl-Clemens und Hermann an der Spitze der Brauerei.

Heute werden die Geschäfte des Familienbetriebes von Gottfried Härle geleitet, einem Urenkel von Clemens Härle. Die Firma ist Gründungsmitglied des 1992 gegründeten Bundesverbandes der grünen Wirtschaft. Diesem Grundsatz entspricht die Selbstdarstellung als erste klimaneutrale Brauerei Deutschlands (CO2-neutrales Energiekonzept seit 2009, einschließlich Fuhrpark).

Die Brauerei warb bis Sommer 2015 auf den Etiketten mit der Eigenschaft „bekömmlich“, bis das Landgericht Ravensburg diese Bezeichnung am 26. August 2015 als rechtswidrig einstufte, begründet mit einer Irreführung der Konsumenten. Die Verwendung der umstrittenen Bezeichnung wurde untersagt.[2] Eine Berufung beim Oberlandesgericht Stuttgart blieb erfolglos, ebenso eine Klage beim Bundesgerichtshof.[3]

Die Brauerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bierlaster Clemens Härle (2012)

2018 wurden circa 36.000 Hektoliter Bier und biologische Erfrischungsgetränke gebraut. Der Ausstoß verteilt sich auf 13 verschiedene Biersorten und Biermischgetränke, wobei Härle Gold und Härles Feine Weiße die Hauptumsatzträger sind. Ergänzt wird das Sortiment durch Handelsbierware, Fruchtsäfte und alkoholfreie Erfrischungsgetränke.[4] Seit 2000 ist der Bierausstoß um ca. 20 % gestiegen. Im gleichen Zeitraum sank der gesamte Absatz der Brauereien in Deutschland um 10 %, jener in Baden-Württemberg gar um über 15 %.

In Oberschwaben und im Allgäu werden 280 Gastronomiebetriebe beliefert, außerdem Getränkemärkte. Der Fassbieranteil liegt bei 28 %. Das Unternehmen beschäftigt 35 Mitarbeiter und zwei Auszubildende.[5]

Die Brauerei legt Wert darauf, ausschließlich mit regionalen Rohstoffen zu arbeiten. So kommt die Braugerste von oberschwäbischen Bauern[6] und der Hopfen aus Tettnang (Bio-Hopfen von Bio-Landwirt Peter Bentele). Beim Bio-Weizen wird auch auf bayerische Biohöfe zurückgegriffen.[7]

Sortiment[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Härle Export Gold
  • Lager Hell (Bio)
  • Härle's Feines Pils
  • Clemens-Spezial
  • Clemens ohne Filter
  • Clemens Weissbier (Bio)
  • Härle's Böckle
  • Härle's Feine Weiße
  • Härle's Leichte Weiße
  • Härle's Dunkle Weiße
  • Landzüngle (Bio)
  • Fidelio (Bio)
  • Härle Hopfenleicht
  • Härle Echtes Radler
  • NaturRadler

Außerdem hat die Brauerei seit 2008 das biologische Erfrischungsgetränk „Seezüngle“ (hergestellt aus oberschwäbischer Gerste, Früchten vom Bodensee und Wasser von der nahen Adelegg) im Sortiment.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2009: Deutscher Solarpreis
  • 2010: Deutscher Nachhaltigkeitspreis, Platz 3[8]
  • 2010: 4. Nachhaltigkeitspreis der EthikBank, Platz 1[9]
  • 2010: Umweltpreis des Landes Baden-Württemberg, Sektor Handwerk
  • 2019: Bayerischer Bierorden an Gottfried Härle[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Brauerei Clemens Härle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wirtschaftswoche: Familienbrauerei Clemens Härle: Die Wünsche der Kunden immer im Blick. Abgerufen am 18. Mai 2020.
  2. Bier darf nicht bekömmlich sein. In: hopfenliebe.de (abgerufen am 3. September 2015)
  3. Brauereien dürfen Bier nicht als „bekömmlich“ verkaufen
  4. Win-Charta Nachhaltigkeitsbericht Brauerei Clemens Härle 2018. (PDF) In: win-bw.com. 2018, abgerufen am 18. Mai 2020.
  5. Härle: Damals & Heute. Brauerei Clemens Härle, abgerufen am 18. Mai 2020.
  6. Eigene Angaben zur Braugerste
  7. Eigene Angaben der Brauerei
  8. Jury kürt Deutschlands nachhaltigste Unternehmen
  9. EthikBank -- Preisträger (Memento vom 9. September 2011 im Internet Archive)
  10. https://www.private-brauereien.de/de/private-brauereien/bayerischer-bierorden/index.php

Koordinaten: 47° 49′ 25″ N, 10° 1′ 27″ O