Bulqiza

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Bulqizë
Bulqiza
Bulqiza (Albanien)
Paris plan pointer b jms.svg

Koordinaten: 41° 30′ N, 20° 13′ O

Basisdaten
Qark: Dibra
Höhe: 740 m ü. A.
Fläche: 718 km²
Einwohner: 31.210 (2011)
Bevölkerungsdichte: 43 Einw./km²
Telefonvorwahl: (+355) 0219
Postleitzahl: 8401–8402
Struktur und Verwaltung (Stand: 2015)
Bürgermeister: Melaim Damzi (LSI)

Bulqiza (albanisch auch Bulqizë) ist eine kleine Stadt in Ostalbanien. Zudem wird auch das Tal, in dem der Ort liegt, so bezeichnet. Auch einige Dörfer in der näheren Umgebung haben Bulqiza als Namenszusatz. Die Stadt hat 8177 Einwohner (2011).[1] Die Lokalbehörden geben hingegen eine deutlich höhere Zahl von 12.323 Einwohnern (2014) an.[2]

Bis 2015 war Bulqiza eine eigenständige Gemeinde (bashkia), die dann mit den anderen Gemeinden des Kreises Bulqiza zusammengelegt wurde. Die neue Gemeinde hat 31.210 Einwohner (2011).

Bevölkerung und Gesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf den alten Ortsteil und das Bergwerk

In den letzten Jahren ist die Einwohnerzahl wie in vielen anderen ländlichen Gebieten Albaniens deutlich zurückgegangen. Die Bevölkerung ist mehrheitlich muslimisch, ein Großteil zählt sich zu den Bektaschi.[3]

In Bulqiza gibt es zwei Primar- und eine Mittelschule.[3]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt an der SH6, die von der Küstenebene bei Milot über Burrel nach Peshkopi führt, und auf rund 740 m ü. A. am Ende eines tiefen Tals, dessen Boden breit und flach ist. Dies ermöglicht die Entstehung eines Hochmoors und einiger kleiner Seen. Wenige Kilometer westlich von Bulqiza endet das Tal am 842 m ü. A. hohen Pass Qafa e Buallit. Über der Stadt erhebt sich der südlich gelegene Berg Maja e Dhoksit (2020 m ü. A.).

Die Siedlungsflächen der Stadt beschränken sich auf verschiedene Quartiere zu beiden Seiten des Tals, die durch die Feuchtgebiete in der Talmitte getrennt werden. Der alte Stadtteil an der Südseite ist das Zentrum des Orts. Der neue Stadtteil auf der Nordseite wurde als Schlafstadt erbaut, da nach den Bergbauaktivitäten Häuser einzustürzen drohten.

Das Gebiet der Gemeinde Bulqiza war bis 2015 in die folgenden Gemeinden gegliedert:

Ehemalige Gemeinden
Name Einwohner (2011)[1] Gemeindeart
Bulqiza 000000000008177.00000000008.177 Bashkia
Fushë-Bulqiza 000000000003342.00000000003.342 Komuna
Gjorica 000000000004214.00000000004.214 Komuna
Martanesh 000000000001836.00000000001.836 Komuna
Ostren 000000000003034.00000000003.034 Komuna
Shupenza 000000000005503.00000000005.503 Komuna
Trebisht 000000000000993.0000000000993 Komuna
Zerqan 000000000004111.00000000004.111 Komuna

Fushë-Bulqiza liegt etwas östlicher im Tal. Weiter unten folgt Zerqan auf der südlichen Talseite. Am Ende des Tals liegt Shupenza auf der nordwestlichen Flussseite. Auf der gegenüberliegenden Flussseite liegt Gjorica. Ostren liegt weiter südlich in Richtung Librazhd. Östlich davon liegt zwischen der Grenze zu Mazedonien Trebisht. Martanesh liegt südwestlich von Bulqiza jenseits des Qafa e Buallit im Süden des Mat-Tals.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Bulqiza wurde im Jahr 1467 erstmals schriftlich erwähnt.[3]

1948 wurde in Bulqiza Chrom entdeckt.[3] Schon zwei Jahre später begann man mit sowjetischer Hilfe mit dem Abbau. Erst dadurch entstand aus einem kleinen Dorf eine Stadt, in der auch eine Fabrik zur Zerkleinerung des Erzes errichtet wurde.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abraumhalden eines Bergwerks am Ortsrand, im Hintergrund der neue Ortsteil

Das Bergwerk von Bulqiza gilt als größtes Albaniens. Trotzdem ist die Produktion nach dem Ende des kommunistischen Regimes 1991 eingebrochen und ein Großteil der Beschäftigten musste entlassen werden.[4] Ende August 2007 wurde die Hauptmine von den Behörden vorübergehend geschlossen, nachdem innerhalb von zwei Monaten vier Arbeiter ihr Leben bei der Arbeit verloren hatten.

Heute wird um Bulqiza in vielen kleinen Bergwerken mit oft einfachsten Mitteln Chrom abgebaut, wobei es immer wieder zu Unfällen und Todesfällen kommt.[5] Seit 2007 ist die österreichische Bergbaufirma DCM Betreiberin der Hauptmine und beschäftigt rund 700 Personen, die aber immer wieder wegen unzulänglichen Arbeitsbedingungen und geringen Löhnen streiken.[5][6] Daneben ist in und um Bulqiza noch ein kanadisches Bergbauunternehmen tätig.[7] Im Kreis Dibra arbeiten rund 1100 Personen als Bergarbeiter, mehrheitlich in Bulqiza und Umgebung.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bulqiza – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ines Nurja: Censusi i popullsisë dhe banesave / Population and Housing Census – Dibër 2011. Rezultatet Kryesore/Main Results. Hrsg.: INSTAT. Pjesa/Part 1. Adel Print, Tirana 2013 (Dokument zum Herunterladen als PDF [abgerufen am 25. Mai 2015]).
  2. Popullsia e Qarkut Diber Janar 2014. In: Këshilli i Qarkut Dibër. Abgerufen am 3. Dezember 2015 (XLS, albanisch).
  3. a b c d e Bashkia Bulqizë: Plani strategjik i zhvillimit 2008 –2013. In: Këshilli i Qarkut Dibër. Archiviert vom Original am 27. Dezember 2015, abgerufen am 24. August 2012 (PDF; 709 kB, albanisch).
  4. Site Visit to Empire’s Bulqiza Chromite Project. In: Empire Mining Corp. 22. November 2010, abgerufen am 24. Dezember 2015 (PDF, englisch).
  5. a b Albanian miner dies in chrome mine blast. Reuters, 18. Oktober 2011, abgerufen am 18. Oktober 2011 (englisch).
  6. DCM. Abgerufen am 18. Oktober 2011.
  7. Empire Mining Corporation. Abgerufen am 18. Oktober 2011 (englisch).