Bundesministerium für Bildung

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OsterreichÖsterreich  Bundesministerium für Bildung
Österreichische Behörde
Logo des Bundesministerium für Bildung
Staatliche Ebene Bund
Stellung der Behörde Oberste Bundesbehörde
Gründung 23. März 1848[1]
Hauptsitz 1014 Wien
Behörden­leitung Sonja Hammerschmid, Bundesministerin für Bildung
Haushaltsvolumen 8,00 Mrd. EUR (2015)[2]
Website www.bmb.gv.at
Sonja Hammerschmid, Bundesministerin für Bildung

Das als Bundesministerium für Bildung (kurz Bildungs- oder Unterrichtsministerium) bezeichnete österreichische Regierungsressort des Bundes ist vor allem zuständig für das Schulwesen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unterrichtsministerium ist eines der ältesten Österreichs. Es wurde im Kaisertum 1848 (Revolution) als k.k. Ministerium des öffentlichen Unterrichts gegründet und war von 1849 an auch Kultusministerium. Von 1867 (Ausgleich) an war das Ministerium für Kultus und Unterricht, wie es bis zum Ende der Monarchie hieß, für Cisleithanien zuständig. 1919–1923, am Beginn der Ersten Republik, war es mit dem Innenministerium in einem gemeinsamen Ressort verbunden, dann wurde das Unterrichtsministerium wieder eigenständig und blieb dies von 1945 an auch in der Zweiten Republik. Am 24. Juli 1970 wurden die Wissenschaftsagenden in der Bundesregierung Kreisky I in das neu gegründete Wissenschaftsministerium ausgegliedert. Nur von 2000 bis Jänner 2007 gab es in den Bundesregierungen Schüssel I und Schüssel II wieder ein Gesamt-Bildungsministerium zusammen mit kulturellen Angelegenheiten. Bis 30. Juni 2016 war die Bezeichnung Bundesministerium für Bildung und Frauen, per 1. Juli wurden die Agenden für Frauen und Gleichstellung in das Gesundheitsministerium, nunmehr als Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF) bezeichnet, übertragen. Mit 1. März 2014 ist das Unterrichtsministerium hervorgegangen aus dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, die Frauenagenden wurden zu diesem Zeitpunkt aus dem Zuständigkeitsbereich des Bundeskanzleramtes übernommen.

Zeitraum Unterrichtsministerium Wissenschaftsministerium
1848 Ministerium des öffentlichen Unterrichts[3]  
1849 Ministerium für Cultus und Unterricht[3]
1861–1867 sistiert[3]
1867–1918 Ministerium für Kultus und Unterricht[3]
1918–1920 Staatsamt für Inneres und Unterricht
1919–1923 Bundesministerium für Inneres und Unterricht
1923–1938
1945–1971
Bundesministerium für Unterricht
Innenpolitik dem Bundeskanzleramt eingegliedert
1971–1984 Bundesministerium für Unterricht und Kunst
Kunstangelegenheiten in Abgrenzung zum neuen Wissenschaftsministerium betont
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
von Kreisky neu begründet
1985–1991 Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Sport
Sportressort von Sinowatz betont[4]
1991–1994 Bundesministerium für Unterricht und Kunst
Sportressort in das neue Bundesministerium für Gesundheit, Sport und Konsumentenschutz eingegliedert
1994–1996 Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten (BMUK) Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
Kunstangelegenheiten vom Unterrichtsministerium
1996–1997 Bundesministerium für Wissenschaft, Verkehr und Kunst
Verkehrspolitik vom aufgelösten Bundesministerium für öffentliche Wirtschaft und Verkehr
1997–2000 Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr
Die Kunstagenden wurden 1997 an das Bundeskanzleramt übergeben.
2000–2007 BM BWK Bundesministerium fuer Bildung Wissenschaft und Kultur small.svg
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (bm:bwk)
In der Regierung Schüssel I wurden die Wissenschaftsagenden in das bisherige Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten eingegliedert; die Verkehrsagenden wurden dem neu geschaffenen Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie zugeteilt.
2007–2014
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur logo small.svg
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (bm:ukk)
    Bundesministerin für Frauen, Medien und Regionalpolitik am Bundeskanzleramt
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung logo small.svg
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
2014–2016
Bundesminister für Kunst und Kultur, Verfassung und Öffentlicher Dienst am Bundeskanzleramt     Bundesministerium für Bildung und Frauen (BMBF)
2016
Bundesministerium für Bildung (BMB)     Bundesministerium für Gesundheit und Frauen

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bundesministerium für Bildung ist zuständig für:[5]

  • Schulwesen einschließlich Schulerhaltung
  • Schulerrichtung und Schulauflassung mit Ausnahme der Schulerhaltung
  • Schulerrichtung und Schulauflassung der land- und forstwirtschaftlichen Bundesschulen
  • Erziehungswesen in den Angelegenheiten der Schülerheime
  • Aus- und Weiterbildung sowie Dienstprüfung der Lehrer
  • Mitwirkung des Bundes in Angelegenheiten des Dienstrechts und der Erstellung der Stellenpläne für Landeslehrer, soweit sie nicht in den Wirkungsbereich des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft fällt;
  • Kindergarten- und Hortwesen.
  • Angelegenheiten der Pädagogischen Hochschulen.
  • Angelegenheiten der Volksbildung.
  • Angelegenheiten der schulischen Stiftungen und Fonds.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bundesministerium für Bildung ist wie folgt gegliedert.[6]

  • Bundesministerin
    • Präsidialsektion: Steuerung und Services
    • Sektion I: Allgemeinbildung
    • Sektion II: Berufs- und Erwachsenenbildung
    • Sektion III: Pädagogische Hochschulen, Personalvollzug und Schulerhaltung
    • Gruppe IT: Informationstechnologie und Medien

Geschäftsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bundesministerium für Bildung hat keine nachgeordneten Dienststellen.

Bundesminister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Elmar Schübl, Harald Heppner: Universitäten in Zeiten des Umbruchs: Fallstudien über das mittlere und östliche Europa im 20. Jahrhundert. Band 5 von Transkulturelle Forschungen an den Österreich-Bibliotheken im Ausland, LIT Verlag, Münster 2011, ISBN 978-3-643-50352-7, S. 16 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  2. Bundesfinanzgesetz 2015. Bundesministerium der Finanzen, abgerufen am 14. Januar 2016 (PDF; 4,12 MB, Seite 312).
  3. a b c d Forum Politische Bildung (hrsg.): Wendepunkte und Kontinuitäten. Zäsuren der demokratischen Entwicklung in der österreichischen Geschichte. Sonderband der Informationen zur Politischen Bildung;, Innsbruck/Wien, 1998, Kapitel 1848: Einrichtung des Unterrichtsministeriums, S. 22–41 (Kapitel, pdf, politischebildung.com).
    Schreibweise Ministerium für Kultus und Unterricht ab ca. der Jahrhundertwende üblicher
  4. BGBl. Nr. 439/1984: Änderung des Bundesministeriengesetzes 1973 und des ÖIG-Gesetzes sowie Erlassung damit zusammenhängender Bestimmungen über den Wirkungsbereich einzelner Bundesministerien, in Kraft getreten 1. Jänner 1985
  5. Bundesministeriengesetz 1986. Abgerufen am 16. November 2017.
  6. Organigramm des Bundesministerium für Bildung. Abgerufen am 16. November 2017.