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Bundesverband deutscher Banken

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Bundesverband deutscher Banken
Logo
Rechtsform Eingetragener Verein
Gründung 1951[1] in Berlin
Sitz Berlin
Präsident Christian Sewing[2]
Vorstand Präsidium[3]
Christian Sewing[2]
Christian Kühn
Dr.Christian Ricken
Vorstand[3]
Lutz Diederichs
Dr.Wolfgang Fink
Ingrid Hengster
Heiner Herkenhoff
Marion Höllinger
Dr. Bettina Orlopp
Lars Stoy
Gerhard Wiesheu
Geschäftsführer Heiner Herkenhoff
Mitglieder 178
Website https://bankenverband.de

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) ist die Interessenvertretung der privaten Banken in der Bundesrepublik Deutschland. Er hat die Rechtsform eines eingetragenen Vereins.[4]

Laut Eintrag im Lobbyregister des deutschen Bundestags gab die Organisation im Geschäftsjahr 2024 mehr als fünf Millionen Euro für Lobbyismus aus.[5]

Geschichte und Strukturen

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Der Verband wurde 1951 in Köln gegründet. Er ist der Nachfolger der 1901 gegründeten Standesorganisation Centralverbandes des deutschen Bank- und Bankiergewerbes.[1] Dieser war 1934 in die Wirtschaftsgruppe Privates Bankgewerbe als Teil der nationalsozialistischen Reichsgruppe Banken umgeformt worden.[6] 1999 wurde der Sitz nach Berlin verlegt. Daneben unterhält der BdB Büros in Frankfurt am Main und in Brüssel und ist Mitglied der European Banking Federation. Die Tochtergesellschaft Bank-Verlag GmbH[7] hat ihren Sitz weiterhin in Köln. Im Jahr 2018 wurde mit der BdB-Akademie GmbH[8] eine weitere Tochtergesellschaft gegründet. In ihr sind die Bildungsaktivitäten der Bankenverbandsgruppe gebündelt.

Der Verband vertritt rund 180[9] private Kreditinstitute. Daneben zählen etwa 20 FinTechs zu den außerordentlichen Mitgliedern.[10]

Der BdB lobbyiert für seine Mitglieder in Politik und Öffentlichkeit, und koordiniert sich dazu mit anderen Verbänden (z. B. mit der Lobbyorganisation Die Deutsche Kreditwirtschaft). Zudem ist er Träger des Einlagensicherungsfonds.[11]

Mitgliedschaften

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Der Verband ist unter anderem Mitglied in der European Banking Federation (EBF)[12] im Netzwerk Europäische Bewegung[13] sowie im Gemeinschaftsausschuss der Deutschen Gewerblichen Wirtschaft.

Rolle im Cum-Ex-Steuerbetrug

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Kriminelle Aktivitäten unterschliedlicher Banken und Personen im Cum-Ex-Steuerbetrug wurden durch das Jahressteuergesetz von 2007 ausgeweitet. Grundlage für das Gesetz war ein Textvorschlag des BdB und der Deutschen Bank, welcher „fast wortgleich“ durch das Bundesfinanzministerium übernommen wurde.[14][15][16]

Vorstandschaft und Präsidium

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Der Verband wird von einem auf drei Jahre gewählten Vorstand geleitet. Die Vorstandssitze werden unter den Banken nach Kategorien aufgeteilt. Die Großbanken stellen je ein Mitglied, die Privatbankiers zwei, die Regionalbanken vier, die Auslandsbanken ein Vorstandsmitglied.[17] Darüber hinaus ist der Hauptgeschäftsführer kraft Amtes Vorstandsmitglied. Aus diesem Vorstand werden ein Präsident und zwei Stellvertreter gewählt. Es wird versucht, das Präsidentenamt zwischen den Großbanken und den Privat- bzw. Regionalbanken alternieren zu lassen.[18] Nach der Ankündigung, den Posten des Vorstandsvorsitzenden bei der Commerzbank abzugeben, wurde Martin Zielke im August 2020 von Hans-Walter Peters abgelöst.[19] Zum 1. Juli 2021 hat Christian Sewing das Amt von Peters übernommen.[20]

Die Präsidenten in chronologischer Reihenfolge:

Einzelnachweise

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  1. a b Historie Bankenverband. Bundesverband deutscher Banken, abgerufen am 21. November 2018.
  2. a b Christian Sewing. Vorstand. Bundesverband deutscher Banken, abgerufen am 25. Juli 2021.
  3. a b Präsidium und Vorstand des Bankenverbandes. Bundesverband deutscher Banken, abgerufen am 12. Mai 2025.
  4. Satzung. Bundesverband deutscher Banken, August 2018, abgerufen am 21. November 2018.
  5. Eintrag im Lobbyregister 2024. Abgerufen am 1. Januar 2026.
  6. Harold James: Verbandspolitik im Nationalsozialismus. Von der Interessenvertretung zur Wirtschaftsgruppe. München/Zürich: Piper 2001.
  7. Website des Bank-Verlags
  8. Website der Bankenakademie
  9. Bankenverband: - Bankenverband. Abgerufen am 23. Juli 2019.
  10. bankenverband.de
  11. Bundesverband deutscher Banken. In: Bundeszentrale für politische Bildung. Abgerufen am 3. Januar 2026.
  12. About Us - EBF. European Banking Federation, abgerufen am 11. September 2023 (englisch).
  13. Mitgliedseite im EBD. In: netzwerk-ebd.de, abgerufen am 30. November 2015
  14. Gerhard Schick: Cum-Ex: Der unerhörte Skandal. In: Blätter für deutsche und internationale Politik. Dezember 2018, abgerufen am 3. Januar 2026.
  15. Christoph Spengel, Universität Mannheim: Vortrag. 13. November 2023, abgerufen am 3. Januar 2026.
  16. Matthias Sobolewski: Insight: "Cum-Ex"-Deals - Wie Investoren den Staat plünderten. In: reuters. 31. Mai 2016, abgerufen am 3. Januar 2026.
  17. Vorstand. Bundesverband deutscher Banken, abgerufen am 30. November 2015.
  18. Berenberg-Chef wird Banken-Präsident. In: FAZ.net. 16. September 2015, abgerufen am 16. September 2015.
  19. Martin Zielke übergibt Amt des Bankenpräsidenten. Bundesverband deutscher Banken, 12. August 2020, abgerufen am 26. August 2020.
  20. Bundesverband deutscher Banken: Christian Sewing tritt Amt als Bankenpräsident an. 1. Juli 2021, abgerufen am 25. Juli 2021.
  21. Carla Neuhaus: Hans-Walter Peters verteidigt Banken in der Panama-Affäre. Der Tagesspiegel online, 11. April 2016, abgerufen am 12. April 2016.
  22. Hanno Mußler: Commerzbank-Chef ist neuer Präsident des Bankenverbands. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 22. April 2020, abgerufen am 23. April 2020.
  23. Bundesverband deutscher Banken: Organigramm. 25. Juli 2021, abgerufen am 25. Juli 2021.

Koordinaten: 52° 31′ 17,8″ N, 13° 24′ 2,5″ O