Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands

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Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands e. V.
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Rechtsform eingetragener Verein
Gründung 1916
Ort Berlin, DeutschlandDeutschland Deutschland
Präsident Johannes-Jörg Riegler (Präsident)
Otto Beierl (stv. Präs.)[1]
Vorstand Thomas Bürkle,
Stefan Ermisch,
Eckhard Forst,
Herbert Hans Grüntker,
Axel Nawrath,
Rainer Neske,
Horst Reinhardt,
Michael Rüdiger,
Werner Severin,
Stefan Weber,
Georg Fahrenschon[1]
Geschäftsführer Iris Bethge
Mitglieder 63
Website www.voeb.de

Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands e. V. (VÖB) ist ein Spitzenverband der deutschen Kreditwirtschaft mit Sitz in Berlin. Er vertritt 63 Mitgliedsinstitute, darunter die Landesbanken sowie die bundes- und ländereigenen Förderbanken. Mit den vier weiteren kreditwirtschaftlichen Spitzenverbänden arbeitet der VÖB im Interessenverband Die Deutsche Kreditwirtschaft zusammen. Der VÖB ist in die Lobbyliste beim Deutschen Bundestag eingetragen.[2]

Historie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband wurde 1916 als Verband deutscher öffentlich-rechtlicher Kreditanstalten gegründet, 1974 erfolgte die Umbenennung in Bundesverband öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB. Sitz des Verbandes ist Berlin. Seit 1987 ist der VÖB mit einem Büro in Brüssel vertreten. Im März 2012 eröffnete der Verband zudem eine Verbindungsstelle zur European Banking Authority (EBA) in London. Seit Januar 2014 ist der VÖB mit einer weiteren Verbindungsstelle bei der European Securities and Markets Authority (ESMA) in Paris vertreten. Der Verband ist Mitglied des Europäischen Verbandes Öffentlicher Banken (European Association of Public Banks, EAPB), Brüssel. In der Zeit seines Bestehens hat der Verband seine Mitglieder bei zwei deutschen Währungsreformen, zwei Weltwirtschafts- und Finanzkrisen sowie bei der Einführung des Euro begleitet.[3]

Zweck und Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweck ist es, die gemeinsamen wirtschaftlichen und ideellen Interessen seiner Mitglieder in allen kreditwirtschaftlichen Fragen zu vertreten, die Zusammenarbeit zwischen seinen Mitgliedsbanken zu fördern und sie bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zu unterstützen. Der VÖB tritt für die Belange seiner Mitglieder gegenüber den gesetzgebenden Körperschaften des Bundes und der Länder, den Aufsichts- und Regulierungsbehörden auf nationaler und internationaler Ebene sowie den Medien und der Öffentlichkeit ein. Der VÖB ist beim Deutschen Bundestag, beim Europäischen Parlament und bei der EU-Kommission akkreditiert. Der Verband ist Mitglied des europäischen Verbandes Öffentlicher Banken (European Association of Public Banks, EAPB), Brüssel.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dr. Johannes-Jörg Riegler, Präsident des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, und Vorsitzender des Vorstandes der BayernLB

Der Verband wird von einem dreizehnköpfigen Vorstand geleitet, an dessen Spitze der von der Mitgliederversammlung gewählte Präsident steht. Als Gast gehört dem Vorstand der jeweilige Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) an. Für die laufenden Geschäfte des VÖB ist die Hauptgeschäftsführerin verantwortlich, die vom Vorstand bestellt wird und in ihrer Amtsführung durch die Mitglieder der Geschäftsleitung und die Bereichsleiter unterstützt wird.

Präsidenten

Hauptgeschäftsführung

Im März 2017 wurde Iris Bethge zur neuen Hauptgeschäftsführerin des Verbandes gewählt. Sie trat das Amt zum 1. Juli 2017 an.[4]

Unter der Hauptgeschäftsführerin sind die Geschäftsbereiche sowie die Stabsbereiche angesiedelt. Mitglieder der Geschäftsleitung sind:[5]

  • Georg Baur (Kapitalmarkt, Recht und Bankentechnologie)
  • Lothar Jerzembek (Banksteuerung und Finanzierung)
  • Christoph Wengler (Europaangelegenheiten)

Arbeitgeberverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der VÖB übt als einziger kreditwirtschaftlicher Verband auch die Funktion eines Arbeitgeberverbandes für alle seine Mitgliedsinstitute aus und nimmt die Interessenvertretung für seine Mitglieder wahr. Der VÖB berät seine ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedsinstitute in allen Fragen des Arbeitsrechts sowie in sozialversicherungsrechtlichen Themenstellungen und informiert sie über die wesentlichen Änderungen in Gesetzgebung und Rechtsprechung. Darüber hinaus vertritt er die Interessen seiner Mitglieder gegenüber den gesetzgebenden Organen sowie gegenüber Regierungs- und Verwaltungsstellen. Als Arbeitgeberverband benennt der VÖB zudem ehrenamtliche Richter für die Arbeitsgerichtsbarkeit. Innerhalb des Arbeitgeberverbandes besteht die Tarifgemeinschaft Öffentlicher Banken. Die tarifrechtlichen und tarifpolitischen Aufgaben, insbesondere der Abschluss von Tarifverträgen, werden ausschließlich von der Tarifgemeinschaft Öffentlicher Banken (51 Mitglieder, ca. 70.000 Beschäftigte) wahrgenommen.

Ombudsleute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als erstem kreditwirtschaftlichen Spitzenverband ist dem VÖB im Jahr 2001 für seine Mitgliedsinstitute die Schlichtungsaufgabe übertragen worden. Dies bedeutet, dass alle Privatkunden der dem VÖB-Schlichtungsverfahren angeschlossenen Banken die Möglichkeit haben, ihre Meinungsverschiedenheiten mit ihrer Bank durch einen unabhängigen Ombudsmann außergerichtlich klären zu lassen. Das Schlichtungsverfahren ist für den Kunden kostenlos. Ombudsleute der Öffentlichen Banken sind seit September 2003 Klaus Wangard, seit Januar 2016 Herbert Wagner sowie seit Januar 2017 Jürgen Maruhn.

Mitgliedschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Kreditinstitute, deren Anteile ganz oder teilweise von der öffentlichen Hand direkt oder indirekt gehalten werden, oder die besondere aus dem öffentlichen Interesse erwachsende oder im öffentlichen Interesse stehende Aufgaben wahrnehmen, können ordentliche Mitglieder des VÖB werden. Kreditinstitute, die bereits Mitglied eines anderen kreditwirtschaftlichen Verbandes sind, können die außerordentliche Verbandsmitgliedschaft erwerben.

Ordentliche Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ordentliche Mitglieder des VÖB sind:

BayernLB, Bremer Aufbau-Bank GmbH, Bremer Landesbank Kreditanstalt Oldenburg – Girozentrale, Calenberger Kreditverein, DekaBank Deutsche Girozentrale, Deutsche Kreditbank AG, Deutsche WertpapierService Bank AG, HSH Nordbank AG, Internationales Bankhaus Bodensee AG, Investitionsbank Berlin, Investitionsbank des Landes Brandenburg, Investitionsbank Hessen (IBH), Investitionsbank Schleswig-Holstein, Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB), KfW IPEX-Bank GmbH, L-Bank (Landeskreditbank Baden-Württemberg), Landesbank Baden-Württemberg, Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale, Landwirtschaftliche Rentenbank, LfA Förderbank Bayern, NBank Investitions- und Förderbank Niedersachsen GmbH, Nord/LB Norddeutsche Landesbank Girozentrale, NRW.Bank, Ritterschaftliches Kreditinstitut Stade, SaarLB, Sächsische Aufbaubank -Förderbank-, Saarländische Investitionskreditbank AG, SKG Bank AG, Thüringer Aufbaubank und Weberbank Actiengesellschaft

Außerordentliche Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außerordentliche Mitglieder des VÖB sind: Aareal Bank AG, Berliner Sparkasse, BÖAG Börsen AG, Börse Stuttgart AG, DEG - Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH, Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG, Deutsche Postbank AG, Deutscher Sparkassenverlag GmbH, Sparkasse Bremen AG, DZ Bank AG, Erste Abwicklungsanstalt (EAA), Erste Financial Services GmbH, European Commodity Clearing AG, Frankfurter Sparkasse, GKL Gemeinsame Klassenlotterie der Länder, Hamburger Sparkasse AG, Hamburgische Investitions- und Förderbank, hsh portfoliomanagement AöR, KfW, Land Brandenburg Lotto GmbH, die Landesbausparkassen LBS Bayerische Landesbausparkasse, LBS Landesbausparkasse Südwest, LBS Norddeutsche Landesbausparkasse Berlin – Hannover, LBS Ostdeutsche Landesbausparkasse AG, LBS Westdeutsche Landesbausparkasse, Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Thüringen, Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt, Nassauische Sparkasse, Portigon Financial Services i.G.[6], Sparkassenverband Saar, Verband der österreichischen Landes-Hypothekenbanken, Verband kommunaler Unternehmen e.V., VÖB-ZVD Processing GmbH und Zürcher Kantonalbank

Tochtergesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

EdÖ

Die Entschädigungseinrichtung des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands GmbH übernimmt für den Sektor der öffentlichen Banken die gesetzlich vorgeschriebene Grundabsicherung und ist somit das Pendant zur Entschädigungseinrichtung deutscher Banken im Bereich der privaten Bankwirtschaft.[7]

VÖB-Service

Die VÖB-Service GmbH mit Sitz in Bonn wurde 1991 gegründet und ist eine 100%ige Tochter des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands. Sie ist Anbieter von Beratungsdienstleistungen, Softwareprodukten und Bildungsmaßnahmen für die VÖB-Mitgliedsunternehmen, Kommunen und die Immobilienwirtschaft.

VÖB-ZVD Processing

Die VÖB-ZVD Processing GmbH ist das Kompetenzcenter für chip-, kartenbasierte und sonstige elektronische Zahlungsverkehrsanwendungen des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands und seiner ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedsinstitute.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Vorstand. VÖB-Webseite. (voeb.de), abgerufen am 26. November 2015.
  2. Bekanntmachung der öffentlichen Liste über die Registrierung von Verbänden und deren Vertretern. (Memento vom 29. Dezember 2009 im Internet Archive) (PDF; 4,6 MB) Verbandseintrag Nr. 630
  3. 100 Jahre Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands 1916–2016, Herausgegeben vom Institut für Bank- und Finanzgeschichte e.V., Frankfurt am Main, Franz Steiner Verlag
  4. https://www.voeb.de/de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung-2017-018.html
  5. https://www.voeb.de/de/verband/geschaeftsstelle
  6. Portigon AG
  7. Einlagensicherung. VÖB-Webseite. (voeb.de), abgerufen am 26. November 2015.