Bunyola
| Gemeinde Bunyola | ||
|---|---|---|
| Wappen | Karte von Spanien | |
| Basisdaten | ||
| Land: | ||
| Autonome Gemeinschaft: | ||
| Insel: | Mallorca | |
| Comarca: | Serra de Tramuntana | |
| Gerichtsbezirk: | Palma | |
| Koordinaten: | 39° 42′ N, 2° 42′ O | |
| Höhe: | 214 msnm[1] | |
| Fläche: | 84,70 km²[2] | |
| Einwohner: | 7.490 (Stand: 2024)[3] | |
| Bevölkerungsdichte: | 88 Einw./km² | |
| Postleitzahl(en): | 07110 | |
| Gemeindenummer (INE): | 07010 | |
| Nächster Flughafen: | Palma (Son Sant Joan / Palma de Mallorca, 17 km) | |
| Verwaltung | ||
| Amtssprache: | Katalanisch, Kastilisch | |
| Bürgermeister: | Andreu Bujosa Bestard (EOB) | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Sa Plaça, 4 07110 Bunyola | |
| Website: | ajbunyola.net | |
| Lage des Ortes | ||


Bunyola (kastilisch Buñola) ist eine Kleinstadt im Nordwesten der spanischen Balearen-Insel Mallorca.
Statistik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde Bunyola hat eine Fläche von 84,63 km² und 7.490 Einwohnern (Stand: 2024). Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 88 Personen pro km². Im Jahr 2006 betrug der Ausländeranteil 8,5 % (472), der Anteil deutscher Einwohner 1,8 % (103 Personen). 1991 waren 82,56 % der Einwohner Mallorquiner, 12,89 % kamen aus anderen spanischen Provinzen und nur 3,55 % waren Ausländer. Im 18. Jahrhundert lebten in der Gemeinde 1521 Menschen. Von diesem Zeitpunkt an stieg die Einwohnerzahl zuerst langsam, aber seit den 1970er Jahren steil an.
Über zehn Berge, wobei Sa Rateta mit 1118 Metern der höchste ist und der Puig de s’Estremera mit 277 Metern der niedrigste, grenzen an die Gemeinde.
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die 85 km² große Gemeinde Bunyola liegt östlich der Schnellstraße Ma-11, die Palma mit Sóller verbindet. Die Entfernung nach Palma beläuft sich auf 17 km, nach Sóller sind es 10 km. Das Gemeindegebiet lässt sich in zwei unterschiedliche Regionen einteilen: den nördlichen gebirgigen Teil und im Süden eine von Olivenhainen geprägte Ebene, die bis fast an den Stadtrand von Palma reicht. Das nördliche Gemeindegebiet begrenzt die Serra d' Alfábia, eine Bergkette mit Höhen von bis zu gut 1000 m, die lediglich von einem 496 m hohen Passübergang, dem Coll de Sóller unterbrochen wird. Die höheren Lagen des Berglandes sind unbewaldet, während die Hänge einen hohen Steineichenbestand aufweisen, der sich an einigen Stellen mit Kiefern vermischt.
Orte der Gemeinde
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zur Gemeinde Bunyola gehören folgende Orte:
- Baix des Puig (14 / 14 Einwohner)
- Bunyola (2327 / 4045 Einwohner)
- Sa Coma (518 Einwohner)
- Sa Font Seca (87 Einwohner)
- Orient (19 / 19 Einwohner)
- Palmanyola (1832 / 1832 Einwohner)
Die Einwohnerzahlen in Klammern stammen vom 1. Januar 2008. Die erste Zahl gibt dabei die Einwohner der geschlossenen Ortschaften an, die zweite Zahl die Einwohner der Orte einschließlich der hinzu zu rechnenden „verstreut“ lebenden Bevölkerung außerhalb der eigentlichen Siedlungen. (Quelle: INE)
Klima
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Bunyola werden das ganze Jahr über Niederschläge registriert. Der trockenste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 9,3 l/m². Die höchste Niederschlagsmenge verzeichnet man im Dezember mit 95,5 l/m². Die höchste Niederschlagsmenge wurde am 17. April 1942 registriert, als 270 l/m² fielen.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Herkunft des Namens Bunyola ist nicht eindeutig geklärt. Einige Forscher gehen davon aus, dass der Name aus dem lateinischen uineola stammt, was so viel heißt wie kleines Weingut, und dass die Araber den Namen später in buniola umwandelten. Eine andere Theorie besagt, dass der Name direkt aus dem arabischen bunyân stammt.
Das kulturhistorische Gut ist in dieser Gemeinde beachtlich. Am Fuße der Gebirgskette befinden sich eine hohe Anzahl von bekannten Herrenhäusern, wie zum Beispiel S’Alqueria, Biniforani, Sa Font Seca usw. und natürlich die zwei bekanntesten Gebäude mit Gartenanlagen: Alfàbia und Raixa.
Von niedrigerem kulturellen Wert, aber doch sehr interessante Baumaßnahmen sind in Na Franquesa und in Al Teix zu besichtigen: Konstruktionen, mit denen man Schnee auffangen kann. In dem Puig des Teix befindet sich auch das ehemalige Herrenhaus Caça del Rei Sanç, das die Volksdichtung dem König Jaume I. zuschreibt.
| Jahr | 1842 | 1877 | 1887 | 1900 | 1910 | 1920 | 1930 | 1940 | 1950 | 1960 | 1970 | 1981 | 1991 | 2001 | 2011 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 1.928 | 2.178 | 2.241 | 2.349 | 2.407 | 2.486 | 2.594 | 2.599 | 2.479 | 2.485 | 2.622 | 3.132 | 4.036 | 5.029 | 6.232 |

Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Jardins d’Alfàbia: Rechterhand der Hauptstraße nach Sóller, rund 3,5 Kilometer nördlich von Bunyola und kurz vor der Einfahrt in den Tunnel, warten die vielleicht schönsten Gärten Mallorcas auf einen Besuch. Sie gehören zum ehemaligen Landgut eines offensichtlich instinktsicheren Mauren: Ben Abet genannt, hatte der vorausschauende Wesir den christlichen König Jaume I. bei der Rückeroberung Mallorcas von seinen Glaubensbrüdern unterstützt und war dafür mit dem großzügigen Besitz belohnt worden. Maurische Gartenbaukunst verwandelte mit klug angelegten Kanälen das wasserreiche Gebiet in einen wahren Dschungel aus vielerlei Bäumen, exotische Gewächsen und blühenden Sträuchern. Im zugehörigen Herrenhaus, das überwiegend aus dem 14. und 15. Jahrhundert stammt, sind Antiquitäten und antike Möbel zu sehen. Die Decke im Torbau gefertigt im maurisch-christlichen Mudéjar-Stil, birgt eine Inschrift, die Allah preist.[4] Am Ortseingang, von der Straße von Sóller kommend, befindet sich der kleine Bahnhof, von dem aus eine Fahrt nach Sóller bzw. Port de Sóller durch die Berge empfehlenswert ist.
Vereine
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kulturvereine:
- Polyphonischer Chor von Bunyola
- Tanzschule
- Theatergruppe Bunyola
- Pfadfinderverein Nuredduna
Sportvereine:
- SDJ Bunyola Fußball
- Volleyballclub Bunyola
- Radsportverein „Es Pedal“
Feste
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Mare de Déu de les Neus, in der Regel an dem Wochenende (Sa/So), das dem 5. August am nächsten liegt. Fest zu Ehren der früheren Ortsheiligen, die im 19. Jahrhundert durch Sant Mateu ersetzt wurde.
- Sant Mateu: mehrere Tage um den 21. September. Recht populäres Fest, lokale Tänze, Theater und Musik.
Markt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wochenmarkt: Samstags, auf dem Hauptplatz.
Wirtschaft und Tourismus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der ausgedehnte Steineichenwald östlich des Ortes war früher ein Zentrum der Forstwirtschaft sowie der Köhlerei, wovon noch etliche Kohlenmeiler zeugen.[5] Heute ist der Olivenanbau ein wichtiges wirtschaftliches Standbein. Angesichts der schnellen und gut ausgebauten Anbindung mit Palma arbeitet ein Großteil der Bevölkerung in der Hauptstadt.
Von Tagesgästen abgesehen spielt der Tourismus in Bunyola eine eher untergeordnete Rolle. Größere Beherbergungsbetriebe gibt es keine. Rund um die Pfarrkirche Sant Mateu, erbaut Mitte des 18. Jahrhunderts, sind einige wenige Lokale auf Touristen eingestellt. Vornehmlich Radfahrer und Wanderer nutzen den Ort als Ausflugsziel oder Startpunkt für Wanderungen. Durch Bunyola führt eine Variante des Fernwanderwegs GR 221.[6] Das Ziel von Halbtageswanderungen sind u. a. der Aussichtsgipfel Penyal d'Honor und die Cas Garriguer, ein Forsthaus mit Rastplatz inmitten des Steineichenwaldes.[7][8]
Söhne und Töchter der Stadt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Antonio Colom (* 1978), spanischer Radrennfahrer
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Gesamtzahl der Dateien Geografische Nomenklatur der Gemeinden und Bevölkerungseinheiten: 1 Datei:MUNICIIOS.csv Spalte:ALTITUD
- ↑ Gesamtzahl der Dateien Geografische Nomenklatur der Gemeinden und Bevölkerungseinheiten: 1 Datei:MUNICIIOS.csv Spalte:SUPERFICIE
- ↑ Instituto Nacional de Estadística Municipal Register of Spain
- ↑ Thomas Schröder: Mallorca. M. Müller, 2008. S. 142–143
- ↑ Consell de Mallorca (Hrsg.): Kulturelle Routen von Dorf zu Dorf. Palma 2019, S. 56
- ↑ Rolf Goetz: Mallorca GR 221. Bergverlag Rother, München 2025, ISBN 978-3-7633-1426-3, S. 48
- ↑ Ingrid Retterath: Mallorca. Stein Verlag, Welver 2017, ISBN 978-3-86686-484-9, S. 62
- ↑ Rolf Goetz: Rother Wanderführer Mallorca. München 2025, ISBN 978-3-7633-1410-2, S. 142
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Webpräsenz der Gemeindeverwaltung (katalanisch)


